37. Berlin Marathon – großes Rennen gegen Regen und Zeit

Mission: Possible – Handbiker und Sportrollifahrer machen das Rennen

bei der Handbike Citymarathon Trophy 2010

So viel Regen, Nässe und kühler Wind von allen Seiten war selten beim Berlin Marathon. Doch auch Handbiker und Rennrollifahrer schreckte das nicht ab – und sie machten ihr Rennen.

Bei den Handbikern gewann der Deutsche Vico Merklein mit einer Zeit von 1:09:04 in einem spannenden Finish vor Bernd Jeffré und Edward Maalouf.

Schnellste Handbikerin ist die Schweizerin Ursula Schwaller mit 1:25:13, gefolgt von der Britin Karen Darke und Connie Hansen aus Dänemark.

Bei den Rennrollstuhlfahrern siegte der Japaner Masazumi Soejima mit 1:28:46 vor seinem Landsmann Kota Hokinoue. Dritter wurde der Schweizer Marcel Hug.
Dem Schweizer mehrmaligen Sieger Heinz Frei glückte der erhoffte erneute Marathon-Sieg nicht – er erreichte mit einer sportlich beachtlichen Leistung unter widrigen Umständen Platz 9.

Siegerin beim Marathon der Rennrollstuhlfahrerinnen ist die Japanerin Wakako Tsuchida mit 1:46:15, dicht gefolgt von Sandra Graf auf Platz zwei und Sandra Hager als Dritter, beide Schweizerinnen.

Natalie Simanowski erreichte nach 2:16:02 die Ziellinie einen sehr guten fünften Platz – und will 2011 in Berlin wieder beim Marathon starten.

Natalie Simanowski im Ziel

Ronny Ziesmer absolvierte seinen zweiten Marathon gemeinsam mit seinem Trainer Heinrich Köberle mit dem Handbike in 2:21:54. Dauerregen und rutschiger Asphalt kosten alle Läufer, Handbiker und Rennrollifahrer diesmal wertvolle Zeit.

 

Bei den Läufern siegten Patrick Makau aus Kenia mit 2:05:08 und als schnellste Läuferin Aberu Kebede aus Äthiopien mit 2:23:58 Stunden. Der Weltrekord von Haile Gebrselassi blieb beim Berlin Marathon 2010 unangetastet.

Wer an der Strecke und im Ziel dabei war, um die Sportler zu unterstützen, sah viele hoch konzentrierte, erschöpfte und am Ende glückliche Gesichter. „Ich bin ein Eisklotz.“ sagte Ronny Ziesmer kurz nach der Ziellinie und über zwei Stunden Kampf mit Wind, Wetter und sich selbst im Handbike.

Vico Merklein ist ein sehr beeindruckender Athlet und Marathon-Sprinter – mit Langstreckenerfahrung quer durch die USA: „Wer rastet, der rostet. Marathon und Handbike sind da gut.“ sagte er nach dem Rennen gegen Regen und Zeit.

Ausführliche Berichte unter handbikesport.de

_Rückblende:

27. Berlin-Marathon: Den Therapiesport in Bewegung gebracht

_Porträt:

 Ronny Ziesmer

Zur Fotostreckevon Runnersworld

Zugleich war der 37. Berlin-Marathon mit seiner Sportmesse „Berlin vital“ die vorletzte Station der BG-Kliniktour 2010.

Das Unfallkrankenhaus Berlin präsentierte ein eigenes Team – und informierte Besucher über paralympischen Sport. (Fotos der folgenden Slideshow: Andrea Ramsteck)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Berliner Alhassane Baldé ist zum 10. Mal dabei.


Der Marathon steht als olympische Disziplin auch für Paralympioniken in London 2012 ganz oben auf der Agenda. Dort hat man sich gerade – gegen den Widerstand des Stadtbezirkes Tower Hamlet als ursprünglichen Streckenabschnitt mit Ziel im Olympic Stadium – für eine Verlegung in die Londoner Innenstadt entschieden zugunsten eines größeren Zuschauerzuspruchs. Auch Sebastian Coe, London-Olympia-Repräsentant, votiert für das Marathon-Ziel 2012 in der Londoner Mall.

See you @London2012!


Advertisements

Vancouver rocks! Deutsches Paralympics-Team ist am Start

Die Winter-Paralympics feiern 10. Start

20 Teammitglieder aus Deutschland (6 Athletinnen und 14 Athleten) werden vom 12. bis 21. März 2010 an den X. Paralympischen Winterspielen in Vancouver teilnehmen. Ihre Namen gab die Nominierungskommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland jetzt bekannt.

Andrea Rothfuss

Andrea Rothfuss

Mit dem Deutschen Nationalteam fliegen weitere 34 Personen aus dem Funktionsteam, darunter Trainer, Ärzte Begleitläufer und Betreuer nach Kanada. Insgesamt erwarten die Organisatoren aus Vancouver rund 540 Sportlerinnen und Sportler sowie 750 Betreuerinnen und Betreuer aus 44 Nationen zu den Paralympics.

Verena Bentele

Verena Bentele

Die alpinen und nordischen Ski-Wettbewerbe finden in Whistler, der Curling-Wettbewerb in Vancouver statt. Insgesamt werden bei den Paralympics 64 Goldmedaillen in 5 Sportarten vergeben.

Gerd Schönfelder

Gerd Schönfelder

Premiere für Handbikerin Andrea Eskau bei den Winter-Paralympics

Die Handbike-Weltmeisterin und Medaillengewinnerin der Sommer-Paralympics, Andrea Eskau, hat sich erstmals auch für eine Teilnahme an den Winter-Paralympics qualifiziert. Mit ihren 38 Jahren und paralympischer Wettkampferfahrung keine wirkliche Newcomerin mehr – doch voller frischer Energie.

