Verena Bentele holt ihr achtes Gold bei den Paralympics – und Twitter macht schlapp!

Siegen auf Zuruf – Verena Bentele mit Guide Thomas Friedrich im Ziel

So ist das mit der Berichterstattung in Echtzeit: wenn man sie dringend braucht, ist sie nicht zur Stelle. Gerade in diesem Moment macht Twitter schlapp – das war einfach zu viel: #paralympics: ein sogenannter „Hashtag“ – klingt irgendwie verboten, ist es aber nicht. Wer dieser Tage das Schlagwort #paralympics auf Twitter eintippt, ist mitendrin in der Echtzeitkommunikation über die Winterspiele Vancouver – und kommt gleich mit Sportfans, Journalisten, sogar Sportlern aus aller Welt in Kontakt.

Es sei denn, Twitter macht mal kurz schlapp…

Something is technically wrong.
Thanks for noticing —
we're going to fix it up and have things back to normal soon.

Texte wie diese lassen den Atem jedes Twitterers stocken – im ungünstigsten Fall das Notebook aus dem Fenster werfen. Doch immer mit der Ruhe…

Es gibt ja zum Glück für die Twitter-Pause auch SportTV via Internet – und Blogs, die den Leistungssport in Vancouver und Whistler auch nach Olympia im Blick haben:

Daniel Drepper berichtet als Journalist auch fürs ZDF über die Paralympics Vancouver. Und welcher Sportfan kennt sie nicht, die „Lesebefehle“ von Jens Weinreich? Mich überrascht und freut es, wenn Journalisten die Sportler mit Handicap und sogar die :Paralympic_crew immer öfter entdecken.

Beide Sportjournalisten kommen ums Bloggen und Twittern nicht herum, sie tun es offensichlich gerne – und das mit zunehmender Aufmerksamkeit auch für Paralympics.

Twitter hält die Welt in Atem, Sportler bringen ihre Fans ausser Atem: Mitfiebern, Daumendrücken in vielen Sprachen, spontane Freudenausbrüche im Stadion, an Strecke, Loipe – und im World Wide Web. Nur virtuelles Gedöns? Wer setzt sich schon an die Tastatur und tauscht mit anderen in Rekordzeit Kurznachrichten aus, ohne dafür einen guten Grund zu haben?

Die Paralympics brauchen eigentlich keinen „guten Grund“, in aller Munde, Augen oder Ohren zu sein. Dieses Sportevent steht für sich, selbstbewußt, und unverbogen als professioneller Sport. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Um das zu sagen, braucht es eigentlich nur 140 Zeichen – die von Twitter.

Deshalb erreichen sie ihr Publikum, ihre Fans in aller Welt schon lange – auch abseits der Medienwelt. Jetzt ist es soweit: nach „Paralympics goes Media“ kommen die Medien in Scharen zu den Athleten mit Handicap an die Piste, an die Tartanbahn – und nicht immer muss es Oscar Pistorius sein, um den sich informationshungrige Journalisten drängeln. Obwohl das verständlich ist, weil dieser smarte, bodenständige Typ den Weg der Medien in die Welt der Paralympics bis jetzt unermütlich hilft, frei zu machen: sich sogar für die ein oder andere boulevardeske Schlagzeile nicht zu schade ist. In der Medien-Sportwelt ist er als professioneller Athlet angekommen. Verena Bentele und viele andere deutsche Athleten auch.

Schützenhilfe beim Zielen nach Gehör – Biathletin Bentele beim IPD 2009

Schön, dass die Paralympics Vancouver dieser Tage endlich auch dort stattfinden, wo sie schon längst hingehören – im Sport bei den Medien. Dies bitte auch nach den Spielen.

Der spannende Lauf von Verena Bentele und ihrem Guide Thomas Friedrich beim Biathon gipfelte in den verschneiten und nebelverhangenen Bergen von Whistler Creekside in einer Goldmedaille. Großer Jubel an der Loipe und Freude bei den Fans daheim.

Das erste Gold für Deutschland bescherte diese beeindruckende und sympathische Athletin nach einer langen Sportkarriere jetzt in Whistker – und es ist ihre eigene achte Goldmedaille. Fans, Freunde und Förderer feiern diesen Erfolg – mit ihnen die Medien.

