Blog Beijing 2008 | Vancouver 2010


Ein Sport-Blog von Andrea Ramsteck über die Paralympics

Warm up!

Spiele mit dem Feuer – Olympische Fackel auf dem Weg um die Welt nach Peking

Verfasst am 25. März 2008 – 0:08.

„Entfache die Leidenschaft. Teile den Traum.“ – so das Motto für eine Reise der Harmonie

Wir schreiben das Jahr 2008 nach Christus. Die Hohe Priesterin, in Gestalt der Schauspielerin Maria Nafpliotou, rief am 24.März, flehend Apollon, den griechischen Sonnengott der Antike an: „Sende Deine Strahlen und wärme unsere Herzen!“

Doch der Himmel über Olympia spielt nicht mit. Kurze Zeit boykottiert er das Entzünden der Flamme im Hohlspiegel, vor den sich immer wieder Wolkenschleier schieben und das Entfachen des Feuers verzögern. Dabei meint Apollon es sicher nur gut, denn im August 2007 hatten verheernde Waldbrände die Region stark in Mitleidenschaft gezogen und 30.000 neu gepflanzte junge Bäume brauchen Zeit zum Nachwachsen. Auf eine flammende Requisite mag man auch nur ungern zurückgreifen: das bereits lodernde Feuer der Generalprobe hinter den kargen Kulissen.

Doch für einen Augenblick scheinen statt der Sonne die Götter mit den Menschen gnädig – und schieben Bedenken und Wolken beiseite. Die Flamme an der Spitze der Fackel lodert schließlich hell und warm. Alle Anwesenden atmen erleichtert auf.

Zeus indes dürfte manches, das sich auf Erden im Vorfeld dieser Spiele auch in Asien zuträgt, kaum erbaulich finden. Doch die Götter sind weise – und überlassen die Bühne des Lebens den Menschen: Quasi als Trainingslager vor den Olympischen und Paralympischen Spielen?

1000 Polizeikräfte und eine um den Ort der Zeremonie errichtete Sicherheitszone von drei Kilometern kann sie nicht aufhalten – die „Reporter ohne Grenzen“. Sie demonstrieren mit einem Plakat, das die Olympischen Ringe auf schwarzem Grund als Handschellen stilisiert zeigt, für den Schutz der Menschenrechte in Tibet. Den – so der begründete Vorwurf – missachte die chinesische Politik in grober Weise. Indes fällt auf, dass die Berichterstattung um die humanitäre Krise in Tibet im Kontext mit den Olympischen Spielen im Sportteil der Printmedien kaum Thema ist. Gleichwohl enthält man sich nicht der Kommentierung. Das entspricht auch der Haltung des DOSB, Politik und Sport konsequent zu trennen und das Wirken für die Wahrung der Menschenrechte Politik, Diplomatie und Wirtschaft initiativ zu überantworten – und zugleich selbst Position zu beziehen.

Eines lernen wir angesichts der Ereignisse um das Olympische Feuer:
Wo Licht ist, ist auch Schatten.

„Paralympic Moments & Highlights“ bei ParalympicSportTV auf YouTube – der Trailer zum Rückblick auf die Spiele Peking 2008


Olympia mit Handicap

Verfasst am 28. März 2008 – 20:29.

„Bundeskanzlerin Angela Merkel fährt nicht zur Olympia-Eröffnung“ titeln die Medien.

Olympische Spiele „mit Handicap“ und einem Eiertanz, der seinesgleichen sucht – bei Politik, Wirtschaft und Lobby.

Bleibt der Zeremonie fern – und steht einfach dazu.
Aber was doziere ich hier und schreibe dies auch noch an einem Laptop voller chinesischer Bauteile. Wegschmeißen, das Ding, und laut Boykott aus dem Fenster rufen? Das hört kein Chinese. Es wäre womöglich auch zu simpel und nahezu wirkungslos?!

Ich kenne die Antwort nicht, auch für Tibet nicht. Menschenrechtsverletzungen sind indiskutabel, das wußte man schon bei Vergabe der Spiele nach Peking – und vergaß den heiklen Termin?
Ich stehe voll und ganz hinter all den Sportlern auf ihrem Weg nach Peking und zugleich ihrer friedensstiftenden Mission der Völkerverständigung. Auch mit Blick auf Tibet und Darfur.

Gut, dass Bundespräsident Horst Köhler die Paralympischen Spiele schon längst auf seiner Agenda hat – und den „Spielen nach den Spielen“ seine freundliche Referenz erweist.

Eiertanz ist nun mal keine Olympische Disziplin – mit oder ohne Handicap.

Raus aus dem Abseits – erste Saison der Blindenfußball-Bundesliga

Verfasst am 31. März 2008 – 9:00.

Anpfiff für die erste Fußball-Bundesliga der blinden Kicker war am Wochenende des 29.

und 30. März in Berlin und Stuttgart. Jeweils vier Mannschaften traten gegeneinander an, um erstmals in der Geschichte des Behindertensports den Deutschen Meister der sieben repräsentierten Bundesländer zu ermitteln.

In Berlin liefen die SG Berlin/Würzburg, St.Pauli, Dortmund und Chemnitz sowie in Stuttgart die dortige Heim-Mannschaft, Mainz, Marburg und Essen auf. Das bedeutet je zwei mal 25 spannende Spielminuten.

Das Spiel der blinden Fußballer steht dem der sehenden Kicker nicht nach. Es ist ebenso schnell wie mitreißend, auch hart – aber fair. An Letzteres erinnert der Schiedsrichter die aufgeheizten Spieler auf dem Spielfeld des Berliner Olympiageländes in einer kurzen Auszeit. Die harten Kerle mit dem sanften Ballgefühl sind nicht zimperlich. Da wird schon mal gerempelt, gestürzt oder ungebremst krachend gegen die Bande am Spielfeldrand gerast. Deshalb tragen die Kicker eine etwas futuristisch anmutende und schützende Kopfmanschette. Eye-Pads und Augenbinde sorgen für einen fairen Ausgleich unterschiedlich starker Seheinschränkungen.

Dribbeln, Pässe, Stürmen – und blindes Ballgefühl. Das sind die Kompetenzen der Kicker, die den Ball nicht sehen können. Als eine Spezialanfertigung ist er kleiner und schwerer als das Fifa-Modell, zudem innen mit rasselnden Schellen ausgestattet. So können ihn die vier Feldspieler orten und sicher ins gegnerische Tor manövrieren. Dieses ist entsprechend der 40 mal 20 Meter messenden Spielfläche so groß wie ein Handballtor. Der Keeper – als einziger Spieler sehend – dirigiert seine Mannschaft durch Klopfen auf beide Torpfosten sowie laute Zurufe. Er verläßt den Torraum nicht weiter als bis auf zwei Meter. Hinter dem Tor und auf Höhe der Mittellinie unterstützen am Spielfeldrand sehende Guides – wie Rupert Liedke für die Berliner – beide Mannschaften bei der Orientierung. Unterdessen ist für die Fans “Ruhe!” angesagt bis das Tor fällt, dann gibts kurz und laut La Ola. Bald auch für den Frauenfußball, so hofft Helga “Charly” Liedke. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – so auch beim Blindenfußball, wo man bislang auch gemischt spielt.

Die Kunst dieses Fußballs ist ein Mix aus gekonnter Beinarbeit, höchster Konzentration kombiniert mit Intuition und Teamgeist. All dies sowie Ausdauer und hohe Motivation der blinden Kicker hat Fußball-Legende Uwe Seeler so stark beeindruckt, dass er sofort die Schirmherrschaft über die neue Fußballbundesliga der Blinden (DBFL) antrat – und ihr damit eine Steilvorlage gab.

Mit ausgefeilter und trainierter Lauftechnik führen die Kicker den Ball beim Dribbeln meist dicht am Fuß. “Voy! Voy!” das rufen sie immer wieder, während sie losstürmen. Denn sie wollen sich nicht gegenseitig umrennen. Dieser Ruf verrät den Mitspielern den Anlauf: “Ich komme!” und dem Publikum die Herkunft des Blindenfußballs aus Spanien, dem Land des amtierenden Europameisters. Dort und in Brasilien hat dieser Sport eine rund 20-jährige Traditon. Die Brasilianer erspielten sich zuletzt bei den Paralympics in Athen 2006 sogar Gold und wollen dieses in Peking verteidigen. Der Paralympionike und Schwimmer Ralf Hohn hat das Element gewechselt – und ist als blinder Torjäger jetzt nicht mehr nass vom Wasser, sondern vom Powern auf dem Rasen.

Damit zurück in die Fußball-Arena Berlin. Rund 100 Zuschauer sowie zahlreiche Presse- und Medienvertreter verfolgten die Partien und bescherten den Spitzenspielen hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Auch Kristoffer Klein, Journalist der Süddeutschen Zeitung, kann sich diesem speziellen Ballzauber nicht entziehen: “Anfangs zittert man ja etwas um die Spieler wegen des Verletzungsrisikos. Doch dann merkt man schnell, wie wendig und sicher sie das Spiel beherrschen.” Klein schreibt über die DBFL auch aus persönlichem Engagement als Kommentator von “Standard-Spielen” im Stadion für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Bislang stand der hierzulande noch junge Blindenfußball eher noch im Abseits des sportlichen Geschehens. Rainer Delgado tritt bei der DBFL für die Berliner an und erklärt, wie wichtig es sei, Spielpraxis unter professionellen Bedingungen zu erwerben. Trainer und Guides werden intensiv gesucht. Doch es mangelt noch an einer zertifizierten Trainer-Ausbildung – und angemessenen Honoraren. Doch sei man sehr dankbar für die professionelle Unterstützung von Förderern und Sponsoren sowie des Behindertensportverbands Berlin und des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV). Er vertritt als Spitzenverband rund 145.000 blinde und weit mehr als 500.000 Menschen mit Seheinschränkung. Gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland plante man Ende 2005 ein erstes internationales Blindenfußballturnier im Vorfeld der Fifa-WM 2006. Der Rest ist Geschichte, an der jetzt auch Markus Baysal maßgeblich mitschrieb, als er den ersten Treffer dieser Saison zum 1:0 gegen den 1. FC St. Pauli erzielte. Herthaner Marco Pantelic kennt den Taumel zwischen Sieg und Niederlage. Das auszuhalten. gehe sicher nur mit enormer Motivation und Moral, sagt er voller Respekt gegenüber den Kickern der neuen Fußball-Bundesliga.

Jetzt ist der Blindenfußball raus aus dem Abseits. Genau genommen gibt es das hier gar nicht. Wozu auch? Sieht ja sowieso keiner. Und die Kicker mit dem blinden Ballgefühl finden zudem: “Das Runde muss ins Eckige!” Das ist fürs Erste sehr erfolgreich gelungen: Dortmund führt nach dem ersten Spieltag mit 6:0 Punkten die Tabelle vor Stuttgart und Essen an. Die SG Berlin/Würzburg liegt auf Platz 6.

Hertha BSC-Manager Dieter Hoeneß ist begeistert von so viel Leidenschaft und Können:”Jeder, der so ein Spiel gesehen hat, wird wiederkommen.” Die nächste Gelegenheit bietet sich bei den weiteren Spieltagen am 26. und 27.April in Stuttgart und Dortmund sowie am 24. und 25.Mai 2008 in Dortmund.

Halbe Strecke, ganze Leistung!

Verfasst am 8. April 2008 – 9:00.

Was machen „Kieler Power-Schnecken“ in Berlin auf halber Strecke? Ganze Leistung zeigen.

„Das haben mir meine Eltern kaum zugetraut. Aber ich habe es geschafft!“ sagt Adeline Schoch – und strahlt übers ganze Gesicht. Die junge Berlinerin hat am Sonntag die Halbmarathon-Strecke über 21,1 Kilometer durch Berlins City bewältigt – und das mit voller Energie.

24.551 Athleten aus 86 Nationen bescherten dem 28. Berliner Halbmarathon einen neuen Teilnehmerrekord und machten ihn damit auch zum bislang größten Deutschlands. Ein neuer Rekord, und der einzige an diesem Tag. Rund 150.000 Menschen haben an der Strecke angefeuert.

Petrus zeigte Läufern, Skatern, Rollstuhlfahrern und Handbikern mit fast winterlichen Temperaturen die kalte Schulter. Allenfalls Nordic-Walker dürften sich dafür schnell erwärmen. Alle Teilnehmer verwandelten das Areal rund ums Rote Rathaus in eine riesige Warm-up-Zone.

Auch dem Favoriten und Sieger, Patrick Makau Musyoki aus Kenia, war das Wetter viel zu kühl. Wo sonst Touristen flanieren und Berliner Shoppen gehen, hüpften und liefen sich tausende Menschen in hautengen Sportdresses, kurzen Shorts oder bunten Eigenkreationen warm. Dazwischen radelten Biker, schoben Eltern ihre Kinder in Hightech-Buggys. Das passte gut zur Sportszene, bei der neben Läufern und Skatern auch Rollifahrer und Handbiker auf rasanten Rädern an den Start gingen.

Längst sind Rennrollstühle und Handbikes Hightech-Sportgeräte, die spursicher mit rund 40 Stundenkilometern in rasender Geschwindigkeit über den Asphalt fliegen – angetrieben durch die Hände der Piloten. Während sich der Rennrollstuhl mehr an den Leichtathletik-Läufen orientiert, knüpft das Handbike an den Radsport der Nichtbehinderten an. Es ist dem Liege-Rad für Laien zum Verwechseln ähnlich – im Hinblick auf Leistung und Preis stärker.

Um die Mechanik kümmern sich Spezialisten wie etwa das deutsche Unternehmen Otto Bock Health Care, dessen Team auch in Peking die Athleten der Paralympics technisch unterstützt.

Beim „kleinen Bruder“ des großen Berlin-Marathons kommen sich Breitensportler und Profiathleten so nahe wie selten – mit und ohne Handicap. Das ist Sport-Integration, öffentliche Wahrnehmung so sicher wie sonst eher aus Anlass der Paralympics, vom gemeinsamen Spaßfaktor entlang der Strecke mal ganz abgesehen. Der 28. Berliner Halbmarathon war Samba der Sportler.

Hier fand jeder seinen Rhythmus, kam auf Touren. Dabei feuerten unzählige Fans lautstark an, mit kreativen Plakaten. So auch die „Power-Schnecken“ der Kieler Laufgemeinschaft. Sportliche Leistung braucht heiße Rhythmen, besonders bei kalten Temperaturen. Da heizte auch die deutsch-brasilianische Percussion-Gruppe „Sapucaiu no Samba“ in Begleitung ihrer Cheer-Leader den Marathon-Athleten am Start sowie kurz vor dem Ziel gerne ein – und gab alles.

In der letzten Kurve vor der Zielgeraden wurde es eng. Begeisterte Zuschauer drängten mit ihren Fotohandys, Plakaten und allerlei Geräuschinstrumenten auf die Laufstrecke, um ihre Athleten anzufeuern auf den letzten Metern, wenn die Kräfte schwinden und der Atem kürzer wird. Eine beherzte Handbikerin manövrierte geschickt in voller Fahrt durch eine Läufergruppe – und vermied so eine Kollision. Auch den Skatern sind sie dicht auf den Fersen, die Rennrollis und Handbikes.

In nur 58,56 Minuten hatte der Kenianer Patrick Makau Musyoki das Ziel als Erster erreicht, nur eine Sekunde vor dem Äthiopier Eshetu Wondimu. Bei den Frauen lief die Kenianerin Peninah Arusei in 68:22 Minuten zugleich die drittschnellste Zeit des Jahres.

Bei den Handbikern und Rennrollifahrern gelangten Thomas Lange mit 36:51 und Jörn-Peter Grell mit 1:16:21 als Schnellste der Männer über die Ziellinie. Bei den Frauen siegten die Handbikerin Annegret Sperling mit 1:03:11 sowie die Rennrollstuhlfahrerin und Medaillen-Gewinnerin des Visa Paralympics Worldcup Manchester, Yvonne Sehmisch, mit beachtlichen 58:46 Minuten.

Adeline Schoch erreichte ihr ganz persönliches Ziel in 1 Stunde und 41 Minuten als Drittplatzierte
und ist stolz, alle Zweifel besiegt zu haben – auf schnellen Rädern mit dem Handbike.

Mehr zum Thema im Internet unter: http://www.handbikesport.de


Über den Dächern von Peking – das „Vogelnest“

Verfasst am 19. April 2008 – 10:30.

Hoch hinaus im „Vogelnest“ – die Wettkampfstätte der Leichtathleten in Peking, diese Sport- und Rekordarena ist ein architektonisches Monument. 70 Meter ragt dieses Bauwerk in den Himmel über Peking.

Hier werden Rekorde errungen, Schweiß und Tränen verloren für Olympia und Paralympics 2008. Es ist ein Bauwerk der Superlative in jeder Hinsicht, das neue Nationalstadion in Peking.


Die Schweizer Architekten Herzog und de Meuron zeichnen dafür verantwortlich und sind durchaus stolz auf dieses Gebäude, das mehr sein soll als eine rein olympische Sportarena.

Schon jetzt von Medien gewürdigt, von Athleten getestet und mit Lorbeeren geschmückt, ist es ein Bauwerk der Rekorde: 325 Millionen Euro hat es gekostet, bis zu 10.000 Arbeiter gleichzeitig waren bis zuletzt unter Hochdruck am Werk.

Die Chinesen nennen es angesichts seiner speziellen Konstruktion und Erscheinung „Vogelnest“ und assoziieren damit Familie, Geburt und Natur. Dieses Hightech-Vogelnest kommt ganz ohne Schrauben und Nieten aus, sein Dach ist aus vorgefertigten 350 Tonnen Stahlträgern geflochten. Das Gesamtbauwerk mit seinen 42.500 Tonnen ein architektonisches Werk von Gewicht und Weltrang. Bis zu 91.000 Zuschauer werden die Spiele und Athleten hier erleben. Auf ein ursprünglich geplantes riesiges Schiebedach hat man verzichtet – jetzt hat auch das Wetter Zugang zu den Spielen der Leichtathleten. Dicke Luft soll es nicht geben.

Da können eigentlich nur noch die Sportler selbst positiv „eins drauf setzen“ – und sie werden es tun. Die Leichtathletin Astrid Höfte (TSV 04 Bayer Leverkusen) fiebert ihrem Ziel bereits entgegen und trainiert derzeit auf Lanzarote, unterzieht sich danach in weiteren Wettkämpfen einer persönlichen sportlichen Standortbestimmung. In Kürze gibt es hier mehr zu ihren Erfolgen und Zielen zu lesen.

Doch zunächst zu ihren aktuellen Wettkampfterminen – Fans sind willkommen, dabei zu sein:

Am 11.Mai der Paralympic -World Cup in Manchester, 6.Juni Wettkampf in Duisburg, 8.Juni in Stadskanaal (Niederlande) sowie vom 13. bis 15.Juni bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM Leichtathletik) in Berlin – der Generalprobe für Peking.

Schneller, höher, weiter – bis Peking werden Rekorde und dann sicher auch Sportgeschichte gemacht im Vogelnest. Ein beflügelnder Gedanke.

„Water Cube“ (H2O) – Schwimmer der Paralympics Beijing in ihrem Element

Verfasst am 22. April 2008 – 15:00.

[H2O]3 – das könnte die Erfolgsformel auch der paralympischen Schwimmer 2008 werden.

Beim Wort „Wasserwürfel“ denkt man schnell an ein Aquarium: Quadratisch, praktisch, gut – und exotisch. Das Nationale Schwimmzentrum sprudelt und schäumt von aussen wie von innen. Es liegt unweit des rot-ovalen Nationalstadions am Olympic Boulevard. Die 177 Meter breite Aussenfassade schimmert tags hellblau 31 Meter futuristisch in die Höhe. Sein Dach ist komplett lichtdurchlässig. So hat man im Innern des fast 71.000 Quadratmeter messenden Aquatic Centers den Eindruck, im Freien zu sein. Der Kubus liegt, von 760 Hektar Wald umgeben, im Grünen.

Effektvoll macht man sich sogar die reinigende Kraft des Wassers zunutze. Für Transparenz und Sauberkeit der Aussenhülle sorgt Regenwasser – sofern die Wettergötter diesen Service bieten.

Nach Sonnenuntergang strahlt der Water Cube wie ein gigantisches Kaleidoskop mit 1.670 Farbschattierungen in den Nachthimmel Pekings, ähnlich der Münchner Allianz-Arena. Dies werden also auch Spiele der Farben sein. Im 100-Millionen-Euro-Bauprojekt der australischen Architekten Peddle Thorpe Walker und Ingenieure Ove Arup können 17.000 Zuschauer die Schwimmwettkämpfe live erleben. Eine wabenartige Leichtbaukonstruktion aus 3.500 Folienelementen ermöglicht bis zu 90-prozentige Nutzung des einfallenden Sonnenlichts zur Beheizung von Schwimmbecken und Hallen.

Wer sich als Fan schon mal für die Wettkämpfe der paralympischen Schwimmer warm machen will, hat dazu demnächst in Berlin Gelegenheit. Und das bei gleich zwei hochkarätig besetzten Schwimmsport-Events – beide im Europa-Sportpark Berlin:

Die Berlin-Brandenburgischen Schwimm-Meisterschaften am 4.Mai sowie die IDM Schwimmen der Behinderten vom 22. bis 25.Mai mit Weltrekordhalterin Kirsten Bruhn (THW Kiel) am Start.

Unterdessen stehen in Peking jetzt die letzten beiden von 42 Testläufen aller Sportstätten an. Wettkampfabläufe, logistische und organisatorische Routinen beherrschen auch die 30.000 von insgesamt 100.000 Volunteers der Paralympics nahezu aus dem Effeff – von 55 trainierten Sprachen auf jeden Fall Englisch.

