Paralympics rocken! Sportrausch, sonniges Strahlen in Vancouver & Whistler „Twitter is over capacity“ – und ein Fall naiver Leistungssteigerung

Dabei sein ist alles! Dieses olympische Credo ist aus den Bergen von Whistler Creekside längst im Web angekommen. Mit den vielen sportlichen Höchstleistungen schnellt auch der Puls der Paralympics-Fans in die Höhe – und zeitgleich mit den Athleten auf Piste und Loipe rasen Tweets tausendfach über die Timeline bei Twitter: Echtzeit in Rekordzeit. „Dabei sein“ um jeden Preis? Ein leistungssteigerndes Pressethema gerade.

Blutdruckhemmende Mittel, die der schwedische Curler Glenn Ikonen seit Jahren einnimmt, bringen die Doping-Debatte nach Olympia jetzt wieder bei den Paralympics ins Rollen. Paralympische Athleten unterliegen – oft auf Medikamente angewiesen – einer strengen Meldepflicht: Mehrmals täglich geben sie online Bericht zur Kontrolle. Das ist aufwändig und scheint auch notwendig.

Wenden wir uns dem Leistungssport zu.

Twitter is over capacity.
Too many medals! Please wait a moment and try again – for more.



Paralympics-Stars wie Brian McKeever und jetzt auch Verena Bentele sorgen für Hypes – und Medientraffic

Dem Rausch der Medaillen- und Rekordjagd vor strahlend sonniger Bergweltkulisse kann sich einfach nicht entziehen, wer allabendlich nach der Arbeit der verfügbaren Live-Bericherstattung folgt: die Nacht wird zum Tag gemacht. Wenn Jäger im frühen Morgengrauen auf Pirsch gehen, fällt unsereins ins Bett – mit Beute: enthusiasmiert, euphorisiert, adrenalinselig – glücklich über das Glück der Sportler und Fans im fernen Kanada.

Die Bilder der Männer und Frauen, die da sogar waghalsige Stunts hinlegen auf ihrem Weg zur Medaille und den Sieg über Hindernisse, sie rauben Fans schier den Atem. Die Bilder entfesselter Emotionen und des Könnens von Verena Bentele, Gerd Schönfelder oder Andrea Rothfuss wie so vieler internationaler Athleten pumpen sich durch die Adern mitten ins Herz, über die Sinne ins Hirn. Die pure Leidenschaft.

Andrea Eskau, die jetzt ihre sensationelle Premiere bei den Winterspielen mit gleich mehrfachem Edelmetall erlebt, bringt es auf den Punkt: „Da weiß ich, ich bin ein Tier!“ Sie ist als Siegerin auch der Sommer-Paralympics erstmals bei den Winterspielen vom Handbike auf den Schlitten umgestiegen – gleitet bei Biathlon und Langlauf von Erfolg zu Erfolg. Sie schätzt die besondere Atmosphäre der Winter-Paralympics, entdeckt einen Unterschied zu den Sommerspielen: „Wir sind eine Familie. Hier weiß jeder, wie hart die Scheiße ist. Das ist nochmal anders als im Sommer.“ Dieser Spirit.

Der ist auch anders als bei Olympia. Ganz großes Kino. Warum also zwei Blockbuster zu einem B-Movie zusammenschneiden, wenn das Publikum seine spezielle Wahl beim Sportevent trifft?

So oder so, Authentizität und Professionalität sind gefragt: alle Athleten bieten sie. Quotenverrückter Medienzirkus eher nicht. Sport ist immer – auch nach den Spielen. Man darf gespannt sein, ob paralympischer Sport nach Vancouver die Presse lockt. Die berichtet auch aktuell kaum über den sonstigen Leistungssport mit Handicap, so etwa über die kürzlich erfolgreichen Danish Open – mit Schwimmstar Kirsten Bruhn am Start. Medienmachern ein Pokerface zu unterstellen, wäre indes reichlich „gaga“.

Sledgehockey: Renner in Kanada. Events aller Sportarten starten überall.

Medien – besonders die deutschen – berichten jetzt umfassend über die Winter-Paralympics. Besonders erfreulich: Das journalistische Augenmerk liegt mehr auf professioneller Kommentierung, die sportliche Aspekte der einzelnen Disziplinen zeigt. Schwer Nachvollziehbares wird erläutert, analysiert – und auch zuweilen kritisiert: „Warum wird beim Rollstuhl-Curling nicht gewischt?“ fragt mit den Zuschauern der Sportjournalist. Der Skip des jetzt ausgeschiedenen deutschen Curling-Teams nimmt’s gelassen: „Ich spiele gegen Steine, nicht gegen Menschen.“ Die Haltung macht den Unterschied – auch mit Blick auf Olympia.

Verbotener Sportrausch ist hier wie da Thema. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail: Sportler mit Handicap ahnen oft nicht, durch die notwendige Einnahme von Medikamenten gegen Anti-Dopingregeln zu verstoßen. Werfe jetzt nicht mit (Curling-) Steinen nach Schweden, wer selbst im Glashaus sitzt. Der deutsche Paralympics-Teilnehmer in Peking, Ahmet Coskun, bezog nach den Sommerspielen 2008 Stellung zu seinem eigenen Fall: „Viel schwerer wiegt für mich der Schaden für den Sport,  den Verband, meine Mitspieler. Das bedrückt mich zutiefst.“ Er hatte seinerzeit seinen Haarwuchs steigern wollen. Leistungssteigerung per „Boosting“? Adrenalinkick durch volle Blase oder abgebundene Glieder? Haarsträubende Idee. Wer, bitte, tut sowas? Man sollte nicht naiv sein. Sowas fliegt auf – hier wie da. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Süffisante Kommentare sind wie unlautere Adrenalin manipulierende Mittel selbst – eher kontraproduktiv. Sie schaden dem sportlichen Ansehen aller Athleten, die mit fairen Mitteln kämpfen.

Auch bei Skandalthemen ist es wie immer in den Medien:

Twitter is over capacity.
Too many tweets! Please wait a moment and try again.

Sportlern wie Schreibern der Spiele sind ein ruhiges Händchen und faire Mittel immer öfter empfohlen. Wo bleibt sonst der Spirit, den auch Sportfans teilen? Auf der Strecke.

Womöglich sind wegen allseits gelungener Inklusion Blogs und Tweets wie diese als Nischentext bald schon obsolet. Das klingt absurd? Wir werden es erleben. Hoffentlich.