Da sage noch jemand, Medaillen seien ja nicht so wichtig. Auch wenn sie für die Athleten selbst nicht das Maß aller Dinge sind. So bleiben sie doch Ausdruck der Wertschätzung ihrer sportlichen Leistung – und mit gutem Image eine sichere Währung bei Sponsoren.

Twitter ist wieder da – auch zum Schreiben von Glückwünschen!

Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world.

Was für ein guter kleiner Texthelfer.

Er trägt auch die vielen Worte unzähliger Journalisten und Blogger, die über die Wettkämpfe der Paralympics aus Vancouver berichten hinaus, wo Fans schon auf Neuigkeiten warten – rund um die Welt, rund um die Uhr: Gold in Vancouver holen Verena Bentele und ihr Guide Thomas Friedrich.

(Fotos 1 und 3 von DBS/NPC, Foto 2 von Andrea Ramsteck)

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:paralympic_NEWS_01_10: Top of Germany – BG Tourstart auf der Zugspitze

Vancouver-Favorit Martin Braxenthaler im Porträt bei ParalympicSportTV

Alle Welt hat Ski-Sport auf dem Schirm – auch paralympische Erfolge?

Kompliziert, aber fair.“ lautete neulich die Headline eines Sportbeitrages im Tagesspiegel zum aktuellen Ski-Sport http://www.tagesspiegel.de/sport/Skispringen;art272,3014969 – und Autor Benedikt Voigt findet das ganz in Ordnung: „Bereits jetzt siegt nicht immer der Springer, der am weitesten flog. Und auch jetzt schon muss der Zuschauer nach der Landung ein paar Sekunden warten, bis die Haltungsnoten eingerechnet sind. Nun kommen eben noch zwei Faktoren hinzu.

Der Verband sorgt sich dennoch, dass die Zuschauer die neuen Regeln nicht verstehen werden. Er sollte die Fans nicht unterschätzen. Sie werden lernen, dass sie künftig nicht nur auf Weite und Haltungsnoten schauen müssen. Sondern auch auf Anlaufluke und Windmesser.“ Der Journalist meint: „Das sollte zu schaffen sein.“ Wer hier an paralympisches Sportgeschehen denkt, liegt falsch: es ist vom Skispringen der Athleten ohne Handicaps die Rede.

Auch der paralympische Leistungssport folgt schon lange komplizierten Regeln, die ein Höchstmaß an Fairness gewährleisten sollen – und ständig auf den Prüfstand kommen. Der Sport soll transparenter und attraktiver werden. Da sind olympischer und paralympischer Sport näher beieinander, als oft vermutet. Letzterer wird dieser Tage dennoch beharrlich ausgeblendet bei vielen Medien – bis auf wenige Ausnahmen lokaler Berichterstattung.

Es braucht immer noch die Sensation, Ausnahme-Athleten, bis auch Paralympioniken ihren Sprung von der Ski-Piste ins Sportressort schaffen. Der Kanadier Brian McKeever ist so einer. Als blinder Skilangläufer startet er als erster Athlet in der Geschichte der Winterspiele bei Olympia und Paralympics in Vancouver: http://www.abendblatt.de/sport/article1355136/McKeever-schreibt-Olympia-Geschichte.html

„Ganz ehrlich, es ging mir wirklich nur darum, das Beste aus mir herauszuholen“, sagt der Ausnahme-Athlet bescheiden. Der 30-Jährige wollte immer nur die eigenen Grenzen austesten. „Ok. Nun werde ich der erste sein, der in beiden Winterspielen mitmacht. Wenn das die Vorstellungskraft der Menschen anregt und ihnen zeigt, was Paralympioniken schaffen können, dann ist das gut so.“

Heiß auf Eis – Sledgehockey goes Sportschau


Schon im Vorfeld der Winterspiele zeigen unsere Paralympioniken auf Piste, Loipe und Eis, was sie können – und verweisen ihre Konkurrenz auf die Plätze. „Das deutsche Paralympics-Team will hoch hinaus“ http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/923054

Wo kann man das besser verkünden, als auf Deutschlands höchstem Punkt – der Zugspitze: http://www.zugspitze.de/de/winter/index.htm

Da trafen sich kürzlich die Spitzen der deutschen paralympischen Bewegung zum Gipfeltreffen. Der Anlass: „Kick-off zur BG Kliniktour 2010“ Das Motto: „Bewegung verbindet“ – und erfolgreiche Leistungssportler des DGUV-Teams werben als Repräsentanten für die bundesweite Informations-Kampagne über die Reha nach Unfall oder Krankheit – und für den Sport.

