Waka Waka, Vuvuzela – „Voy! Voy!“ Wenn Fußball richtig gut klingt: „You can feel it!“

Das klingt gut! „Soccer for the Blind“.

Ja, er hat sie auch schon ausprobiert – die Vuvuzela. Auch sein Name ist derzeit in aller Munde – wegen dieses Wortspiels. Uwe Seeler amüsiert es, dass die Ähnlichkeit des Wortklanges seines Namens mit dem der lautstarken Soccer-Fanfare weltweit so einen Hype macht – und vor allem König Fußball in aller lärmresistente Ohren und fußballverrückte Herzen bringt.

Alle bleiben am Ball – auch bei der WM Südafrika

Die WM live für blinde und sehbehinderte Fussballfans, ein Sonderheft in Brailleschrift, „Daisy-CD“ und Videoberichte in internationaler Gebärdensprache holen die Spiele für alle auf den Schirm.

Die Welt zu Gast in Afrika – Fußball bringt Menschen einander näher, fast barrierefrei.

Dumisane Ntombela verlor sein Augenlicht im Alter von zwei Jahren, spielt leidenschaftlich Fußball – und trainiert mit erst 19 Jahren sein Team „The Silver Spears“ in südafrikanischen Townships.

Auch der blinde Marathonläufer und Paralympicssieger Henry Wanyoike unterstützt  ein Soccer-Projekt für sehende und blinde Kinder und Jugendliche in Kenia.

Immer mehr blinde und sehende Kicker begeistern sich für das Spiel nach Gehör – auch beim Fifa-Weltmeister Deutschland.

Wie kann man denn Fußball spielen, ohne zu sehen?

Mulgheta Russom – der beste Nationalspieler des deutschen Blindenteams hat es drauf!

Die Kicker „lesen das Spiel“ mit Hilfe eines speziellen auf ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgerichteten Trainings. Das Spiel folgt besonderen Regeln. Die beschrieb ich erstmals im Blog 2008:

Raus aus dem Abseits – erste Saison der Blindenfußball-Bundesliga

Verfasst am 31. März 2008 – 9:00.

Anpfiff für die erste Fußball-Bundesliga der blinden Kicker war am Wochenende des 29.

und 30. März in Berlin und Stuttgart. Jeweils vier Mannschaften traten gegeneinander an, um erstmals in der Geschichte des Behindertensports den Deutschen Meister der sieben repräsentierten Bundesländer zu ermitteln.

In Berlin liefen die SG Berlin/Würzburg, St.Pauli, Dortmund und Chemnitz sowie in Stuttgart die dortige Heim-Mannschaft, Mainz, Marburg und Essen auf. Das bedeutet je zwei mal 25 spannende Spielminuten.

Dribbeln, Pässe, Stürmen – und blindes Ballgefühl

Das Spiel der blinden Fußballer steht dem der sehenden Kicker nicht nach. Es ist ebenso schnell wie mitreißend, auch hart – aber fair. An Letzteres erinnert der Schiedsrichter die aufgeheizten Spieler auf dem Spielfeld des Berliner Olympiageländes in einer kurzen Auszeit. Die harten Kerle mit dem sanften Ballgefühl sind nicht zimperlich. Da wird schon mal gerempelt, gestürzt oder ungebremst krachend gegen die Bande am Spielfeldrand gerast. Deshalb tragen die Kicker eine etwas futuristisch anmutende, schützende Kopfmanschette. Eye-Pads und Augenbinde sorgen für einen fairen Ausgleich unterschiedlich starker Seheinschränkungen.

Dribbeln, Pässe, Stürmen – und blindes Ballgefühl. Das sind die Kompetenzen der Kicker, die den Ball nicht sehen können. Als eine Spezialanfertigung ist er kleiner und schwerer als das Fifa-Modell, zudem innen mit rasselnden Schellen ausgestattet. So können ihn die vier Feldspieler orten und sicher ins gegnerische Tor manövrieren. Dieses ist entsprechend der 40 mal 20 Meter messenden Spielfläche so groß wie ein Handballtor. Der Keeper – als einziger Spieler sehend – dirigiert seine Mannschaft durch Klopfen auf beide Torpfosten sowie laute Zurufe. Er verläßt den Torraum nicht weiter als bis auf zwei Meter. Hinter dem Tor und auf Höhe der Mittellinie unterstützen am Spielfeldrand sehende Guides – wie Rupert Liedke für die Berliner – beide Mannschaften bei der Orientierung. Unterdessen ist für die Fans “Ruhe!” angesagt bis das Tor fällt, dann gibts kurz und laut La Ola. Bald auch für den Frauenfußball, so hofft Helga “Charly” Liedke. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – so auch beim Blindenfußball, wo man bislang auch gemischt spielt.

„Voy! Voy! Ich komme!“ – Fans und Medien auch

Die Kunst dieses Fußballs ist ein Mix aus gekonnter Beinarbeit, höchster Konzentration kombiniert mit Intuition und Teamgeist. All dies sowie Ausdauer und hohe Motivation der blinden Kicker hat Fußball-Legende Uwe Seeler so stark beeindruckt, dass er sofort die Schirmherrschaft über die neue Fußballbundesliga der Blinden (DBFL) antrat – und ihr damit eine Steilvorlage gab.

Mit ausgefeilter und trainierter Lauftechnik führen die Kicker den Ball beim Dribbeln meist dicht am Fuß. “Voy! Voy!” das rufen sie immer wieder, während sie losstürmen. Denn sie wollen sich nicht gegenseitig umrennen. Dieser Ruf verrät den Mitspielern den Anlauf: “Ich komme!” und dem Publikum die Herkunft des Blindenfußballs aus Spanien, dem Land des amtierenden Europameisters. Dort und in Brasilien hat dieser Sport eine rund 20-jährige Traditon. Die Brasilianer erspielten sich zuletzt bei den Paralympics in Athen 2004 sogar Gold und wollen dieses in Peking verteidigen. Der Paralympionike und Schwimmer Ralf Hohn hat das Element gewechselt – und ist als blinder Torjäger jetzt nicht mehr nass vom Wasser, sondern vom Powern auf dem Rasen.