Dann schreiben wir über Sport und die Dinge des Lebens – ganz allgmein und für Alle: möglichst barrierefrei. Es ist noch viel zu tun, sagen zu Recht auch Mediennutzer mit Handicap. Dabei sind es gerade auch die leiseren Zwischentöne, die unsere Aufmerksamkeit gewinnen. Deutsche Fans zwitschern noch kaum wahrnehmbar im sportlich-fanverrückten Twitterkonzert: Vancouver im Frühling – auf zum paralympischen Sport an allen Orten! Auch über Facebook und Twitter rocken viele Sportarten mit Handicap die Arena. Wie wär’s mal wieder mit Rollstuhlbasketball?

(Foto: flickr) Eigene Fotos aus Vancouver und Whistler hätte ich hier natürlich gerne gezeigt. Zwei Jobs und Sportschauen daheim. Anders als sonst – von Sportvereinen und Verbänden – erreichen mich tägliche PMs des DBS ohne Fotos: die gibt es in der Presse.

Daher verweise ich beim Twittern über die Paralympics auch gerne auf diese Quellen.

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Ein STERN leuchtet – über Vancouver und Whistler Creekside

Was für ein Wettkampf dort oben im fernen grünen kanadischen Whistler Creekside: Winter ist anders. Schwere Regenwolken und dichte Nebelbänke liegen auf Start- und Zielstrecke der Piste beim Riesenslalom. Sogar der Kamera-Zoom macht am heimischen HDTV-Bildschirm weder dicke Suppe noch Sicht klarer. Wie sieht die Lage da erst auf der Piste aus? Reporter rufen schnell verunsichert nach Guides – während die mit ihren Athleten sicher und schnell die Piste talwärts wedeln.

Wieder fiebern wir Fans mit den Athleten mit – nach Verena Bentele, Andrea Rothfuss, Andrea Eskau, Gerd Schönfelder, Willi Brem, Frank Höfle sowie den Rollstuhlcurlern des deutschen Teams – heute Abend mit Anna Schaffelhuber und Martin Braxenthaler dort oben in Whistler Creekside: „Go Germany go!“

Bei diesem Start ist Geduld gefragt beim Zuschauer – und besonderes Geschick bei den Skifahrern. Mit Regen, Nebel und Wind braut sich gleich einer Hexenküche schier unberechenbares Wetterchaos zusammen, will sich der rasanten Abfahrt in den Weg stellen: „Wenn man schon kein Glück hat, dann kommt noch Pech dazu.“ kommentiert Guido Heuber live bei Eurosport auch das unerwünschte Wegflattern eines großen bunten Werbebanners an der Ziellinie („Haltet ihn!“ oder „Bleiben Sie dran!“ mag der Sponsor den Volunteers zugerufen haben.) – und begleitet die Rennen sachkundig-kurzweilig wie unprätentiös, ganz ohne falsche Petitesse . Die kommt uns auch nach über fünf Jahren seit Athen noch immer mal wieder hier und da als mitleidige Attitüde unter.

„Ich mag es nicht über anderen Leuten zu stehen und auch nicht darunter.  Am liebsten bin ich mittendrin und versuche dort mein Bestes zu geben.“
– Angus Young, Gitarrist AC/DC –

Dieses professionelle Motto eines Musikers scheint auch für Kommentatoren gut zu funktionieren – bei der Berichterstattung über die Paralympics.

Wer „Paralympics“ unter News googelt, dem flattern augenblicklich so um die 10.600 Suchergebnisse online auf den Flatscreen. Das ist der Hit im doppelten Wortsinne.

Ein Stern leuchet über Vancouver und Whistler – die Presse entdeckt Paralympics. Geht da womöglich ein Ruck durch die Medienlandschaft? Das wäre erfreulich, besonders als sport-journalistische Langstreckendisziplin auch zwischen Start in Vancouver 2010 und Ziel London 2012. Paralympioniken haben als Mensch einen langen Atem – als Sportler sind sie weniger geduldig.

Well done, liebe Medien. Weiter so! Google-Space-Spots à la STERN-Schnuppe? Naja… Guter Wille zählt auch – als kleiner Lichtblick. Die Stars der Piste – sie strahlen sowieso: heute wieder golden und glänzend. Martin Braxenthaler gewann sein zweites Gold und Anna Schaffelhuber machte eine glänzende Figur – trotz Wetterchaos.

(Fotos: flickr)

Verena Bentele holt ihr achtes Gold bei den Paralympics – und Twitter macht schlapp!

Siegen auf Zuruf – Verena Bentele mit Guide Thomas Friedrich im Ziel

So ist das mit der Berichterstattung in Echtzeit: wenn man sie dringend braucht, ist sie nicht zur Stelle. Gerade in diesem Moment macht Twitter schlapp – das war einfach zu viel: #paralympics: ein sogenannter „Hashtag“ – klingt irgendwie verboten, ist es aber nicht. Wer dieser Tage das Schlagwort #paralympics auf Twitter eintippt, ist mitendrin in der Echtzeitkommunikation über die Winterspiele Vancouver – und kommt gleich mit Sportfans, Journalisten, sogar Sportlern aus aller Welt in Kontakt.

Es sei denn, Twitter macht mal kurz schlapp…

Something is technically wrong.
Thanks for noticing —
we're going to fix it up and have things back to normal soon.

Texte wie diese lassen den Atem jedes Twitterers stocken – im ungünstigsten Fall das Notebook aus dem Fenster werfen. Doch immer mit der Ruhe…

Es gibt ja zum Glück für die Twitter-Pause auch SportTV via Internet – und Blogs, die den Leistungssport in Vancouver und Whistler auch nach Olympia im Blick haben:

Daniel Drepper berichtet als Journalist auch fürs ZDF über die Paralympics Vancouver. Und welcher Sportfan kennt sie nicht, die „Lesebefehle“ von Jens Weinreich? Mich überrascht und freut es, wenn Journalisten die Sportler mit Handicap und sogar die :Paralympic_crew immer öfter entdecken.

Beide Sportjournalisten kommen ums Bloggen und Twittern nicht herum, sie tun es offensichlich gerne – und das mit zunehmender Aufmerksamkeit auch für Paralympics.

Twitter hält die Welt in Atem, Sportler bringen ihre Fans ausser Atem: Mitfiebern, Daumendrücken in vielen Sprachen, spontane Freudenausbrüche im Stadion, an Strecke, Loipe – und im World Wide Web. Nur virtuelles Gedöns? Wer setzt sich schon an die Tastatur und tauscht mit anderen in Rekordzeit Kurznachrichten aus, ohne dafür einen guten Grund zu haben?