Die Webseite von Andrea Eskau: http://www.andreaeskau.de/

Die Seiten aller anderen Nominierten finden sich in der Linkliste rechts – soweit verfügbar.

Welche Athleten wann , wo und in welcher Wintersport-Disziplin an den Start gehen, wird bis zum Beginn der Paralympics in Vancouver und Whistler mit hier folgenden Blogbeiträgen ausführlich erläutert.


Mehrere nette Anfragen aus dem Schüler-Redaktionsteam der Paralympics-Zeitung zu Hintergrundinfos bezüglich der Disziplinen und Startklassen einzelner Athleten zeigen, dass es hier noch einigen Nachholbedarf bei Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gibt – dann haben es auch Journalisten leichter mit ihrer aktuellen Sportberichterstattung. Wer in Zeiten knapper zeitlicher und personeller Ressourcen seine Artikel zeitnah im Sportressort unterbringen will, ist dankbar, alle Informationen aufbereitet vorzufinden.

Aber da ist man auf einem guten Weg. Sollten auch in Vancouver noch Fragen anstehen, hilft die Autorin gerne wieder – auch mit einem Blick auf internationale Athleten.

Bis dahin geben die folgenden Grafiken einen ersten Überblick mit kurzen Erläuterungen zu den paralympischen Wintersport-Disziplinen – zum Betrachten und Lesen oder zum Gratis-Download einfach auf die Bilder klicken!

Ski alpin

Ski alpin

Die Nominierten
Ski alpin:
Martin Braxenthaler (Surberg)
Gerd Gradwohl (Kempten)
Franz Hanfstingl (Bruckmühl)
Thomas Nolte (Räbke)
Andrea Rothfuss (Lossburg)
Anna Schaffelhuber (Bayerbach)
Gerd Schönfelder (Kulmain)
Kevin Wermeester (Aachen)

Ski Alpin - stehend

Ski Alpin - stehend

Ski alpin - sitzend

Ski alpin - sitzend

Ski alpin - sehbeeinträchtigt

Ski alpin - sehbeeinträchtigt

Die Nominierten

Ski nordisch:
Verena Bentele (Tettnang)
Wilhelm Brem (Ketterschwang)
Andrea Eskau (Bergheim)
Josef Giesen (Herzlake)
Frank Höfle (Isny)
Thomas Oelsner (Oberhof)
Tino Uhlig (Baiersbronn)

Biathlon

Biathlon

Biathlon - stehend

Biathlon - stehend

Biathlon - sehbeeinträchtigt

Biathlon - sehbeeinträchtigt

Wheelchaircurling

Wheelchaircurling

Die Nominierten

Curling:
Jens Gäbel (Kirchberg)
Astrid Hoer (Villingen/Schwenningen)
Jens Jäger (Rottweil)
Marcus Sieger (Denkingen)
Christiane Steger (Füssen)

Rollstuhl-Curling

Rollstuhl-Curling

Ice-Sledgehockey

Ice-Sledgehockey

Unsere deutsche Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft ist in Vancouver 2010 leider nicht am Start – sie hat die Qualifikation knapp verpasst. Deshalb müssen wir aber nicht die Sledge-Eishockey-Spiele hierzulande verpassen: http://www.sledgeeishockey.de/

Sledge-Eishockey

Sledge-Eishockey

Ski-Langlauf

Ski-Langlauf

Allianz-Paralympics-Informationen (PDF-Dokument zum freien Download)

Text mit DBS/Marketa Marzoli, Grafiken von Allianz (offizieller Paralympics-Partner)

Bleiben wir dran… Sponsoren für Sportler: „Da geht noch was!“ – auch bei Fans

Bevor es hier weiter geht mit dem Bloggen – nur ein kurzer Werbeblock: Bleiben Sie dran!

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe ist dieser Tage mit neuer Kampagne am Start: mit „Stellenanzeigen“ und einem Quiz https://www.sporthilfe.de/Startseite.dsh Eine auskömmliche Sportlerkarriere als Hauptgewinn?

Fragen über Fragen – und ein Interview.

Der Vorstandschef der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Werner E. Klatten, erläutert im Gespräch mit dem Tagesspiegel Motive und Ziele der Spenden-Kampagne http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2987308

Richtig geschaltet? Sport sucht Sponsoren per Stellenanzeige

Stellenanzeige Sportler

…gesehen auf „Yucca Tree Post“, dem Blog von Jürgen Vielmeier. Lesenswert auch die Kommentare dort zum Thema: http://yuccatree.de/2010/01/ironische-kampagne-der-deutschen-sporthilfe-60-stunden-woche-fur-600-euro/

Als Repräsentanten aller von der Deutschen Sporthilfe geförderten Leistungssportler engagieren sich der Schwimmer Thomas Lurz, Fechterin Britta Heidemann, Judo-Sportler Ole Bischof, Leichtathletin Steffi Nerius, die Kanuten Nicole Reinhardt und Max Hoff – sowie der Alpin-Skirennfahrer und Paralympionike Gerd Schönfelder.

Bemerkenswert hier, dass der Paralympics-Top-Athlet in einer dpa-Pressemeldung bei der Süddeutschen Zeitung, immerhin als einzigem Blatt genannt, doch recht lapidar ohne Nennung seiner Leistungssportdisziplin allgemein dem „Behindertensport“ zugeordnet wird: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/899392 . Da braucht es noch etwas mehr als Stellenanzeigen für Sportler im Blatt: „Journalisten gesucht“…

Schwimmer gesucht

Die FAZ titelt zu dieser Anzeige in ihrer Printausgabe: „Arme Athleten – Auf Hartz-IV-Niveau für Deutschland“ http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E2817E5A51C90432AB8D0F7217624FA10~ATpl~Ecommon~Scontent.html – und läßt Top-Sprinter und Olympionike Till Helmke zu Wort kommen.