Damit zurück in die Fußball-Arena Berlin. Rund 100 Zuschauer sowie zahlreiche Presse- und Medienvertreter verfolgten die Partien und bescherten den Spitzenspielen hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Auch Kristoffer Klein, Journalist der Süddeutschen Zeitung, kann sich diesem speziellen Ballzauber nicht entziehen: “Anfangs zittert man ja etwas um die Spieler wegen des Verletzungsrisikos. Doch dann merkt man schnell, wie wendig und sicher sie das Spiel beherrschen.” Klein schreibt über die DBFL auch aus persönlichem Engagement als Kommentator von “Standard-Spielen” im Stadion für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Bislang stand der hierzulande noch junge Blindenfußball eher im Abseits des sportlichen Geschehens. Rainer Delgado tritt bei der DBFL für die Berliner an und erklärt, wie wichtig es sei, Spielpraxis unter professionellen Bedingungen zu erwerben. Trainer und Guides werden intensiv gesucht. Doch es mangelt noch an einer zertifizierten Trainer-Ausbildung – und angemessenen Honoraren. Doch sei man sehr dankbar für die professionelle Unterstützung von Förderern und Sponsoren sowie des Behindertensportverbands Berlin und des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV). Er vertritt als Spitzenverband rund 145.000 blinde und weit mehr als 500.000 Menschen mit Seheinschränkung. Gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland plante man Ende 2005 ein erstes internationales Blindenfußballturnier im Vorfeld der Fifa-WM 2006. Der Rest ist Geschichte, an der jetzt auch Markus Baysal maßgeblich mitschrieb, als er den ersten Treffer dieser Saison zum 1:0 gegen den 1. FC St. Pauli erzielte. Herthaner Marco Pantelic kennt den Taumel zwischen Sieg und Niederlage. Das auszuhalten. gehe sicher nur mit enormer Motivation und Moral, sagt er voller Respekt gegenüber den Kickern der neuen Fußball-Bundesliga.

Abseits? Das gibt es hier nicht!

Jetzt ist der Blindenfußball raus aus dem Abseits. Genau genommen gibt es das hier gar nicht. Wozu auch? Sieht ja sowieso keiner. Und die Kicker mit dem blinden Ballgefühl finden zudem: “Das Runde muss ins Eckige!” Das ist fürs Erste sehr erfolgreich gelungen: Dortmund führt nach dem ersten Spieltag mit 6:0 Punkten die Tabelle vor Stuttgart und Essen an. Die SG Berlin/Würzburg liegt auf Platz 6.

Hertha BSC-Manager Dieter Hoeneß ist begeistert von so viel Leidenschaft und Können:”Jeder, der so ein Spiel gesehen hat, wird wiederkommen.”

In der Ruhe liegt die Kraft

Für Fußball-Muffel ist die mittlerweile tosende Debatte um den Lärmpegel der trendigen Tröte eine willkommene Steilvorlage zur Meidung von Fanmeile und Stadion.

Sogar „Uns Uwe“ findet die inbrünstig in den Fußball-Arenen Südafrikas und weltweit geblasene Vuvuzela „extrem laut und für die Ohren sicherlich nicht das Beste, aber ich hoffe, dass das meine Ohren aushalten. Bislang hab ich noch keine Oropax, weil ich die Stimmung schon mitbekommen möchte im Stadion. Ich fliege ja nun rüber zu den Spielen und ich will mal sehen, wie sich das da drüben anhört.“ Er hat zum Anfeuern beim Spiel seines Enkels schon mal selbst in eine Vuvuzela geblasen: “Das ist gar nicht so einfach, da richtig scharfe Töne raus zu bekommen, da gibt es auch eine Technik dafür, damit die Töne auch dementsprechend schrill und laut rauskommen.“

Der vitale 73-Jährige begeistert sich aber auch für noch ganz andere Fußball-Töne. Und die dürften sogar Fußball-Muffel und Vuvuzela-Skeptiker ans Spielfeld locken:

Das Rasseln des Balls, den die Kicker der Blindenfußball-Bundesliga kürzlich siegreich im Spiel gegen die Mannschaft der Türkei auf dem Rasen vorm Berliner Reichstag zum Dreizwei ins Tor manövrierten:  Eine Premiere wie die der deutschen Nationalelf in Südafrika – und ausbaufähig.

Anders als jetzt bei der Fußball-WM in Südafrika sind statt lautstarker Fan-Unterstützung eher leise Töne angesagt. In der Ruhe liegt die Kraft – besonders beim Blindenfußball, wo das Spiel im Wesentlichen mit einem feinen Gehör, ausgefeilter verbaler Kommunikation und hoher körperlicher Geschicklichkeit gemacht wird.

Eine anfeuernde Geräuschkulisse mit lauten Fanrufen oder gar ohrenbetäubenden Vuvuzelas nach dem Spiel-Anpfiff bedeuten: Rote Karte fürs Publikum. Fußballverrückte Fans dieses noch relativ jungen Sports in Deutschland stört das nicht. Die faszinierende Akrobatik der blinden Soccer, ihre sehenswerte, ganz spezielle Spieltechnik und -Taktik machen neben der Leidenschaft der Blindenfußballer den Reiz aus.