Die Paralympics brauchen eigentlich keinen „guten Grund“, in aller Munde, Augen oder Ohren zu sein. Dieses Sportevent steht für sich, selbstbewußt, und unverbogen als professioneller Sport. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Um das zu sagen, braucht es eigentlich nur 140 Zeichen – die von Twitter.

Deshalb erreichen sie ihr Publikum, ihre Fans in aller Welt schon lange – auch abseits der Medienwelt. Jetzt ist es soweit: nach „Paralympics goes Media“ kommen die Medien in Scharen zu den Athleten mit Handicap an die Piste, an die Tartanbahn – und nicht immer muss es Oscar Pistorius sein, um den sich informationshungrige Journalisten drängeln. Obwohl das verständlich ist, weil dieser smarte, bodenständige Typ den Weg der Medien in die Welt der Paralympics bis jetzt unermütlich hilft, frei zu machen: sich sogar für die ein oder andere boulevardeske Schlagzeile nicht zu schade ist. In der Medien-Sportwelt ist er als professioneller Athlet angekommen. Verena Bentele und viele andere deutsche Athleten auch.

Schützenhilfe beim Zielen nach Gehör – Biathletin Bentele beim IPD 2009

Schön, dass die Paralympics Vancouver dieser Tage endlich auch dort stattfinden, wo sie schon längst hingehören – im Sport bei den Medien. Dies bitte auch nach den Spielen.

Der spannende Lauf von Verena Bentele und ihrem Guide Thomas Friedrich beim Biathon gipfelte in den verschneiten und nebelverhangenen Bergen von Whistler Creekside in einer Goldmedaille. Großer Jubel an der Loipe und Freude bei den Fans daheim.

Das erste Gold für Deutschland bescherte diese beeindruckende und sympathische Athletin nach einer langen Sportkarriere jetzt in Whistker – und es ist ihre eigene achte Goldmedaille. Fans, Freunde und Förderer feiern diesen Erfolg – mit ihnen die Medien.

Da sage noch jemand, Medaillen seien ja nicht so wichtig. Auch wenn sie für die Athleten selbst nicht das Maß aller Dinge sind. So bleiben sie doch Ausdruck der Wertschätzung ihrer sportlichen Leistung – und mit gutem Image eine sichere Währung bei Sponsoren.

Twitter ist wieder da – auch zum Schreiben von Glückwünschen!

Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world.

Was für ein guter kleiner Texthelfer.

Er trägt auch die vielen Worte unzähliger Journalisten und Blogger, die über die Wettkämpfe der Paralympics aus Vancouver berichten hinaus, wo Fans schon auf Neuigkeiten warten – rund um die Welt, rund um die Uhr: Gold in Vancouver holen Verena Bentele und ihr Guide Thomas Friedrich.

(Fotos 1 und 3 von DBS/NPC, Foto 2 von Andrea Ramsteck)

Paralympics auf gutem Weg in die Zukunft – mit „Lazylegs“, cooler Break Dance. Performance und stille Momente

Party at it’s best – mit stillen Momenten: Spiele der Farben aus aller Welt.

Wer die bunte, lebendige und emotionale Eröffnungsfeier live vor Ort oder via TV und Internet verfolgte, der bekam schon jetzt einen Eindruck, was „Glowing Hearts“ sind – und was Begeisterung bewegt. Das macht das spezielle Credo der Paralympics aus: nah am Puls der Menschen – und jetzt auch der Zeit.

Vor 60.000 glühenden Fans zeigt sich Kanada als großartiger und toleranter Gastgeber: „One inspires many“.

Besonders zu Herzen ging mir persönlich die Szene, als die Eltern des – 1981 in jungen Jahren an Krebs verstorbenen – Prothesenläufers Terry Fox das Feuer der paralympischen Fackel gemeinsam mit Daniel Wesley und Marni Abbott-Peter an den erst 15-jährigen beinamputierten Zach Beaumont weiterreichten – der dann das olympische Feuer in Vancouver wieder zum Leuchten brachte. Eine zukunftsweisende, sehr menschliche Geste an den Junior-Snowboarder – und an alle Menschen gerichtet.

Manche Zuschauer zweifelten auf Twitter, ob diese auch von Ernst und Nachdenklichkeit getragene Feier junge Sportfans begeistert: an realen und demografischen Fakten kommen wir nicht vorbei. „Sumi“ ist für alle da:

Die olympischen und paralympischen Spiele erreichen alle Generationen – und das sollen sie auch.

Der jüngste Teilnehmer in Vancouver ist erst 15 , ein „Senior“ 75.

Dies sind auf jeden Fall auch die Spiele der Youngster – Paralympics meets Breake Dance und Lazylegz . Stay young at heart!

„Sind wir nicht alle ein bisschen „Oldie“, Alter?!“…

Vancouver zeigt eindrucksvoll, wie der Sprung in die Zukunft gelingt:

Trike-Biker rockt die Halle, Skater fliegen mit und ohne Rolli durch die Lüfte – Paralympics move!

Die Resonanz während der Eröffnungsfeier in Vancouver war auf Twitter groß, besonders aus Kanada reges Gezwitscher. In Deutschland hingegen schliefen die Lerchen noch. Dies war hierzulande die Stunde der Nachteulen, jetzt alle ein wenig lockerer – und weiser.

(Fotos Flickr: Fox-Eltern/adrian8_8, Farbenspiele u. Sumi/lionsgater)

Lieber Herr Beucher, bitte lesen Sie auch Twitter.

Sie sprechen den meisten Athleten und Fans der Paralympics sicher aus der Sportlerseele, wenn Sie die Medien auffordern, auch den Winterspielen der Behinderten in Vancouver und Whistler eine Berichterstattung zu widmen, die den Olympischen Spielen nicht nachsteht.

Kathi staunte kürzlich: „Überall Werbung für die Paralympics. Ich komme gar nicht daran vorbei!“ Die 24-jährige Berlinerin findet die Paralympics spannend, die Sportler klasse. Sie schaut bei Facebook, was es Neues gibt, wer da alles aktiv ist – und schon jetzt vor der Eröffnungsfeier Feuer und Flamme für die Spiele nach den Spielen.

Umfragen zufolge ist das Interesse an den Paralympics groß, doch die Sendezeiten und Presseberichte decken den vielfältigen Informations- und Unterhaltungsbedarf im Sport trotz deutlicher Steigerung des Medienangebots noch nicht ganz. Zuschauer und Leser wissen oft nicht, wann und wo sie die Paralympics aus der Ferne verfolgen können: Olympia-Specials haben den Sprung nach Vancouver hinter sich. Auch Medien müssen Barrieren meistern.