Eine Kampagne, die Welle macht – und in den Foren mancher Onlinemedien, wie etwa der Welt, bei den Leser-Kommentaren an Ironie und Sarkasmus zuweilen noch um Längen überboten wird: http://www.welt.de/sport/article5724414/Hungerlohn-statt-Reichtum-fuer-die-Weltmeister.html

Meine Meinung: Sportler werden ist nicht schwer, Sportler sein dagegen schon… – im Leistungssport. Doch da geht noch was auch für Athleten des paralympischen Sports: Sponsoren für Sportler. Weil nicht nur die Medaille zählt… Und überhaupt

Die Videoantwortder Stiftung Deutsche Sporthilfe auf ihrem neuen YouTube-Kanal: „Sporthilfe gibt’s nicht beim Arbeitsamt.“ Auskömmliche Jobs leider auch immer seltener: der Trend „geht zu 3-Euro-Sponsoren“, zu aktivem ehrenamtlichem Engagement  – und zur Fan-Community.

Wie? Ganz einfach: per Klick  hier http://www.facebook.com/group.php?gid=125964702610&ref=mf-

und natürlich mit zahlreichen Besuchen der Sport-Events.

Denn, ohne Fans keine Medien, ohne Medien keine Sponsoren. Ohne Sportler kein Spaß beim Sport: einer der schönsten Jobs der Welt – eigentlich…

Quelle: Video 1 Scholz & Friends on YouTube http://www.youtube.com/user/ScholzundFriends – wo die Autorin ihr Texterhandwerk gelernt hat.

:Paralympic_crew_blog on Holidays – with snow and Simon’s Cat… ;-)

Hallo :PARALYMPIC_fans,

danke an alle für die vielen Besuche auf dieser Seite – hier geht’s in Kürze schneller, höher, weiter... 2010 sind wir hoffentlich alle wieder fit und sportlich dabei.

Beste Wünsche und Grüße!

Thanks for so many visits on this blog – will be continued soon.

Hope to have you all back here in 2010.

With best wishes!

Andrea Ramsteck

:paralympic_News: Pressespiegel_04_09

„Rutschen will gelernt sein“ – nicht nur beim Rodeln.

Der Winter ist da, jedenfalls auf dem Kalender. Doch bei vielerorts noch frühlingshaft-milden Temperaturen heisst es leider noch nicht „Ski und Rodel gut!“ – notfalls auf dem Hosenboden. Stylisches und schnelles Sport-Equipment steht auf vielen Wunschzetteln.

Bis wir Freizeit-Wintersportler Pisten, Loipen, Rodelbahnen und Eis stürmen können, haben die Athleten der Winter-Paralympics ihr Training und Wettkämpfe bereits ganzjährig absolviert – oder gehen gerade an den Start.

Eine der paralympischen Sportarten, die ganzjährig auf dem Hosenboden stattfindet, ist Sitzvolleyball. Eine Reportage macht diesen dynamischen Sport anschaulich

http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/direkt/beitrag/artikel/rutschen-will-gelernt-sein.html

und per Audio auch hörbar:

http://mephisto976.uni-leipzig.de/uploads/bme/20091201012.mp3

Zur Webseite der Deutschen Nationalmannschaft Sitzvolleyball geht es hier:

http://www.sitzvolleyball.de/cms/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1

***                                                    ***                                                             ***

Der neue Paralympics-Pass: die Lizenz zum Siegen

http://www.abda.de/2422.html

Jens Jäger (Mitte) - Skip der Nationalmannschaft der Rollstuhl-Curler

Jens Jäger (Mitte) - Skip der Rollstuhl-Curling-Nationalmannschaft - präsentiert den Pass für Vancouver

Zur Webseite von Jens Jäger: http://www.jensjaeger.info/1.html

(Foto: ABDA)

Ein Blick in die Winterwelt von Whistler B.C – mit Events & Einkehrschwung:

http://ww1.whistlerblackcomb.com/german/index.htm

Die etwas andere Art, „Schneeball-Schlacht“ zu proben:

ein „Whistler Village Flash Mob Pillow Fight“…

Unterdessen startet die paralympische Ski-Rennsaison auf dem Pitztaler Gletscher mit dem 12. Europacup Ski alpin vom 8. bis 13. Dezember in Tirol. 130 Ski-Sportler aus insgesamt 26 Nationen gehen im Riesenslalom, dem Super G und der Super Kombi (Super G und ein Slalomdurchgang) auf die Piste.

Die Rennen laufen in den Startklassen „Sitting Skiers“ (Rollstuhlfahrer), „Standing Skiers“ (Amputierte) und „Blind Skiers“ (Blinde). Das DBS-Ski-Alpin-Team ist dabei, auch mit eigener Webseite: http://www.skiteam-alpin.org/content.php?folder=17

Zeit auch für andere Geschichten – die von Heiko Kunert, der blind bloggt, ist so eine.

„Liebe auf den ersten Blick“:

http://media.stream.fm/pro7-galileo/16072009_galileo_blind.mp4

Bloggen als Kommunikations-Medium auch zwischen Blinden und Sehenden – aber bitte barrierefrei. Ein Beitrag von Ulrike Gerards zum Thema mit einem Porträt von Heiko Kunert als Blogger:

http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_computer_nachrichten_artikel.php?id=2178778

ARD und ZDF kündigten kürzlich beste Aussichten auf die Olympischen Winter-Spiele Vancouver 2010 an und wollen mit über 320 Stunden Sendezeit nebst taufrischem Konzept einen neuen Medienrekord aufstellen: http://www.sportschau.de/sp/wintersport/news200912/09/091209_olympia_pk_berlin.jsp

Die Sportschau dürfte sicher auch die Winter-Paralympics auf dem Schirm haben – falls bis nach den Olympischen Spielen im Schnee nicht alle der 1.000 akkreditierten Journalisten gleichzeitig kalte Füße bekommen. Never ever!