Flugs eilten eigens geladene Pressevertreter zahlreich herbei mit kompletter Medienausrüstung. Sogar eine Journalistin mit Snowboard wurde gesichtet – Sport muss sein! Die Ski-Stars, mehrmalige Paralympicssieger und aktuelle  Medaillengewinner Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler präsentierten ihren Sport per Schussfahrt auf sonnendurchfluteter Zugspitz-Piste: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern-aktuell/klink-bewegung-scholz-ID1264589556472.xml So schaffte es die DPA-Meldung vom Zugspitz-Gipfel flächendeckend ins Tal der Lokalberichterstattung – fast überall. Berlin scheint im Schneegestöber für derlei gute Nachrichten noch unerreichbar. Das dürfte sich während der Winterspiele Vancouver deutlich ändern – mit Berichten der hier exklusiv aufgelegten „Paralympics Zeitung“.

Das Sport-Blatt beim Tagesspiegel online:

http://www.tagesspiegel.de/sport/paralympics/

Sportler trainieren bereits auf Hochtouren – und Schülerredakteure in Berlin auch: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg;art128,3017779

Sportliche Journalisten kommen nicht nur auf der Piste, sondern auch mit der Vorberichterstattung zu den Paralympischen Winterspielen Vancouver in Schwung: http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Olympia-2010/Bei-den-Winter-Paralympics-soll-es-Rekorde-hageln Sie haben dabei jede erdenkliche Unterstützung vonseiten der paralympischen Athleten, Vereine und deren Sportverbände: http://www.rp-online.de/bergischesland/leverkusen/sport/Quades-kanadische-Mission_aid_811896.html – und vom Chef de Mission, Karl Quade.

Erfolgreiche Leistungssportler präsentieren die BG-Kliniktour

Kirsten Bruhn, Christiane Reppe, Claudia Biene und Holger Nikelis – im Talk mit Marcel Bergmann

Alle Infos und BG-Tour-Termine unter http://www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/fitimsport/bg_kliniktour_2010/index.jsp

Das deutsche Team wird mit 22 Athleten bei den diesjährigen Winter-Paralympics vertreten sein http://olympia.ard.de/olympia/nachrichten/paralympicsdeutschesteam100.html und mit rund 600 Sportlern aus 45 Nationen in den Disziplinen Ski alpin, Skilanglauf, Biathlon, Schlitten-Eishockey und Rollstuhl-Curling an den Start gehen. ARD und ZDF berichten mit 21 Stunden live von den Wettbewerben – so aufwendig wie nie. Ihre Premiere haben in Vancouver auch die Rollstuhl-Curler. Als Sportler des Jahres 2009 haben sie es bereits vor den Winterparalympics 2010 ganz nach oben in der Gunst ihrer Fans geschafft – und gelten nach Bronze bei der WM in Vancouver nun als Paralympics-Favoriten auf Gold http://paralympics.zdf.de/ZDFsport/inhalt/8/0,5676,7928296,00.html

Wachsender Beliebtheit erfreut sich paralympischer Sport auch bei Jugendlichen mit und ohne Handicap. Nach 40 Jahren „Jugend trainiert für Olympia“ nehmen erstmals auch Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung am Pilotprojet „Jugend trainiert für Paralympics“ mit eigenem Nachwuchswettbewerb teil. Als Verbündeten haben sie einen langjährigen und leidenschaftlichen Paralympics-Förderer als Schirmherren an  ihrer Seite – Bundespräsident Horst Köhler. http://www.dosb.de/de/jugendsport/jugend-news/detail/news/erstes_bundesfinale_fuer_jugend_trainiert_fuer_paralympics/9746/cHash/e90e503ffd/

Der Trend: Junge Fans begeistern und vernetzen sich zunehmend im Sport mit Handicaps – auch das eine Bewegung, die verbindet.