„Faszinierend, toll, sensationell“

So umschreibt Seeler seine Eindrücke vom Blindenfußball. Der Unterstützer der Blindenfußball-Bundesliga hat sich die blickdichte Textilbrille schon aufgesetzt und bei den blinden Akteuren mittrainiert. „Das ist unheimlich schwer“, kommentiert er seinen Selbstversuch. Er hat „riesige Hochachtung“ vor dem Können der neun Bundesliga-Teams. „Mich beeindrucken besonders das Ballgefühl und die Orientierungsfähigkeit der Spieler.“

Der beste Spieler der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft ist der aus Afrika stammende Stuttgarter Mulgheta Russom. Wenn Bundestrainer Ulrich Pfisterer „Mulle“ ruft, wird es spannend – und es fühlt sich nach Tor an. Lena Neef drehte als Abschlussarbeit ihres Studiums der Audiovisuellen Medien über den Ausnahme-Sportler den viel beachteten Dokumentarfilm : „Mulgheta“.

„1000 Mikes“ – Blindenfußball on Air

Wer kein Spiel verpassen will, kann online Kommentare und Infos hören – oder bei Blindenfußball-online.de lesen. Presse, die täglich über Bundesliga & Co. schreibt, hat den Blindenfußball bislang selten im Sportressort. Beim Länderspiel in Berlin waren zahlreiche Medienvertreter auf dem Platz zum Interview: „Immer ran, an den Ball.“

Spieler und Fans fiebern jetzt mit der DFB-Nationalelf in Südafrika beim Public Viewing – und hoffen auf einen Sieg für Deutschland. Der Keeper beim Blindenfußball-Länderspiel vorm Reichstag klopft auf beide Torpfosten und ruft: „Hier ist die Mitte!“  – in der Gesellschaft, betonen die Förderer. Wenn das Runde ins Eckige fliegt, ist die Welt in Ordnung – für den Moment. Jetzt darf sie kurz und laut tönen, die Vuvuzela:

Fußball ist der Sport in der Mitte der Menschen: „You can feel it.“

Verena Bentele holt ihr achtes Gold bei den Paralympics – und Twitter macht schlapp!

Siegen auf Zuruf – Verena Bentele mit Guide Thomas Friedrich im Ziel

So ist das mit der Berichterstattung in Echtzeit: wenn man sie dringend braucht, ist sie nicht zur Stelle. Gerade in diesem Moment macht Twitter schlapp – das war einfach zu viel: #paralympics: ein sogenannter „Hashtag“ – klingt irgendwie verboten, ist es aber nicht. Wer dieser Tage das Schlagwort #paralympics auf Twitter eintippt, ist mitendrin in der Echtzeitkommunikation über die Winterspiele Vancouver – und kommt gleich mit Sportfans, Journalisten, sogar Sportlern aus aller Welt in Kontakt.

Es sei denn, Twitter macht mal kurz schlapp…

Something is technically wrong.
Thanks for noticing —
we're going to fix it up and have things back to normal soon.

Texte wie diese lassen den Atem jedes Twitterers stocken – im ungünstigsten Fall das Notebook aus dem Fenster werfen. Doch immer mit der Ruhe…

Es gibt ja zum Glück für die Twitter-Pause auch SportTV via Internet – und Blogs, die den Leistungssport in Vancouver und Whistler auch nach Olympia im Blick haben:

Daniel Drepper berichtet als Journalist auch fürs ZDF über die Paralympics Vancouver. Und welcher Sportfan kennt sie nicht, die „Lesebefehle“ von Jens Weinreich? Mich überrascht und freut es, wenn Journalisten die Sportler mit Handicap und sogar die :Paralympic_crew immer öfter entdecken.

Beide Sportjournalisten kommen ums Bloggen und Twittern nicht herum, sie tun es offensichlich gerne – und das mit zunehmender Aufmerksamkeit auch für Paralympics.

Twitter hält die Welt in Atem, Sportler bringen ihre Fans ausser Atem: Mitfiebern, Daumendrücken in vielen Sprachen, spontane Freudenausbrüche im Stadion, an Strecke, Loipe – und im World Wide Web. Nur virtuelles Gedöns? Wer setzt sich schon an die Tastatur und tauscht mit anderen in Rekordzeit Kurznachrichten aus, ohne dafür einen guten Grund zu haben?

Die Paralympics brauchen eigentlich keinen „guten Grund“, in aller Munde, Augen oder Ohren zu sein. Dieses Sportevent steht für sich, selbstbewußt, und unverbogen als professioneller Sport. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Um das zu sagen, braucht es eigentlich nur 140 Zeichen – die von Twitter.

Deshalb erreichen sie ihr Publikum, ihre Fans in aller Welt schon lange – auch abseits der Medienwelt. Jetzt ist es soweit: nach „Paralympics goes Media“ kommen die Medien in Scharen zu den Athleten mit Handicap an die Piste, an die Tartanbahn – und nicht immer muss es Oscar Pistorius sein, um den sich informationshungrige Journalisten drängeln. Obwohl das verständlich ist, weil dieser smarte, bodenständige Typ den Weg der Medien in die Welt der Paralympics bis jetzt unermütlich hilft, frei zu machen: sich sogar für die ein oder andere boulevardeske Schlagzeile nicht zu schade ist. In der Medien-Sportwelt ist er als professioneller Athlet angekommen. Verena Bentele und viele andere deutsche Athleten auch.

Schützenhilfe beim Zielen nach Gehör – Biathletin Bentele beim IPD 2009

Schön, dass die Paralympics Vancouver dieser Tage endlich auch dort stattfinden, wo sie schon längst hingehören – im Sport bei den Medien. Dies bitte auch nach den Spielen.

Der spannende Lauf von Verena Bentele und ihrem Guide Thomas Friedrich beim Biathon gipfelte in den verschneiten und nebelverhangenen Bergen von Whistler Creekside in einer Goldmedaille. Großer Jubel an der Loipe und Freude bei den Fans daheim.