Nachrichten-Ticker melden, ARD und ZDF wollen auch die Paralympics 2010 erstmals  in HDTV-Qualität, also in digital hochauflösender Bildqualität, senden: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_863587.html .

Hocherfreulich.



:paralympic_News: Pressespiegel_03_09

Gerade wurden die paralympischen Sportler des Jahres 2009 in Berlin gekürt, da vermelden die Newsticker bereits Neuigkeiten für die Sommerspiele 2012 in London.

Erstmals seit den Sommer-Paralympics Sydney im Jahre 2000 werden auch wieder Athleten mit geistigen Einschränkungen in den Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen an den Start gehen: eine Entscheidung, die große Zustimmung findet – aber auch für Diskussionen wegen möglicher Auswirkungen auf  Wettkampfabläufe sorgt. Dabei geht es nicht um die Teilnehmer, sondern um Darstellung und Aussenwirkung in den Medien, bei Sportpresse und Öffentlichkeit.

Die Frage ist also nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ bei allgemeiner sowie Sport-Berichterstattung und Organisation. Um Wettkämpfe beim Publikum attraktiver zu machen, wurden einzelne Startklassen bereits zusammengelegt und sogar Disziplinen zusammengestrichen – nicht immer zur Freude für Athleten, die sich lange und intensiv vorbereiten. Die Kosten für Trainings, Reisen und Unterkunft bei den Wettkämpfen tragen sie zumeist selbst. Dieser Umstand, erschwert schon jetzt manchen Sportlern – auch denen der Gruppe mit kognitiven Einschränkungen – die Teilnahme bei den Paralympics.

Auch Fans, die sich im System der Startklassen auskennen, sind irritiert.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/881590

Wie schwierig das Thema „Paralympics“ in seiner Zuordnung bei der Presse ist, verdeutlicht sich, wenn interessierte Leser den Eklat um die Leichtathletin und WM-Siegerin Caster Semenya hier wiederfinden – quasi als „Akte X-Fall“:

http://www.focus.de/sport/mehrsport/leichtathletik-paralympics-suedafrikanischer-verband-suspendiert_aid_451854.html (Da ist sie wieder: unsere Rubrik „Mehrsport“. Was nicht passt, wird passend gemacht.)

Manchmal treibt die Berichterstattung schon seltsame Blüten. Mit seriöser Erwähnung paralympischer Athleten im Kontext von Olympia oder Sport allgemein tut man sich bedeutend schwerer. Es scheint Vorsicht geboten: die Paralympics nicht wieder in die Rubrik „Freakshow“ zu schieben. Das sollten wir längst hinter uns haben – und alle Athleten fair sowie fachkundig würdigen.

Immerhin gelingt es mancherorts, angemessen über brisante Sportthemen zu berichten: http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/leichtathletik/2009/11/19/news-141377859/detail.html – und neben der menschlichen auch die sportliche Leistung in den Fokus zu stellen. Das ist es, was Leistungssport ausmacht, nicht alleine „Schicksal“ oder „Skandal“. Diese Headlines finden sich leider allzu oft im boulevardesken Teil bunter Blätter. Sportberichte per Media-Mix, das wollen Sportler – und ihre Fans.

Was Paralympics-Fans lesen wollen, wissen die Schüler-Redakteure der „Paralympics-Zeitung“ seit den Sommerspielen Athen 2004. Jetzt ist ein neues Redaktions-Team am Start bei den Winter-Paralympics Vancouver im März 2010:

http://www.die-mark-online.de//freistilstart/00_20091120005900_Von_Hennigsdorf_nach_Vancouver.html

Da wird es ganz sicher keine Stilblüten geben, sondern professionelle Reportagen, Interviews und Sportler-Porträts – von motivierten, neugierigen, sportbegeisterten Schreibern. Wir dürfen gespannt sein auf die erste Ausgabe der coolen Paralympics-Zeitung aus Vancouver und Whistler. Zusammen mit ihren kanadischen Schüler-Kollegen von der Kitsilano Secondary School in Vancouver werden sie vier Ausgaben der deutsch-kanadischen Paralympics Zeitung erstellen. Zwei Ausgaben des deutschsprachigen Teils sollen im Zeitraum der Paralympics als Beilage in der „Zeit“, dem „Handelsblatt“ und dem „Tagesspiegel“ erscheinen. Als Autoren werden wir dann folgende Namen lesen:

Anne Balzer, Forst (Lausitz), Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium

Heiko Möckl, Uhldingen-Mühlhoffen, Droste-Hülshoff-Gymnasium, Meersburg

Raphael Menke, Trier, Auguste-Viktoria-Gymnasium

Elisa Kremerskothen, Berlin, Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Franziska Ehlert, Henningsdorf, Alexander-Puschkin-Gymnasium, Henningsdorf

Niko Langhammer, Holzkirchen, Max-Rill-Gymnasium, Reichersbeuern

Tassilo Hummel, Neckargemünd, Gymnasium Neckargemünd

Leonie Arzberger, Haag an der Amper, Dom-Gymnasium, Freising

In Workshops werden die Jungjournalisten mit redaktioneller Unterstützung des Tagesspiegel schon jetzt fit gemacht: http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2947493 „Dann weicht das Lampenfieber schnell der Leidenschaft und Begeisterung beim Schreiben.“ versicherte Schülerin Bettina Berndt kurz vor dem Abflug des Redaktions-Teams zu den Paralympics nach Peking am Flughafen Berlin-Tegel.