Wo und wie, bitte, geht es jetzt zurück nach Kanada, wo ein ganzes Land wieder mit Sportlern und Fans aus aller Welt feiert?

Lesen Sie Twitter! Da geht die Party weiter.

„Go Paralympics!“ – auch nach den Spielen.

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Gesucht & gefunden - Twitter Sportler, Sponsoren und Fans vernetzen sich hier. _____________________________________________________________________________

Für alle, die zwar nicht live bei den Winterspielen in Vancouver dabei sein können – aber in Echtzeit nichts verpassen wollen.

Vancouver rocks! Deutsches Paralympics-Team ist am Start

Die Winter-Paralympics feiern 10. Start

20 Teammitglieder aus Deutschland (6 Athletinnen und 14 Athleten) werden vom 12. bis 21. März 2010 an den X. Paralympischen Winterspielen in Vancouver teilnehmen. Ihre Namen gab die Nominierungskommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland jetzt bekannt.

Andrea Rothfuss

Andrea Rothfuss

Mit dem Deutschen Nationalteam fliegen weitere 34 Personen aus dem Funktionsteam, darunter Trainer, Ärzte Begleitläufer und Betreuer nach Kanada. Insgesamt erwarten die Organisatoren aus Vancouver rund 540 Sportlerinnen und Sportler sowie 750 Betreuerinnen und Betreuer aus 44 Nationen zu den Paralympics.

Verena Bentele

Verena Bentele

Die alpinen und nordischen Ski-Wettbewerbe finden in Whistler, der Curling-Wettbewerb in Vancouver statt. Insgesamt werden bei den Paralympics 64 Goldmedaillen in 5 Sportarten vergeben.

Gerd Schönfelder

Gerd Schönfelder

Premiere für Handbikerin Andrea Eskau bei den Winter-Paralympics

Die Handbike-Weltmeisterin und Medaillengewinnerin der Sommer-Paralympics, Andrea Eskau, hat sich erstmals auch für eine Teilnahme an den Winter-Paralympics qualifiziert. Mit ihren 38 Jahren und paralympischer Wettkampferfahrung keine wirkliche Newcomerin mehr – doch voller frischer Energie.

Die Webseite von Andrea Eskau: http://www.andreaeskau.de/

Die Seiten aller anderen Nominierten finden sich in der Linkliste rechts – soweit verfügbar.

Welche Athleten wann , wo und in welcher Wintersport-Disziplin an den Start gehen, wird bis zum Beginn der Paralympics in Vancouver und Whistler mit hier folgenden Blogbeiträgen ausführlich erläutert.


Mehrere nette Anfragen aus dem Schüler-Redaktionsteam der Paralympics-Zeitung zu Hintergrundinfos bezüglich der Disziplinen und Startklassen einzelner Athleten zeigen, dass es hier noch einigen Nachholbedarf bei Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gibt – dann haben es auch Journalisten leichter mit ihrer aktuellen Sportberichterstattung. Wer in Zeiten knapper zeitlicher und personeller Ressourcen seine Artikel zeitnah im Sportressort unterbringen will, ist dankbar, alle Informationen aufbereitet vorzufinden.

Aber da ist man auf einem guten Weg. Sollten auch in Vancouver noch Fragen anstehen, hilft die Autorin gerne wieder – auch mit einem Blick auf internationale Athleten.

Bis dahin geben die folgenden Grafiken einen ersten Überblick mit kurzen Erläuterungen zu den paralympischen Wintersport-Disziplinen – zum Betrachten und Lesen oder zum Gratis-Download einfach auf die Bilder klicken!

Ski alpin

Ski alpin

Die Nominierten
Ski alpin:
Martin Braxenthaler (Surberg)
Gerd Gradwohl (Kempten)
Franz Hanfstingl (Bruckmühl)
Thomas Nolte (Räbke)
Andrea Rothfuss (Lossburg)
Anna Schaffelhuber (Bayerbach)
Gerd Schönfelder (Kulmain)
Kevin Wermeester (Aachen)

Ski Alpin - stehend

Ski Alpin - stehend

Ski alpin - sitzend

Ski alpin - sitzend

Ski alpin - sehbeeinträchtigt

Ski alpin - sehbeeinträchtigt

Die Nominierten

Ski nordisch:
Verena Bentele (Tettnang)
Wilhelm Brem (Ketterschwang)
Andrea Eskau (Bergheim)
Josef Giesen (Herzlake)
Frank Höfle (Isny)
Thomas Oelsner (Oberhof)
Tino Uhlig (Baiersbronn)

Biathlon

Biathlon

Biathlon - stehend

Biathlon - stehend

Biathlon - sehbeeinträchtigt

Biathlon - sehbeeinträchtigt

Wheelchaircurling

Wheelchaircurling

Die Nominierten

Curling:
Jens Gäbel (Kirchberg)
Astrid Hoer (Villingen/Schwenningen)
Jens Jäger (Rottweil)
Marcus Sieger (Denkingen)
Christiane Steger (Füssen)

Rollstuhl-Curling

Rollstuhl-Curling

Ice-Sledgehockey

Ice-Sledgehockey

Unsere deutsche Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft ist in Vancouver 2010 leider nicht am Start – sie hat die Qualifikation knapp verpasst. Deshalb müssen wir aber nicht die Sledge-Eishockey-Spiele hierzulande verpassen: http://www.sledgeeishockey.de/

Sledge-Eishockey

Sledge-Eishockey

Ski-Langlauf

Ski-Langlauf

Allianz-Paralympics-Informationen (PDF-Dokument zum freien Download)

Text mit DBS/Marketa Marzoli, Grafiken von Allianz (offizieller Paralympics-Partner)

:paralympic_NEWS_01_10: Top of Germany – BG Tourstart auf der Zugspitze

Vancouver-Favorit Martin Braxenthaler im Porträt bei ParalympicSportTV

Alle Welt hat Ski-Sport auf dem Schirm – auch paralympische Erfolge?

Kompliziert, aber fair.“ lautete neulich die Headline eines Sportbeitrages im Tagesspiegel zum aktuellen Ski-Sport http://www.tagesspiegel.de/sport/Skispringen;art272,3014969 – und Autor Benedikt Voigt findet das ganz in Ordnung: „Bereits jetzt siegt nicht immer der Springer, der am weitesten flog. Und auch jetzt schon muss der Zuschauer nach der Landung ein paar Sekunden warten, bis die Haltungsnoten eingerechnet sind. Nun kommen eben noch zwei Faktoren hinzu.