Das erste Gold für Deutschland bescherte diese beeindruckende und sympathische Athletin nach einer langen Sportkarriere jetzt in Whistker – und es ist ihre eigene achte Goldmedaille. Fans, Freunde und Förderer feiern diesen Erfolg – mit ihnen die Medien.

Da sage noch jemand, Medaillen seien ja nicht so wichtig. Auch wenn sie für die Athleten selbst nicht das Maß aller Dinge sind. So bleiben sie doch Ausdruck der Wertschätzung ihrer sportlichen Leistung – und mit gutem Image eine sichere Währung bei Sponsoren.

Twitter ist wieder da – auch zum Schreiben von Glückwünschen!

Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world.

Was für ein guter kleiner Texthelfer.

Er trägt auch die vielen Worte unzähliger Journalisten und Blogger, die über die Wettkämpfe der Paralympics aus Vancouver berichten hinaus, wo Fans schon auf Neuigkeiten warten – rund um die Welt, rund um die Uhr: Gold in Vancouver holen Verena Bentele und ihr Guide Thomas Friedrich.

(Fotos 1 und 3 von DBS/NPC, Foto 2 von Andrea Ramsteck)

Lieber Herr Beucher, bitte lesen Sie auch Twitter.

Sie sprechen den meisten Athleten und Fans der Paralympics sicher aus der Sportlerseele, wenn Sie die Medien auffordern, auch den Winterspielen der Behinderten in Vancouver und Whistler eine Berichterstattung zu widmen, die den Olympischen Spielen nicht nachsteht.

Kathi staunte kürzlich: „Überall Werbung für die Paralympics. Ich komme gar nicht daran vorbei!“ Die 24-jährige Berlinerin findet die Paralympics spannend, die Sportler klasse. Sie schaut bei Facebook, was es Neues gibt, wer da alles aktiv ist – und schon jetzt vor der Eröffnungsfeier Feuer und Flamme für die Spiele nach den Spielen.

Umfragen zufolge ist das Interesse an den Paralympics groß, doch die Sendezeiten und Presseberichte decken den vielfältigen Informations- und Unterhaltungsbedarf im Sport trotz deutlicher Steigerung des Medienangebots noch nicht ganz. Zuschauer und Leser wissen oft nicht, wann und wo sie die Paralympics aus der Ferne verfolgen können: Olympia-Specials haben den Sprung nach Vancouver hinter sich. Auch Medien müssen Barrieren meistern.

Wo und wie, bitte, geht es jetzt zurück nach Kanada, wo ein ganzes Land wieder mit Sportlern und Fans aus aller Welt feiert?

Lesen Sie Twitter! Da geht die Party weiter.

„Go Paralympics!“ – auch nach den Spielen.

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Gesucht & gefunden - Twitter Sportler, Sponsoren und Fans vernetzen sich hier. _____________________________________________________________________________

Für alle, die zwar nicht live bei den Winterspielen in Vancouver dabei sein können – aber in Echtzeit nichts verpassen wollen.

:paralympic_NEWS_01_10: Top of Germany – BG Tourstart auf der Zugspitze

Vancouver-Favorit Martin Braxenthaler im Porträt bei ParalympicSportTV

Alle Welt hat Ski-Sport auf dem Schirm – auch paralympische Erfolge?

Kompliziert, aber fair.“ lautete neulich die Headline eines Sportbeitrages im Tagesspiegel zum aktuellen Ski-Sport http://www.tagesspiegel.de/sport/Skispringen;art272,3014969 – und Autor Benedikt Voigt findet das ganz in Ordnung: „Bereits jetzt siegt nicht immer der Springer, der am weitesten flog. Und auch jetzt schon muss der Zuschauer nach der Landung ein paar Sekunden warten, bis die Haltungsnoten eingerechnet sind. Nun kommen eben noch zwei Faktoren hinzu.

Der Verband sorgt sich dennoch, dass die Zuschauer die neuen Regeln nicht verstehen werden. Er sollte die Fans nicht unterschätzen. Sie werden lernen, dass sie künftig nicht nur auf Weite und Haltungsnoten schauen müssen. Sondern auch auf Anlaufluke und Windmesser.“ Der Journalist meint: „Das sollte zu schaffen sein.“ Wer hier an paralympisches Sportgeschehen denkt, liegt falsch: es ist vom Skispringen der Athleten ohne Handicaps die Rede.

Auch der paralympische Leistungssport folgt schon lange komplizierten Regeln, die ein Höchstmaß an Fairness gewährleisten sollen – und ständig auf den Prüfstand kommen. Der Sport soll transparenter und attraktiver werden. Da sind olympischer und paralympischer Sport näher beieinander, als oft vermutet. Letzterer wird dieser Tage dennoch beharrlich ausgeblendet bei vielen Medien – bis auf wenige Ausnahmen lokaler Berichterstattung.

Es braucht immer noch die Sensation, Ausnahme-Athleten, bis auch Paralympioniken ihren Sprung von der Ski-Piste ins Sportressort schaffen. Der Kanadier Brian McKeever ist so einer. Als blinder Skilangläufer startet er als erster Athlet in der Geschichte der Winterspiele bei Olympia und Paralympics in Vancouver: http://www.abendblatt.de/sport/article1355136/McKeever-schreibt-Olympia-Geschichte.html

„Ganz ehrlich, es ging mir wirklich nur darum, das Beste aus mir herauszuholen“, sagt der Ausnahme-Athlet bescheiden. Der 30-Jährige wollte immer nur die eigenen Grenzen austesten. „Ok. Nun werde ich der erste sein, der in beiden Winterspielen mitmacht. Wenn das die Vorstellungskraft der Menschen anregt und ihnen zeigt, was Paralympioniken schaffen können, dann ist das gut so.“

Heiß auf Eis – Sledgehockey goes Sportschau


Schon im Vorfeld der Winterspiele zeigen unsere Paralympioniken auf Piste, Loipe und Eis, was sie können – und verweisen ihre Konkurrenz auf die Plätze. „Das deutsche Paralympics-Team will hoch hinaus“ http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/923054

Wo kann man das besser verkünden, als auf Deutschlands höchstem Punkt – der Zugspitze: http://www.zugspitze.de/de/winter/index.htm

Da trafen sich kürzlich die Spitzen der deutschen paralympischen Bewegung zum Gipfeltreffen. Der Anlass: „Kick-off zur BG Kliniktour 2010“ Das Motto: „Bewegung verbindet“ – und erfolgreiche Leistungssportler des DGUV-Teams werben als Repräsentanten für die bundesweite Informations-Kampagne über die Reha nach Unfall oder Krankheit – und für den Sport.