Die Jungjournalisten der Paralympics-Zeitung 2008

Das Redaktions-Team der Paralympics-Zeitung der Sommerspiele Peking

„Klar, die Paralympics Zeitung ist ein tolles Projekt, aber die Flut an Einsendungen hat uns dennoch überrascht“, sagt Gregor Doepke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Als Jury-Mitglied und Initiator des Projektes Paralympics Zeitung hatte auch er die Qual der Wahl, unter den hundert besten Einsendungen die acht herausragenden Bewerber auszuwählen.

Schüler-Reporter berichteten aus Peking 2008

Seit der ersten Zeitung in Athen 2004 hat das Projekt eine beeindruckende Entwicklung gemacht“, findet Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegel und Herausgeber der Paralympics Zeitung. Auch er hat als Jury-Mitglied die acht Sieger des Schreibwettbewerbs ausgewählt.

Presse und viel Prominenz am Start

„Wir freuen uns, dass diese hoch motivierten jungen Menschen die Paralympics erleben können und so vielen Menschen in Deutschland von ihren Erlebnissen und Eindrücken berichten werden. Durch die Arbeit der jungen Reporter bekommen die Winter-Paralympics noch mehr Öffentlichkeit in Deutschland, auch bei jüngeren Menschen. Das ist uns ein wichtiges Anliegen“, ergänzt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. (DBS) und Mitglied der Auswahljury. Der DBS ist offizieller Partner der Zeitung.

Ein Berliner Original: die Paralympics-Zeitung

Auch die Wintersport-Athleten machen sich professionell für Vancouver warm – und werden erstmals auch bei den Paralympics 2010 mit offizellen Olympia-Pässen ausgestattet:

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/840774

Wer bei den Paralympics in Vancouver um die besten Plätze bei Ranking, Rekorden und Medaillen kämpft, hat auch bereits die Bewerbung um die Winterspiele in München 2018 im Blick – sollte man meinen. Dass dem nicht immer so sei, schreibt die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/m5O38j/3135790/Unterschlagene-Paralympics.html

Während die Winter-Paralympioniken beim Training für Vancouver ins Schwitzen kommen, messen sich derzeit Athleten der Sommerspiele im fernen indischen Bangalore bei tropischer Hitze: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1257341735366&openMenu=1013016724285&calledPageId=1013016724285&listid=1018881578312

(Dieser Beitrag ist auch als Audio unter obigem Link abrufbar.)

In der 10 Millionen Einwohner zählenden Metropole – indisches Silicon Valley – finden jetzt die IWAS (International Wheelchair & Amputee Sports Federation) World Games 2009 mit Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Handicap-Sportler statt. Hier treten mit 18 Mitgliedern des deutschen Teams als Favoriten Martina Willing, Michaela Floeth, Astrid Höfte und Wojtek Czyz an. Marianne Buggenhagen will es nochmal wissen – und hat gute Aussichten auf Edelmetall.

Paralympics-Sieger und WM-Favorit Mathias Mester hat eine saubere Sport-Wette mit Trainerin Steffi Nerius am Laufen: Wenn er eine Medaille im Diskus-Wurf abräumt, räumt sie bei ihm auf.

http://www.ahlener-zeitung.de/lokalsport/kreis_coesfeld/coesfeld/1218120_Ein_Staubwedel_fuer_Steffi_Nerius.html

Top, die Wette gilt!

Doch zuvor tauschte die Siegerin der Leichtathletik-WM Berlin und Weltmeisterin im Speerwurf mit Top-Athletin und Paralympics-Siegerin Martina Willing die sportliche Rolle – und warf  den Speer aus der Sitzposition heraus. Zur Sicherung des Wurfes dient ein spezieller Sportsitz, an dem querschnittgelähmte Speerwerfer ihre Beine per Sicherheitsgurten fixieren. So erreichen sie eine stabile Position bei größtmöglicher Flexibilität des Oberkörpers beim Wurf. Orthopädie-Techniker sind vor Ort, um Sportgeräte und Rollstühle beim Boxen-Stopp startklar zu machen.

Ungewohnte Position für Steffi Nerius beim Speerwurf

Ungewohnte Position für Steffi Nerius beim Speerwurf (Foto:DBS)

Eine saubere Leistung legen schliesslich alle Athleten hin. Auch Ali Ghardooni.

Der gebürtige Iraner kam vor fünf Jahren als Flüchtling nach Deutschland, lebt in Magdeburg und gilt als ein „erfolgreiches Beispiel gelungener Integration“, so Norbert Block, Präsident des Behinderten- und Reha-Sportverbandes Sachsen-Anhalt.

Der 29-jährige Leichtathlet hat einen langen Behörden-Marathon absolviert und startet, obwohl offiziell noch nicht eingebürgert, inzwischen für die deutsche Nationalmannschaft. Die Ausländerbehörde in Magdeburg hat ihm – wie bereits zu den Paralympics vor einem Jahr in Peking – einen Reisepass ausgestellt.
Die Behörde fördert auch seine Ausbildung zum Informatik-Kaufmann. Ghardooni wolle sich nun mit einer Medaille im Diskusring von Bangalore revanchieren, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung.
Verfechter der Paralympics, Sir Philip Craven, wurde für weitere vier Jahre zum Präsidenten des IPC gewählt: http://ow.ly/EBcz
Wieder IPC-Präsident: Sir Philip Craven

Wieder IPC-Präsident: Sir Philip Craven

+++

(Text zur Paralympics-Zeitung mit Agentur panta rhei/Karin Preugschat und DBS/Marketa Marzoli, Fotos: Andrea Ramsteck)

„Ein Abend mit Strahlkraft“ – aber ohne Schirmherrin: die Nacht der Stars 2009

Zugegeben, klingt fast ein wenig wie Waschmittelwerbung, die heutige Headline. Werbetextern fällt das schnell auf – und sie suchen dann mindestens genauso treffende Worte. Dabei wollen wir doch alles andere als „Weichspülschreiben“ – von Sportlern, Lesern und Fans gleichermaßen und zunehmend verpönt beim Thema Paralympics.