Nach den Spielen können Besucher des zum Freizeit- und Vergnügungszentrum verwandelten Water Cubes dann in die Welt des Shoppings, der Gastronomie und Unterhaltung eintauchen. Bars werden mit der obligatorischen Karaoke fröhlich den Olymp des Gesangs anstreben – sicher auch mit Schlagern wie diesem: „Pack die Badehose ein“.

Nähere Infos zu den IDM Schwimmen Berlin 2008 unter:

http://mysql.snafu.de/idm-schwimmen/

Paralympics durch die sportliche Brille gesehen: Klasse Sport frei von Berührungsängsten

Verfasst am 28. April 2008 – 15:35.

Ich sage es gleich: Ich trage eine Lesebrille, also eine Sehhilfe.
Das ist doch letztlich nichts anderes als eine „Geh-Hilfe für den klaren Durchblick“, oder? Wenn ich Events und Wettkämpfe mit gehandicapten Sportlerinnen und Sportlern neuerdings öfter besuche, geniesse ich die ebenso lockere wie professionelle Athmosphäre. Und ich wundere mich über das leider immer noch relativ überschaubare Publikum in den Hallen und Zuschauerrängen, an der Tartanbahn oder am Schwimmbeckenrand.

Beim Strassen-Radrennen ist meist was los, sagt Weltmeister Pierre Senska. Im Gespräch haben wir beide herausgefunden, dass niemand sich gerne mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Einschränkungen der Mobilität (auch ohne krank zu sein) befasst oder sich gar davon betroffen sieht.

Da wünschen wir uns „Hals und Beinbruch“ – und meinen „Viel Glück!“
Deshalb ist Sport so beliebt: Er hält fit und gesund – oder bewirkt dies wohltuend auch mental. Vom Spaßfaktor mal ganz abgesehen. Das gilt für uns alle.

Beim International Paralympic Day 2007 in Berlin am Brandenburger Tor strahlte die Sonne mit den Gesichtern kleiner und großer Besucher um die Wette. Da konnte man paralympische Athleten bei ihrem Sport hautnah erleben – und ganz ohne Berührungsängste mit ihnen verschiedene Sportarten kennen lernen und testen. (Blinden-)Fussball, (Rollstuhl-)Fechten, „Tischtennis für Fußgänger“…Was ist denn das? Tja, wer nicht im Rolli an der Platte sitzt, muss eben zu Fuß die geschmetterten Bälle kontern. Oder beim Badminton den rasanten Aufschlägen des im Rolli agierenden Spielpartners hinterher jagen. Die Champs nehmen das recht gelassen.

Ich habe da ein kleines Handicap: Ich bin nicht schnell genug – und beim Schach brauche ich meine Lesebrille für gekonnte Spielzüge und einen entspannten Gesichtsausdruck. Ganz enspannt kann man die Wettkämpfe der Leichtathleten, Schwimmer, Radsportler und vieler anderer Athleten verfolgen – und das schon vor den Paralympics. Hier holen wir die Events auf den Schirm – und freuen uns auf zahlreiche Besucher auch live bei den Wettkämpfen. Die gibt es öfter, fast überall.

Paralympics sind eigentlich immer. Wo habe ich nur meine Brille jetzt wieder versteckt?… Doch Scherz beiseite. Nur ein Gedanke: Wäre doch manches leichter, wenn wir alle etwas lockerer miteinander wären.

„Nine Million Bicycles“ – und ein neues Laoshan-Velodrome

Verfasst am 3. Mai 2008 – 13:30.

Über 15 Millionen Menschen leben in Peking und sehr viele von ihnen fahren per Rad durch die extrem weitläufige Metropole. Wer hat da nicht diesen Song von Katie Melua im Ohr: „Nine Million Bicycles“. Während der Spiele dürften es einige schnelle Sportmodelle mehr sein – in Beijing.

Für dieses Verkehrsmittel gibt es extra-breite Fahrradwege auf den Hauptverkehrsadern – zumeist breiter angelegt als die Fahrspuren für Autos. Und der Adrenalinkick ist demjenigen sicher, der das pulsierende Pekinger Verkehrsgetümmel radelnd durchquert. In dieser utopischen Szenerie wirkt das neue Olympische Velodrome wie ein Ruhepol mit seiner kreisrunden Form: ein Zitat des Rades.

Wie ein UFO liegt das futuristische Gebäude im östlichen Teil Pekings. Die Konzeption des deutschen Architektenbüros und Velodromspezialisten Schürmann, Keuthage, Brandenfels machte das Rennen beim Wettbewerb um den Bau der olympischen Radsportstätte. Die imposante Hightech-Sportarena wartet mit einer 250 Meter langen und schnellen Radrennbahn sowie 6.000 Zuschauerplätzen auf. Neben den hier stattfindenden Bahn-Radrennen sind Straßen-Radrennen, Mountain-Biking und BMX (Bicycle Moto Cross) weitere olympische Radsportdisziplinen mit eigenen Rundkursen sowie Sportanlagen: im Urban Cycling Road Course, Laoshan Mountainbike Course und Laoshan BMX Field geht es rund – um Ruhm und Medaillen.

Namen hat es viele, doch bis heute hat seit dem Briten John Kemp Starley mit seinem „Rover Safety Bicycle“ im Jahre 1885 keiner das Rad wirklich neu erfunden. Seit Beginn der Spiele der Neuzeit 1896 ist Radfahren olympische Diszipin. Strassen-Radrennen sind seit 1988 und Bahn-Radrennen seit 1996 paralympisch. Jetzt haben beide Spiele mit ihren spannenden Radrenn-Wettkämpfen eine gemeinsame neue Arena in Peking.

Die Chinesen, so wird kolportiert, mögen den Song von Katie Melua sehr – genau wie das Radfahren.

Paralympics sind en vogue – Medienprogramm maßgeschneidert

Verfasst am 7. Mai 2008 – 14:53.

Nicht nur Werbung verrät uns, was Trend ist. Das haben auch die Programmdirektoren erkannt – und zeigen ein neues Sendungsbewußtsein beim Thema Sport. 300 Stunden Olympische Spiele erwarten die Fernseh-Nation. Auch die Paralympischen Spiele Beijing 2008 sind jetzt im Programm: Von der Kurzstrecke mit 11 Stunden geht es jetzt auf die lange Distanz mit 88 Stunden Sendezeit.

„Nach den Spielen ist vor den Spielen“, also geht es mit den Paralympics weiter. Darüber freuen sich Sportler, Verbände und Sponsoren gleichermaßen, denn von der Sichtbarkeit der Akteure und ihrer sportlichen Höchstleistungen hängt auch deren individueller Erfolg ab. Bislang galten sogar sehr erfolgreiche paralympische Spiele kaum als starker Quotenbringer. Das soll sich ändern – wir sehen jetzt also „mit dem Zweiten u n d Ersten besser“. Die Leistungen der Paralympioniken können sich schon lange sehen lassen – nicht erst seit den Sommer-Spielen Athen 2004.

Doch vor dem TV-Programm kommt die Werbung für Trendsetter – und Sportfreunde. Kürzlich gab es vorab zu sehen, was man 2008 bei den Spielen trägt: modisch, modern, funktionell.

Auf dem Catwalk in Düsseldorf präsentierte Kirsten Bruhn an der Seite von Christoph Burkard, Helge Meeuw mit weiteren Athletinnen und Athleten der Spiele im August/September in Begleitung professioneller Models die Olympia-Kollektion 2008. Da geht was: 50 Teile umfaßt die Wettkampf- und Repräsentationskleidung. Auch Accessoires, Kappen und Rucksäcke tragen sich sehr komfortabel. Sie kommen in frischem Cranberry kombiniert mit klassischem Schwarz oder Weiß daher, die attraktiven und charismatischen Damen. Silber ist bei den Herren nicht nur als Medaille angesagt, sondern auch die Farbe des Jacketts. Innovativ-funktional auf das feucht-warme Klima in Peking zugeschnitten, begeistert diese edle wie sportlich-lässige Haute Couture die Athleten schon jetzt. Doch am wohlsten fühlen sie sich in ihrem Element. Das Motto dieser Modesaison lautet: „Dressed to Win.“

Kirsten Bruhn hat eine ganz eigene Sicht auf die Dinge – und findet beim ZDF-Interview ebenso deutliche wie bemerkenswerte Worte zu „Klischees von der Stange“ in Sport und Alltag.

Wer nicht verpassen will, was diesen Sommer angesagt ist – der ordert schon mal: Sport schauen im Sport-Look „88 Stunden maßgeschneiderten Spitzensport“.

Astrid Höfte mit erfreulichem Auftritt beim 4. Paralympic Worldcup Manchester

Verfasst am 13. Mai 2008 – 12:33.

Die TSV Bayer 04-Leichtathletin Astrid Höfte setzte ihren gelungenen Start in die Saison 2008 bei den Leichtathletik-Wettbewerben im englischen Manchester fort. Die 29-jährige Leverkusenerin erreichte beim Weitsprung mit erfreulichen sechs gültigen Versuchen in einem spannenden Wettbewerb mit 4,45 Metern den 6.Platz hinter der Siegerin Amelie Le Fur (Frankreich/4,77 m).

Am Sonntag, dem 11.Mai, ging Astrid Höfte dann noch über die 100 Meter an den Start und absolvierte die Sprintstrecke in 14,63 Sekunden als Fünfte. Die US-Amerikanerin April Holmes siegte.

Insgesamt für Astrid Höfte gute Voraussetzungen für die weiteren Vorbereitungen auf ihre Paralympics.

Alle Infos zum Paralympic World Cup Manchester unter: http://www.paralympicworldcup.com

Einer „auf keinen Beinen“ – Oscar Pistorius setzt sich durch

Verfasst am 16. Mai 2008 – 19:57.

Der 400-Meter-Sprinter Oscar Pistorius darf zu den Olympischen Spielen +++ Internationaler Sportgerichtshof gibt Einspruch des Südafrikaners mit Handicap statt +++

„Sein Trainer Ampie Louw versicherte der südafrikanischen «Sunday Times», dass sein Schützling zumindest im Wettkampf «niemals» mehr gegen Behinderte antreten wird.“, schreibt die Financial Times.

+++Nichts ist älter als die Zeitung von gestern – Online-Newsticker altern sogar im Minutentakt+++

Oscar Pistorius sagte die Einladung zum ISTAF Berlin am 1.Juni ab.
Er sei noch nicht in der Form, sich bei diesem Leichtathletik-Meeting mit Spitzen-Athleten ohne körperliches Handicap zu messen, sagte sein Manager Peet van Zyl. Zunächst will Pistorius sich auf die Qualifikation für die Paralympics Beijing konzentrieren – eine kluge Entscheidung.

Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften Leichtathletik der Behinderten vom 13. bis 15. Juni in Berlin wird sich der Ausnahme-Sprinter zwar nicht für Olympia qualifizieren können. Aber sein Doppel-Start hilft Athleten mit Handicap womöglich, bisherige Barrieren erfolgreicher zu überwinden.

Der beidseitig unterschenkelamputierte 21-jährige Sprinter Oscar Pistorius, hat mit seinem Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Erfolg und darf bei den Spielen in Peking starten, wenn er die Olympia-Norm von 45,95 Sekunden erreicht. Dies entschied der CAS in Lausanne – und hob die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF vom 14. Januar 2008 mit sofortiger Wirkung auf.

Hier liege jedoch kein Präzedenzfall vor, stellt der CAS in Punkt 104 seiner Urteilsbegründung klar:

„Es wird betont, dass die Tragweite dieses Urteils ausschließlich auf das Startrecht von Herrn Pistorius beschränkt ist, und ebenso auf die spezifische Prothese.“ Bei anderen amputierten Athleten habe das IAAF Einzelfallentscheidungen unter Würdigung der besonderen Merkmale zu fällen. Gegenstand der Verhandlung war die am 26. März 2007 von der IAAF eingeführte, einschlägige Regel 144.2. Als „Lex Pistorius“ sei diese „ein Meisterwerk der Doppeldeutigkeit“, weil die IAAF behaupte, Laufschuhe mit Schubeffekten verhindern zu wollen. Der Gerichtshof erkannte in dieser Regel und einem der Startverweigerung zugrunde liegenden Gutachten nebst Testanweisungen eine systematische Verletzung der Rechte von Pistorius durch zahlreiche unzulässige Eingriffe zu dessen Nachteil. Im Ergebnis könne die IAAF dem Sprinter keine unzulässigen Vorteile nachweisen.

Die Bestzeit von Oscar Pistorius liegt bei 400 Meter mit 46,56 Sekunden knapp über dem vom Weltverband gesetzten Olympia-Limit. Der Weltrekordhalter ist jetzt uneingeschränkt berechtigt, bei allen IAAF-Wettkämpfen anzutreten. Er sagt: „Ich bin nicht behindert. Ich habe nur keine Beine.“

Kürzlich hatte sich die 24-jährige Schwimmerin Natalie du Toit, ebenfalls aus Südafrika, bei den Open-Water-Langstreckenwettkämpfen des Weltschwimmverbandes für die Olympischen Spiele qualifiziert – und musste ihre Teilnahme nicht gerichtlich durchsetzen. Nach einem Verkehrsunfall im Jahre 2001 wurden der Leistungsschwimmerin ein Unterschenkel mit Knie amputiert. Was sie von Pistorius unterscheidet? Sie schwimmt ohne Prothese und entspricht damit dem Reglement.
Oscar Pistorius indes hatte man bis zuletzt wegen der zum Laufen notwendigen Cheetah-Prothesen einen erheblichen mechanischen Vorteil gegenüber seinen nichtbehinderten Konkurrenten zugeschrieben und ihm den Olympia-Start in Peking bei der 4×400-Meter-Staffel bislang verwehrt – ohne hinreichende Berücksichtigung der den Prothesen-Sprinter benachteiligenden Start- und Beschleunigungsphase.

Der Präsident des Weltverbandes, Lamine Diack, kommentierte die über 100 Punkte umfassende Urteilsbegründung zugunsten Pistorius mit den Worten: „Er ist ein inspirierender Mensch, und wir freuen uns darauf, seine Erfolge in der Zukunft zu bewundern.“ Vorläufer mit Handicaps waren bereits George Eyser, der in St. Louis 1904 mit einem Holzbein Gold im Turnen erkämpfte, dann 1984 beim Bogenschiessen die querschnittgelähmte Neuseeländerin Neroli Fairhall in Los Angeles, sowie die sehbehinderte Marla Runyan, als sie in Sydney über 1500 Meter im Jahr 2000 bei Olympia lief.

Jetzt läuft der „Blade Runner“ – wie Oscar Pistorius sich augenzwinkernd gerne mal selbst nennt – zunächst bei den Internationalen Deutschen Leichtathletik Meisterschaften (IDM der Behinderten vom 13. bis 15.Juni 2008) in Berlin den Sprint über die 100, 200 und 400 Meter-Strecke.

Auch die Leichtathletin Astrid Höfte vom TSV Bayer 04 Leverkusen nutzt diesen hochkarätig besetzten Sport-Event vor den Paralympics Beijing für eine weitere Standortbestimmung, neue Bestzeiten und weite Sprünge – womöglich auch Rekorde und Edelmetall.

Es kommt so einiges an den Start – auch die Diskussion um eine Annäherung zwischen Olympics und Paralympics. Warum nicht? Wenn es sinnvoll, logistisch machbar und von den Sportlern gewünscht ist. Womöglich eröffnen sich dadurch neue Perspektiven für die Integration bei Leistungssport, Vereinsarbeit und Sponsorengewinnung. Der Beschluss ist ein deutliches Signal gegen Diskriminierung und Klischees über „Sportler zweiter Klasse“, die sich scheinbar Vorteile zulasten anderer verschafften. Hier geht es nicht um Hightech-Doping, sondern um Teilhabe, wo sie unter fairen Bedingungen von Athleten gewünscht und ihnen auch möglich ist.

Ausser ihrem Traum von Olympia will Natalie du Toit unbedingt noch einen weiteren wahr werden lassen: „Ich will eines Tages wieder rennen können.“ – und man darf sie beim Wort nehmen.

Wenn Athleten Welle machen – Kirsten Bruhn am Start bei der 22.IDM Schwimmen in Berlin

Verfasst am 20. Mai 2008 – 23:18.

Die 22. Internationalen Deutschen Meisterschaften Schwimmen (IDM) der Behinderten in Berlin sind die weltweit größte Schwimmveranstaltung im Jahr der Paralympics – mit Kirsten Bruhn am Start.

Vom 22. bis 25. Mai 2008 treten 594 Athleten aus 35 Nationen, 112 Vereinen und Verbänden in der Schwimm- und Sprunghalle Europa-Sportpark Berlin an. Davon allein 62 Vereine mit 171 Teilnehmern aus Deutschland. Spanien ist mit 49 Teilnehmern aus 5 Vereinen die am stärksten vertretene Nation.

Bei den Paralympics in Beijing vom 6. bis 17. September werden „nur“ 560 Athleten am Start sein. Die IDM Schwimmen sind letzte Gelegenheit, sich für die Paralympics zu qualifizieren. Das dürfte im bekannt schnellen Wasser der Schwimm- und Sprunghalle in Berlin möglich sein:

38 Welt-, 25 Europa- und 6 Fernost-Südpazifik-Rekorde wurden hier 2007 aufgestellt. Davon hatten die Deutschen 6 Welt- und 4 Europa-Rekorde geschwommen.

Kirsten Bruhn vom PSV Neumünster, die im letzten Jahr Weltrekorde über 100 und 200 Meter Brust sowie über 200 Meter Rücken aufgestellte, wird auch dieses Jahr die Schwimm-Fans begeistern.

Thomas Grimm vom Paralympischen Sport Club Berlin (PSC), der einen Weltrekord über 50 Meter Brust geschwommen hatte, und sein Vereinskamerad Lucas Ludwig, Berlins Juniorsportler 2007, werden die Herzen der weiblichen Fans höher schlagen lassen.

„Wir haben sicherlich mit einer großen Teilnehmerzahl gerechnet, da ja die Meisterschaften für viele Nationen die letzte Möglichkeit der Klassifizierung und Qualifizierung für die Paralympics in Beijing sind. Aber von dieser weltweiten Resonanz waren wir dann doch sehr überrascht“, sagt erfreut Stützpunkttrainer Matthias Ulm vom Paralympischen Sport Club Berlin (PSC). Er organisiert die IDM Schwimmen zum neunten Mal in Folge. „So können unsere Berliner schon mal die Konkurrenz kennen lernen, die ihnen auch in Beijing die Medaillen streitig machen wollen. Berlin ist mit 26 Schwimmerinnen und Schwimmern aus 5 Vereinen (BSV Köpenick, BSV Nordost, BSV Wedding Reinickendorf, PSC und SC Siemensstadt) vertreten.“

Ausrichter der diesjährigen IDM Schwimmen ist der Paralympische Sport Club Berlin (PSC Berlin). Er ist ein Verein, der sich der Förderung des Spitzensports für Menschen mit und ohne Behinderungen verschrieben hat. Ohne die Hilfe vieler Freiwilliger wäre dieser Spitzensport-Event nicht möglich.

„Beim Veranstaltungs-Marketing, der Organisation der Unterkünfte, der Pressearbeit und weiteren Aufgaben unterstützt die BS Berlin Service die Ausrichtung. Tatkräftig unterstützt durch den Behinderten Sportverband Berlin wird die Ausrichtung der Meisterschaften auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg werden.“, stellt der Veranstalter mit Dank an alle Beteiligten und Förderer schon mal in Aussicht. Sponsoren sind willkommen – Schwimmer tragen ja nicht nur Badehosen.

Alle Infos, Termine und Wettkampf-Protokolle im Internet unter:
http://mysql.snafu.de/idm-schwimmen/index.html

Für Klaas Brose, Geschäftsführer des BSB, sind die Meisterschaften ein Testfall für 2011: „Wir wollen die Europameisterschaften in drei Jahren nach Berlin holen. Und wir werden dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) beweisen, dass wir auch im Behindertensport in der Lage sind, in Berlin so eine große Veranstaltung durchzuführen. Wir werden in Beijing den sprichwörtlichen Hut in den Ring werfen und den Verantwortlichen zeigen, dass die EM in Berlin eine gute Heimat finden wird.“

Auch Reinhard Tank, Pressesprecher des BSB, zeigt sich optimistisch: „Wenn jetzt noch die regionalen und überregionalen Medienvertreter mitspielen, dann wird auch die Öffentlichkeit sehen, dass Berlin mit Recht vom Präsidenten des IPC, Sir Philip Craven, beim Paralympics Day im letzten Jahr zur Welthauptstadt des Behindertensports erklärt wurde.“

Die Hotels in Berlin bemühen sich, auch Menschen mit Handicap einen guten Service zu bieten. Zusammen mit Trainern und Betreuern sind ab Donnerstag mehr als 1.000 Gäste zusätzlich in der Stadt. Dank der guten Kooperation diverser Hotels sind alle gut untergebracht. Auch der Transport zu den Wettkampfstätten wird von BusArt-Tours professionell organisiert. Das Autohaus Möbus stellt ein Fahrzeug kostenlos zur Verfügung. Die Berliner Bäder Betriebe sowie der Senat engagieren sich auch dieses Jahr finanziell und logistisch. So ist Berlin auch für gehandicapte Athleten und viele Sportfreunde wieder eine Reise wert.
Schirmherr der IDM Schwimmen 2008 ist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. „Der Leistungswille von Spitzensportlern mit und ohne Behinderung ist beeindruckend und macht sie zum Vorbild für viele in unserer Gesellschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass gerade die integrative Kraft des Sports dazu beiträgt, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern.“ sagt er in seinem Grußwort.