Flugs eilten eigens geladene Pressevertreter zahlreich herbei mit kompletter Medienausrüstung. Sogar eine Journalistin mit Snowboard wurde gesichtet – Sport muss sein! Die Ski-Stars, mehrmalige Paralympicssieger und aktuelle  Medaillengewinner Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler präsentierten ihren Sport per Schussfahrt auf sonnendurchfluteter Zugspitz-Piste: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern-aktuell/klink-bewegung-scholz-ID1264589556472.xml So schaffte es die DPA-Meldung vom Zugspitz-Gipfel flächendeckend ins Tal der Lokalberichterstattung – fast überall. Berlin scheint im Schneegestöber für derlei gute Nachrichten noch unerreichbar. Das dürfte sich während der Winterspiele Vancouver deutlich ändern – mit Berichten der hier exklusiv aufgelegten „Paralympics Zeitung“.

Das Sport-Blatt beim Tagesspiegel online:

http://www.tagesspiegel.de/sport/paralympics/

Sportler trainieren bereits auf Hochtouren – und Schülerredakteure in Berlin auch: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg;art128,3017779

Sportliche Journalisten kommen nicht nur auf der Piste, sondern auch mit der Vorberichterstattung zu den Paralympischen Winterspielen Vancouver in Schwung: http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Olympia-2010/Bei-den-Winter-Paralympics-soll-es-Rekorde-hageln Sie haben dabei jede erdenkliche Unterstützung vonseiten der paralympischen Athleten, Vereine und deren Sportverbände: http://www.rp-online.de/bergischesland/leverkusen/sport/Quades-kanadische-Mission_aid_811896.html – und vom Chef de Mission, Karl Quade.

Erfolgreiche Leistungssportler präsentieren die BG-Kliniktour

Kirsten Bruhn, Christiane Reppe, Claudia Biene und Holger Nikelis – im Talk mit Marcel Bergmann

Alle Infos und BG-Tour-Termine unter http://www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/fitimsport/bg_kliniktour_2010/index.jsp

Das deutsche Team wird mit 22 Athleten bei den diesjährigen Winter-Paralympics vertreten sein http://olympia.ard.de/olympia/nachrichten/paralympicsdeutschesteam100.html und mit rund 600 Sportlern aus 45 Nationen in den Disziplinen Ski alpin, Skilanglauf, Biathlon, Schlitten-Eishockey und Rollstuhl-Curling an den Start gehen. ARD und ZDF berichten mit 21 Stunden live von den Wettbewerben – so aufwendig wie nie. Ihre Premiere haben in Vancouver auch die Rollstuhl-Curler. Als Sportler des Jahres 2009 haben sie es bereits vor den Winterparalympics 2010 ganz nach oben in der Gunst ihrer Fans geschafft – und gelten nach Bronze bei der WM in Vancouver nun als Paralympics-Favoriten auf Gold http://paralympics.zdf.de/ZDFsport/inhalt/8/0,5676,7928296,00.html

Wachsender Beliebtheit erfreut sich paralympischer Sport auch bei Jugendlichen mit und ohne Handicap. Nach 40 Jahren „Jugend trainiert für Olympia“ nehmen erstmals auch Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung am Pilotprojet „Jugend trainiert für Paralympics“ mit eigenem Nachwuchswettbewerb teil. Als Verbündeten haben sie einen langjährigen und leidenschaftlichen Paralympics-Förderer als Schirmherren an  ihrer Seite – Bundespräsident Horst Köhler. http://www.dosb.de/de/jugendsport/jugend-news/detail/news/erstes_bundesfinale_fuer_jugend_trainiert_fuer_paralympics/9746/cHash/e90e503ffd/

Der Trend: Junge Fans begeistern und vernetzen sich zunehmend im Sport mit Handicaps – auch das eine Bewegung, die verbindet.

Extrem cool – der Niederländer Kees-Jan van de Klooster

http://www.sjeesonline.com/index.html

Freuen wir uns also auf eine begeisterungsfähige, vielseitige und bewegte Medienwelt in und um Vancouver. Auch, weil es mit den journalistischen Vorlieben bei der Sportberichterstattung über Olympia und Paralympics nicht viel anders ist als in zwischenmenschlichen Beziehungen: Es ist komliziert – aber fair.

Die Sportler-Porträts der BG Klinik-Tour (PDF-Datei zum Download)

Der aktuelle Newsletter des DBS (PDF-Datei zum Download)

Blattkritik: Nichts Neues in den News über Behindertensport? up(to)date #2.0

Die :paralympic_News_01_10 stehen an.
Die Nachrichtenticker laufen auf Hochtouren beim Sport.
Unsere Nachrichtenlage ist eher bescheiden? Stimmt nicht.