Mir ist auch keine bessere Überschrift mit mehr Strahlkraft eingefallen als Annette Kögel zu ihrem Bericht im Berliner Tagesspiegel – dem einzigen ausführlichen in der Berliner Presselandschaft zur „Nacht der Stars 2009“: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Paralympics;art125,2948287

So viele strahlende Gesichter in glanzvollem Ambiente sieht man selten – und Athleten mit charismatischer Ausstrahlung. An diesem Abend also: sportliche Strahlkraft pur. Und eine Ansage der besonderen Art: „Three, two, one – Lift-Off, we have a Lift-Off.“ Die wird Leichtathlet und Paralympics-Sieger Matthias Schröder vom PSC Berlin bei seiner gewonnenen Reise zum Shuttle-Start nach Cape Canaveral hören – und dort den Boden unter seinen Füßen beben spüren.

Paralympics in der SPORTSCHAU: Raus aus dem Abseits!

Auch die ARD berichtet über die „Ehrung der Behindertensportler des Jahres 2009“ auf Sportschau-online sowie im Morgenmagazin – und versucht so gleich zwei Zuschauer-Generationen zu erreichen. Bei den älteren Sportfans dürfte das geglückt sein:

http://www.sportschau.de/sp/behindertensport/news200911/12/sportlerdesjahres_behindertensport.jsp

Als leuchtendes Vorbild berichtete auch der Regional-Sender RBB über die Benefiz-Gala zugunsten des paralympischen Sports.

Eines der wichtigsten Ereignisse der paralympischen Sportszene: die „Nacht der Stars“ hat ihre feste Adresse in Berlin gefunden. Hier werden die Sportler des Jahres geehrt, Medienpreise verliehen, ehrenamtliches soziales Engagement gewürdigt – und Kontakte aufgefrischt oder neu geknüpft. Der festliche Abend ist auch Anlass, sich über verschiedene Sportarten  und berufliche Metiers hinaus auszutauschen – anregend und bisweilen auch kontrovers.

Die Sportler des Jahres 2009 porträtiert Lorenz Vossen im Tagesspiegel:

Skirennfahrerin Andrea Rothfuss

http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2948630

Radsportfahrer Michael Teuber

http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2948628

Das deutsche Rollstuhl-Curling-Team

http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2948626

Wer als Vertreter der schreibenden Zunft als Gast dabei sein darf, freut sich über die herzliche Atmosphäre, bringt gute Eindrücke vom Festabend mit – und Fanfotos.

Tischtennis-Ass Holger Nikelis in Begleitung seiner Schwester Rebecca

Tischtennis-Weltmeister Holger Nikelis mit seiner Schwester Rebecca

+++

Schnell vom lockeren Job-Outfit aus der Jugendarbeit in die Abendgarderobe geschlüpft – und zur Benefiz-Gala „Nacht der Stars“ geeilt. Es war ein beeindruckender Festabend mit interessanten Gästen, guten Gesprächen – und glücklichen Sportlern des Jahres 2009.

Als Gast dabei sein zu dürfen und Leistungssportler hier persönlich zu treffen, ist schon etwas Besonderes. Das macht Lust auf die nächsten Winter- und Sommerspiele in Vancouver 2010 und in London 2012 – und auf Sportevents auf dem Weg dort hin.

Ein Tagesspiegel-Interview mit Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport und Redner bei der „Nacht der Stars“, weckte Neugier und Nachdenklichkeit bereits im Vorfeld der Sport-Gala:

http://www.tagesspiegel.de/sport/Willi-Lemke-Paralympics-Behindertensport;art272,2947491 Die engagierte Rede war viel diskutiert – und wird hier später noch erörtet.

Mancher Gast des Abends, der immerhin 400 Euro je Karte – davon 200 Euro für den guten Zweck der Benefiz-Gala – investiert hatte, war irritiert über die Abwesenheit der bisherigen Schirmherrin der Veranstaltung, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zu Hintergründen und weiteren Überraschungen titelt die FAZ – nicht ganz ohne Ironie – mit dem Zitat: „Und nächstes Mal eine Fernsehshow“:

http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E22681E1CF829433DB3A256555961D18D~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews

Was wohl die Sportszene dazu sagt…

Bei allen kontroversen Diskussionen rund um den paralympischen Sport gilt:

Herzliche Glückwünsche allen gekürten Sportlern des Jahres 2009:
Andrea Rothfuss, Michael Teuber und das Rollstuhl-Curling-Team sowie
den Gewinnern der „Paralympic Media Awards“ und des „Le Mobile Award“!

„Es ist normal, verschieden zu sein.“, appellierte schon vor Jahren Richard von Weizsäcker für mehr Toleranz.