Der Verband sorgt sich dennoch, dass die Zuschauer die neuen Regeln nicht verstehen werden. Er sollte die Fans nicht unterschätzen. Sie werden lernen, dass sie künftig nicht nur auf Weite und Haltungsnoten schauen müssen. Sondern auch auf Anlaufluke und Windmesser.“ Der Journalist meint: „Das sollte zu schaffen sein.“ Wer hier an paralympisches Sportgeschehen denkt, liegt falsch: es ist vom Skispringen der Athleten ohne Handicaps die Rede.

Auch der paralympische Leistungssport folgt schon lange komplizierten Regeln, die ein Höchstmaß an Fairness gewährleisten sollen – und ständig auf den Prüfstand kommen. Der Sport soll transparenter und attraktiver werden. Da sind olympischer und paralympischer Sport näher beieinander, als oft vermutet. Letzterer wird dieser Tage dennoch beharrlich ausgeblendet bei vielen Medien – bis auf wenige Ausnahmen lokaler Berichterstattung.

Es braucht immer noch die Sensation, Ausnahme-Athleten, bis auch Paralympioniken ihren Sprung von der Ski-Piste ins Sportressort schaffen. Der Kanadier Brian McKeever ist so einer. Als blinder Skilangläufer startet er als erster Athlet in der Geschichte der Winterspiele bei Olympia und Paralympics in Vancouver: http://www.abendblatt.de/sport/article1355136/McKeever-schreibt-Olympia-Geschichte.html

„Ganz ehrlich, es ging mir wirklich nur darum, das Beste aus mir herauszuholen“, sagt der Ausnahme-Athlet bescheiden. Der 30-Jährige wollte immer nur die eigenen Grenzen austesten. „Ok. Nun werde ich der erste sein, der in beiden Winterspielen mitmacht. Wenn das die Vorstellungskraft der Menschen anregt und ihnen zeigt, was Paralympioniken schaffen können, dann ist das gut so.“

Heiß auf Eis – Sledgehockey goes Sportschau


Schon im Vorfeld der Winterspiele zeigen unsere Paralympioniken auf Piste, Loipe und Eis, was sie können – und verweisen ihre Konkurrenz auf die Plätze. „Das deutsche Paralympics-Team will hoch hinaus“ http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/923054

Wo kann man das besser verkünden, als auf Deutschlands höchstem Punkt – der Zugspitze: http://www.zugspitze.de/de/winter/index.htm

Da trafen sich kürzlich die Spitzen der deutschen paralympischen Bewegung zum Gipfeltreffen. Der Anlass: „Kick-off zur BG Kliniktour 2010“ Das Motto: „Bewegung verbindet“ – und erfolgreiche Leistungssportler des DGUV-Teams werben als Repräsentanten für die bundesweite Informations-Kampagne über die Reha nach Unfall oder Krankheit – und für den Sport.

Flugs eilten eigens geladene Pressevertreter zahlreich herbei mit kompletter Medienausrüstung. Sogar eine Journalistin mit Snowboard wurde gesichtet – Sport muss sein! Die Ski-Stars, mehrmalige Paralympicssieger und aktuelle  Medaillengewinner Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler präsentierten ihren Sport per Schussfahrt auf sonnendurchfluteter Zugspitz-Piste: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern-aktuell/klink-bewegung-scholz-ID1264589556472.xml So schaffte es die DPA-Meldung vom Zugspitz-Gipfel flächendeckend ins Tal der Lokalberichterstattung – fast überall. Berlin scheint im Schneegestöber für derlei gute Nachrichten noch unerreichbar. Das dürfte sich während der Winterspiele Vancouver deutlich ändern – mit Berichten der hier exklusiv aufgelegten „Paralympics Zeitung“.

Das Sport-Blatt beim Tagesspiegel online:

http://www.tagesspiegel.de/sport/paralympics/

Sportler trainieren bereits auf Hochtouren – und Schülerredakteure in Berlin auch: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg;art128,3017779

Sportliche Journalisten kommen nicht nur auf der Piste, sondern auch mit der Vorberichterstattung zu den Paralympischen Winterspielen Vancouver in Schwung: http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Olympia-2010/Bei-den-Winter-Paralympics-soll-es-Rekorde-hageln Sie haben dabei jede erdenkliche Unterstützung vonseiten der paralympischen Athleten, Vereine und deren Sportverbände: http://www.rp-online.de/bergischesland/leverkusen/sport/Quades-kanadische-Mission_aid_811896.html – und vom Chef de Mission, Karl Quade.

Erfolgreiche Leistungssportler präsentieren die BG-Kliniktour

Kirsten Bruhn, Christiane Reppe, Claudia Biene und Holger Nikelis – im Talk mit Marcel Bergmann

Alle Infos und BG-Tour-Termine unter http://www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/fitimsport/bg_kliniktour_2010/index.jsp

Das deutsche Team wird mit 22 Athleten bei den diesjährigen Winter-Paralympics vertreten sein http://olympia.ard.de/olympia/nachrichten/paralympicsdeutschesteam100.html und mit rund 600 Sportlern aus 45 Nationen in den Disziplinen Ski alpin, Skilanglauf, Biathlon, Schlitten-Eishockey und Rollstuhl-Curling an den Start gehen. ARD und ZDF berichten mit 21 Stunden live von den Wettbewerben – so aufwendig wie nie. Ihre Premiere haben in Vancouver auch die Rollstuhl-Curler. Als Sportler des Jahres 2009 haben sie es bereits vor den Winterparalympics 2010 ganz nach oben in der Gunst ihrer Fans geschafft – und gelten nach Bronze bei der WM in Vancouver nun als Paralympics-Favoriten auf Gold http://paralympics.zdf.de/ZDFsport/inhalt/8/0,5676,7928296,00.html

Wachsender Beliebtheit erfreut sich paralympischer Sport auch bei Jugendlichen mit und ohne Handicap. Nach 40 Jahren „Jugend trainiert für Olympia“ nehmen erstmals auch Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung am Pilotprojet „Jugend trainiert für Paralympics“ mit eigenem Nachwuchswettbewerb teil. Als Verbündeten haben sie einen langjährigen und leidenschaftlichen Paralympics-Förderer als Schirmherren an  ihrer Seite – Bundespräsident Horst Köhler. http://www.dosb.de/de/jugendsport/jugend-news/detail/news/erstes_bundesfinale_fuer_jugend_trainiert_fuer_paralympics/9746/cHash/e90e503ffd/

Der Trend: Junge Fans begeistern und vernetzen sich zunehmend im Sport mit Handicaps – auch das eine Bewegung, die verbindet.