Sportreporter brauchen Sportler – beide brauchen Fans

Presse ist gut – Community besser. Eines kommt nicht ohne das andere aus. Der „Elektrische Reporter“ erklärt Dinge, die man eigentlich nicht erklären kann: http://www.elektrischer-reporter.de/index.php/site/film/45/

Hier ein offener Brief des Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) Friedhelm Julius Beucher
an die Medien – der Aufruf im Wortlaut:

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Sehr geehrte Medienvertreter,
sehr geehrte Redakteure in den Sportredaktionen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportfreunde,

in nur wenigen Wochen folgen der diesjährigen Winter-Olympiade in
Vancouver die Paralympischen Winterspiele (12. bis 21. März 2010). Der
Deutsche Behindertensportverband wird am 17. Februar die Athletinnen und Athleten nominieren, die unser Land in Kanada vertreten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzten und nutzen noch viele der Sportler die anstehenden Welt- und Europacups um wichtige Qualifikationspunkte zu sammeln.

Leider konnte ich bisher auf keiner Sportseite der deutschen Zeitungen –
abgesehen von einigen lokalen Berichterstattungen- Hinweise oder gar
Berichte über erzielte Platzierungen bei internationalen wie auch nationalen Wettkämpfen entdecken. Dabei gehen unsere Informationen regelmäßig an insgesamt 800 Redaktionen in Deutschland. Ich erhebe dabei bewusst nicht den Anspruch die bisherigen Erfolge, übrigens durchweg auf den 1.bis 5. Plätzen, montags lesen zu können. Ich weiß, dass spätestens seit Bundesligabeginn im Fußball und der momentan stattfindenden Handball-EM, neben den Berichten über andere Sportarten und die Olympiavorbereitung der Nichtbehinderten dann kein Platz ist. Aber der Sport hat ja mindestens täglich 1-2 Seiten!

Ich möchte Sie deshalb bitten, der Berichterstattung über den Wintersport
unserer behinderten Leistungssportler, die bekanntlich zu den Besten der Welt zählen, angemessenen Raum in Ihrem Medium zur Verfügung zu stellen. Das gebietet unser Anspruch auf Chancengleichheit sowie der Respekt vor den Leistungen der Athletinnen und Athleten und selbst wenn zunächst nur bei Kurznachrichten oder ähnlichen Rubriken die Sieger und Siegerinnen „auf dem Stockerl“ erwähnt werden.

Sie werden spätestens an den jeweiligen Montagen nach den noch
ausstehenden Wettkämpfen Ergebnisse und Informationen online erhalten.

Dafür sorgt persönlich unsere Pressesprecherin Markéta Marzoli.
Eine Aufstellung der noch ausstehenden Wettkämpfe finden sie hier:

Ski alpin:

17.-23.01.Weltcup in Sestriere/ITA
12.-14.02. Weltcup Arta Terme/ITA
28.02.-05.03. Weltcup in Aspen/USA

Ski nordisch:
25.01.-01.02. Weltcup Bessans/FRA
01.02.-07.02. Weltcup Oberried/D

Mit sportlichen Grüßen

Friedhelm Julius Beucher
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Das Anschreiben an die Medien als PDF hier:

Offener Brief an die Medien von Friedhelm Julius Beucher

Meine Meinung:
Die Kommunikation zum Thema Behindertensport ist auch im Bereich Social Media und Blogs – trotz vielseitiger Aktivitäten in allen Onlinebereichen – hierzulande noch immer recht verhalten. Nicht ohne Grund? Warum haben professionelle Sport-Journalisten und sogar innovative Blogger – wie etwa Jens Weinreich – paralympischen Sport selten oder nicht auf ihrer Agenda?

Verbände und Vereine haben sich als Ziellinie „Inklusion“ und „Integration“ auch im Sport gesetzt. Derweil präsentieren sich Athleten bei Olympia und Paralympics noch immer in getrennten Arenen – mal vor gut gefüllten Rängen, mal vor fast leeren Zuschauerplätzen. Erstmals die Sommerspiele in Peking 2008 boten allen Athleten richtig großes Publikum – sehr zur Freude auch der Paralympioniken.

Eine Annäherung findet – in der Sportszene nicht unumstritten – langsam statt: Der kanadische Langläufer Brian McKeever wird in Vancouver ein kleines Stück Sportgeschichte schreiben. Als stark sehbehinderter Athlet geht er als erster Wintersportler sowohl bei den Olympischen Winterspielen als auch bei den anschließenden Paralympics an den Start:
http://www.focus.de/intern/archiv/langlauf-mckeever-plant-historischen-doppelstart_aid_473627.html

Schwimmerin Nathalie du Toit und Tischtennissportlerin Natalia Partyka haben bei den Sommerspielen bereits gezeigt, wie das geht – mit Erfolg.
Oscar Pistorius hat sich die Starterlaubnis bei Olympia juristisch erkämpft und sprintet gegen Vorbehalte,  Zeit und für seine Qualifizierung.

Änderungen der bislang hochkomplexen paralympischen Regelwerke und Startklassen sind in vollem Gange, um den paralympischen Sport fürs Publikum transparenter und attraktiver zu machen. Nur wenn das gelingt, füllen sich die Zuschauertribünen – und die Presse ist für alle Athleten und Fans mit am Start. Das gilt umso mehr in Zeiten knapper Ressourcen. Christiane Link hat dieses Thema bereits vor langer Zeit in ihrem Blog „Behindertenparkplatz“ diskutiert http://www.behindertenparkplatz.de/cl/2008/01/14/897/ Sie sagt, Paralympics als „Sonderveranstaltungen behinderter Menschen sind sowas von out“.

Sie schlägt vor: „Man könnte die Paralympics und die Olympischen Spiele zusammen legen und die Wettkämpfe abwechselnd abhalten. Mal startet eine Gruppe behinderter Sportler, mal eine Gruppe nicht behinderter Sportler. Die Spiele zeitlich zu trennen, macht für mich keinen Sinn und ist nichts anderes als Ausgrenzung.“ Diese Meinung findet zunehmend breite Zustimmung. Die Streichung von Sportdisziplinen hingegen ist unverständlich. Leichtathletik und Schwimmen auch der Athleten ohne Handicap haben als Randsportarten ohnehin weniger Publikum als Breitensport Fußball.