Wer glaubt, Athleten mit körperlichen Handicaps seien fast ständig „an den Rollstuhl gefesselt“ oder sonst jeglicher Mobilität beraubt, der wird positiv überrascht: Diese Schwimmer sind Spitzenathleten und wahre „Entfesselungskünstler“. Das zeigt die Weltmeisterin auch dieser Kunst, Kirsten Bruhn, immer wieder, wenn sie kraftvoll-elegant ihre Bahnen durchs Wasser zieht: Das ist entfesselte Sport- Leidenschaft und Professionalität, der sich Sportfans kaum entziehen können: Ein Hauch Paralympics mit jeder Welle. Auch, wenn sie sich nicht immer im Wasser oder beim Freeclimbing in luftiger Höhe bewegt – „an den Rollstuhl gefesselt“ ist sie noch lange nicht. Dann macht sie doch lieber Welle – gegen Klischees und für das Verstehen anderer Lebenswelten. Die sind uns oft näher als wir denken.

Die schnelle Welle – neue Weltrekorde bei den 22.IDM Schwimmen am ersten Wettkampftag

Verfasst am 22. Mai 2008 – 23:30.

Der Startschuss zu den 22. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen der Behinderten (IDM) ist gefallen – und schon sind die ersten Weltrekorde geschwommen.

Gleich 8 Weltrekorde, 3 Europarekorde und 5 Amerikanische Regionale Rekorde wurden in vier Finalläufen schon am ersten Wettkampftag der IDM Schwimmen von Athleten mit Handicap erzielt:

Weltrekord schwamm Daniela Schulte (PSC Berlin) in der offenen Klasse über 800 Meter Freistil in 11:09:23 Minuten.

Neue Europarekorde schwammen Lucas Ludwig (PSC Berlin) in der offenen Klasse über 800 Meter Freistil in 09:02:96 Minuten und Christiane Reppe (PSC Berlin) über 800 Meter Freistil in 10:47:32 Minuten.

Weitere Weltrekorde gingen an den Spanier Sarai Gascon über 400 Meter Lagen, an Valerie Grand´Maison aus Kanada über 800 Meter Freistil, an die Niederrländerin Mirijam de Koning über 800 Meter Freistil sowie Anders Olsson aus Schweden über 800m Freistil, den Brasilianer Andre Brasil Esteves über 800 Meter Freistil, an Jesus Collado aus Spanien über 800 Meter Freistil sowie Donovan Tildesley aus Kanada über 800 Meter Freistil.

Die 581 Sportler aus 35 Nationen haben teils weite Reisen zu den IDM nach Berlin auf sich genommen: Sie kommen aus Belgien, Brasilien, Dänemark, Estland, den Färöer Inseln, Finnland, Ghana, Griechenland, Groß Britannien, Irland, Israel, Italien, Kanada, Kroatien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Schweden, der Schweiz, Singapur, Spanien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Türkei, der Ukraine, aus Ungarn und Weißrussland. Erstmals sind auch Teams aus Zypern, Indien, Mexiko, Thailand und Portugal am Start.
Die Stimmung ist gut und wird von Fans aus aller Welt angeheizt.

Wer die Wettkämpfe von der Tribüne aus verfolgt, hat Mühe, das Geschehen mit der Digi einzufangen – so flott sind die Athleten am und im Wasser unterwegs. Der Weltklasse-Sport-Event ist straff und gut durchorganisiert. Einige Mannschafts-Betreuer eilen mit Bein-Prothesen unter dem Arm oder den Rolli schiebend am Schwimmbeckenrand entlang zu ihren Athleten – und helfen so manchem sogar auch aufs Treppchen zur Siegerehrung. Es ist ein Spitzensport-Ereignis, das schon am ersten Tag alle Erwartungen übertrifft.

Am Freitag stehen weitere 18 Entscheidungen auf dem Programm.
Allen Siegern und Rekordschwimmern herzlichen Glückwunsch!

Kam, sprang und siegte – Kirsten Bruhn schwimmt neuen Weltrekord

Verfasst am 23. Mai 2008 – 21:17.

Die Erfolgswelle der IDM Schwimmen hält auch am zweiten Wettkampftag unvermindert an – und trägt viele Athleten ihrem Ziel Paralympics Beijing ein grosses Stück näher. Das gilt jedenfalls für diejenigen, die sich an diesem Wochenende noch für die Sommer-Spiele qualifizieren.

Kirsten Bruhn hat diese Sorge nicht, doch ihren Ehrgeiz und ihre sportliche Leidenschaft mindert das keineswegs. Hochkonzentriert geht sie in die Wettkämpfe – und gleitet in Weltrekordzeit durchs Wasser: So heute Vormittag, als sie 100 Meter Brustschwimmen in der überragenden Zeit von 1:38:99 absolvierte. Damit bestätigt sie ihre Ausnahmestellung im deutschen Behindertensport.

Mit ihrer neuen Weltrekordzeit und 1.374 Punkten zählt sie auf dieser Strecke für die Paralympics Beijing zu den internationalen Top-Favoritinnen mit sicheren Medaillenaussichten.

Darüber hinaus zeigen die zahlreichen ausserordentlichen Leistungen der Schwimmathleten, dass der Behindertensport den Meisterschaften der Nichtbehinderten im Schwimmen das Wasser reichen kann.
9 Weltrekorde, 11 Europarekorde und 8 „Amerikanische Regionale Rekorde“ (ARR) am zweiten Wettkampftag schon in den Vorläufen sind der beste Beweis dafür – und eine glänzende Bilanz.

Daniela Schulte (PSC Berlin) schwamm, nachdem sie bereits gestern einen Weltrekord über 800 Meter Freistil erzielt hatte, eine neue Weltbestzeit über 200 Meter Freistil in 2:28:25.

Auch die Junioren aus aller Welt „machen Welle“ im besten Sinn des Wortes und werden dafür mit viel Edelmetall belohnt.

Am Abend wurden die Meisterschaften mit den Finals über 200 Meter Freistil, 50 Meter Rücken, 100 Meter Brust und 100 Meter Schmetterling fortgesetzt. Kirsten Bruhn schwamm im Finale über 100 Meter Brust in sehr guten 1:39:90 auf den ersten Rang und ist damit neue Internationale Deutsche Meisterin.

Zu gerne hätte sie sich selbst überboten. Aber vielleicht gelingt ihr dies ja noch in Kürze. Zwischen den Schwimmläufen genießen die Athleten trotz aller inneren Anspannung und körperlichen Anstrengung während der Wettkämpfe dieses Sportmeeting. Wann hat man schon Gelegenheit, die versammelte Schwimmszene bei so einem besonderen Anlaß zu treffen? Da ist auch immer mal gerne Zeit für ein gutes Wort oder einen Spaß unter Sportsfreunden. Das ist es wohl auch, was Kirsten Bruhn so schätzt – und was ihr Kraft gibt.

Am Samstag, dem 24. Mai geht die Meisterschaft mit 16 Entscheidungen weiter – und Kirsten ist erneut voller Elan am Start.

Die perfekte Welle – neuer Weltrekord über 100 Meter Rücken für Kirsten Bruhn

Verfasst am 26. Mai 2008 – 7:59.

Da hat sie die perfekte Welle erwischt und den perfekten Tag genutzt, unsere neue Weltmeisterin über 100 Meter Rückenschwimmen – und brauchte dazu nur sensationelle 1:25,39 Minuten.

Mit 1.005 Punkten stellte Deutschlands Ausnahmeathletin Kirsten Bruhn im Finale der IDM Schwimmen ihren ersten persönlichen Weltrekord über diese Distanz auf.

Mit ihr am Start auf Rekordjagd – allerdings in anderen Startklassen wegen der unterschiedlichen körperlichen Handicaps – waren Karina Lauridsen aus Dänemark in 1:32,68 Minuten (1.305 Punkten) und Yip Pin Xiu aus Singapur mit 2:08,89 Minuten (1.084 Punkten).

Mit gleich fünf IDM-Titeln über 100 Meter Brust (in der Startklasse SB 5, ebenfalls mit Weltrekord in 1:38,99 Minuten), 100 Meter Freistil (Startklasse S7 in 1:15,04 Minuten), 400 Meter Freistil (Startklasse S7 in 5:44,28 Minuten) und 50 Meter Freistil (Startklasse S7 in 34,77 Sekunden) erreichte Kirsten Bruhn 1.374 Punkte als erfolgreichste Schwimmerin im schnellen Berliner IDM-Wasser. Sie erhielt dafür einen Ehrenpreis der Fürst-Donnersmarck-Stiftung.

Ohne den unermütlichen Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer wäre dieser professionelle Sport-Event nicht zu stemmen gewesen: Da wurden Rollis im Eiltempo zwischen den eng angesetzten Starts von einem Ende des Schwimmbeckens zum anderen geschoben – mit allerlei Utensilien bestückt. Junior-Sportis sorgten für den rechtzeitigen Aushang der Ergebnisse, versorgten Schiedsrichter und Betreuer mit Getränken. Das große Rennen fand im und am Wasser statt: Am Ende haben alle gewonnen.

Diese IDM Schwimmen waren in jeder Hinsicht ein Rekord-Sport-Festival:
83 Weltrekorde
61 Europa-Rekorde und
29 Amerikanische Regionalrekorde

5 Welt- und 4 Europarekorde gingen an Deutschland, davon 3 Welt- und 3 Europarekorde an den PSC Berlin.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann:
582 Teilnehmer aus 112 Vereinen und Verbänden sind aus 35 Nationen angereist und heizten die Stimmung in der tropisch warmen Schwimmhalle auf. Aus Deutschland nahmen 171 Aktive aus 62 Vereinen teil und schwammen 5 Welt- und 4 Europarekorde bei 784 Starts.

Verena Schott vom BV Leipzig schwamm Europarekord über 800 Meter Freistil der offenen Klasse in 12:22,59 Minuten. Je 3 Welt- und Europarekorde gingen auch an den Paralympischen Sport Club Berlin (PSC). Die blinde Daniela Schulte schwamm 3 Weltrekorde, 800 Meter Freistil in 11:09,23 Minuten, 200 Meter Freistil der Startklasse S11 in 2:38,25 Minuten und über 200 Meter Freistil in 2:36,09 Minuten in der offenen Klasse.

Christiane Reppe erzielte über 800 Meter Freistil in 10:47,30 Minuten in der offenen Klasse einen neuen Europarekord.

Voller Emotionen verliefen die Tage für den 19 jährigen Lucas Ludwig:
Hatte er am Samstagvormittag seinen am 26. Mai 2007 aufgestellten Europarekord über 100 Meter Freistil noch an den Spanier David Levecq (55,33 Sekunden) verloren, so holte er sich am späten Nachmittag diesen in einem spannenden Duell gegen den Rekordhalter mit einer Zeit von 55,29 Sekunden zurück. Schon am Donnerstag, dem 22. Mai, konnte Lucas Ludwig einen Europarekord über 800 Meter Freistil mit einer Zeit von 9:02,96 Minuten erschwimmen.

Ein Wechselbad der Gefühle hat dieses Spitzensport-Meeting allen bereitet: die Emotionen reichten von Gelassenheit, Konzentration, Spannung über Euphorie bis hin zu Niedergeschlagenheit – wenn es mal nicht so gut lief. Nicht jeder konnte ausreichend für die Paralympics-Qualifikation punkten. Doch letztlich haben sich alle als Top-Athleten und faire Sportler gezeigt.

Es ist einfach nur cool, als Schwimmer oder Fan Teil dieses Sportfestes zu sein – da ist das Wiederkommen schon jetzt angesagt: Echtes Paralympics-Feeling liegt in der aufgeheizten Hallen-Luft.

Mit jeder Welle und mit jedem Tag wird der Traum von Beijing wahrer.

100 Tage bis Beijing 2008

Verfasst am 29. Mai 2008 – 0:00.

Für die Athletinnen und Athleten – auch für Kirsten, Astrid und Pierre – heißt das: Durchstarten. Und wie Imke im sport-ID-Blog sehr richtig schreibt, haben die Sportler neben ihrem Training oft auch noch offizielle Termine auf dem Plan. Das ist ein Marathon schon vor den Sommer-Spielen Beijing.

Also gehen auch wir hier zur Sache. Das erwartet uns vom 6. bis 17. September:

4.000 Athleten aus aller Welt
20 Sportarten hier kurz im Überblick:

Bogenschießen

Seit 1960 in Rom ist diese Sportart paralympisch. Sie steht allen gehandicapten Athleten offen und wird aus der stehenden oder sitzenden Position heraus ausgeübt . Regeln und Punktesystem entsprechen denen der Olympischen Spiele.

Boccia

Diese italienische Variante des französischen Boule-Spiels ist rein paralympisch. Es geht darum, die eigenen Kugeln so nah wie möglich an die kleinere Zielkugel zu plazieren und dabei die gegnerischen Kugeln wegzuschießen. Es ist ein Präzisionssport.

Fußball (mit 5 oder 7 Spielern)

„7-a-side“
Hier treten Cerebralparetiker, Menschen mit motorischen Störungen, in 2 Teams gegeneinander an und kicken im wesentlichen nach den Fifa-Regeln. Zur Halbzeit wird nach 30 Minuten gepfiffen.

„5-a-side“
Der Blindenfußball ist hierzulande immer mehr im Kommen – mit eigener Bundesliga. Bis auf den Torhüter sind alle Spieler blind. Sie orientieren sich durch Zurufe ihrer Guides am Spielfeldrand und hören den Ball durch sein rasselndes Geräusch.

Gewichtheben

Hier heißt es: Bankdrücken. Seit Sydney 2000 lassen auch Frauen kräftig die Muskeln spielen.

Goalball

Diese Mannschaftssportart ist die „exotischste“ aller Behindertensportarten – ohne Entsprechung im Sport der Nichtbehinderten. Basketball kommt ihr am nächsten.
Je drei Athleten mit unterschiedlich starker Sehbeeinträchtignung
tragen zur Chancengleichheit blickdichte Brillen. Unter vollem Körpereinsatz spielen sie den klingelnden Ball (wie beim Torball) ins gegnerische Tor und wehren ihn liegend ab.

Judo

Seit Seoul 1988 treten blinde und sehbehinderte Männer gegeneinander an. Die Frauen führen diese Kampfkunst seit Athen 2004 paralympisch aus.

Leichtathletik

Diese Sportart ist der Klassiker der Paralympics seit Rom 1960 – und steht allen Behinderungsklassen offen. Bis auf Stabhochsprung und Hürdenlauf sind alle Leichtathletik-Disziplinen vertreten: an die Stelle des Zehnkampfes tritt der Fünfkampf.

Radfahren (Straße, Bahn oder Gelände)

Die Radrennfahrer treten auf der Straße oder beim Bahnrennen in die Pedale – als Tandem bei den sehbehinderten Piloten. Diese Sportart unterscheidet sich am wenigsten von den Olympischen Spielen. Lediglich die Rennräder werden entsprechend den Fahrerbedürfnissen angepaßt.

Reiten

Reitsport ist seit Atlanta 1996 paralympisch und steht Sportlern aller Klassifizierungen offen.

Rollstuhl-Basketball

Hier sind Athleten mit Handicap im Rolli am Ball. Wer im Alltag auch ohne Rolli auskommt, wird als Fußgänger bezeichnet. Die unterschiedlichen Handicaps der Mannschaftsspieler werden hier in besonderem Maße durch ein ausgefeiltes Klassifizierungs-System ausgeglichen.

Rollstuhl-Fechten

Auch dies ist eine klassische paralympische Sportart seit Rom 1960. Besonderheit hier: Die Rollis sind am Boden fixiert – ihre Treffer erzielen die Fecht-Athleten durch freie und schnelle Bewegungen des Oberkörpers. Wie beim olympischen Fechten erfolgt eine elektronische Anzeige der Treffer.

Rollstuhl-Rugby

Bei dieser Mannschaftssportart sind die Athleten an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt. Körperkontakt ist hier nicht erlaubt, dafür jedoch fast jeder Einsatz des Rollis. Das ist Sport-Akrobatik pur.

Rollstuhl-Tennis

Diese Sportart dürfte Tennis-Fans begeistern. Sie ist seit 1992 Teil der Paralympischen Spiele und bei den Regeln dem olympischen Tennis stark angelehnt: der Ball darf allerdings zweimal auftippen.

Rudern

Diese Olympia-analoge Wassersportart hat bei den Paralympics Beijing 2008 ihre Premiere.

Segeln

Hier heißt es seit Sydney 2000 nach ähnlichen Regeln wie bei den Olympischen Spielen: „Ran an den Wind!“ – mit zwei Bootsklassen am Start.

Sitzvolleyball

Die Volleyballer gehen ebenso hart ran ans Netz, wie ihre olympischen Kollegen – nur dass es tiefer hängt wegen der deutlich niedrigeren Position der am Boden sitzenden Spieler.

Sportschießen

Diese Sportart steht allen Athleten mit Handicap offen. Sie ist dem olympischen Schießen annähernd gleich. Nur die Waffen, der Abstand zur Zielscheibe, die Schießposition und Anzahl der Schüsse sowie deren zeitlicher Abstand variieren.

Schwimmen

Seit Beginn der Paralympics 1960 stehen die Schwimm-Wettkämpfe fest auf dem Programm.
Einziger wesentlicher Unterschied zu den Olympischen Spielen: die Athleten dürfen je nach Handicap auch direkt aus dem Wasser starten – und die Startklasse entscheidet in Verbindung mit erreichter Punktzahl über die Platzierung im Ziel. (Dazu in Kürze nähere Erläuterungen).

Tischtennis

Hier treten Athleten aller Handicaps an der Platte gegeneinander an. Es ist die Lieblingssportart der Chinesen. Man schmettert die Bälle aus dem Rolli heraus – und kontert ebenso fix wie bei Olympia.

Klasse-Sport mit mehr als einem Sieger

Verfasst am 30. Mai 2008 – 16:05.

Meetings gehandicapter Athleten sind Spitzensport der Extraklasse – auch bei den Regeln.

Steht man am Schwimmbeckenrand und verfolgt gespannt etwa den Wettkampf der Männer über 50 Meter Schmetterling bei den IDM, staunt man nicht nur über deren sportliche Leistungen – sondern auch über die Regeln. Dabei ist eigentlich alles wie immer im Sport: „Auf die Plätze, fertig, los!“

Konzentriert warten die Athleten auf ihren Startplätzen, begeben sich in Position, bis das Signal ertönt und die Bahn freigibt. Schwimmbrille zurechtgerückt – angespannte Stille.

Auf Bahn vier startet der Schwimmer aus dem Wasser heraus, weil er als Rollifahrer nicht aus dem Stand ins Wasser springen kann. Der Athlet auf Bahn sechs beugt sich sprungbereit nach vorne – ohne Arme. Einem anderen sieht man sein Handicap auf den ersten Blick gar nicht an: er ist blind.

Dann das Signal zum Start, anfeuernde Rufe – und der Wettkampf ist eröffnet. Kein Fehlstart. Mit kraftvollen Schwüngen gleiten die Schwimmer schnell durchs Wasser. Auch der Athlet, der keine Arme hat, schwimmt Schmetterling – das geht. Er ersetzt die fehlende Armkraft durch Wellenbewegungen seines ganzen Körpers – wendig und überaus dynamisch.

Der Kommentator Ralf Otto erläutert indes das Geschehen auf einer anderen Bahn: “Er hängt etwas in der Leine. Aber das kann bei blinden Schwimmern durchaus passieren. Jetzt ist er wieder in der Spur.“ – sekundenschnell. Der Athlet, der nicht sehen kann, orientiert sich behende tastend und auch akustisch. Kurz bevor er am Ende der Bahn ist, tippt ihm sein Guide mit einer leichten Teleskopstange vorsichtig auf Rücken oder Badekappe: nur noch etwa drei Meter oder zwei Schwimmzüge – ohne ungebremste Kollision mit der Schwimmbeckenwand.

Der erste Schwimmer schlägt an, immer noch angespannt schaut er auf die Anzeige. „Eine super Zeit!“ bestätigt ihm Kommentator Ralf Otto. Und unsereins jubelt – aber mit Handbremse. Denn der zuerst ankommende Athlet ist nicht zugleich auch einziger Erster dieses Wettkampfes, sondern bezogen auf seine Startklasse. Und diese bestimmt sich nach der Art des körperlichen Handicaps. Hier siegen gleich mehrere Schwimmer: die jeweils Klassenbesten.

Paralympische Athleten treten also nach besonderen – für Laien zunächst etwas sonderbare – Regeln zum Wettkampf an. Auch der Schmetterlingsschwimmer ohne Arme ist am Ziel. Die Schwimmer bleiben im Wasser, bis alle angekommen sind. Das gebietet die Fairness unter Sportlern mit verschiedenen körperlichen Eigenschaften. So die Regeln und Klassifizierung. Sie sind komplex, stellen aber auch sportlich-faire Wettkämpfe sicher.

Für Zuschauer ist es also hilfreich, sich vor dem Start etwa bei Schwimmwettkämpfen zunächst einen Überblick über die Startklassen (auch als Schadensklassen bezeichnet) zu verschaffen, in denen die einzelnen Athleten an den Start gehen. So kommt es nicht zum Vergleich von „Äpfeln mit Birnen“ oder hier besser: blinder mit arm- oder beinamputierten Athleten. Nur ein gleichberechtigter Wettkampf ist ja auch ein fairer Wettkampf. Darauf legt man beim paralympischen Sport besonderen Wert.

Um den Sport mit Handicaps und das Wettkampfgeschehen transparenter und spannender zu machen, soll die Vielzahl der Startklassen reduziert werden – so aktuelle Überlegungen. Zugleich will man den körperlichen Bedingungen der Sportler gerecht werden. Eine brisante Diskussion, die jetzt auch mit Blick auf Olympia, den Vorstoß von Oscar Pistorius bis hin zum allgemeinen Leistungssport geführt wird.

In erster Linie geht es jedoch um Chancengleichheit bei Sport-Meetings gehandicapter Athleten untereinander: sie stellt bislang die Klassifizierung sicher.

Für neue Zuschauer des paralympischen Sports ist diese spezielle Sichtweise zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Doch schon nach kurzer Zeit kann man die Startklassen differenzieren, den Athleten folgen – und ungebremst mit ihnen jubeln.