Extrem cool – der Niederländer Kees-Jan van de Klooster

http://www.sjeesonline.com/index.html

Freuen wir uns also auf eine begeisterungsfähige, vielseitige und bewegte Medienwelt in und um Vancouver. Auch, weil es mit den journalistischen Vorlieben bei der Sportberichterstattung über Olympia und Paralympics nicht viel anders ist als in zwischenmenschlichen Beziehungen: Es ist komliziert – aber fair.

Die Sportler-Porträts der BG Klinik-Tour (PDF-Datei zum Download)

Der aktuelle Newsletter des DBS (PDF-Datei zum Download)

Blattkritik: Nichts Neues in den News über Behindertensport? up(to)date #2.0

Die :paralympic_News_01_10 stehen an.
Die Nachrichtenticker laufen auf Hochtouren beim Sport.
Unsere Nachrichtenlage ist eher bescheiden? Stimmt nicht.

Sportreporter brauchen Sportler – beide brauchen Fans

Presse ist gut – Community besser. Eines kommt nicht ohne das andere aus. Der „Elektrische Reporter“ erklärt Dinge, die man eigentlich nicht erklären kann: http://www.elektrischer-reporter.de/index.php/site/film/45/

Hier ein offener Brief des Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) Friedhelm Julius Beucher
an die Medien – der Aufruf im Wortlaut:

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Sehr geehrte Medienvertreter,
sehr geehrte Redakteure in den Sportredaktionen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportfreunde,

in nur wenigen Wochen folgen der diesjährigen Winter-Olympiade in
Vancouver die Paralympischen Winterspiele (12. bis 21. März 2010). Der
Deutsche Behindertensportverband wird am 17. Februar die Athletinnen und Athleten nominieren, die unser Land in Kanada vertreten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzten und nutzen noch viele der Sportler die anstehenden Welt- und Europacups um wichtige Qualifikationspunkte zu sammeln.

Leider konnte ich bisher auf keiner Sportseite der deutschen Zeitungen –
abgesehen von einigen lokalen Berichterstattungen- Hinweise oder gar
Berichte über erzielte Platzierungen bei internationalen wie auch nationalen Wettkämpfen entdecken. Dabei gehen unsere Informationen regelmäßig an insgesamt 800 Redaktionen in Deutschland. Ich erhebe dabei bewusst nicht den Anspruch die bisherigen Erfolge, übrigens durchweg auf den 1.bis 5. Plätzen, montags lesen zu können. Ich weiß, dass spätestens seit Bundesligabeginn im Fußball und der momentan stattfindenden Handball-EM, neben den Berichten über andere Sportarten und die Olympiavorbereitung der Nichtbehinderten dann kein Platz ist. Aber der Sport hat ja mindestens täglich 1-2 Seiten!

Ich möchte Sie deshalb bitten, der Berichterstattung über den Wintersport
unserer behinderten Leistungssportler, die bekanntlich zu den Besten der Welt zählen, angemessenen Raum in Ihrem Medium zur Verfügung zu stellen. Das gebietet unser Anspruch auf Chancengleichheit sowie der Respekt vor den Leistungen der Athletinnen und Athleten und selbst wenn zunächst nur bei Kurznachrichten oder ähnlichen Rubriken die Sieger und Siegerinnen „auf dem Stockerl“ erwähnt werden.

Sie werden spätestens an den jeweiligen Montagen nach den noch
ausstehenden Wettkämpfen Ergebnisse und Informationen online erhalten.

Dafür sorgt persönlich unsere Pressesprecherin Markéta Marzoli.
Eine Aufstellung der noch ausstehenden Wettkämpfe finden sie hier:

Ski alpin:

17.-23.01.Weltcup in Sestriere/ITA
12.-14.02. Weltcup Arta Terme/ITA
28.02.-05.03. Weltcup in Aspen/USA

Ski nordisch:
25.01.-01.02. Weltcup Bessans/FRA
01.02.-07.02. Weltcup Oberried/D

Mit sportlichen Grüßen

Friedhelm Julius Beucher
________________________

Das Anschreiben an die Medien als PDF hier:

Offener Brief an die Medien von Friedhelm Julius Beucher

Meine Meinung:
Die Kommunikation zum Thema Behindertensport ist auch im Bereich Social Media und Blogs – trotz vielseitiger Aktivitäten in allen Onlinebereichen – hierzulande noch immer recht verhalten. Nicht ohne Grund? Warum haben professionelle Sport-Journalisten und sogar innovative Blogger – wie etwa Jens Weinreich – paralympischen Sport selten oder nicht auf ihrer Agenda?

Verbände und Vereine haben sich als Ziellinie „Inklusion“ und „Integration“ auch im Sport gesetzt. Derweil präsentieren sich Athleten bei Olympia und Paralympics noch immer in getrennten Arenen – mal vor gut gefüllten Rängen, mal vor fast leeren Zuschauerplätzen. Erstmals die Sommerspiele in Peking 2008 boten allen Athleten richtig großes Publikum – sehr zur Freude auch der Paralympioniken.

Eine Annäherung findet – in der Sportszene nicht unumstritten – langsam statt: Der kanadische Langläufer Brian McKeever wird in Vancouver ein kleines Stück Sportgeschichte schreiben. Als stark sehbehinderter Athlet geht er als erster Wintersportler sowohl bei den Olympischen Winterspielen als auch bei den anschließenden Paralympics an den Start:
http://www.focus.de/intern/archiv/langlauf-mckeever-plant-historischen-doppelstart_aid_473627.html

Schwimmerin Nathalie du Toit und Tischtennissportlerin Natalia Partyka haben bei den Sommerspielen bereits gezeigt, wie das geht – mit Erfolg.
Oscar Pistorius hat sich die Starterlaubnis bei Olympia juristisch erkämpft und sprintet gegen Vorbehalte,  Zeit und für seine Qualifizierung.

Änderungen der bislang hochkomplexen paralympischen Regelwerke und Startklassen sind in vollem Gange, um den paralympischen Sport fürs Publikum transparenter und attraktiver zu machen. Nur wenn das gelingt, füllen sich die Zuschauertribünen – und die Presse ist für alle Athleten und Fans mit am Start. Das gilt umso mehr in Zeiten knapper Ressourcen. Christiane Link hat dieses Thema bereits vor langer Zeit in ihrem Blog „Behindertenparkplatz“ diskutiert http://www.behindertenparkplatz.de/cl/2008/01/14/897/ Sie sagt, Paralympics als „Sonderveranstaltungen behinderter Menschen sind sowas von out“.