Sportevents und Wettbewerbe der Athleten mit Handicap finden auch zwischen den Spielen sicherlich mehr Aufmerksamkeit bei Medien und Sportfans, wenn sie integrativ stattfinden – ohne das alte Etikett „Behindertensport“. Im Bereich Jugendsport bei Vereinen – wo auch der olympische und paralympische Nachwuchs trainiert – ist dies bereits öfter der Fall. So etwa beim beliebten dynamischen Rollstuhlbasketball, wo Fußgänger mit Rollifahrern ein Team bilden – und gemeinsam übers Spielfeld Richtung Korb rasen, dabei der gegnerischen Mannschaft den Ball abjagen. Auch an der Tischtennisplatte oder beim Badminton gehen Sportler mit und ohne Handicap immer öfter gemeinsam zum Aufschlag ans Netz. Sportberichte und Bilder gehen schon jetzt online ins Netz – auf Facebook, Youtube, Blog und Twitter. Sportler und Fans sind hier aktiv und ergänzen – oder ersetzen – die klassischen Medien. Zeitung, Radio und Fernsehen sollten mit ihren Sportreportern am Start sein.

In Sportveranstaltungen, Online-Foren und Social Networks kommen Sportler und Fans, Infos und Feedback zusammen – zeitnah. Es gilt ja das Credo: schneller, höher, weiter.


Sportkommunikation ist zunehmend auch als Marken-Kommunikation auf PR und Cross Media angewiesen. Das zeigt die aktuelle Kampagne der Deutschen Sporthilfe, die auf Facebook per Viral-Marketing um Sponsoren wirbt. Marketing-Experte Oetting weist zurecht darauf hin, dass es nicht genüge, Kreativen zuzurufen:“Macht uns mal eine Kampagne für unseren neuen Sportschuh!“ Er sagt, Community sei eine Einstellung – keine Klickmaschine: http://www.connectedmarketing.de/cm/2010/01/community-ist-eine-einstellung.html

Was nützen neue Sportschuhe, wenn die Kommunikation ein alter Hut ist?

Die einfache Weiterleitung von Pressemitteilungen per „Copy&Paste“ mag zwar Reichweiten erzeugen, greift aber zu kurz – es fehlt an Tiefe und O-Tönen in der Berichterstattung. Wer will das lesen? Journalismus – auch die sogenannte Graswurzelvariante – ist aufwendig und verdient Honorierung. Da verweise ich per Link lieber gleich auf die Quelle, das ist seriöser und vertrauensbildender als einfaches „Abschreiben“. Zum Twittern genügen schon wenige Worte – genau genommen 140 Zeichen.

Auch Kontaktpflege und Recherche brauchen Zeit. Viele Ansprechpartner in Vereinen sind ehrenamtlich tätig, Pressestellen eher die Ausnahme. Informationen müssen je nach Veröffentlichung in Print oder Online zielgruppengerecht aufbereitet werden – möglichst barrierefrei.

Die Low-Budget-Alternative? Der Pressespiegel online.

In Kürze hier also wieder :paralympic_News_01_10 – ein Pressespiegel, ganz ohne Honorar zusammengestellt, aber mit viel Zuspruch gelesen. Weil er es wert ist – der paralympische Sport.

Presse-Medien machen sich gerade auf den Weg von Print nach Online. Community – da sind die Fans. Sportler müssen sich nur noch mehr zeigen, auch durch Marken-Kommunikation und Dialog mit ihren Fans: Sport und seine Fankultur liefern den Stoff: aktuelle Berichte, die eine gute Zeitung ausmachen. Wie ein Spagat zwischen Olympia und Paralympics ist das? Eher eine Brücke – mit erreichbarer Ziellinie.

Bei alledem gilt wie im Leistungssport: Qualität vor Quantität – alles andere behindert nur.

„Die Winterspiele sind eröffnet“ Sporteln? Fragen Sie Ihren Arzt… oder Apotheker.

Weisse Schneemützen strahlen gerade auf Dächern, Bäumen und Autos – da vermeldet das deutsche Ski-alpin-Team schon Wochen vor den Winterspielen Vancouver glänzende Erfolge von der Piste : http://www.skiteam-alpin.de/

Auch Freizeitsportler holen ihre individuelle Wintersportausrüstung hervor – und gehen schon mal in die Spur, auf die Schanze – ab in den Schnee…

„Die Winterspiele sind eröffnet!“ – Sporteln bis der Arzt kommt?

„Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig durch oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ Wer kennt das nicht? Jedem Pharma-Werbespot sind diese Worte angefügt – wie ein Beipackzettel. Womöglich um diesen aktuellen Gesundheits-Tipp ergänzt: Sport ist gesund, zum Ausgleich und wohldosiert betrieben. Doch manchmal kommen auch die durchtrainiertesten Freizeit- oder Leistungssportler nicht um einen Besuch in der Apotheke herum: eine Zerrung hier, ein Zupfen da. Und seien es – wahlweise bei Sofasportlern – lästige Kopfschmerzen angesichts eines verlorenen Spiels von Fan-Mannschaft oder Sportidol, die dringender Linderung bedürfen.

Da ist guter Rat manchmal teuer. „Ohne Rezept-Gebühr macht das dann…“ „Danke, aber ich wollte doch nicht die ganze Apotheke kaufen.“ Sprach’s und freut sich über Hoffmann’s Tropfen.