Der Brasilianer Andre Brasil Esteves in der Klasse S 10 (gehandicapt durch Muskelschwund am linken Unterschenkel) ist nach 27,17 Sekunden Internationaler Deutscher Meister – seiner Startklasse. Der stolze Medaillenträger ist zudem neuer Weltrekordhalter über 800 Meter Freistil.

+++ DAS SYSTEM der Startklassen:

Das Klassifizierungs-System gliedert sich allgemein in fünf Gruppen von Handicaps, je nach Schweregrad der körperlichen Beeinträchtigung abgestuft in einzelne Startklassen:

+ Sehschwäche/Blindheit mit 3 Klassen
+ Amputierte (die beim Sport nicht auf den Rolli angewiesen sind) mit 7 Klassen
+ Rollstuhlsportler mit 8 Klassen
+ Cerebralparetiker (Bewegungsbeeinträchtigte infolge partieller Gehirnschädigung) mit 7 Klassen
Les Autres („Die Anderen, alle Übrigen“ mit körperlichen Beeinträchtigungen, die keiner der anderen vier Klassen zugeordnet werden können)

Die Gruppe der kognitiv beeinträchtigten Sportler (mit einer Klasse) ist seit Athen 2004 nicht mehr bei den Paralympischen Spielen vertreten, nachdem in Sydney 2000 die spanische Baskettball-Mannschaft regelwidrig mit mehrheitlich nicht geistig behinderten Athleten antrat und disqualifiziert wurde.

+++ DIE ERLÄUTERUNG zu den IDM Schwimmen im Internet:

http://mysql.snafu.de/idm-schwimmen/

„Im Schwimmen der Behinderten gibt es in jedem Wettkampf mehrere Sieger. Warum? In einem langwierigen Prozeß seit den Anfängen des Behindertensports 1948 hat sich ein System von Startklassen entwickelt. Es erfolgt eine Unterteilung in körperliche, geistige und Sehbehinderungen. Im Schwimmen gibt es derzeit international 14 Startklassen.“

Sven Michaelis, Medaillengewinner der Paralympics Athen 2004, erläutert das System der Startklassen und den sportlichen Wettkampf der IDM Schwimmen in Berlin:
„Bei Frauen und Männern gibt es bei den Sportlern mit einer Körperbehinderung 10 Startklassen: S1 bis S10. Dabei sind in der Klasse S 10 die Athleten mit der geringsten und somit in der S 1 die mit der schwersten Behinderung am Start.

Die Sehschwachen und Blinden werden in 3 Klassen (S11 bis S13) eingeteilt.
In der S11 starten die Blinden. In der Klasse S 13 die Sportler mit einem Restsehvermögen von unter 10%.
Bei beiden Behinderungsgruppen wird vor dem ersten Start im Behindertensport eine Einstufung in die jeweilige Startklasse vorgenommen.
Die Klassen S1-S13 sind paralympisch.

Weiterhin werden noch Sportler mit Lern (S14)- oder einer Geistesbehinderung (GB) an den Start gehen sowie Sportler die zwar eine Behinderung haben, diese aber so gering ist, dass eine Einstufung in das oben genannte System nicht erfolgt (AB).
Gewertet werden all diese Klassen zusammen.
Dies geschieht über den jeweiligen Weltrekord der Startklasse, der 1000 Punkte darstellt. Die jeweilige Zeit ergibt somit im Verhältnis mit dem Weltrekord einen Punktewert. Die Punktbesten starten dann in den Finalläufen am Abend.
Neben dem Finale, in dem der Internationale Deutsche Meister ermittelt wird, gibt es noch ein Jugendfinale für die Punktbesten der Jahrgänge bis 1990.“

Schneller, höher, weiter – Astrid Höfte bei den IDM Leichtathletik im Juni am Start

Verfasst am 2. Juni 2008 – 19:44.

Sie sprintet von Sport-Meeting zu Sport-Meeting europaweit – und zeigt sich in guter Form. Jetzt kommt die Leichtathletin Astrid Höfte auch „auf einen Sprung“ nach Berlin.

Die Internationalen Deutschen Meisterschaften Leichtathletik finden hier vom 13. bis 15. Juni statt. Bereits zum dritten Mal werden sie am Ort des International Paralympic Day 2007 ausgetragen.

Ausrichter sind der Paralympische Sport Club Berlin (PSC) und der Behinderten-Sportverband Berlin (BSB), die zum diesjährigen Sportfest rund 500 Athleten aus mehr als 30 Nationen eingeladen haben.

Die Athleten werden ihre Leistungen bei den diesjährigen IDM Leichtathletik im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion an gleich drei Tagen messen – der Eintritt für Sportfans ist frei.
Laut BSB-Pressesprecher Reinhard Tank wird auch der an beiden Unterschenkeln amputierte Leichtathlet Oscar Pistorius aus Südafrika erwartet – nachdem er beim ISTAF nicht teilgenommen hatte.

„Wir gehen fest davon aus, dass Pistorius in Berlin an den Start geht. Er hat sich für die 100, 200 und 400 Meter angemeldet“, sagt Ralf Otto, Leistungssportbeauftragter des BSB. „Die Hotelzimmer für das südafrikanische Team sind gebucht und er hat auch seine Teilnahme an der Eröffnungs-Pressekonferenz am 11. Juni in Berlin zugesagt.“

Zu den bekanntesten Sportlerinnen aus Berlin gehören die Paralympioniken Claudia Biene, Marianne Buggenhagen, Katrin Müller-Rottgardt, Matthias Schröder und Thomas Ulbricht.

Unsere Weitsprung-Spezialistin und Top-Athletin Astrid Höfte (TSV Bayer 04 Leverkusen) wird sich die Sport-Show sicher nicht vom „schnellsten Mann auf keinen Beinen“ stehlen lassen müssen – das hat der smarte Oscar Pistorius auch gar nicht im Sinn. Der Sprinter will sich vielmehr für die Sommer-Spiele Beijing qualifizieren.

+ Ort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Berlin-Prenzlauer Berg
+ Wettkampf-Termine: 13. bis 15. Juni 2008
Freitag, 13. Juni von 10:00 bis 19:30 Uhr
Samstag, 14. Juni von 9:30 bis 18:00 Uhr
Sonntag, 15. Juni von 9:00 bis 13:00 Uhr
Infos im Internet unter: http://www.dbs-leichtathletik.de

Oscar Pistorius sprintet – auch für Olympia

Verfasst am 13. Juni 2008 – 14:31.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Oscar Pistorius ist mit internationalen Top-Athleten bei den IDM Leichtathletik in Berlin am Start.

BERLIN – MAILAND – ROM. Das klingt nach Mode auf der Durchreise. Das erzeugt schnelles Kopfkino. Es sind die Etappen auf dem Weg zu den Spielen nach BEIJING 2008

Durchreise ja, Prominenz auch. Mode? Nein. Obgleich sich doch die Frage stellt, was „man(n) bei Olympia“ diese Saison trägt. Jetzt wird mancher denken: „Na, was schon? Athletic Outfits – und schnelle Sportschuhe. Den Rest machen wohlgeformte Beine und ein durchtrainierter Body.

Das haben die Herren zu bieten, die sich am Mittwoch in Berlin-Mitte präsentierten – und dabei eine sehr gute Figur machten. „Wohlgeformte Beine“ weisen sie neben Fitness und Charisma auch auf. Das sollte nicht anders zu erwarten sein: sie sind Top-Athleten.

Bei der Eröffnungs-Pressekonferenz aus Anlass der Internationalen Deutschen Meisterschaften Leichtathletik in Berlin beantworteten sie Fragen zahlreich erschienener Medienvertreter. Der sehbeeinträchtigte Fünfkämpfer Thomas Ulbricht geht bei den IDM Leichtathletik über 100 Meter, bei den Disziplinen Weitsprung, Speer und Diskus für den Paralymischen Sportclub (PSC Berlin) an den Start. Der PSC Berlin ist an der Seite des BSB Berlin zugleich Ausrichter dieses Sportmeetings.
Der 22-jährige Ulbricht hat sich neue Bestleistungen bei der IDM als auch bei den Paralympics zum Ziel gesetzt und kann als Erstplatzierter der IPC-WM 2006 in Assen zudem sehr gute Erfolge in Athen 2004 als beachtliche Referenzen im Leistungssport vorweisen. Er gehört dem Berliner Top-Team Peking an und überzeugt durch starke Leistungen. Große Worte, die macht er weniger gern – und fasst sich kurz. Daher ist er hier schneller als der „Schnellste ohne Beine“ auf der Tartanbahn.

Und schon richten über 30 Journalisten aus ganz Europa – sogar die BBC – ihre Mikrofone, Kameras und volle Aufmerksamkeit auf Oscar Pistorius. Gerne sagt der von sich, er sei „der Schnellste auf keinen Beinen“. Nicht seine eigenen, doch wohlgeformt sind auch sie – und seine „Cheetah- Flex-Foot“ können sich durchaus sehen lassen. Mit diesen Carbonfaserfüssen des Typs Gebhard von Össur hat der Südafrikaner das Potential, bestmögliche Zeiten nicht nur bei den Paralympics zu laufen und will dies nun auch bei Olympia tun.

Beim Leichtathletikmeeting am Wochenende will Oskar Pstorius sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren. Dafür sind die Wettkämpfe vorsorglich beim Deutschen Leichtathletikverband gemeldet. Ein Olympia-Start war Pistorius bislang durch die IAAF verwehrt worden. Der 21-Jährige, ohne Unterschenkel geborene und amputierte, Ausnahmeathlet aus Pretoria hat für Olympia einen langen und kraftzehrenden Lauf durch die Instanzen bis hin zum Internationalen Sportgerichtshof, Cas, erfolgreich bewältigt.

Seine Sportprothesen sind wie die aller Athleten mit ähnlichem Handicap maßgeschneidert und bis zu 2.700 Euro teuer. Die Frage, ob sie dem Sprinter in dieser hochtechnologisierten Form einen Vorteil verschaffen gegenüber Athleten, die auf eigenen Beinen laufen, wird trotz höchstrichterlicher Verneinung noch immer heiß diskutiert.

Dementsprechend hoch ist das Interesse an Auftritt und Erfolg des Ausnahmeathleten Pistorius. Er plädiert nicht nur in eigener Sache, sondern vielmehr auch im Interesse aller Sportler mit Handicap für Gleichberechtigung und gegen Benachteiligung nur wegen individueller körperlicher Eigenschaften.

Oscar Pistorius am Start in Berlin 2008 – und bei ParalympicSportTV

Bei den IDM in Berlin geht der Sprinter und Weltrekordhalter über 100, 200 und 400 Meter auf die Strecke – und will seine Bestzeit von 46,56 Sekunden unterbieten. Es gilt, die Olympianorm von 45,55 Sekunden für einen Start in Peking zu erfüllen.

„Es gibt ein Menschenrecht auf Sport.“, konstatiert Pistorius. Ganz gleich, was oder wer gerade angesagt ist: dies sei keine Frage der Mode-Themen. Eher ein Grundsatz, eine Lebenseinstellung – und neue sportliche Perspektive für alle. Es ist Zeit, dieses Ziel zu erreichen – in Bestzeit. Das ist mehr als nur „chic“ – es ist ein zukunftsweisender Trend.

Wettlauf mit der Zeit – Astrid Höfte läuft zum Sieg bei der IDM Leichtathletik

Verfasst am 16. Juni 2008 – 13:58.

Es war ein erfolgreiches Wochenende der IDM Leichtathletik in Berlin – auch für Astrid Höfte, der Top-Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen.
Sie kann nach ihren 4,75 Metern im Weitsprung und der damit erstmals erfüllten B-Norm schon die Planungen für Peking aufnehmen. Die 29-Jährige musste sich in Berlin nur der Österreicherin Andrea Scherney, die 4,93 Meter sprang, geschlagen geben. Anschließend durfte sich Astrid Höfte noch über Bronze im 100-Meter-Lauf in 14,67 Sekunden und auf der doppelten Distanz in 29,57 Sekunden freuen.

Ihr Trainer, Karl-Heinz Düe, lobt seine Sportler: „Jetzt zahlt sich das Trainingslager von Lanzarote aus. Astrid Höfte hat endlich die Leistungen aus dem Training umgesetzt und unter Druck einen guten Wettkampf gemacht.“

Nach anfänglicher Anspannung zeigte sie sich auch selbst nach den Wettkämpfen auf dem Sieger-Treppchen sehr zufrieden und entspannt – und freut sich auf die Paralympics.

Doch zuvor stehen noch einige Wettkämpfe und intensives Training an. Zudem ist die Athletin neben ihrer sportlichen Vorbereitung auf die Spiele Beijing 2008 halbtags berufstätig.

In dieser Hinsicht haben es manche internationale Athleten deutlich besser getroffen: Sie verfügen über so viele Sponsoren, dass ihr Gelderwerb auch ohne Berufstätigkeit sichergestellt ist – und sie sich ausschliesslich auf die Sportkarriere konzentrieren können.

Mit Oscar Pistorius war ein solcher Glückspilz in Berlin am Start. Er holte sich gleich zwei Titel. Beim offenen Finale lief er mit 49,16 Sekunden über 400 Meter auf den ersten Platz – die Olympia-Norm verpasste er indes um mehr als drei Sekunden. Mit einem Sprint in 21,77 Sekunden war er auch auf der 200-Meter-Strecke nicht zu schlagen.

455 Athletinnen und Athleten aus 28 Nationen zeigten bei der IDM Leichtathletik 2008 in Berlin eine überaus beeindruckende sportliche Performance – und gaben einen Eindruck davon, was bei den Paralympics Beijing 2008 abgeht.

Das Ticket ist gelöst – 170 deutsche Paralympics-Sportler sind nominiert

Verfasst am 23. Juni 2008 – 11:29.

Jetzt steht es offiziell fest, wer bei den Paralympics Beijing 2008 um Medaillen kämpfen wird: Kirsten Bruhn, Astrid Höfte und Pierre Senska sind dabei! Als weitere Top-Athleten führen Manuela Schmermund (Schießen), Michael Teubert (Radsport) und Wojtek Czyz (Leichtathletik) die deutsche paralympische Mannschaft an.

Eine Liste aller Nominierten steht jetzt als PDF-Datei zum Download im Internet bereit.

Die Nominierungskommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland hat am Sonntag in Hamburg die Namen der insgesamt 170 deutschen Athleten – 67 Frauen und 103 Männer – bekannt gegeben, die im September bei den Paralympics an den Start gehen werden.

Sie werden begleitet von einem Funktionsteam mit 106 Personen. Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten und Betreuer stehen unseren Paralympioniken vor, während und nach den Wettkämpfen zur Seite – und kümmern sich um das Wohl der Athleten. Mit Organisation, Logistik und Wettkampfbetreuung vor Ort haben sie alle eine große Aufgabe zu stemmen. Viele ehrenamtliche Helfer werden dabei sein.

Die Organisatoren aus Peking erwarten rund 4.000 Sportlerinnen und Sportler sowie 2.000 Betreuerinnen und Betreuer aus über 150 Nationen.

Der Chef de Mission und ehemalige Paralympics-Teilnehmer, Karl Quade, freut sich für die Sportler: „Meine Gratulation geht an alle, die es geschafft haben. Der Start bei den Paralympics ist ein Höhepunkt in jeder sportlichen Laufbahn. Schließlich besteht die Möglichkeit einer Teilnahme nur alle vier Jahre. Wir wollen die gute Entwicklung der Gesamtleistung von Athen fortführen und uns am Ende hoffentlich über zahlreiche Medaillen freuen.“

Es wird nicht ganz leicht werden, im Wettkampf mit den in fast jeder Sportart als sichere Medaillen-Kandidaten gehandelten Chinesen Edelmetall zu erringen. Hinzu kommt, dass die deutsche Mannschaft deutlich kleiner ist, als noch vor vier Jahren in Athen. Dort hatten sich mehr Mannschaften qualifiziert, gibt der Vizepräsident des deutschen Behindertensportverbandes, Karl Quade, zu bedenken. China rekrutiert seinen Paralymics-Kader aus seiner großen Gruppe von 80 Millionen Menschen mit körperlichen Handicaps – schon quantitativ anderen Nationen überlegen.

Das deutsche Paralympics-Projekt wird dank eines Etats von 1,8 Millionen Euro realisiert. Die Athleten des deutschen Top-Team Peking erhalten eine finanzielle Förderung, müssen Training und Wettkämpfe aber dennoch neben ihrer Berufstätigkeit in Teilzeit absolvieren. Erst ab August – nur einen Monat vor den Paralympics – können sie sich ausschliesslich professionellem Training und Leistungsdiagnostik widmen.

Und wie steht es um die Barrierefreiheit am Ort des sportlichen Geschehens sowie auf dem Weg dort hin in der chinesischen Hauptstadt? In Athen 2004 absolvierten Rollstuhlfahrer noch den ein oder anderen Hindernis-Parcours. Karl Quade ist da im Hinblick auf Peking hoffnungsvoll:
„Alle neuen Einrichtungen sind behindertengerecht, aber natürlich gibt es noch alte Bauten und alte U-Bahn-Stationen, wo es schwer werden könnte.“ Der Weg ist das Ziel.

„Go for Paralympics“ – Kirsten Bruhn auf  Tour für den Reha-Sport

Verfasst am 27. Juni 2008 – 15:40.

Sie ist Leistungssportlerin aus Leidenschaft, Hoffnungsträgerin für Erfolge bei den Paralympics, als Botschafterin des Sports ein Vorbild für viele. Und vor allem ist sie auch – ein ganz normaler Mensch.

Insbesondere für jene Menschen, die jede Hoffnung verloren haben, Sport treiben zu können oder sich auch nur gesund durchs Leben zu bewegen. Dafür kann es viele Gründe geben. Oft sind es Unfälle oder eine unerwartete Wende im Leben, die unsere Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. Dann stehen wir am Null-Punkt, mental und körperlich. Von jetzt auf gleich.

In dieser Situation helfen Reha-Maßnahmen, wieder in ein aktives Leben zurück zu finden, Gesundheit und Berufsfähigkeit auf allen Ebenen bestmöglich wiederherzustellen. Das kann mal weniger, mal mehr Zeit und Aufwand beanspruchen. Die Kur als gesundheitliche Reha kennen fast alle. Sport ist eine gute Methode, um neue Kraft und Selbstvertrauen zu gewinnen, in Bewegung zu kommen – und zu bleiben.

Unfälle stellen das Leben in Sekundenschnelle auf den Kopf, werfen die Betroffenen aus der Bahn. Auch für Kirsten Bruhn war alles von einem Tag auf den anderen anders als zuvor.

Schon als Dreijährige schwimmt sie als jüngstes von fünf Kindern mit ihrer im Wassersport aktiven Familie um die Wette. Das tut sie so beeindruckend, dass sie bereits im Alter von 10 Jahren mit dem Leistungssport beginnt – und für die Junioren-Europameisterschaften nominiert wird. Noch strebt sie statt des Profisports mit 18 Jahren nach dem Abi eine berufliche Karriere an, will Grafikdesign studieren. Sie ist eine entschlossene, vielseitige Sportlerin und aktive Frau, sucht im Neuen die Herausforderung nebst Adrenalinkick – doch immer mit Bedacht auf ausreichende Sicherheit.

Dann gibt es eine Zäsur in ihrem Leben.
Während eines Urlaubs auf der griechischen Insel Kos im Jahre 1991 gerät das Motorrad, auf dem Kirsten Bruhn als Sozius unterwegs ist, aus der Spur. Die folgende medizinische Diagnose ist zunächst niederschmetternd: inkomplette Querschnittslähmung. Das bedeutet, die Beine hüftabwärts nicht vollständig nutzen zu können. Es bleibt aber eine Restfunktion der Oberschenkelmuskulatur. Das Laufen ist über kurze Wege mit Gehhilfen möglich – ansonsten ist der Rollstuhl ständiger Begleiter. Beim Schwimmen fehlt der bisher gewohnte ausreichende Vortrieb. Daher schwimmt die Sportlerin jetzt allein mit der Kraft ihrer Arme und des Oberkörpers.

Das Schwimmen verhilft Kirsten Bruhn schnell zu neuer Zuversicht und Eigenmobilisisierung – mental und physisch. Im Zuge der Reha-Maßnahmen entdeckt die Schwimmerin 1992 die Leidenschaft für ihren Sport ganz neu und wird darin von Physiotherapeuten bestärkt. Auch ihre Familie unterstützt die junge Frau. Vater Manfred Bruhn ist ihr Trainer, und sie sind ein gutes Team. Der Sport eröffnet ihr neue Ziele und Perspektiven – mit jedem kräftigen oder entspannt sanften Schwimmzug. Sie meldet sich noch im selben Jahr erstmals zu den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Behinderten – und schwimmt kurze Zeit später ihren ersten Weltrekord. Bei den Paralympics Athen 2004 gewinnt sie Gold – und viele Fans.

Sportlich herausragende Erfolge gefolgt von unzähligen öffentlichen Terminen stehen nach neuer Lebensorientierung neben dem Beruf auf der Agenda der Ausnahme-Athletin. Und sie kennt den Zeitpunkt, wann es gilt, selbst Grenzen zu setzen, der eigenen Regeneration Raum zu geben.
In einem Interview sagt die sympathische Sportlerin und Sozialversicherungsfachangestellte: „Ich war immer superaktiv. Wenn ich etwas nicht konnte, habe ich es schnell gelernt, egal ob Surfen oder Skifahren. Grenzen in meinen Bewegungsmöglichkeiten habe ich nie erlebt.