Sie schlägt vor: „Man könnte die Paralympics und die Olympischen Spiele zusammen legen und die Wettkämpfe abwechselnd abhalten. Mal startet eine Gruppe behinderter Sportler, mal eine Gruppe nicht behinderter Sportler. Die Spiele zeitlich zu trennen, macht für mich keinen Sinn und ist nichts anderes als Ausgrenzung.“ Diese Meinung findet zunehmend breite Zustimmung. Die Streichung von Sportdisziplinen hingegen ist unverständlich. Leichtathletik und Schwimmen auch der Athleten ohne Handicap haben als Randsportarten ohnehin weniger Publikum als Breitensport Fußball.

Sportevents und Wettbewerbe der Athleten mit Handicap finden auch zwischen den Spielen sicherlich mehr Aufmerksamkeit bei Medien und Sportfans, wenn sie integrativ stattfinden – ohne das alte Etikett „Behindertensport“. Im Bereich Jugendsport bei Vereinen – wo auch der olympische und paralympische Nachwuchs trainiert – ist dies bereits öfter der Fall. So etwa beim beliebten dynamischen Rollstuhlbasketball, wo Fußgänger mit Rollifahrern ein Team bilden – und gemeinsam übers Spielfeld Richtung Korb rasen, dabei der gegnerischen Mannschaft den Ball abjagen. Auch an der Tischtennisplatte oder beim Badminton gehen Sportler mit und ohne Handicap immer öfter gemeinsam zum Aufschlag ans Netz. Sportberichte und Bilder gehen schon jetzt online ins Netz – auf Facebook, Youtube, Blog und Twitter. Sportler und Fans sind hier aktiv und ergänzen – oder ersetzen – die klassischen Medien. Zeitung, Radio und Fernsehen sollten mit ihren Sportreportern am Start sein.

In Sportveranstaltungen, Online-Foren und Social Networks kommen Sportler und Fans, Infos und Feedback zusammen – zeitnah. Es gilt ja das Credo: schneller, höher, weiter.


Sportkommunikation ist zunehmend auch als Marken-Kommunikation auf PR und Cross Media angewiesen. Das zeigt die aktuelle Kampagne der Deutschen Sporthilfe, die auf Facebook per Viral-Marketing um Sponsoren wirbt. Marketing-Experte Oetting weist zurecht darauf hin, dass es nicht genüge, Kreativen zuzurufen:“Macht uns mal eine Kampagne für unseren neuen Sportschuh!“ Er sagt, Community sei eine Einstellung – keine Klickmaschine: http://www.connectedmarketing.de/cm/2010/01/community-ist-eine-einstellung.html

Was nützen neue Sportschuhe, wenn die Kommunikation ein alter Hut ist?

Die einfache Weiterleitung von Pressemitteilungen per „Copy&Paste“ mag zwar Reichweiten erzeugen, greift aber zu kurz – es fehlt an Tiefe und O-Tönen in der Berichterstattung. Wer will das lesen? Journalismus – auch die sogenannte Graswurzelvariante – ist aufwendig und verdient Honorierung. Da verweise ich per Link lieber gleich auf die Quelle, das ist seriöser und vertrauensbildender als einfaches „Abschreiben“. Zum Twittern genügen schon wenige Worte – genau genommen 140 Zeichen.

Auch Kontaktpflege und Recherche brauchen Zeit. Viele Ansprechpartner in Vereinen sind ehrenamtlich tätig, Pressestellen eher die Ausnahme. Informationen müssen je nach Veröffentlichung in Print oder Online zielgruppengerecht aufbereitet werden – möglichst barrierefrei.

Die Low-Budget-Alternative? Der Pressespiegel online.

In Kürze hier also wieder :paralympic_News_01_10 – ein Pressespiegel, ganz ohne Honorar zusammengestellt, aber mit viel Zuspruch gelesen. Weil er es wert ist – der paralympische Sport.

Presse-Medien machen sich gerade auf den Weg von Print nach Online. Community – da sind die Fans. Sportler müssen sich nur noch mehr zeigen, auch durch Marken-Kommunikation und Dialog mit ihren Fans: Sport und seine Fankultur liefern den Stoff: aktuelle Berichte, die eine gute Zeitung ausmachen. Wie ein Spagat zwischen Olympia und Paralympics ist das? Eher eine Brücke – mit erreichbarer Ziellinie.

Bei alledem gilt wie im Leistungssport: Qualität vor Quantität – alles andere behindert nur.

„Die Winterspiele sind eröffnet“ Sporteln? Fragen Sie Ihren Arzt… oder Apotheker.

Weisse Schneemützen strahlen gerade auf Dächern, Bäumen und Autos – da vermeldet das deutsche Ski-alpin-Team schon Wochen vor den Winterspielen Vancouver glänzende Erfolge von der Piste : http://www.skiteam-alpin.de/

Auch Freizeitsportler holen ihre individuelle Wintersportausrüstung hervor – und gehen schon mal in die Spur, auf die Schanze – ab in den Schnee…

„Die Winterspiele sind eröffnet!“ – Sporteln bis der Arzt kommt?

„Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig durch oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ Wer kennt das nicht? Jedem Pharma-Werbespot sind diese Worte angefügt – wie ein Beipackzettel. Womöglich um diesen aktuellen Gesundheits-Tipp ergänzt: Sport ist gesund, zum Ausgleich und wohldosiert betrieben. Doch manchmal kommen auch die durchtrainiertesten Freizeit- oder Leistungssportler nicht um einen Besuch in der Apotheke herum: eine Zerrung hier, ein Zupfen da. Und seien es – wahlweise bei Sofasportlern – lästige Kopfschmerzen angesichts eines verlorenen Spiels von Fan-Mannschaft oder Sportidol, die dringender Linderung bedürfen.

Da ist guter Rat manchmal teuer. „Ohne Rezept-Gebühr macht das dann…“ „Danke, aber ich wollte doch nicht die ganze Apotheke kaufen.“ Sprach’s und freut sich über Hoffmann’s Tropfen.