Tröstlich, dass es die Retter unseres Wohlbefindens – jetzt offizielle Olympia- und Paralympics-Partner – mit Rat und Tat nebst Beipackzettel oft ganz in unserer Nähe oder online gibt, wenn wir es mit dem Sporttreiben mal wieder heldenhaft übertreiben – nicht, ohne zuvor noch über den großen inneren Schweinehund zu stolpern: schweißtreibend mit Zerren und Zupfen am allzu müden Sportlergemüt. Es ist ja schliesslich Winter…

Als Beipackzettel hier das „Making of“ der Winterspiele-Kampagne

Manche behaupten ja (mit Winston Churchill als alte Quelle der Erkenntnis), Sport sei ungesund: „No Sports!“ Doch es gibt Schlimmeres: Unterliegen diese Skeptiker doch einer holden…

…Täuschung

„Bei Nikotin und Alkohol

fühlt sich der Mensch besonders wohl.

Und doch, es macht ihn nichts so hin,

wie Alkohol und Nikotin.“ reimte sich schon Eugen Roth (Der Wunderdoktor).

Passende Nikotin- und Heilpflaster nebst Rat bekommen wir bei unseren Apothekern.

„Apotheken sind immer für uns da – selbst in Vancouver“

Übrigens können auch Paralympics-Fans die Winterspiele 2010 live erleben, wenn sie wissen, wo diese in wenigen Wochen stattfinden. Die Apotheker wissen es…

Die aktuelle Informations-Kampagne nebst Online-Quiz findet sich unter  http://www.abda.de/winterspiele.html , bei der Apotheke unseres Vertrauens – und dazu als Beipackzettel (Sir Winston Churchill, in jungen Jahren durchaus Sportsmann, zum Trotz) eine noch ältere Erkenntnisquelle zur gesundheitlichen Fitness: der Geist der Olympischen Spiele.

Einen Ausblick von den Winter-Sportlern vor der Veranda im Garten auf die Leistungssportler der Winter-Paralympics in Vancouver gibt die ZDF-Mediathek: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/713046/Ein-Kaleidoskop-spektakulaerer-Sportarten#/beitrag/video/713046/Ein-Kaleidoskop-spektakulaerer-Sportarten

Bleiben wir dran… Sponsoren für Sportler: „Da geht noch was!“ – auch bei Fans

Bevor es hier weiter geht mit dem Bloggen – nur ein kurzer Werbeblock: Bleiben Sie dran!

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe ist dieser Tage mit neuer Kampagne am Start: mit „Stellenanzeigen“ und einem Quiz https://www.sporthilfe.de/Startseite.dsh Eine auskömmliche Sportlerkarriere als Hauptgewinn?

Fragen über Fragen – und ein Interview.

Der Vorstandschef der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Werner E. Klatten, erläutert im Gespräch mit dem Tagesspiegel Motive und Ziele der Spenden-Kampagne http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2987308

Richtig geschaltet? Sport sucht Sponsoren per Stellenanzeige

Stellenanzeige Sportler

…gesehen auf „Yucca Tree Post“, dem Blog von Jürgen Vielmeier. Lesenswert auch die Kommentare dort zum Thema: http://yuccatree.de/2010/01/ironische-kampagne-der-deutschen-sporthilfe-60-stunden-woche-fur-600-euro/

Als Repräsentanten aller von der Deutschen Sporthilfe geförderten Leistungssportler engagieren sich der Schwimmer Thomas Lurz, Fechterin Britta Heidemann, Judo-Sportler Ole Bischof, Leichtathletin Steffi Nerius, die Kanuten Nicole Reinhardt und Max Hoff – sowie der Alpin-Skirennfahrer und Paralympionike Gerd Schönfelder.

Bemerkenswert hier, dass der Paralympics-Top-Athlet in einer dpa-Pressemeldung bei der Süddeutschen Zeitung, immerhin als einzigem Blatt genannt, doch recht lapidar ohne Nennung seiner Leistungssportdisziplin allgemein dem „Behindertensport“ zugeordnet wird: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/899392 . Da braucht es noch etwas mehr als Stellenanzeigen für Sportler im Blatt: „Journalisten gesucht“…

Schwimmer gesucht

Die FAZ titelt zu dieser Anzeige in ihrer Printausgabe: „Arme Athleten – Auf Hartz-IV-Niveau für Deutschland“ http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E2817E5A51C90432AB8D0F7217624FA10~ATpl~Ecommon~Scontent.html – und läßt Top-Sprinter und Olympionike Till Helmke zu Wort kommen.

Eine Kampagne, die Welle macht – und in den Foren mancher Onlinemedien, wie etwa der Welt, bei den Leser-Kommentaren an Ironie und Sarkasmus zuweilen noch um Längen überboten wird: http://www.welt.de/sport/article5724414/Hungerlohn-statt-Reichtum-fuer-die-Weltmeister.html

Meine Meinung: Sportler werden ist nicht schwer, Sportler sein dagegen schon… – im Leistungssport. Doch da geht noch was auch für Athleten des paralympischen Sports: Sponsoren für Sportler. Weil nicht nur die Medaille zählt… Und überhaupt

Die Videoantwortder Stiftung Deutsche Sporthilfe auf ihrem neuen YouTube-Kanal: „Sporthilfe gibt’s nicht beim Arbeitsamt.“ Auskömmliche Jobs leider auch immer seltener: der Trend „geht zu 3-Euro-Sponsoren“, zu aktivem ehrenamtlichem Engagement  – und zur Fan-Community.

Wie? Ganz einfach: per Klick  hier http://www.facebook.com/group.php?gid=125964702610&ref=mf-

und natürlich mit zahlreichen Besuchen der Sport-Events.

Denn, ohne Fans keine Medien, ohne Medien keine Sponsoren. Ohne Sportler kein Spaß beim Sport: einer der schönsten Jobs der Welt – eigentlich…

Quelle: Video 1 Scholz & Friends on YouTube http://www.youtube.com/user/ScholzundFriends – wo die Autorin ihr Texterhandwerk gelernt hat.