Im Wasser spüre ich auch heute diese Grenzen nicht. Wenn ich meine Bahnen ziehe, kommt niemand auf die Idee, dass ich behindert sein könnte. Obwohl das Schwimmen für mich auch eine Art Kampf ist, nicht unterzugehen.“

Das Wasser ist ein Element, das trägt. Es ist ihr Element und bildet eine Art Brücke zwischen der Zeit vor und nach dem Unfall. Die Wellen geben Kirsten Bruhn genau den Widerstand, den sie braucht, um sich in ihrer Vitalität uneingeschränkt zu spüren – und sich bisweilen auch abzureagieren. „Wenn ich im Wasser bin, bin ich nicht behindert.“ ergänzt die heute 38-Jährige und zieht unaufhaltsam ihre Bahnen im schnellen Wasser auf der ganzen Welt. Wer sie bei Schwimm-Events erlebt, hat eine sehr präsente Sportlerin vor sich, die sich hochkonzentriert ihrer Sache widmet, alles andere um sich herum ausblenden kann bis zum Start. Dann gibt sie alles.

Am Ziel angekommen fällt alle Anspannung von ihr ab und sie zeigt ihre Emotionen beinahe ungefiltert: mit erwartungsvollen Blicken auf das Ergebnis, mit freudestrahlenden Augen angesichts neuer Bestzeiten und Rekorde, aber auch mit kleinen Gesten des Unmuts über weniger Optimales. Dann ist Zeit für geselliges Plaudern mit Sportfreunden. Das macht wohl ihr Charisma aus, diese Echtheit und Spontaneität. Auch Wettkämpfe mit Sportlern ohne Handicap sind eine reizvolle Vorstellung für die engagierte Athletin. Kreativität ist nach wie vor ihr entspannender Ausgleich – und das Fahren sportlicher Autos ein positiver Adrenalinkick an Land.

Jetzt wirbt Kirsten Bruhn gemeinsam mit acht weiteren gehandicapten Top-Sportlern bei der „BG Kliniktour“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für den Reha- und Behindertensport. Er hilft sehr, sich neue persönliche Ziele zu setzen, sie auch zu erreichen – ein echtes Wohlfühlprogramm. Die ersten erfolgreichen der insgesamt elf Tour-Stationen waren Hamburg und Greifswald. Am 11. Juli in Tübingen, am 18. Juli in Murnau sowie am 24. August in Berlin spricht Kirsten Bruhn über ihr Leben mit Handicap und Sport – ganz menschlich.

Wenige Tage später im September heißt es dann endlich: „Go for Paralympics Beijing 2008“.

Leichtathletik am Start – mit Astrid Höfte

Verfasst am 3. Juli 2008 – 15:03.

65 Tage sind es noch, bis bei den Sommer-Paralympics vom 6. bis 17. September 170 Athletinnen und Athleten für Deutschland an den Start gehen. Auch die Leichtathletin Astrid Höfte fiebert den Spielen schon entgegen.

Mit ihr werden insgesamt 42 deutsche Leichtathleten um Medaillen und Rekordzeiten kämpfen. Sie stellen das größte Kontingent paralympischer Sportler in dieser klassischen olympischen sowie paralympischen Disziplin. Der TSV Bayer 04 Leverkusen ist mit einer Teilnehmer-Quote von 25% für Deutschland vertreten.

Für Astrid Höfte sind es nach Sydney 2000 und Athen 2004 bereits die dritten Paralympics. Die professionell auftretende Leichtathletin gilt im Weitsprungwettbewerb in der offenen Klasse als sichere Medaillenkandidatin. Ihre größte Widersacherin ist die Österreicherin Andrea Scherney. Über 100 Meter und 200 Meter steht Astrid Höfte ein Platz auf dem Siegertreppchen in Aussicht. Ihr Hauptaugenmerk wird allerdings auch bei diesen Paralympics beim Weitsprung liegen.

Die heute 28-Jährige spielte bereits in ihrer Schulzeit Volleyball gemeinsam mit ihrer Schwester und Mädchen ohne körperliche Beeinträchtigung. Bald avancierte die talentierte und zielstrebige Sportlerin beim Sitzvolleyball in die Nationalmannschaft. Doch das war ihr zu wenig Anreiz. Sie wollte größere Sprünge machen – beim Weitsprung und beim Sprint. Seither ist die Leichtathletin auf Erfolgskurs. Ihr Trainer Karl-Heinz Due begleitet die Top-Athletin und motiviert sie. Ihr Pensum umfasst in der Regel fünf Mal die Woche drei Stunden Kraft-, Ausdauer- und Techniktraining.

In den Wochen bis zu den Sommer-Spielen wird es noch intensiver und ständig optimiert.

Ihr Kurzprofil:
Sportart / Disziplin:
100 Meter 200 Meter
Weitsprung
Geburtstag:
21.12.1978
Geburtsort:
Münster
Größe:
1,70 m
Gewicht:
56 kg
Hobby:
Freunde treffen, Sport, Lesen
Beruf:
Hotelkauffrau und Bankkauffrau
Trainer:
Karl-Heinz Düe
Startklasse:
T/F 44: Unterschenkelverlust oder vergleichbares Handicap
Astrid Höfte fehlt von Geburt an der rechte Unterschenkel, weshalb sie mit einer Carbon-Prothese läuft und springt.
Erfolge:
2. Platz 100 m DM 1998
3. Platz Weitsprung DM 1998
Deutsche Meisterin 100 m und 200 m 1999
3. Platz Paralympics-Revival Weitsprung 1999
4. Platz Paralympics-Revival 100 m 1999
4. Platz Paralympics 100 m Sydney 2000
4. Platz Paralympics 200 m Sydney 2000
1. Platz EM 200 m Assen 2003
2. Platz EM 100 m Assen 2003
3. Platz EM Weitsprung (3,96 m) Assen 2003
Teilnahme Paralympics Weitsprung Athen 2004
Deutsche Vize-Meisterin Weitsprung 2005
3. Platz WM Assen Weitsprung 2006
3. Platz Weitsprung WM Taiwan 2007
4. Platz 200 m WM Taiwan 2007
5. Platz 100 m WM Taiwan 2007
3. Platz 200m IDM 2008*
(*wird aktualisiert)
Im Verein
„TSV Bayer 04 Leverkusen“ seit 1. Januar 1997
Mannschaft:
Behindertensport-Team des TSV Bayer 04 Leverkusen e.V.
Mitglied des Top-Team Peking

Mehr als Gold, was glänzt – Medaillen und sportliche Leistungen

Verfasst am 4. Juli 2008 – 9:00.

In Peking laufen die Vorbereitungen für Olympia und die Paralympics auf Hochtouren. Die Medaillen sind geprägt, alle Volunteers ausgewählt, die Hotline eingerichtet und auch eine Klinik startbereit – für den Fall der Fälle.

Mit 6.000 Exemplaren hat das Olympia-Organisations-Kommitee BOCOG jetzt auch 3.000 Medaillen für die Paralympics offiziell vom australischen Sponsor BHP Billiton in Empfang genommen.

Diese glänzen auf in der Geschichte der Olympischen Spiele einzigartige Weise neben Bronze, Silber und Gold – jeweils auch in Jade veredelt. Das Design soll eine enge Verbindung der chinesischen Kultur mit den olympischen Ideen repräsentieren.

Die Rückseite der Medaillen besteht aus „yu“, Jade. Dieses edle Material symbolisiert seit mehr als 6.000 Jahren in der chinesischen Kultur Schönheit, Respekt, Liebe und gegenseitige Hilfe. Die Designer richteten sich nach den strengen Vorgaben des IOC für die Gestaltung der Olympia-und Paralympics-Medaillen. Demnach muss die Goldmedaille mindestens sechs Gramm reines Gold enthalten und die Silbermedaille in reinem Silber gefertigt sein.

Gold wert sind auch die unzähligen freiwilligen Helfer – 100.000 Volunteers – der Olympischen und Paralympischen Spiele. Sie sind nunmehr offiziell bestimmt und kommen aus der chinesischen Hauptstadt Beijing, aus ganz China und aus aller Welt. Die freiwilligen Helfer treten ihren Einsatz noch vor der Eröffnung der Spiele in den jeweiligen Sportstätten an.

Sie sollen für einen reibungslosen Verkehr zwischen den 31 Wettkampfstätten und anderen olympischen Einrichtungen sorgen sowie für Sicherheitskontrollen und technische Dienstleistungen zuständig sein. Zudem werden Freiwillige aus Hongkong, Macao, der Inselprovinz Taiwan sowie aus dem Ausland Übersetzungsdienste anbieten.

Auch das Call-Center für Besucher der Olympischen Spiele sowie der Paralympics ist jetzt online gegangen. Vom 1. Juli bis 25. September 2008 kann man unter der Rufnummer +86 10 6236 2008 Informationen in Bezug auf Olympische Spiele und Paralympics Beijing abrufen. 1.500 freiwillige Helfer geben von 7 bis 22 Uhr telefonisch Auskünfte in elf Fremdsprachen, Hochchinesisch und zwei chinesischen Dialekten. Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Mongolisch sowie Kantonesisch, sogar der Min-Dialekt, gehören zum guten Ton gegenüber Gästen der Sommer- Spiele. Zudem bietet das Call-Center Informationen zu Reise, Verkehr und Unterkunft in Beijing.

Eine Klinik im olympischen Dorf von Beijing wurde am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert. Während der Olympischen Spiele und der Paralympics können dort Athleten, Betreuer und Funktionäre aus über 200 Ländern und Regionen rund um die Uhr kostenlose medizinische Versorgung konsultieren – auch nach speziellen Behandlungsmethoden der traditionellen Chinesischen Medizin. Die Spezial-Klinik wird Mitte Juli gleichzeitig mit dem olympischen Dorf eröffnet. Sie bietet rund um Olympia und Paralympics umfassende medizinische Dienstleistungen an.

Noch nie war die Konkurrenz um Medaillen so groß, wie bei den Sommerspielen Beijing 2008, wenn 4.000 Athleten aus über 150 Nationen um paralympisches Edelmetall und Jade kämpfen werden. Da wird mancher für ein Trostpflaster dankbar sein – oder als Fan beim Call-Center Rat suchen. Die Leistungen der Spitzensportler mit und ohne Handicap werden ganz sicher glänzend sein: „Go for Gold!“

Schwimmen am Start – mit Kirsten Bruhn

Verfasst am 9. Juli 2008 – 13:48.

In 59 Tagen werden wir sie am Start bei den 13. Sommer-Paralympics in Beijing erleben – Kirsten Bruhn. Gleich fünf Mal ist sie dann am Start über 50 Meter und 100 Meter Freistil sowie über 100 Meter Brust. Ihr Ziel ist mit fünf Medaillen sogar noch eine mehr als vor vier Jahren von den Paralympics in Athen mit nach Hause zu bringen.

Der Schwimmsport ist eine der ältesten Disziplinen der Paralympics. Er hat seine Ursprünge in der Physiotherapie und in der Rehabilitation. Wie der Leistungssport insgesamt hat auch er seit der Nachkriegszeit eine enorme Eigendynamik entwickelt. Und so überrascht es nicht, dass bei den Paralympics die Schwimmwettkämpfe neben den Entscheidungen in der Leichtathletik zu den größten, spannendsten und beliebtesten Programmpunkten zählen.

Die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wassers ermöglichen es den Athleten unabhängig vom Grad des Handicaps, die Wettkämpfe ohne Prothesen oder andere technische Hilfsmittel zu bestreiten. Schwimmen ist seit 1960 in Rom paralympische Sportart.

In Athen 2004 hatten die deutschen Schwimmer 19 Gold-, 23 Silber- und 14 Bronzemedaillen aus dem Wasser gefischt – als Erfolgreichste des gesamten Teams. In Beijing treten 21 Athleten erneut mit großen Medaillenhoffnungen an. Kirsten Bruhn hatte aus Athen eine Gold-, zwei Silber- sowie eine Bronzemedaille mit nach Hause gebracht – und seither immer neue Weltrekorde und Bestzeiten geschwommen.

Die Schwimmwettkämpfe erfolgen in drei Start-Klassen jeweils in den Disziplinen Freistil, Rücken und Schmetterling, Brust und Lagen. Alle drei Klassen sind – je nach Grad der Körperbehinderung – in die Kategorien 1 bis 10 unterteilt, wobei 1 die schwerste und 10 die geringfügigste Behinderung bezeichnet. Darüber hinaus umfassen die Kategorien 11 (völlig blind) bis 13 (eingeschränkt sehfähig) Sehbehinderte.

Seit den paralympischen Spielen 1992 in Barcelona werden alle Beeinträchtigungsgrade in einem Klassifizierungssystem zusammengefaßt. Es wird seither immer wieder kritisch diskutiert – und optimiert im Hinblick auf Transparenz und Chancengleichheit.

Kirsten Bruhn absolviert ihr intensives Schwimmtraining zur Zeit noch neben einer Vielzahl Terminen, Medienauftritten als Sport-Botschafterin, Fachvorträgen – und ihrem Beruf. Ab August konzentriert sie sich dann endlich ausschließlich auf ihr Training für die Paralympics Beijing. Dann geht es mit der Nationalmannschaft der Schwimmer ins Trainingslager Rabenberg.

Ihr Kurzprofil:
Sportart / Disziplin:
Schwimmen – Freistil, Rücken, Brust
Geburtstag:
3.11.1969
Geburtsort:
Eutin
Wohnort:
Wasbeck, Schleswig-Holstein
Größe:
1,77 m
Gewicht:
58 kg
Hobby:
„Schwimmen, Ölmalerei, Design in jeglicher Hinsicht… – und schnell Autofahren.“
Beruf:
Sozialversicherungsfachangestellte
Trainer:
Manfred Bruhn
Verein:
PSV Union Neumünster
Startklasse:
S7 – Beeinträchtigung: inkomplette Querschnittslähmung
Sie ist Mitglied des Top-Team Peking
Ihre aktuellen Erfolge:
Weltrekordhalterin über 100 Meter Rücken mit 1:25,39.
„IDM Schwimmen 2008“ in Berlin: 5 x 1. Plätze
100m Brust Vorlauf 1;38,99 Weltrekord (alter eigener Weltrekord 1;39,60)
Finale 1;39,90
100m Freistil Vorlauf 1;15,66
Finale 1;15,04
400m Freistil Vorlauf 5;44,28
Finale abgemeldet
100m Rücken Vorlauf 1;25,68
Finale 1;25,39 Weltrekord (alter Weltrekord gehalten von Kristine Harkondottier aus Iceland 1;25,56)
50m Freitstil Vorlauf 0;34,77
Finale 0;34,79
„British Open“ in Sheffield / England
vom 25. bis 27. April 2008
4 Starts/ 2 Weltrekorde und 4 x 1. Plätze:
Vorlauf 100m Brust 1;40,29 (Weltrekord)
1. Platz Finale 100m Brust 1;39,60 (Weltrekord)
1. Platz 50m Freistil 0;34,86
1. Platz 100m Freistil 1;14,92
1. Platz 100m Rücken 1;25,90
„Danish Open in Esbjerg“ vom 07.- 09. März 2008
5 x 1. Plätze:
100m Brust 1:41,80 neuer Weltrekord
100m Rücken 1:26,49
50m Freistil 0:34,33
100m Freistil 1:14,80
400m Freistil 5:37,94

Sportnews are good News – junge Reporter bei den Paralympics gesucht

Verfasst am 9. Juli 2008 – 23:17.

Man müsste nochmal 18 sein – und die Chance haben, gemeinsam mit anderen jungen Schreibern live über die Paralympics zu berichten.

Wer will, der kann? Bewerbungsschluss ist der 17.Juli 2008 bei Radio „bigFM“.

Ähnliches tun auch die Schüler-Reporter des Berliner Tagesspiegels, der offizieller Medienpartner ist, in der „Paralympics Zeitung“ seit den Sommerspielen Athen 2004 – und auch bei den Winterspielen zuletzt in Turin 2006.

„Eine Welt – ein Traum“ lautet das Motto der Paralympics Beijing 2008
Sophie Guggenberger schreibt jetzt im Tagesspiegel sehr gut und anschaulich darüber:“Das Motto der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking klingt vielversprechend. Der Gedanke des interkulturellen Miteinanders, des Dialogs der Kulturen und der Begegnung.

Eine Illusion? Die Wettkämpfe der 4000 Athleten aus über 150 Nationen vom 6. bis 17. September in Peking sollen „die schönsten und größten in der Geschichte der Paralympics werden“, so wünscht es sich Ma Canrong, der chinesische Botschafter in Berlin.

In China gibt es 80 Millionen Behinderte, weltweit wird die Zahl auf 650 Millionen geschätzt. Menschen, auf der Suche nach Anerkennung. Wertschätzung. Nach Würdigung ihrer Leistung. Unbefangen, ohne Vorurteile, ohne Mitleid – trotz körperlicher Beeinträchtigungen. Kein einfaches Unterfangen. Fällt es vielen doch generell nicht gerade leicht, anderen Menschen Erfolg zu gönnen. Einen Menschen mit Handicap normal zu behandeln, ihn zu kritisieren, ihn zu loben, ihm zu widersprechen – alles könnte leicht falsch ausgelegt werden. Berührungsängste.

Dabei ist es doch so einfach: Wir alle sind Lebewesen einer Welt – mit einem gemeinsamen Traum. Diesen Sommer in Peking sehnen sich alle Sportler nach Bestätigung, nach Achtung und Respekt vor ihrer brillanten, außergewöhnlichen Leistung. Jeder Mensch ist einzigartig, und doch Teil eines großen Ganzen. Keine Illusion. Eine Herausforderung.

Verinnerlicht haben dies bereits 21 Berliner Schüler aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien. Die Gymnasiasten erstellen gemeinsam mit 20 Schülern der 80. Pekinger Mittelschule die „Paralympics Zeitung Beijing 2008“. Sie sind die akkreditierten Journalisten der multinationalen Redaktion. Ihre Artikel schreiben die jugendlichen Abiturienten in ihren Muttersprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch und Chinesisch.

Insgesamt vier Ausgaben der Zeitung werden in China und Deutschland während der Paralympischen Sommerspiele erscheinen. Als Beilage im Berliner Tagesspiegel, im Handelsblatt und in der Zeit – kurz vor der Eröffnungsfeier der Paralympics am 4. September 2008.

Die Jungredakteure erhalten dabei professionelle Unterstützung vom Tagesspiegel und einer chinesischen Tageszeitung. Sie dürfen miterleben, zu welchen Höchstleistungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen fähig sind – neben dem interkulturellen Austausch mit den gleichaltrigen Jugendlichen aus China. Für sie ist ein Traum wahr geworden. Keine Illusion.“

Das könnt Ihr doch auch, oder?! – Träume wahr werden lassen.

Wer die Paralympics und Sportler gerne hautnah erleben und darüber schreiben möchte – zwischen 18 und 25 Jahre jung ist -, hat jetzt Gelegenheit, sich um einen super-coolen Reporter-Job online zu bewerben:

Einfach eine überzeugende schriftliche Bewerbung als Präsentation, Audiofile oder Video online an „bigFM“ senden – und mit etwas Glück geht es Anfang September für die Presse zu den Paralympics Beijing.

Wer sportinteressiert, talentiert ist und dazu eine kreative Schreibe hat, darf von den Paralympischen Sommerspielen in der chinesischen Hauptstadt Peking berichten. Also ran an die Tasten, die Digi-Cam, ans Micro! „Die beiden Nachwuchsjournalisten, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sein sollten, werden vom 6. bis 17. September täglich von den Wettkämpfen berichten: On Air bei bigFM sowie via Vodcast, Podcast, Foto und Online-Tagebuch auf der Paralympics-Specialseite der Telekom sowie auf bigfm.de

Interviews mit den Medaillengewinnern der deutschen Mannschaft, Begleitung der Top-Team-Athleten, Geschichten aus dem „German Club“ oder dem Paralympischen Dorf – der Aufgabenbereich ist spannend und vielfältig zugleich. Auch die persönlichen Eindrücke der Reporter über Kultur, Land und Leute sollen bei der Berichterstattung nicht zu kurz kommen.

Wer Interesse an dieser sportlichen und spannenden „Auslandsreportage“ hat, kann sich bis einschließlich 17. Juli unter http://www.bigfm.de als Nachwuchsreporter bewerben. Viel Glück!“

Macht es wie Kirsten Bruhn und sagt euch einfach: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!“ Und falls es nicht gleich klappt: Zum Träumen ist es nie zu spät – und zum Schreiben auch nicht.

美,囍,福 – „Viel Glück!“

Sprinter ohne Furcht und Tadel – Pistorius läuft Saisonbestzeit in Rom, verpasst aber Olympia-Qualifikation für Peking

Verfasst am 12. Juli 2008 – 7:30.

Noch ist nicht alles gelaufen. Dies war die vorletzte Chance für ihn, 2008 die Olympianorm zu knacken. Ein letztes Mal vor Peking ist „die Prothesen-Rakete“ am 16.Juli in Luzern am Start.

Am 11.Juli in Rom erreichte Oscar Pistorius über 400 Meter Sprint mit 46,62 Sekunden seine Saisonbestzeit, doch für die Olympia-Qualifikation lief der Leichtathlet aus Pretoria nicht schnell genug – und ganz ohne Vorteil durch Sport-Prothesen. Der doppelunterschenkelamputierte Sprinter war im B-Lauf über 400 Meter beim Golden-League- Meeting an den Start gegangen – in der Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme in Peking.

Der Südafrikaner aus Pretoria, der mit Carbon-Prothesen läuft, kam als Siebter ins Ziel und erreichte mit 46,62 Sekunden seine Saisonbestleistung. Die Olympianorm von 45,55 Sekunden für Einzelläufer konnte er indes nicht angreifen. Jetzt hat der 21-jährige Leichtathlet Olympia in London 2012 fest im Visir – und startet in Peking bei den Paralympics.

Kritikern, die im Laufen mit Carbon-Prothesen einen Vorteil gegenüber Athleten ohne Handicap erkennen wollen, widersprechen neue Gutachten: Danach können Carbon-Prothesen keine eigene Energie generieren, sondern lediglich diejenige Kraft freisetzen, die der Athlet mit seinem eigenen Körper erzeugt.