Tröstlich, dass es die Retter unseres Wohlbefindens – jetzt offizielle Olympia- und Paralympics-Partner – mit Rat und Tat nebst Beipackzettel oft ganz in unserer Nähe oder online gibt, wenn wir es mit dem Sporttreiben mal wieder heldenhaft übertreiben – nicht, ohne zuvor noch über den großen inneren Schweinehund zu stolpern: schweißtreibend mit Zerren und Zupfen am allzu müden Sportlergemüt. Es ist ja schliesslich Winter…

Als Beipackzettel hier das „Making of“ der Winterspiele-Kampagne

Manche behaupten ja (mit Winston Churchill als alte Quelle der Erkenntnis), Sport sei ungesund: „No Sports!“ Doch es gibt Schlimmeres: Unterliegen diese Skeptiker doch einer holden…

…Täuschung

„Bei Nikotin und Alkohol

fühlt sich der Mensch besonders wohl.

Und doch, es macht ihn nichts so hin,

wie Alkohol und Nikotin.“ reimte sich schon Eugen Roth (Der Wunderdoktor).

Passende Nikotin- und Heilpflaster nebst Rat bekommen wir bei unseren Apothekern.

„Apotheken sind immer für uns da – selbst in Vancouver“

Übrigens können auch Paralympics-Fans die Winterspiele 2010 live erleben, wenn sie wissen, wo diese in wenigen Wochen stattfinden. Die Apotheker wissen es…

Die aktuelle Informations-Kampagne nebst Online-Quiz findet sich unter  http://www.abda.de/winterspiele.html , bei der Apotheke unseres Vertrauens – und dazu als Beipackzettel (Sir Winston Churchill, in jungen Jahren durchaus Sportsmann, zum Trotz) eine noch ältere Erkenntnisquelle zur gesundheitlichen Fitness: der Geist der Olympischen Spiele.

Einen Ausblick von den Winter-Sportlern vor der Veranda im Garten auf die Leistungssportler der Winter-Paralympics in Vancouver gibt die ZDF-Mediathek: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/713046/Ein-Kaleidoskop-spektakulaerer-Sportarten#/beitrag/video/713046/Ein-Kaleidoskop-spektakulaerer-Sportarten

Vancouver in Sicht: Deutsches Team erfolgreich im Alpin-Ski

Europacup Kühtai: Monoski mit Doppelsiegen – Gerd Schönfelder 3 Mal auf dem Podest

Direkt nach dem Europacup in der vergangenen Woche im Pitztal, stand für das Deutsche Paralympic Skiteam die Anreise ins Kühtai/Tirol an. Bei perfekten Bedingungen wurden erst zwei Tage trainiert, bevor der zweite Europacup der Saison an der „Hohen Mut“ anstand.

Eine kompakte Piste mit einem Natur-/Kunstschnee-Gemisch und extreme Temperaturen von rund minus 20°C bei klarer Sicht bildeten die äußeren Bedingungen für den sehr gut besetzten Wettbewerb, bei dem im Hinblick auf die paralympischen Spiele in Vancouver ein guter Leistungsvergleich mit anderen Nationen gezogen werden. Bis auf die USA, Neuseeland und Australien waren alle großen Konkurrenten beim Tiroler Europacup am Start.

Für das DPS-Team brachte der Monoski-Slalom am ersten Wettkampftag einen Auftakt nach Maß: Bereits nach dem ersten Durchgang setzten sich Martin Braxenthaler und Thomas Nolte an die Spitze der Monoski-Konkurrenz, behaupteten im zweiten Durchgang ihre Positionen und fuhren somit einen überzeugenden Doppelsieg für das Deutsche Paralympic Skiteam ein. Einen weiteren „Stockerlplatz“ erreichte derweil Gerd Schönfelder, der sich nach Platz fünf zur Halbzeit im zweiten Durchgang noch auf den dritten Rang verbesserte.

Ein Vorgeschmack auf Vancouver: Mono-Ski Slalom der Winterspiele 2006
Im Riesenslalom des Folgetages konnte Gerd Schönfelder dieses Ergebnis noch toppen: Nach dem ersten Lauf auf dem zweiten Platz rangierend, verteidigte er diesen mit einem souveränen zweiten Durchgang. Währenddessen errang Anna Schaffelhuber in der sitzenden Klasse einen dritten Platz und somit ebenfalls einen Platz auf dem Podest.

Für den dritten Wettkampftag hatten die österreichischen Veranstalter eigentlich eine Superkombination geplant, welche allerdings nach Juryentscheid aufgrund der sehr anspruchsvollen und schnellen Piste durch einen Spezialslalom ersetzt wurde. In diesem schnitten die DPS-Athleten dann noch erfolgreicher als am ersten Tag ab: Erneuter Doppelsieg durch Martin Braxenthaler und Thomas Nolte in der sitzenden und Sieg von Gerd Schönfelder in der stehenden Klasse, sowie einem dritten Platz von Anna Schaffelhuber bei den Monoski-Damen.

Für Martin Braxenthaler bedeutete die Veranstaltung im Kühtai nicht nur einen Renn- und Trainings-, sondern auch einen Pressetermin, da ihn ein deutsches Fernsehteam auf Schritt und Tritt begleitete, um seine Vorbereitung auf die paralympischen Spiele in Vancouver zu dokumentieren. Das Ergebnis wird dann im Frühjahr in der Vorberichtserstattung zum Saisonhighlight in Kanada zu sehen sein.

Nächste Station und sportliche Standortbestimmung vor den Paralympics Vancouver ist der Alpin Ski Weltcup vom 10. bis 15. Januar in Abtenau.

Alle Infos hierzu auf der informativen Webseite des Veranstalters unter http://www.worldcup-abtenau.at/

Die Platzierungen beim Europacup:

Slalom – 18.12.2009
Damen, sitzend:
– Anna Schaffelhuber (ausgeschieden)
Herren, sitzend:
1. Martin Braxenthaler
2. Thomas Nolte
– Franz Hanfstingl
Herren, stehend:
3. Gerd Schönfelder
11. Kevin Wermeester
24. Matthias Uhlig

Riesenslalom – 19.12.2009
Damen, sitzend:
3. Anna Schaffelhuber
Herren, sitzend:
1. Thomas Nolte
– Martin Braxenthaler
– Franz Hanfstingl
Herren, stehend:
2. Gerd Schoenfelder
24. Matthias Uhlig
– Kevin Wermeester
– Ralf Frummet

Slalom – 20.12.2009
Damen, sitzend:
3. Anna Schaffelhuber
Herren, sitzend:
1. Martin Braxenthaler
2. Thomas Nolte
– Franz Hanfstingl
Herren, stehend:
1. Gerd Schönfelder
11. Kevin Wermeester
– Ralf Frummet
– Matthias Uhlig

(Quelle: DPS Ski Alpin)