Dieses Credo begleitet auch Journalisten, die engagiert und aufmerksam-kritisch über paralympischen Sport im Kontext gesellschaftlicher und struktureller Realität berichten. Dies gelingt dem diesjährigen Preisträger des Paralympics Media Award im Bereich Print: NRZ-Redaktion Rheinberg

http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/11/13/news-140798627/detail.htm

Wer über Vorbilder schreibt, ist derzeit selbst eines – dafür bedarf es keiner oft so gescholtenen „Gutmenschen“. Sportredakteure tun sich zuweilen mit den zwangsläufig vorhandenen sozialen Gegebenheiten und Belangen von Menschen in verschiedenen Lebenslagen eher noch schwer. Sie fragen sich:

Wie läßt sich das Handicap mit dem Unterhaltungswert des Sports verbinden, ohne Spannung, Dynamik und Professionalität dem Blick aufs Schicksal preiszugeben? Eine Gratwanderung, die entgegen jedem Zweifel immer öfter gelingt.

Die Medienpreis-Gewinner im Bereich Online, brandstage-tv, zeigen mit ihrem „Paralympic Sport TV“ seit mehreren Jahren international erfolgreich, wie das geht – und zudem auch bei jungen Sport-Fans „cool rüberkommt“: http://www.youtube.com/user/ParalympicSportTV

Ganz wichtig: Eine Sportberichterstattung, die auch ihre jungen Zielgruppen erreichen will – nicht erst aus Anlass der Paralympics alle Jahre wieder -, tut dies aktuell, zeit- und ortsnah. Wer regelmäßig im Sportteil seiner Zeitung oder auf seinem Sportkanal über lokale Highlights „seiner Lieblingssportart“ informiert wird, ist auch gerne immer wieder mal live dabei.

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Dieses Werbetexter-Credo verhilft mir des öfteren zu überraschenden Begegnungen und Gesprächen. So hatte ich das Glück, meine Platzkarte bei dieser Gala direkt neben der des Tagesspiegels zu haben – und tauschte mich mit Journalisten der Zeitung, die auch Medienpartner der Paralympics ist, angeregt aus. Gerne nutze ich die seltene Gelegenheit, Gerd Nowakowski, den Ressortleiter der Redaktion Berlin-Brandenburg, mit Leserwünschen zu belagern:

Warum schreibt der Tagesspiegel so selten über die Berliner Paralympioniken? Mit einem erfreulichen Beitrag über Ronny Ziesmer – Laudator dieser Sport-Gala – im Rahmen der Berichterstattung zum Berlin-Marathon gab es eine schöne Steilvorlage im Sportressort – bei der Vorberichterstattung zur „Nacht der Stars“ später aufgegriffen:

http://www.tagesspiegel.de/sport/Leichtathletik-Ronny-Ziesmer-Paralympics-Berlin-Marathon;art19477,2904517

Erfolgreiche Paralympics-Teilnehmer und Medaillengewinner bei Leichtathletik und Schwimmen hat der PSC Berlin ja vorzuweisen. Eine der letzten ausführlichen Sportreportagen über Berliner Athleten des PSC stammt aus dem Jahre 2005 – nach den Paralympics Athen 2004: http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2025105

Die Paralympioniken aus Berlin haben sich einen Namen gemacht – nur leider noch nicht nachhaltig genug in Presseredaktionen und vielen Köpfen freier Journalisten.

Lorenz Vossen ist so einer. Er schrieb mehrmals über den Behindertensport – und würde sicher auch gerne Behinderungen des Sports näher beleuchten:

http://www.tagesspiegel.de/sport/paralympic-day;art17971,2845092

Vor allem aber hält er eine klare Positionierung der Berichterstattung im Sportressort für den richtigen Weg, um  Athleten die ihnen und ihren Leistungen gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen –  und eine Recherche, die Sachverhalte wahrheitsgemäß ermittelt. Es ist in Zeiten krisengeschüttelter Medien nicht leicht, investigativ zu schreiben – und Beiträge in der Redaktionskonferenz durchzubekommen. Diplomatisches Feingefühl ist gefragt.

Mit dem sehr geduldigen und aufgeschlossenen Ressortleiter der Lokalredaktion hatte ich natürlich nicht den Mann erwischt, der für den Sportteil seiner Zeitung verantwortlich ist. Das wäre Robert Ide gewesen, der an diesem Abend eilig von einem Gespräch zum nächsten unterwegs war – und nicht am Tisch saß. Der Redakteurin der „Paralympics Zeitung“ – dem Schüler-Reporter-Projekt des Tagesspiegels – erging es auch nicht wirklich anders, sie probierte das mehrgängige Fest-Menü in unzähligen Etappen: Presse-Marathon. Jetzt liegt immerhin die Visitenkarte von Gerd Nowakowski hier neben meinem Laptop, falls mal wieder Fragen auf der Sportfan-Seele brennen – die sich möglichst nicht in bösen Leserkommentaren auf Tagesspiegel-online niederschlagen sollen: Ist mir schon passiert, wurde moniert, revidiert – und gelöscht.

Worum es ging? Ich fand einen Beitrag etwas zu PR-lastig. Per E-Mail klärte sich die Frage. Heute müssen Journalisten wohl alle Register ziehen, um ein Thema zu pushen – und Leser zu erreichen.

Die Kommunikation über das Internet gewinnt generell zunehmend an Bedeutung: Soziale Netzwerke wie StudiVZ und Facebook sind für Sportler und Fans virtuelle Treffpunkte, wo Verabredungen und Organisation ihrer Events immer öfter stattfinden – nahezu barrierefrei und sogar über nationale Grenzen hinweg. Medien haben das erkannt – und gehen hier immer öfter mit ihren Online-Auftritten an den Start. Das hat Strahlkraft – bis in die reale Sportszene.

+++

Der Förderkreis Behindertensport würdigt als Gastgeber die Gewinner des Abends:

Auf der Benefiz-Gala „Die Nacht der Stars – ein Festabend des Behindertensports“ in Berlin wurden die „Behindertensportler des Jahres“ 2009 geehrt.