Oscar Pistorius kam ohne Wadenbeine auf die Welt. Bereits im Alter von 11 Monaten wurden ihm beide Unterschenkel amputiert, so dass er seither beim Laufen auf Prothesen angewiesen ist und beim Sprint Sport-Prothesen trägt – wie bei vergleichbaren Handicaps allgemein üblich, selten jedoch als Doppelvariante.

Sein Startrecht bei Olympia hatte sich der zweitschnellste aller Läufer (mit und ohne Handicap) Südafrikas über 400 Meter im Jahre 2007 erst im Frühjahr 2008 vor dem Sport-Gerichtshof Cas nach einem langen Lauf durch die Instanzen juristisch erstritten. Das kostete den engagierten Vorkämpfer viel Trainingszeit – und jetzt auch wertvolle Sekunden auf dem Weg nach Peking zu Olympia.

Seine letzte Chance, die Olympia-Norm zu unterbieten, will Pistorius am 16.Juli beim Leichtathletik-Meeting in Luzern nutzen. Es dürfte nicht leicht werden, dies doch noch zu erreichen.

Der Weg nach Peking und Medaillenchancen stehen Oscar Pistorius indes auch anderweitig offen – bei den Paralympics. Jede Medaille hat zwei Seiten: Alles in allem ist er letztlich doch seiner Zeit voraus
und hat schon vor Olympia und Paralympics einen Sieg errungen – für Gleichberechtigung im Sport.

Wie gewonnen, so zerronnen? Pistorius läuft neue Bestzeit und verpasst die Qualifikation knapp ++ keine Olympia-Nominierung ++

Gestern Abend beim Leichtathletik-Meeting in Luzern federte er erneut aus den Startblöcken, der „Bladerunner“ Oscar Pistorius – und rannte über 400 Meter in 46,25 Sekunden als Dritter durchs Ziel.

Das bedeutet zugleich auch eine neue persönliche Bestzeit und Weltrekord für den ambitionierten Leichtathleten aus Pretoria. Sein Traumziel der Olympia-Qualifikation als Einzelläufer indes verfehlte er auch bei diesem vierten und letzten Versuch vor den Spielen in Peking.

Das enttäuschte den Sprinter – und dennoch:
„Ich bin so begeistert und glücklich! Ich habe diesen Abend wirklich sehr genossen.“, sagte Pistorius unmittelbar nach seinem Lauf – und erhielt Ovationen vom Publikum. Er ergänzte, es sei von Anfang an (nach dem Cas-Urteil) schwierig gewesen, die Norm als Einzelläufer zu erreichen.
Nun hofft der 21 Jahre junge Ausnahmeathlet, mit der südafrikanischen Olympia-Mannschaft in der Staffel antreten zu dürfen. Die offizielle Entscheidung für das südafrikanische Team fällt bis Sonntag – auch über eine Teilnahme von Oscar Pistorius. Die IAAF lädt zur Olympia-Staffel die 16 Teams mit den besten Durchschnittszeiten 2007 und 2008 ein.

Unterdessen gab es auf Funktionärsseite des IAAF erneut Bedenken, Pistorius einen Start in der Staffel zu gestatten: wegen Sicherheitsbedenken. Die Federfüsse seiner Cheetah- Prothesen könnten, so wird argumentiert, den Läufer selbst oder andere im Gedränge beim Wechsel verletzen. Statt eines „Vorteils“ sollen nun also „Nachteile“ den Wettkampf um Olympia zum ungewöhnlichen Hürdenlauf machen.

Der Sprinter reagiert darauf gelassen: „Ich denke, das ist ein letzter verzweifelter Versuch der IAAF, mich an der Olympia-Qualifikation zu hindern.“ Seine Anwälte, Dewey and Leboeuf, haben derweil am Mittoch weitere rechtliche Schritte gegen das Vorgehen der IAAF eingeleitet.

+++ Oscar Pistorius wurde nicht für das südafrikanische Olympia-Team nominiert: keine Staffel +++berichtet die Financial Times am Freitag, 18.Juli 2008.

„Es gibt nichts Befriedigenderes für mich, als Zeiten zu laufen, wie an diesem Abend.“ versichert der enthusiastische und sympathische Südafrikaner.

„Dabei sein ist nicht alles“

Verfasst am 18. Juli 2008 – 23:33.

So titelt der Tagesspiegel am Samstag und berichtet aktuell über
die ausgeliebene Nominierung Oscar Pistorius‘ für Olympia 2008.

Aus der Traum für „den Schnellsten ohne Beine“? Von wegen!
Anke Myrrhe gratuliert Oscar Pistorius zu einem (fast) gelungenen Kampf.
Mit jeder anderen Meldung, die heute über den Newsticker eintrudelte,
wuchs meine Verwunderung über einen zuweilen recht hämischen Unterton.

Meine Meinung zum Tagesspiegel-Beitrag:

Nicht das Ende aller Träume ist die ausgebliebene Nominierung Oscar Pistorius‘ für Olympia 2008.

Und ähnlich anderen Weltklasse-Athleten, wie Natalie de Toit
oder Kirsten Bruhn – um nur wenige zu nennen – definiert dieser
ebenso engagierte und charismatische Vorkämpfer sich und
seine sportlichen Leistungen nicht über den Begriff der Behinderung.
Schon jetzt treten viele Athleten mit Handicap in Wettkämpfen
gegen Sportler ohne körperliche Beeinträchtigung erfolgreich an.

Kaum war diese Nachricht in der Sportwelt, gab es prompt
Meldungen leider nicht ohne Häme im Unterton: „Traum geplatzt“ „Pistorius nicht in Peking dabei“ oder „nach den Spielen, aber bei den Paralympics“

Es gibt noch viel zu tun in der Medienwelt – auch bei den
Sportverbänden und Kommitees.

Der Traum ist längst noch nicht ausgeträumt, er heisst „Olympia 2012“.
Wie sagt Oscar Pistorius doch gleich auf seiner Homepage?
„Du bist nicht behindert durch deine Beeinträchtigungen, sondern befähigt durch deine Fähigkeiten.“

Der Tagesspiegel-Beitrag von Anke Myrrhe:
http://www.tagesspiegel.de/sport/;art272,2575221

Brisantes Duell vor den Paralympics – Rollstuhlbasketball-National-Teams der Damen aus Deutschland und Kanada

Verfasst am 22. Juli 2008 – 22:35.

Was Dirk Nowitzki mit der deutschen Nationalmannschaft in letzter Minute beim Basketball auf beeindruckende Weise schaffte, gelang den Nationalspielerinnen des deutschen Rollstuhl-Basketball-Teams bereits früher: Der große Wurf für das Ticket nach Peking – die Qualifikation für Olympia beziehungsweise für die Paralympics. Die deutschen Damen besiegten die Kanadierinnen kürzlich beim Drei-Länder-Turnier in Hamburg gleich zweimal. Jetzt punkten sie im Länderspiel gegen die Weltmeisterinnen aus Kanada am Sonntag in Berlin.

Kaum ein Sport ist so dynamisch, so schnell und spannend wie Basketball, auch in der Variante des Rollstuhlbasketballs. Doch das Basketballspiel per Rollstuhl setzt noch eins drauf. Denn neben perfekter Ballbeherrschung punktet hier am meisten, wer über die beste Fahrtechnik beim schnellen Manöver mit dem Rollstuhl verfügt. Nicht selten kommt es vor, dass die Sportlerinnen fast ungebremst aufeinander prallen – und mit dem Rolli rückwärts zu Fall kommen. Neben Spieltaktik will also auch das Fallen im Rollstuhl gelernt sein. Man hilft sich gegenseitig blitzschnell wieder auf die Räder – und dribbelt weiter bis zum nächsten Korbtreffer.

Rollstuhlbasketball hat ein hohes integratives Potenzial, weil Technik, körperliche und psychische Belastungsfähigkeit sowie das Flair einer Mannschaftssportart im Vordergrund stehen – und Fußgänger mit Rollstuhlfahrern gemeinsam im Team spielen. Wie viele andere paralympische Sportarten, entstand der Rollstuhl-Basketball ursprünglich, ähnlich dem Reha-Sport in Deutschland, in den USA nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Amerikanische Kriegsveteranen fanden so wieder zu neuem Lebensmut und körperlicher Stärke zurück – und aus sozialer Isolation heraus.

In Großbritannien rief im Jahre 1948 der deutschstämmige Neurologe, Sir Ludwig Guttman, erstmals Sportspiele für Rollstuhlfahrer ins Leben. Er erkannte im Rollstuhl-Basketball ein ideales therapeutisches Mittel zur gesundheitlichen Rehabilitation von Querschnittsgelähmten. Diese Leistungssportart ist seit den ersten offiziellen Sommerspielen für Athleten mit Handicap in Rom 1960 paralympisch.

Die deutsche Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball der Damen gilt mit den Schwimmern, Leichtathleten und Radsportlern als einer der stärksten Hoffnungsträger für eine Goldmedaille bei den Paralympics Beijing. Sie sind fünffache Europameisterinnen und wurden zweimal in Folge als Mannschaft des Jahres für ihre sportlichen Erfolge zuletzt bei der Benefiz-Gala „Nacht der Stars 2007“ zugunsten des deutschen Behindertensports durch den Förderkreis Behindertensport und in Anwesenheit dessen Schirmherrin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, geehrt.

Doch zunächst will das Team Germany am Sonntag, dem 27. Juli 2008 in der entscheidenden Phase vor den XIII. Paralympischen Sommerspielen gegen die amtierenden Weltmeisterinnen aus Kanada punkten. Die beiden Center-Spielerinnen Marina Mohnen vom RSC Köln und Maren Butterbrodt vom Team BEB Niedersachsen und Edina Müller vom ASV Bonn dürften mit ihrer Mannschaft sowie den Kanadierinnen ein hochklassiges Spiel als Korbjägerinnen präsentieren.

Ausrichter RSC Berlin – selbst ein Veteran der ersten Stunde im Behindertensport – stellt mit dieser Partie ein sportliches Highlight in Aussicht und hofft auf meisterliche Stimmung und volles Haus durch viele begeisterte Zuschauer.

Impressionen vom Wheelchair Basketball bei ParalympicSportTV auf YouTube

Das Team Germany tritt mit folgendem Kader an:
Silke Bleifuss (RSC Frankfurt), Maren Butterbrodt (Team BEB Niedersachsen), Annette Kahl (Hamburger SV), Simone Kues (RBV Lüneburg), Britta Kautz (ASV Bonn), Birgit Meitner (SV Augsburg), Marina Mohnen (RSC Köln), Edina Müller (ASV Bonn), Nora Schratz (RSC Frankfurt), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill), Nicole Seifert (Hamburger SV), Annika Zeyen (RSV Lahn-Dill).

Dirk Nowitzki freut sich schon jetzt „auf einen Schokoriegel nach dem Match im Olympischen Dorf“. Und die Basketball-Damen? Wie jedermann weiß, wollen sie fürs Erste keine Schokolade. Sie wollen lieber Körbe werfen und punkten ohne Ende – auch bei den Paralympics Beijing.

+++ Die Termine zum Länderspiel der National-Teams der Damen Deutschland gegen Kanada:
++ Schon am Samstag, dem 26.7.2008, findet im Rahmen des Trainings
um 11:00 Uhr ein erstes Testspiel statt.
Veranstaltungsort ist die Sporthalle der Peter-Ustinov-Schule in Berlin,
Neue Kantstraße 23/24 (Ecke Kuno-Fischer-Straße, Anbindung – ÖPNV Bus M 49 – Haltestelle „Kuno-Fischer-Straße“ , S-Bahn S41, S42, S 46 – Haltestelle „Messe Nord / ICC“).

++ Dann am Sonntag, dem 27.7.2008 das Länderspiel im Rollstuhl-Basketball der Damen am selben Ort:
Einlass ist ab 12.00 Uhr,
Spielbeginn um 14.00 Uhr.
Der Eintritt kostet 3 Euro. Für Kinder bis 10 Jahren ist der Eintritt frei.
Kartenvorbestellung online unter http://www.rsc-berlin.de oder per Telefon unter: 030 – 949 61 87

Weitere Infos zum Rollstuhlbasketball im Internet unter:
http://www.drs-rollstuhlbasketball.de

Punkten für Peking – Deutschland gegen Kanada auf Korbjagd beim Rollstuhlbasketball

Verfasst am 28. Juli 2008 – 12:13.

Die Damen kamen auf den Punkt an diesem Wochenende in Berlin – und gaben Körbe. Rebounds, Rolli-Crashs und Körbe ohne Ende gab es in diesem Top-Duell um den Basketball. Und wer nicht dabei sein konnte, beim Testspiel im Rollstuhlbasketball Deutschland gegen Kanada, der hat etwas verpasst. Die Damen gaben alles, ihre Rollis kollidierten, fielen rückwärts um – und rasten sogleich wieder wie wild über das Spielfeld. Es gab nur ein Ziel: den gegnerischen Korb.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde hatten die Kontrahentinnen das Spiel unter Kontrolle. Verfehlte der Ball dennoch den Korb und prallte unkrontrolliert ab, gab man diesen Rebound nicht verloren, sondern fing ihn mit schnellen Rollstuhlmanövern in engen Kurven, Vor- und Rückwärtsbewegungen ein, um ihn dann doch noch rasant ins Ziel zu pushen. Das Publikum staunte angesichts solcher Akrobatik.

Es war ein Spitzenspiel nicht nur wegen der hochkarätigen Basketballerinnen, die da am Ball waren. Wer glaubt, einen Rebound nur aus dem Stand heraus professionell spielen zu können, der irrt. Die Korbjägerinnen zeigten, dass das auch aus dem Sitz heraus sportlich und fair möglich ist – und nicht nur das. In atemberaubendem Tempo gab es Pässe und Korbtreffer. In vollem Haus feuerten Fans lautstark beide Teams an. Und die schenkten sich nichts – auch keinen Korb.

Enthusiastisch und kämpferisch trat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Damen gegen die Damen des Nationalteams aus Kanada an. Diese Begegnung in der Berliner Peter-Ustinov-Sporthalle war Bestandteil mehrerer Trainingseinheiten beider Teams zur Vorbereitung auf die Paralympics, die in wenigen Wochen vom 6. bis 17.September in Peking stattfinden. Dort erwartet sie ein ambitioniertes chinesisches Frauen-National-Team.

Edina Müller spielte bis vor Kurzem selbst für die USA – das Mutterland des Baskettballs – im Team der Universität Illinois sowie in der First Division der NWBA Women´s League Nationalmannschaft . Die 25-jährige Deutsche kehrte jetzt nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums der Kinesiologie zurück und will in Peking mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im Baskettball punkten.

„Es ist eine echte Herausforderung, gegen die Kanadierinnen anzutreten.“, sagt sie und hat dabei dieses gewisse Blitzen in den Augen – das des Sieger-Typs.

Am Samstag schlugen die deutschen Damen prompt die Gäste aus Kanada mit 69:63 Punkten. Das liessen die amtierenden Weltmeisterinnen den Europameisterinnen aus Deutschland aber nicht durchgehen und siegten am Sonntag knapp 55:54 – mit einem Punkt Vorsprung.

Edina Müller freut sich jetzt auch auf andere Gegnerinnen, so etwa aus Japan: „Es ist nützlich, verschiedene Spielstärken und Taktiken zu kennen – und sich darauf einzustellen.“ erklärt sie. Seit mehr als acht Jahren nutzt die querschnittgelähmte Top-Athletin nach einem Unfall den Rollstuhl. Bis zum Wendepunkt in ihrem Leben war Edina Müller vom Volleyball begeistert.

Jetzt geht es für die DRS-Auswahl zu weiteren Spielen nach Kanada zur traditionellen „Spitfire-Challenge“ vom 1. bis 4. August nach Toronto:

http://www.spitfirechallenge.ca

Die Regeln des Rollstuhlbasketballs gleichen – bis auf wenige Ausnahmen – denen des Basketballspiels von Sportlern ohne Handicap. Die Fussgänger mischen bei dieser Sportart kräftig mit – und setzen sich dafür gerne beim Sport in den Rolli. Die körperlichen Unterschiede der Spieler gleicht ein Punktesystem aus – nach dem Grad der Bewegungsfähigkeit der Sportler. Fußgänger haben auf der Skala von 1 bis 4,5 die höchste Punktzahl von 14 Punkten je Mannschaft.

Jörg Albers, Abteilungsleiter Bereich Basketball des Gastgebers und Ausrichters RSC Berlin, freute sich über den großen Publikumszuspruch trotz schönsten Ferienwetters: „Das ist eine erfolgreiche Premiere für unseren Verein im Leistungssport.“ Sie fand auch in der Presse Beachtung – ein gutes Zeichen.

Leser „Wheely“ schreibt bei Tagesspiegel-online:

„Atemberaubendes Spiel“

So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich komme aus dem Radrennsport, so dass Geschwindigkeit für mich kein Fremdwort ist. Aber die Präzision und Eleganz, mit der die jeweils 10 Frauen auf dem Spielfeld ihre Sportrollstühle vor-, hinter-, neben-, um- und durcheinander gewirbelt haben, hat mir schlichtweg die Sprache verschlagen.
Ich war sehr skeptisch, als ein Kumpel mich dorthin mitschleppen wollte. „Was soll ich beim Behindertensport?“ dachte ich mir.

Aber die Neugier siegte. Besiegte meine Vorurteile. Die Sportlerinnen wirkten alles andere als behindert. Es wurde gekämpft und gerempelt, was das Zeug hielt. Die Pässe donnerten durch die Halle, dass man zeitweise Schwierigkeiten hatte, den Überblick zu behalten. Die zwei Schiedsrichter bewegten sich nur noch im Sprint vor und zurück. Und plötzlich war der Ball wieder in luftiger Höhe und schraubte sich wie selbstverständlich in den Korb.

Ich bin sicher wieder dabei. Aber nur als Zuschauer – aus sicherer Entfernung.“

Fehlt nur noch, dass Dirk Nowitzki um die Ecke käme. Ob die Mädels ihm womöglich „einen Korb verpassen“? Das werden sie mit starken Gegnern sicher bei den Paralympics 2008 tun und Edelmetall erkämpfen, ein schönes Mitbringsel in Gold, Silber oder Bronze: Es kann ja nicht jeder zu den Spielen nach China reisen – und muss das auch gar nicht.

Die Wettkämpfe, Meisterschaften und Länderspiele hier in Berlin und ganz in der Nähe sind auch eine Reise wert. Viele Vereine laden zum Probespiel ein – und geben auch sport-interessierten Laien bestimmt keinen Korb. Denn es geht ja ums Punkten.

+ Die Besetzung der beiden Basketball-Teams beim Länderspiel in Berlin
für Deutschland:

Silke Bleifuss (RSC Frankfurt), Maren Butterbrodt (Team BEB Niedersachsen), Annette Kahl (Hamburger SV), Simone Kues (RBV Lüneburg), Britta Kautz (ASV Bonn), Birgit Meitner (SV Augsburg), Marina Mohnen (RSC Köln), Edina Müller (ASV Bonn), Nora Schratz (RSC Frankfurt), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill), Nicole Seifert (Hamburger SV), Annika Zeyen (RSV Lahn-Dill).

für Kanada:
Misty Thomas, Chantal Benoit, Tracey Ferguson, Lori Radke, Sabrina Pettinicchi, Lisa Franks, Tara Feser, Jennifer Krempien, Elaine Allard, Katie Harnock, Kendra Ohama, Cindy Ouellet.

+ Weitere Infos zum Rollstuhlbasketball im Internet unter:
http://www.drs-rollstuhlbasketball.de

zum Ausrichter des Länderspiels, den Berliner Rollstuhl-Sport-Club (RSC Berlin): http://www.rsc-berlin.de

Anpfiff und Auftakt der Spiele – mehr als am Ball bei Olympia und Paralympics

Verfasst am 5. August 2008 – 19:33.

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf macht schon mal den Anfang und spielt am 6. August zwei Tage vor der offiziellen Pekinger Eröffnungsfeier in China gegen Brasilien. Ein weltmeisterlicher Auftakt für die Spiele 2008 – genau einen Monat vor Beginn der Paralympics Beijing.

In diesen Tagen gab es jede Menge öffentliche „Anpfiffe“ schon im Vorfeld der olympischen Spiele – wegen unsportlichen Verhaltens des Gastgebers China. Menschenrechtsverletzungen, Zensur, Doping beschäftigen die Medien. Jetzt droht am olympischen Himmel über Peking obendrein auch noch Angst vor Terror die Vorfreude auf die Spiele zu trüben – und die Erde bebt.

Man tut alles für ein gutes Gelingen der Sommerspiele – und kann manch Ungutes doch nicht verhindern. Hoffen wir das Beste.

Da kommt bei manchem schon mal der Gedanke auf, der olympische Geist sei dabei, sich in ein Gespenst zu verwandeln. Unmut über nicht enden wollende negative Schlagzeilen und Ereignisse wird immer wieder auch durch Boykott-Aufrufe deutlich: „Da wollen wir nicht dabei sein. Nicht in Peking, nicht am Fernseher und auch nicht im World Wide Web.“ Da sind zu viele Vorbehalte, Bedenken – und der Kampf um die Macht wirtschaftlich und politisch. Wie passt das zu den Spielen?

Die Athletinnen und Athleten sind dabei. Weil sie es so wollen. Weil sie kaum anders können, wenn die olympische Idee noch etwas wert ist, eine Zukunft haben soll. Deutschland gegen Brasilien – und keiner schaut zu? Eigentlich unvorstellbar beim Fußball. Auch wenn Frauen am Ball sind, immerhin ja Weltmeisterinnen, Hoffnungsträgerinnen und Vorbilder.

Athleten der Paralympics kennen das Gefühl, vor fast leeren Zuschauerrängen um Rekorde und Medaillen zu kämpfen, auch um Wahrnehmung und Wertschätzung ihrer sportlichen Leistungen.