Extrem cool – der Niederländer Kees-Jan van de Klooster

http://www.sjeesonline.com/index.html

Freuen wir uns also auf eine begeisterungsfähige, vielseitige und bewegte Medienwelt in und um Vancouver. Auch, weil es mit den journalistischen Vorlieben bei der Sportberichterstattung über Olympia und Paralympics nicht viel anders ist als in zwischenmenschlichen Beziehungen: Es ist komliziert – aber fair.

Die Sportler-Porträts der BG Klinik-Tour (PDF-Datei zum Download)

Der aktuelle Newsletter des DBS (PDF-Datei zum Download)

Bleiben wir dran… Sponsoren für Sportler: „Da geht noch was!“ – auch bei Fans

Bevor es hier weiter geht mit dem Bloggen – nur ein kurzer Werbeblock: Bleiben Sie dran!

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe ist dieser Tage mit neuer Kampagne am Start: mit „Stellenanzeigen“ und einem Quiz https://www.sporthilfe.de/Startseite.dsh Eine auskömmliche Sportlerkarriere als Hauptgewinn?

Fragen über Fragen – und ein Interview.

Der Vorstandschef der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Werner E. Klatten, erläutert im Gespräch mit dem Tagesspiegel Motive und Ziele der Spenden-Kampagne http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2987308

Richtig geschaltet? Sport sucht Sponsoren per Stellenanzeige

Stellenanzeige Sportler

…gesehen auf „Yucca Tree Post“, dem Blog von Jürgen Vielmeier. Lesenswert auch die Kommentare dort zum Thema: http://yuccatree.de/2010/01/ironische-kampagne-der-deutschen-sporthilfe-60-stunden-woche-fur-600-euro/

Als Repräsentanten aller von der Deutschen Sporthilfe geförderten Leistungssportler engagieren sich der Schwimmer Thomas Lurz, Fechterin Britta Heidemann, Judo-Sportler Ole Bischof, Leichtathletin Steffi Nerius, die Kanuten Nicole Reinhardt und Max Hoff – sowie der Alpin-Skirennfahrer und Paralympionike Gerd Schönfelder.

Bemerkenswert hier, dass der Paralympics-Top-Athlet in einer dpa-Pressemeldung bei der Süddeutschen Zeitung, immerhin als einzigem Blatt genannt, doch recht lapidar ohne Nennung seiner Leistungssportdisziplin allgemein dem „Behindertensport“ zugeordnet wird: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/899392 . Da braucht es noch etwas mehr als Stellenanzeigen für Sportler im Blatt: „Journalisten gesucht“…

Schwimmer gesucht

Die FAZ titelt zu dieser Anzeige in ihrer Printausgabe: „Arme Athleten – Auf Hartz-IV-Niveau für Deutschland“ http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E2817E5A51C90432AB8D0F7217624FA10~ATpl~Ecommon~Scontent.html – und läßt Top-Sprinter und Olympionike Till Helmke zu Wort kommen.

Eine Kampagne, die Welle macht – und in den Foren mancher Onlinemedien, wie etwa der Welt, bei den Leser-Kommentaren an Ironie und Sarkasmus zuweilen noch um Längen überboten wird: http://www.welt.de/sport/article5724414/Hungerlohn-statt-Reichtum-fuer-die-Weltmeister.html

Meine Meinung: Sportler werden ist nicht schwer, Sportler sein dagegen schon… – im Leistungssport. Doch da geht noch was auch für Athleten des paralympischen Sports: Sponsoren für Sportler. Weil nicht nur die Medaille zählt… Und überhaupt

Die Videoantwortder Stiftung Deutsche Sporthilfe auf ihrem neuen YouTube-Kanal: „Sporthilfe gibt’s nicht beim Arbeitsamt.“ Auskömmliche Jobs leider auch immer seltener: der Trend „geht zu 3-Euro-Sponsoren“, zu aktivem ehrenamtlichem Engagement  – und zur Fan-Community.

Wie? Ganz einfach: per Klick  hier http://www.facebook.com/group.php?gid=125964702610&ref=mf-

und natürlich mit zahlreichen Besuchen der Sport-Events.

Denn, ohne Fans keine Medien, ohne Medien keine Sponsoren. Ohne Sportler kein Spaß beim Sport: einer der schönsten Jobs der Welt – eigentlich…

Quelle: Video 1 Scholz & Friends on YouTube http://www.youtube.com/user/ScholzundFriends – wo die Autorin ihr Texterhandwerk gelernt hat.