Im Rahmen der Benefiz-Gala „Die Nacht der Stars – ein Festabend des Behindertensports“ feierten am 12. November 2009 im festlich gestalteten Maritim Hotel Berlin rund 600 Gäste. Höhepunkt der Gala war die Auszeichnung der „Behindertensportler des Jahres“ 2009 in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft.

Paralympische Sportler des Jahres 2009

Paralympische Sportler des Jahres 2009

Bei den Damen konnte sich Andrea Rothfuss (VSG Mitteltal) durchsetzen und sich den Titel der „Behindertensportlerin des Jahres“ sichern. Im finalen Wahlgang waren Andrea Eskau (Radsport) und Kirsten Bruhn (Schwimmen) ihre Konkurrenten. Andrea Rothfuss gewann bei der Ski WM in Korea in der Kategorie Slalom als auch im Riesenslalom, der Superkombination und der Abfahrt die Bronzemedaille.

Gekrönt wurde ihre Leistung zudem mit der Goldmedaille im Teamwettbewerb. Bereits 2005 wurde sie von der Stiftung Deutsche Sporthilfe als Junior Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Ihre stetige Weiterentwicklung lässt auch bei den Paralympischen Winterspielen in Vancouver 2010 auf Medaillen hoffen.

Bei den Herren erhielt Michael Teuber (BSV München) die meisten Stimmen und konnte sich so vor seinen Konkurrenten Josef Giesen (Biathlon) und Gerd Schönfelder (Ski Alpin) die Auszeichnung als „Behindertensportler des Jahres“ sichern. Der erfolgreiche Radsportler gewann bei der Weltmeisterschaft in Italien zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille (2x Zeitfahren, 1x Straßenrennen). Auch außerhalb seiner Rennen setzt sich Teuber stets neue Ziele. So erklomm er 2008 mit seinem Rad non-stop den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide auf Teneriffa.

In der Kategorie Mannschaft kann sich die Rollstuhl-Curling Mannschaft über die Auszeichnung als „Behindertensportler des Jahres“ freuen. Sie setzte sich gegen die Rollstuhlbasketball-Mannschaft der Damen und die Sitzvolleyball-Mannschaft der Herren durch. Der Titel ist ein krönender Abschluss eines erfolgreichen Jahres, in dem sich die Mannschaft mit der Bronzemedaille bei der WM in Vancouver zum ersten Mal für die Paralympischen Winterspiele qualifizieren konnte. Außerdem gewann sie den IDENTA-Cup in Schwenningen und belegte bei den Danish Open in Kopenhagen den erfolgreichen zweiten Platz.

Die Verleihung des German Paralympic Media Award 2009 in den Kategorien Print/Foto, TV/Hörfunk und Online stellte einen weiteren Höhepunkt der Gala dar. Mit dem Medienpreis wurden bereits zum elften Mal herausragende journalistische Beiträge zum Thema Behindertensport ausgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Hans-Joachim Wolff, überreichte die durch die DGUV gestifteten Preise an:

1. Kategorie Print/Foto: Neue Rhein Zeitung / NRZ, Lokalredaktion Rheinberg für ihre herausragende mediale Begleitung des „LVR-Tag der Begegnung“. Für die Lokalredaktion Rheinberg nahm Redaktionsleiterin Carmen Friemond die Auszeichnung entgegen.

2. Kategorie TV/Hörfunk: Martin Zimmermann für sein einfühlsames und informatives Radiointerview für den Rundfunk Berlin-Brandenburg mit Ronny Ziesmer

3. Kategorie Online: brandstage.tv für die nachhaltige Berichterstattung mit dem internationalen, englischsprachigen Internet-TV-Sender „ParalympicSport.tv“

Die Initiative KiOly – Kinderolympiade, ein gemeinnütziges Veranstaltungskonzept für Städte und Kommunen erhielt den diesjährigen „Le Mobile“ Award, gestiftet durch den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Für KiOly nahm die Initiatorin Fürstin Elisabeth zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee die Auszeichnung entgegen. Der „Le Mobile“ Award zeichnet Personen oder Institutionen für ihr herausragendes Engagement zugunsten der Chancengleichheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus.

Überzeugt hatte die Initiative KiOly durch die Veranstaltung ihrer Sport- und Spielfeste für Kinder, bei denen besonderer Wert darauf gelegt wird, dass alle Spielstationen auch von Kindern mit körperlichen, geistigen oder mentalen Behinderungen absolviert werden können. Zudem zeichnet sich die Initiative dadurch aus, dass möglichst viele Beteiligte, wie Stadtverwaltung, Schulen oder Handwerker, aus dem jeweiligen Veranstaltungsort eingebunden werden. Nach zwei Veranstaltungen in Bad Waldsee ist für 2011 ein KiOly-Fest in Bonn geplant.

Neben der Auszeichnung der „Behindertensportler des Jahres“ überraschte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) alle anwesenden Spitzensportler und verloste unter ihnen einen Flug nach Cape Canaveral zu einem Shuttle Start.

Mit viel Charme und Humor moderierten die Paralympics-Moderatoren Jana Thiel (ZDF) und Andreas Käckell (NDR) die diesjährige Gala. Die Vorsitzende des Förderkreises Behindertensport, Gerda Pleitgen, zeigte sich erfreut über den Verlauf der Gala: „Die vielen engagierten Gäste, das hohe Interesse der Medien und vor allem die würdigen Preisträger haben diesen Abend zu einem besonderen Ereignis für den Behindertensport gemacht.“

(Pressetext und Foto: Förderkreis Behindertensport e.V.)