Die Wettkämpfe zwischen den Spielen gelten noch immer als wenig attraktiv. Sogar Presseleute schauen irritiert ab und zu vorbei – und verweisen auf das große Ereignis Olympia nebst Sport-Event Paralympics: „Das ist doch nichts im Vergleich zu den richtigen Spielen.“ Ohne dieses scheinbar unbedeutende Nichts gäbe es allerdings auch kein bedeutungsvolles und erst recht kein erfolgreiches Olympia. Und die Paralympics hätten nicht einmal die Chance auf ein Schattendasein. Das haben sie längst hinter sich.

Die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt mit und ohne Handicap brauchen keine besondere Daseinsberechtigung. Sie leben die olympische Idee Tag für Tag. Sind sie nicht dabei, gibt es keine Spiele. Nicht in Athen, nicht in Peking, nicht in London. Olympia ist ein Dorf, kein Niemandsland – füllen wir es also mit Leben. Jetzt ist Anpfiff – nicht nur für die olympischen und paralympischen Spiele – auch für die Idee. „Sei dabei!“

Radsport am Start – mit Pierre Senska

Verfasst am 8. August 2008 – 12:36.

Er ist der Youngster der deutschen Radsport-Szene und bei den Paralympics Beijing im Top Team Germany am Start – der Weltmeister im Straßenrennen und Juniorsportler des Jahres 2007, Pierre Senska. Dem 20-jährigen Berliner hatte sogar Landsmann, Radprofi und Paralympics-Sieger Michael Täuber nichts entgegen zu setzen letztes Jahr beim Straßenrennen in Bordeaux, und sogar den schnellen Italiener Paolo Vigano ließ er im Windschatten hinter sich.

Jetzt geht es für den jungen Radsportler in den Endspurt zu den Paralympics nach Peking. „Viel Zeit bleibt ja nicht. Trainieren muss ich zwischen den Lehrgängen auch.“ sagt Pierre Senska. Da geht es ihm wie allen Paralympioniken. Als Sponsor steht ihm sein Fahrradladen in Berlin-Kreuzberg mit „Rad und Tat“ zur Seite. Auch die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt ihn.

Bei deutschen und internationalen Meisterschaften fährt er ganz vorne mit – und platziert sich immer öfter auch oben auf dem Siegerpodest. Schon mit fünf Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Biken, das er als 14-Jähriger zum Leistungssport machte. Weil ihn Muskelschwund an den Unterschenkeln seit seiner Geburt beeinträchtigte, begann er mit dem Radsport. Das ist für ihn Leidenschaft und Therapie zugleich – die vorhandene Muskelkraft schwindet so nicht noch mehr. Seine Startklasse ist die LC 4. Und seine sportlichen Leistungen Extra-Klasse im besten Sinne.

Seit 2003 ist Pierre Senska beim TSC Berlin dabei und seine sportliche Bilanz liest sich schon jetzt vielversprechend mit Blick auf die Paralympics-Premiere: Er verteidigte seinen Titel bei der Deutschen Meisterschaft im Einerstraßenrennen der Behinderten. Im Zeitfahren holte er den dritten Platz und bei den Bahnmeisterschaften gewann er Gold im Teamsprint auf der 1000-Meter-Strecke.

Seine erste Goldmedaille gewann Pierre Senska schon 2006 bei der Radsport-WM im Teamsprint.

Welche Ziele er sich für die Paralympics Beijing gesteckt hat?
„Schwer zu sagen. Ich will einfach mit einer Top-Form in Peking anreisen und wenn es geht, auf der Bahn Bestzeiten fahren. Und dann mal gucken was rauskommt! Auf der Straße ist ja immer alles möglich. Ich will erst mal in Medaillennähe kommen – eine Medaille wäre natürlich ein Traum.“

Für diesen Traum trainiert er neben seiner Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Einzelhandel täglich und kommt dabei im Jahr auf mehr als 15.000 Kilometer, einmal um die ganze Welt. Ein flotter Wanderer – wie jetzt etwa Gregor Sieböck – ist dafür immerhin drei Jahre per Pedes unterwegs.

Der Olympiastützpunkt Berlin und das Berufsbildungswerk Karlshorst ermöglichen dem Radsportler Training und Leistungssport neben seiner Berufsausbildung mit einem dualen Ausbildungssystem.
Für Hobbies bleibt da wenig Zeit, die Pierre Senska am liebsten mit Freunden und seiner Familie verbringt – und auf dem Bike. Dieser smarte Radsportler hat viele Fans – und kaum überraschend: mehrheitlich weibliche.

Radsport ist eine der jüngsten paralympischen Disziplinen. Anfang der 80er Jahre traten erstmals blinde Radsportler per Tandem mit Sehenden in die Pedale. Straßenradsport ist seit 1988 paralympisch, seit 1996 auch Bahnradfahren. Gefahren wird nach den Regeln der Internationalen Radsport-Union (UCI), ergänzt um die Regeln des Internationalen Behindertensport-Verbandes (IPC). Viele Radrennen für Menschen mit Handicap gibt es nicht.

Das empfindet Pierre Senska keineswegs als Nachteil, weil er es schätzt, den Radsport in einem Umfeld auch ohne Handicaps auszuüben und sein TSC-Team bei Radrennen zu unterstützen. Seine Medaillen-Chancen bei den Paralympics indes schätzt der junge Leistungssportler vorsichtig ein:
„In Peking wird in zusammengelegten Klassen gefahren – und da weiß keiner genau, wie es aussehen wird. Aber ich gebe mein Bestes!“

Das darf man Pierre Senska unbesehen glauben – und ihm viel Glück auf dem Bike in Beijing bei den Paralympics wünschen. Unter Radsportlern geht das ja ganz einfach: „Kette rechts!“

Wer ihn auf seinem Erfolgskurs virtuell begleiten will, kann das auch auf seiner Webseite unter:

http://www.pierresenska.de
sowie bei seinem Sportverein: http://www.berlinertsc.de

Sein Kurzprofil:
Sportart / Disziplin:
Radfahren
Geburtstag:
21.6.1988
Geburtsort:
Berlin-Hellersdorf
Wohnort:
Berlin
Größe:
1,63 m
Gewicht:
62 kg
Hobby:
Freunde und Familie
Lebensmotto:
„Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter.“
Berufsausbildung:
Kaufmann im Groß- und Einzelhandel
Verein:
Berliner TSC
Trainer:
Dagomar Richter
Startklasse:
LC 1 / 3 Einschränkung der Muskelkraft an den Beinen
Er ist Mitglied des Top-Team Peking
Seine größten Erfolge:
Weltmeister im Straßenrennen 2007
Weltmeister im Team Sprint 2006

„Zwei auf einen Streich“ bei den Spielen – Natalie du Toit und Natalia Partyka bei Olympia und Paralympics Beijing dabei

Verfasst am 9. August 2008 – 22:10.

Zwei Athletinnen, zwei Träume – ein Ziel: Olympia und Paralympics Beijing 2008.

Die Südafrikanerin Natalie du Toit und Natalia Partyka aus Polen eint nicht nur der Vorname. Sie haben sich beide ihren Traum von Olympia erfüllt – und sind zugleich bei den Paralympics dabei.

Die 24-jährige Athletin Natalie de Toit trug die südafrikanische Flagge bei der Eröffnungsfeier für ihr Team und wird nun bei den olympischen Spielen eine weitere persönliche Premiere erleben: Ihre Teilnahme am erstmals bei Olympia vertretenen 10-Kilometer-Langstrecken-Schwimmen.

Dafür hatte sie sich dieses Jahr in Sevilla mit einer Zeit von 2 Stunden 2 Minuten und 7,8 Sekunden über 10 Kilometer Langstreckenschwimmen im offenen Wasser qualifiziert und ließ dabei Schwimmerinnen ohne Handicap hinter sich. Ihre Sportkarriere hatte indes schon vor langer Zeit bei der versuchten Qualifikation für die olympischen Spiele in Sydney 2000 vielversprechend begonnen – bis ein unverschuldeter Unfall alles zu beenden schien.

Ihr linker Unterschenkel musste mitsamt Kniegelenk amputiert werden. Doch du Toit resignierte nicht und begann wenige Monate später wieder zu trainieren – für die Paralympics. Dort erkämpfte sie in Athen 2004 fünf Gold- und eine Silbermedaille. Ihren Traum von Olympia gab sie niemals auf.

Jetzt ist es soweit und sie freut sich: „Ich möchte unter den ersten Fünf im Ziel sein. Es wird ein hartes Rennen. Ich lasse es einfach auf mich zu kommen und hoffe, das Training zahlt sich jetzt aus.“ Jegliche Zweifel bleiben beim Schwimmen an Land – und die Prothese auch.

Natalia Partyka ist amtierende Paralympics-Siegerin im Tischtennis bei den Sommerspielen Athen 2004. Sie gilt zwar nicht als Medaillen-Favoritin jetzt bei Olympia 2008. Das schmälert ihre Freude über die Teilnahme hier jedoch nicht: „Es ist, als ob ein Traum wahr wird, es ist ein Neuanfang.“ Am Donnerstag, den 14.August, tritt sie an der Seite ihrer Teamkolleginnen – beide aus China – bei den olympischen Tischtennis-Wettkämpfen an. Partyka spielt ihren Aufschlag „mit links“ – seit ihrer Geburt lebt sie ohne rechten Unterarm.

Die Athletin gewann bei den Paralympics in Athen 2004 Gold. In ihrem Heimatland erfreut sich die sympathische 19-Jährige grosser Beliebtheit. Gegen Hong Kong, Rumänien und Deutschland anzutreten, wird nicht ganz leicht. „So sind eben die olympischen Spiele.“ sagt sie nachdenklich nicht ohne Respekt vor der Aufgabe.

Beide Athletinnen sind nicht die ersten Sportler mit Handicap bei Olympia. Der Ungar Karoly Takacs etwa gewann hier im Jahre 1952 eine Medaille beim Schiessen. Er hatte im Zweiten Weltkrieg seine rechte Hand verloren – und trainierte sich für seinen Sport als Schütze – zunächst sogar heimlich – um. Zuletzt startete die blinde Athletin und Marathonläuferin Marla Runyan über 1500-Meter in Sydney 2000 – als erste Sportlerin mit Handicap bei Olympia.

Mehr Infos zu Natalie du Toit im Internet unter: http://www.nataliedutoit.com/

Der Wettkampf findet am Mittwoch, dem 20.August ab 3:00 MEZ statt und wird vom ZDF gesendet. Infos zu Marla Runyan unter: http://www.marlarunyan.com

Basketball am Start – mit Damen und Herren am Ball

Verfasst am 19. August 2008 – 22:35.

An jedem Tag, mit dem die Paralympics Beijing näher rücken,
werden hier die von Deutschland in Peking vertretenen Sportarten, Teams und Athleten sowie deren Vereine kurz vorgestellt. Ein Klick – und die Reise geht los!

Fans und Interessierte können sich so fix über unsere Paralympioniken informieren.

+++ Paralympics-Team Basketball +++
+ + Das Rollstuhl-Basketball-Team der Damen ++

Silke Bleifuß
RSC Frankfurt – http://www.rscfrankfurt.de/seiten/home2.htm

Maren Butterbrodt
RSG Langenhagen – http://www.rsg-langenhagen.de

Annette Kahl
Hamburger SV – http://www.hsv.de

Britta Kautz
ASV Bonn – http://www.asv-bonn.de

Simone Kues
Hamburger SV – http://www.hsv.de

Birgit Meitner
SV Reha Augsburg – http://www.sv-reha.de

Marina Mohnen
RSC Köln – http://www.rsc-koeln.de

Edina Müller
ASV Bonn – http://www.asv-bonn.de

Nora Schratz
RSC Frankfurt – http://www.rscfrankfurt.de

Gesche Schünemann
RSV-Lahn-Dill – http://www.rsvlahndill.de

Nicole Seifert
Hamburger SV – http://www.hsv.de

Annika Zeyen
RSV Lahn-Dill – http://www.rsvlahndill.de

+ Betreuer der Damen +
Cheftrainer Holger Glinicki
Trainer Peter Richarz
Physiotherapeut Wolfgang Fäth

Physiotherapeut Wolfgang Fäth
Betreuerin Inga Geering

++ Das Rollstuhlbasketball-Team der Herren ++

André Bienek
RSC Frankfurt – http://www.rscfrankfurt.de

Lars Christink
Jena Caputs – http://www.jena-caputs.de

Ahmet Coskun
USC München – http://www.usc-rollstuhlsport.de
Florian Fischer
München – ( Verein wird recherchiert)

Dirk Köhler-Lenz
RSV-Lahn-Dill – http://www.rsvlahndill.de

Andreas Kreß
BRSG Aschaffenburg – http://www.brsg-aschaffenburg.de

Lars Lehmann
RSC Frankfurt – http://www.rscfrankfurt.de

Björn Lohmann
ASV Bonn – http://www.asv-bonn.de

Dirk Passivan
RSC Trier – http://www.rsc-rollis-trier.de

Mimoun Quali
RSC Osnabrück – http://www.rsc-osnabrueck.de

Jens Schürmann
RSC Osnabrück – http://www.rsc-osnabrueck.de

Sebastian Wolk
RSC Frankfurt – http://www.rscfrankfurt.de

+ Betreuer der Herren +

Cheftrainer Fritz Wiegmann
Trainer Siggi Mörtl
Physiotherapeutin Karolin Janke
Teammanager Anthony Kahlfeldt
Techniker Markus Ocasek

Bogenschießen am Start – mir Katharina Schett

Verfasst am 20. August 2008 – 17:28.

Die 17 Jahre junge Athletin ist Bogenschützin aus Leidenschaft – und Deutsche Meisterin. Erst 2007 hat sie diesen Sport für sich entdeckt. Er hilft ihr, ihre Beeinträchtigung durch „Spina Bifida“, eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule, besser zu bewältigen. Wenn sie nicht gerade das Bogenschiessen betreibt, greift sie sehr gerne auch zur Queerflöte.
Bogenschießen ist seit den Sommerspielen in Rom 1960 paralympische Sportart.

Hak Young Lee aus Korea, Jeffrey Fabry und Lindsey Carmichael aus den USA sowie Yanhong Wang aus China sind die internationalen Top-Athleten dieser Disziplin. Sportler verschiedener körperlicher Beeinträchtigung betreiben das Bogenschießen als Leistungssport – sogar Blinde. Für sie gibt es eine spezielle Ausrüstung mit vielen technischen Finessen, die das Augenlicht beim Anvisieren der Zielscheibe ersetzen – ähnlich wie beim Schießsport.

Einen ersten Eindruck vermittelt die Bildergalerie des Online-Magazins zum Bogensport: http://www.bogensport-magazin.de

Die deutschen Favoriten sind Mario Oehme und Maria Droste. Insgesamt treten 168 Männer und 96 Frauen im Pekinger Olympiapark auf dem Archery Field mit Pfeil und Bogen an.
++++
An gleich drei aufeinander folgenden Tagen steht das Bogenschießen auf dem Sendeplan.

+++ Paralympics-Team Bogenschiessen +++

++ Damen ++

Maria Droste
BRSG Aschaffenburg – http://www.brsg-aschaffenburg.de

Katharina Schett
BRS Gersweiler-Ottenhausen – http://www.brs-gersweiler.de

Tanja Schulz
BSC Bad Pyrmont – http://www.aixbow.de

++ Herren ++

Michael Arenz
BSC Lingen – http://www.bogensport-lingen.de

Mario Oehme
BSV Gera e.V. – http://www.apc-spezial.de

+ Die Betreuer +
Cheftrainer Rainer Schemeit
Physiotherapeut Andreas Hegmann
Betreuer Peter Droste

Fechten am Start – mit Christian Andree

Verfasst am 21. August 2008 – 17:35.

Die Repräsentation durch „nur“ einen deutschen Fechter bei den diesjährigen Sommer-Paralympics täuscht . Dieser Sport hat eine lange Tradition, viele erfolgreiche Athleten und seinen festen Platz im paralympischen Programm. Auch der „Paralympic World Cup“ ist ein wichtiges Event der Saison.

Im Gegensatz zu den stehenden Athleten fechten Paralympioniken im Rollstuhl – allein mit ihrem Oberkörper können sie blitzschnelle Treffer plazieren oder ihnen ausweichen. An Präzision und Dynamik steht dieser Sport dem Fechten mit Degen und Florett ohne Handicap in nichts nach.

In den Olympia-Trainings-Stützpunkten setzen sich Fechter ohne Handicap gerne auch mal in den Rolli für ein Duell – und lernen ihren Sport aus völlig neuer Perspektive kennen: „ein Stockwerk tiefer“, wie es die Redakteurin der „Paralymics Zeitung“, Annette Kögel, treffend beschreibt – aber immer auf Augenhöhe mit dem Kontrahenten.

Auf Damen-Verstärkung etwa durch Daniela Rossek müssen die Paralympics 2008 leider verzichten. Die 31-jährige Weltklasse-Fechterin und zweifache Paralympics-Teilnehmerin, zuletzt in Athen 2004, wurde überraschend nicht nominiert – eine in der Sportszene sehr umstrittene Entscheidung.

Sie sagte einmal in einem Interview des Tagesspiegels zu der Vorgeschichte ihrer Sportler-Karriere: „Eigentlich fand ich das Gepiekse blöd.“ – und überzeugte vom Gegenteil.

Wer mehr über sie und das Fechten aus Frauensicht erfahren möchte,
kann das hier: http://www.daniela-rossek.de

China, Hongkong, Ungarn und die Nationalfechter aus Polen gelten als starke Gegner.

Jetzt richten sich alle Erfolgs-Hoffnungen auf den 18 Jahre jungen Christian Andree, unser „Musketier“ in Beijing 2008 – und ein sehr ambitionierter Athlet, der 10 Jahre auf sein Ziel „Paralympics“ voller Ausdauer und Disziplin hin arbeitete:

+ Christian Andree
FC TBB – http://www.fechtentbb.de

+ Betreuerin: Cheftrainerin Stefanija Jurisic

+++ Weitere Infos zum Fechtsport im Internet unter: http://www.fechten.org
+++ http://www.rollstuhlfechten.de

Gewichtheben – da wird was gestemmt

Verfasst am 22. August 2008 – 13:45.

Bankdrücken, Powerlifting, 210 Kilo – da wird was gestemmt. Der 37 Jahre alte Mario Hochberg ist diesjähiger Deutscher Meister und Goldmedaillengewinner. Nach einem Arbeitsunfall entdeckte er diesen Sport zunächst im Rahmen der Reha und dann auch als Leistungssport für sich. Und jetzt ist der Mann ein paralympischer Athlet nicht ohne Gewicht.

Die Disziplinen „Reißen“ und „Stoßen“ erfordern beim Gewichtheben den maximalen Einsatz aller Extremitäten. Das ist etwa bei kleinwüchsigen, amputierten oder querschnittgelähmten Sportlern ausgeschlossen. Daher messen sich die Schwerathleten im Behindertensport ausschließlich im „Bankdrücken“.

Der Athlet liegt in dieser Disziplin rücklings auf der Bank und muss dort mit dem ganzen Körper liegen bleiben, während er ein Gewicht in die Höhe stemmt. Eine Ausnahmegenehmigung für die Haltung auf der Bank ist aus medizinischen Gründen in Einzelfällen möglich. Der Heber nimmt die Stange mit dem Gewicht zunächst auf die Brust und wartet auf das Signal des Schiedsrichters. Ist dies ertönt, drückt er das Gewicht hoch und hält es bis zu einem weiteren Signal.

Jeder Athlet hat drei Versuche, dem bei einem Rekordversuch ein vierter folgt. Nach dem Aufruf hat er zwei Minuten Zeit, um seinen Versuch auszuführen – bei einem Rekordversuch drei Minuten. Mit jedem neuen Versuch steigert sich das Gewicht um 2,5 Kilogramm. Ein echter Kraftakt.

Die Startklassen bestimmen sich nicht – wie sonst üblich – nach dem Grad der Einschränkung, sondern nach dem Körpergewicht: bei Männern (48 kg bis +100 kg) und Frauen (40 kg bis +82,5 kg) also nach je zehn verschiedenen Gewichtsklassen. Gestemmt wird nach dem Regelwerk des IPC (International Paralympic Comittee) für die Sektion „Powerlifting“.

Während die Herren seit den Paralympics Barcelona 1992 im Gewichtheben Eisen stemmen, lassen die Damen seit Sydney 2000 die Muskeln spielen.

Mario Hochberg
BIG Gotha – http://www.mariohochberg.de

Betreuer: Cheftrainer Thomas Mersdorf

Auf dem Sprung nach Peking – Kirsten Bruhn und Astrid Höfte über Handicaps und Hoffnungen vor den Paralympics

Verfasst am 22. August 2008 – 19:32.

Nach den Spielen ist vor den Spielen.

Das gilt auch dieses Jahr in China, wenn vom 6. bis 17. September mehr als 4000 Athleten mit körperlicher Behinderung aus über 125 Nationen um 471 Medaillen kämpfen werden. Es sollen die größten Spiele der olympischen Geschichte werden – und sind schon jetzt die umstrittensten.

Medien machen sich bereits warm und wollen – engagiert wie nie – berichterstatten: über die bisher eher am Rande beachteten Paralympics. Schwimmerin Kirsten Bruhn und Leichtathletin Astrid Höfte wägen ab, wie innere und äußere Barrieren erfolgreich überwunden werden können – mit Blick auf Peking, die Paralympics 2008 im Reich der Mitte und mitten im Alltag.

Die Paralympics treten nicht erst seit den Sommerspielen in Athen 2004 immer stärker aus dem Windschatten der Olympischen Spiele heraus. Sie werden immer mehr zum Highlight des Sports.
Genügt intensivere Berichterstattung und verstärkte Medienpräsenz, um den Behindertensport populärer zu machen und die Professionalität der Sportler zu zeigen?

Kirsten Bruhn:
Ohne die Medien haben wir es schwer, als Sportler mit Behinderungen in die Öffentlichkeit und vor allem ins Bewusstsein der Menschen zu kommen. Es ist wichtig, dass der Behindertensport wahrgenommen und dabei genauso wertgeschätzt wird wie der Leistungs- und Hochleistungssport von Sportlern ohne Behinderung, der Olympioniken. Leider ist das heutzutage ohne mediale Begleitung sowie Unterstützung nur schwer und langsam machbar.

Astrid Höfte:
Es liegt nicht nur an den Medien. Ich denke, auch die Einstellung und das Training mit allem drum und dran der Athleten muss stimmen. Aber dies wird auch im Paralympics-Sport immer professioneller. Daher war früher die Medienpräsenz mit Sicherheit auch nicht so groß, weil es sich nicht unbedingt um Leistungssport gehandelt hat, sondern eher um Breitensport.

Das soll jetzt nicht die Erfolge der Sportler von damals schmälern. Aber vor 10 bis 20 Jahren steckte der Paralympics-Sport eben noch in den Kinderschuhen, und nun ist er fast erwachsen.

Insgesamt denke ich, ist er auf dem richtigen Weg. Aber es wäre wünschenswert, dass die Medien nicht nur vom Großereignis Paralympics berichten, sondern auch in den Jahren dazwischen, wo es die WM, die EM und anderes mehr gibt.Da besteht definitiv noch Nachholbedarf.

Paralympische Athleten trainieren bislang trotz deutlicher Zuwächse bei Sponsoring, Förderung durch Stiftungen und Bundesmitteln nicht zu vergleichbaren Bedingungen wie Berufssportler.

Wie kann den Erfordernissen an Spitzenleistungen auch im Sport der körperlich behinderten Athleten noch besser entsprochen werden?

Astrid Höfte:
Durch Gleichbehandlung von Paralympics-Sportlern und Berufssportlern im Nichtbehindertenbereich. Es kann nicht sein, dass sich Paralympics-Sportler fast dafür entschuldigen müssen, dass sie genauso wie ihre nicht behinderten Kollegen trainieren und entsprechend gefördert werden wollen. Trainieren dürfen sie ebenso, aber bei der Förderung hapert es dann oft. Ich kann aber in meinem Fall sagen, dass hier in Leverkusen hervorragende Bedingungen für uns herrschen, wie sie vielleicht im Paralympics-Sport in Deutschland einmalig sind. Zumindest für die Leichtathleten kann ich das sagen.

Wir können nicht nur sämtliche Einrichtungen des Olympia-Stützpunktes Rheinland nutzen. Auch habe ich das Glück, dass mein Arbeitgeber, die Sparkasse Leverkusen, mich sehr unterstützt und für Training beziehungsweise Wettkämpfe freistellt, was durch das Top-Team finanziert wird.

Hinzu kommt, dass Spitzenathleten in Nordrhein-Westphalen auch über die Sportstiftung NRW finanziell unterstützt werden, so dass das ganze Paket langsam rund wird.

Kirsten Bruhn:
Das ist in der Tat eine schwierige, aber doch lösbare Angelegenheit. Wenn wir Parallelen mit den Berufssportlern im olympischen Bereich ziehen, können wir feststellen, dass es zumeist über die Polizei, die Bundeswehr und die Deutsche Bahn Berufssportler gibt. Bei Polizei und Bundeswehr ist die Grundausbildung ein Muss. Hier haben wir Sportler mit Behinderung wenig bis gar keine Chance oder Möglichkeit. Das macht die Einstellung und folglich auch die Unterstützung sehr schwer und bis dato unmöglich.

Hier müßten entweder die Kriterien umgestellt werden oder eine Möglichkeit geschaffen werden, den Innendienst ausschliesslich für Sportler mit Behinderung frei zu halten. Eine weitere Möglichkeit wären hier noch andere große Firmen und Unternehmen. Mit Rücksicht auf Sponsoren nennen wir jetzt aber besser keine konkreten Namen.
Aber ich bin mir sicher, dass es Möglichkeiten gibt und diese auch gefunden werden. Wir brauchen nur jemanden, der – wie unser Bundespräsident Horst Köhler – die Macht hat und den Willen. Weil er uns in unserem Sport Ernst nimmt, uns nach vorne gehend unterstützt und uns an die richtigen Stellen vermittelt. Wie der Bundespräsident es schon mit Telekom und Allianz getan hat.

Die demografische Entwicklung macht „Integration von Menschen mit Handicap“ zum Zauberwort in beruflicher, kultureller und sozialer Hinsicht. Doch im Alltag gibt es noch viele Hürden. Welche Alltagshürden fallen Ihnen auf?

Astrid Höfte:
Zum einen, dass alle Behinderten in eine Schublade gesteckt werden. Ich persönlich finde das Wort „behindert“ an sich nicht schön, das hat so einen faden Beigeschmack.

Kirsten Bruhn:
Sehr bedenklich, schockierend und enttäuschend finde ich die allgemeine Auffassung über Menschen mit Behinderung. Vorurteile, die uns gegenüber aktuell und allgegenwärtig sind. Anscheinend können Menschen mit Behinderung gar nichts, sind nur Last und im Weg. Das ist sowas von falsch, dass es mich fast zum Aufgeben treibt, gegen diese Vorurteile anzukämpfen.

Ich meine, es ist doch sehr schmerzhaft, wenn man mir nicht zutraut, einen Bürojob zu meistern. Warum denn nicht? Nur, weil meine Beine nicht so funktionieren, wie sie es einmal getan haben? Die Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der AOK Schleswig-Holstein hätte ich ohne Behinderung nicht besser machen können und die Tätigkeit im Büro machen alle in sitzender Haltung. Da fällt es nicht auf, wenn man im Rollstuhl sitzt.

Es gibt so viele Behinderungen, die alltäglich sind und deswegen nicht für Aufruhr oder Aufhebens sorgen. Brillenträger sind sind auch behindert. Und nur, weil es normal im täglichen Leben ist, dass einem jemand mit der Brille auf der Nase begegnet, ist es nicht auffällig und schon normal geworden. Ich trage meine Brille praktisch „unter dem Hintern“ – und das ist nun so anders oder gar minderwertig? Nein, das kann und werde ich nie verstehen!

Nur weil man mir die Behinderung ansieht im Vergleich zu Transplantierten, Diabetikern, Dialyse-Patienten oder Krebskranken, ist es gerechtfertigt, dass man mir mein Leben irgendwie schwer macht? Wo steckt da der Sinn?

Dann kommt die Frage der Barrierefreiheit. Ich denke, es wird vollkommen vergessen, dass es nicht nur für Rollstuhlfahrer, Amputierte oder Gehbehinderte Menschen notwendig ist, im Leben überall barrierefrei hin zu kommen. Was ist denn mit Mutter oder Vater und Kind mit Kinderwagen? Auch sie benötigen in öffentlichen Gebäuden Fahrstühle und in Geschäften breitere Gänge. Daran sollte vielleicht auch mal gedacht werden.

Doping sorgt immer wieder für Schlagzeilen und ist auch im paralympischen Sport Gegenstand sport-ethischer Diskurse, gefolgt von Vereinbarungen und strengen Regeln. Wird das Thema in der Öffentlichkeit angemessen diskutiert?

Astrid Höfte:
All diejenigen, die sich im Sport durch verbotene Mittel versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen, sollten mit dem Sport aufhören. Denn Doping hat mit Sport nichts zu tun.

Kirsten Bruhn:
Wenn alles so erörtert werden würde wie das Doping, dann hätten wir weniger Probleme. Es ist und bleibt im Leistungs-und Spitzensport ein Thema, weil alle weiter, höher schneller sein wollen als alle anderen zuvor. Ich kann nur für mich sprechen und ich nehme keine unerlaubten Mittel zur Leistungssteigerung.

Steven Spielberg hat aus Protest gegen Chinas Menschenrechtspolitik seine künstlerische Mitwirkung als Berater bei den Olympischen Spielen in Peking aufgekündigt. Viele andere denken laut über einen Boykott der Spiele nach. Wäre das ein geeignetes Signal?

Astrid Höfte:
Definitiv, nein. Ich denke, die Chinesen werden sehr gute Ausrichter und Gastgeber sein. Alles wird perfekt organiesiert sein. Außerdem gibt es auf sportlicher Ebene – also unter den Sportlern – keine Berührungsängste, da der Sport ja auch der Völkerverständigung dient. Da kommen wir sicher gut miteinander aus. Für mich liegt die Konzentration außerdem beim Sport und meinen Wettkämpfen.

Kirsten Bruhn:
Die Frage der Menschenrechte in China gab es zum Zeitpunkt der Auslosung des Ausrichters der Olympischen Spiele schon und da wäre es sehr albern, jetzt alles zu stoppen. Das hätte man sich früher überlegen müssen. Ich denke auch nicht, dass es etwas in die richtige Richtung bewegen würde. Vielleicht würde es alles noch viel schlimmer machen für die Menschen, die in China leben, wenn der Rest der Welt sich gegen China stellen würde.

Wer reist, sieht sich auch andernorts mit alltäglichen Hürden konfrontiert. Menschen mit Handicap soll Mobilität und Teihabe durch barrierefreie Zugänge und umsichtigen Service möglich sein – vielerorts eine Wunschvorstellung. Was wäre Ihrer Meinung nach noch zu tun?

Astrid Höfte:
Dass sich die Leute, die entsprechende Planungen machen, Gebäude oder ähnliches errichten, mal in einen Rollstuhl setzen oder einen Blinden fragen, ob das Gebäude für ihn zugänglich ist – ohne Hilfe. Oftmals werden erst im Nachhinein Dinge behindertengerecht gebaut. Das könnte man verhindern.

Kirsten Bruhn:
Mir fällt immer besonders af, dass zu viel Aufhebens um Menschen mit Behinderung gemacht wird. Und es wird auch zu sehr pauschalisiert. Nicht alle behinderten Menschen brauchen Hilfe oder Betreuung. Viele kommen sehr gut ohne Hilfe aus. Und darauf sollte man Rücksicht nehmen. Man kommt sich sonst schnell entmündigt vor. Das will, denke ich, keiner so gerne – egal, ob mit oder ohne Behinderung.

Ausserdem finde ich es wichtig, dass Umbauten oder Umrüstungen in öffentlichen Gebäuden oder Anlagen auch von speziell geigneten Gremien oder Personen, abgenommen oder getestet werden, die die Umstände nachvollziehen können und wissen, was gebraucht wird, was nötig ist und was nicht. Es hat oft den Anschein, dass das nicht passiert, stattdessen unnötig viel Geld für Umbauten ausgegeben wird und auch noch nicht funktionell gedacht und gearbeitet wird. Das muss doch nicht sein, oder?

Das Maskottchen der Paralympics Beijing 2008 „Fu Niu Lele“ steht für Glück und Freude. Was wünschen Sie sich für die Paralympischen Spiele und Ihre persönliche sportliche Zukunft?

Astrid Höfte:
Dass die Spiele ein unvergessliches Erlebnis werden. Und dass ich mir meinen Traum einer Paralympics-Medaille erfüllen kann, dafür gebe ich alles. Bei den letzten beiden Teilnahmen bin ich jeweils mehr oder weniger knapp daran vorbeigeschrammt. Also hoffe ich, dass sich mein Traum in diesem Jahr erfüllt.

Kirsten Bruhn:
Gesundheit, innere Ruhe, den Erfolg und die Bestätigung, die ich brauche für mich selbst. Und speziell für Beijing viele schöne, aufregende und glückliche Tage mit lieben Menschen.

Danke für das Interview und alles Gute für die Paralympics Beijing 2008.

(Die Fragen stellte Andrea Ramsteck)


„Goalball am Start – mit Frauenpower

Verfasst am 26. August 2008 – 17:15.

Goalball ist eine schnelle, kraftvolle und dynamische Mannschaftssportart für blinde oder in ihrer Sehkraft eingeschränkte Sportler. Seit den Sommerspielen Seoul 1988 ist diese Disziplin fester Programmpunkt der Paralympics.

Drei Goalballerinnen – unterstützt durch maximal drei Ersatz-Spielerinnen – rollen den Klingelball so kraftvoll über das 9 mal 18 Meter große Spielfeld ins gegnerische Tor, dass er dabei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erreicht.

Alle tragen wegen der Chancengleichheit blickdichte Dunkelbrillen und orientieren sich an speziell markierten tastbaren Linien. Abgewehrt wird mit dem ganzen Körper, wobei die Mannschaften in ihrer Spielfeldhälfte bleiben. Die Spielzeit beträgt 2 mal 10 Minuten mit einer dreiminütigen Pause.

Das Paralympics-Team der Damen im Goalball

Natalie Ball – MVP

Conny Dietz
MTV Stuttgart e.V. – http://www.mtv-stuttgart.de

Ina Fischer
BSV Stuttgart – http://www.bsv-stuttgart.org

Christiane Möller
SSG Blista Marburg – http://www.ssg-blista.de

Swetlana Otto
Sächsische Blindenschule – http://www.blindenschule-chemnitz.de

Stefanie Schindler
VSV Nürnberg – http://www.vsvn.de

++ Betreuer des Goalball-Damen-Teams ++

Cheftrainer Thomas Mersdorf / Thomas Prokein
Physiotherapeut Johannes Göbl

+ Die Webseite der Deutschen Goalball-Nationalmannschaft: http://www.goalball.de

Judo am Start – mit den Zwillingen Carmen und Ramona Brussig

Verfasst am 27. August 2008 – 12:19.

Bei den Paralympics Beijing stehen in der asiatischen Kampfsportart Zwillinge auf der Matte – eine kleine Sensation. Carmen und Ramona Brussig sind Judoka aus Leidenschaft. Eine Freundin nahm die damals 8-jährigen Schülerinnen mit zum Judo-Training – und beide waren so begeistert, dass sie dem Judo bis heute treu blieben.

Die ständige Weiterentwicklung dieses Sports – etwa mit neuen Wurftechniken – reizen Ramona an dieser Sportart. Mit der paralympischen Judo-Premiere 2004 ging für sie ihr größter Traum in Erfüllung: eine Goldmedaille. Nervenstärke brachten der amtierenden Europameisterin und WM-Dritten zahlreiche Erfolge ein. Und Niederlagen sind kein Weltuntergang: “Tiefpunkte gehören zum Sport, ohne Niederlage hat man kein Ziel.” sagt die 31-Jährige. Erfolge hingegen bedeuten Selbstbestätigung. In Peking will Ramona den Erfolg von Athen wiederholen.

Ihre Schwester Carmen ist jetzt auch als Aktive mit dabei und hat ebenfalls bis vor kurzem noch Wettkämpfe und Trainings absolviert. Es sei sehr schwierig, die optimalen Wettkämpfe zu finden, da es zu wenig Wettkämpfe für Sehbeeinträchtige gebe, erklärt sie. Daher nimmt sie auch an einigen Wettkämpfen bei nicht Behinderten teil. Drei Trainingslager in Frankreich, der Schweiz und Ungarn standen für sie zur Vorbereitung auf die Paralympics 2008 auf dem Plan.

Der Judosport ist auch ihre Leidenschaft und gehört zu ihrem Leben, sagt die Konditorin – und sie freut sich über die Unterstützung ihres Chefs, der ihr all die Freiheiten gibt, die sie für den Leistungssport braucht. Ihr Ziel für Peking ist es, zu gewinnen.

Das Paralympics-Damen-Team Judo

Carmen Brussig
PSV Schwerin – http://www.judo-schwerin.de

Ramona Brussig
PSV Schwerin – http://www.judo-schwerin.de

Das Paralympics-Team der Herren im Judo

Sebastian Junk
Erster Mannheimer Judo-Club – http://www.1-mannheimer-judo-club.de

Matthias Krieger
Erster Mannheimer Judo-Club – http://www.1-mannheimer-judo-club.de

+++ Die Betreuer des Judo-Teams +++
Cheftrainerin Carmen Bruckmann
Judo Trainer Stefan Saueressig
Physiotherapeut Michael Hammer

+ Infos zum Judo der Sportler mit Handicap auf der DBS-Webseite: http://www.dbsjudo.de/

sowie beim Deutschen Judobund: http://www.judobund.de

Leichtathletik am Start – mit Astrid Höfte

Verfasst am 28. August 2008 – 16:56.

Wer die Wettkämpfe der Leichtathletik besucht, kann sich nicht widerstehen: Schnell steigt der eigene Adrenalin-Spiegel mit dem der Athleten. Und auch deren Medaillen-Spiegel kann sich sehen lassen.

Astrid Höfte vom TSV Bayer 04 Leverkusen geht bestens vorbereitet und mit guter Kondition bei den Sommer-Spielen in Peking an den Start: eine Medaille ist ihr persönliches sportliches Ziel. Die Leichtathleten werden bei den Paralympics 2008 größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Von den 20 Sportarten, die während der Paralympics ausgeführt werden, stellt die Leichtathletik mit 1.035 Athleten das mit Abstand größte Team und die meisten Wettkämpfe.

Seit Rom 1960 hat sich das Leistungsniveau in diesem paralympischen Klassiker enorm erhöht: High-Tech-Prothesen und spezielle Sport-Rollstühle kombiniert mit professionellem Hochleistungstraining machen auch die Leichtathletik zu einer spannenden Erfolgs-Story.

Neue Dimensionen eröffnen sich nicht erst, seit Doppelunterschenkel-Amputierte die 400 Meter unter 47 Sekunden laufen oder Rennrollstuhlfahrer den Marathon unter 1 Stunde und 22 Minuten absolvieren.

Die Leichtathletik ist in vier große Wettkampfklassen aufgeteilt, die meist in separaten Entscheidungen um Medaillen kämpfen:
+ Rollstuhl-Athleten
+ Cerebralparetiker
+ Blinde und Sehbeeinträchtigte
+ Amputierte / Les Autres

Seit den paralympischen Sommer-Spielen in Sydney 2000 finden viele Wettbewerbe in kombinierten Klassen statt. Zum Teil werden hier auch untrschiedliche Arten körperlicher Einschränkungen zusammengefaßt und nach einem komplexen Punktesystem gewertet.

Das deutsche Leichtathletik-Team bei den Paralympics Beijing

Alhassane Baldé
ASV Bonn – http://www.asv-bonn.de

Max Bergmann
TSV – Kirchdorf – http://www.tsvkirchdorf-la.de

Claudia Biene
PSC Berlin – http://www.dbs-leichtathletik.de

Rheinhold Bötzel
NBS Nienburg – http://www.ksb-nienburg.de

Ralph Brunner – BSV Kaufbeuren

Marianne Buggenhagen
SC Berlin – http://www.sc-berlin.de

Siena Christen
SC Motor Freital – http://www.motor-freital.de

Wojtec Czyz
1.FC Kaiserslautern – http://www.fck.de

Laura Darimont
TV Püttlingen – http://www.tvpuettlingen.de

Michaele Floeth
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Isabelle Foerder
HSC Erfurt – http://www.hsc-erfurt.de

Jörg Frischmann
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Ali Ghardooni
GBS Haldensleben – http://www.gbs-hdl.de

Katrin Green
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Siegmund Hegeholz
Hannover 06 – http://www.union06.de

Andrea Hegen
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Frances Herrmann
LC Cottbus – http://www.lc-cottbus.de

Astrid Höfte
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Petra Hömmen
TV Wattenscheid – http://www.tv-wattenscheid-01.de

Ulrich Iser
ABSV Halle – http://www.absv-halle.de

Annalena Knors
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Lutz Langer
TV Wattenscheid – http://www.tvwattenscheid01.de

Marc Lembeck
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Thomas Loosch
TV Wattenscheid 01 – http://www.tvwattenscheid01.de

Mathias Mester
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Katrin Müller-Rottgardt
PSC Berlin – http://www.dbs-leichtathletik.de

Claudia Nicoleitzik
TV Püttlingen – http://www.tvpuettlingen.de

Birgit Pohl
TSV Gera Leumnitz – http://www.tsv1886gera-leumnitz.privat.t-online.de

Heinrich Popow
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Matthias Schmidt
SC Cottbus – http://www.scc-turnen.de

Jana Schmidt
LAV Waren (Müritz) – http://www.lav-waren.de

René Schramm
TV Wattenscheid 01 – http://www.tvwattenscheid01.de

Matthias Schröder
PSC Berlin – http://www.dbs-leichtathletik.de

Marc Schuh
TV Herkenrath – http://www.tvherkenrath09.de

Yvonne Sehmisch
LC Cottbus – http://www.lc-cottbus.de

Maria Seifert
HSC Erfurt – http://www.hsc-erfurt.de

Tamira Slaby
TV Wattenscheid – http://www.tvwattenscheid01.de

Niels Stein
TV Wattenscheid – http://www.tvwattenscheid01.de

Frank Tinnemeyer
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Jörg Trippen-Hilgers
SFG Bernkastel-Kues – http://www.sfg-bks.de

Thomas Ulbricht
PSC Berlin – http://www.dbs-leichtathletik.de

Martina Willing
SG Stahl Brandenburg – http://www.sg-stahl.de

Ein Video von Mathias Mester bei den Paralympics Peking 2008

(Quelle: Mathias Mester on YouTube)

Radsport am Start – mit Pierre Senska

Verfasst von andrea ramsteck am 29. August 2008 – 10:38.

Paracycling ist eine relativ junge Leistungssportart für Athleten mit Handicap. Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit waren Anfang der 80er Jahre die Ersten, die Radrenne als Wettkampfsport für sich entdeckten. Seit Barcelona 1992 messen sich zudem Radsportler verschiedener anderer Handicaps – und das rasant auf Bahn und Strasse. Gewertet werden Mannschafts- und Einzelfahrten.

Je nach dem Grad ihrer individuellen körperlichen Einschränkung nutzen Radsportler speziell für ihre Bedürfnisse konstruierte Bikes. Tandem-Räder auf der Strecke bedeuten, dass ein Seh-Beeinträchtigter und sein sehender Guide hier als Piloten in die Pedale treten.

Der smarte Pierre Senska ist die Ruhe selbst, wenn man ihn trifft. Doch jetzt wird auch er etwas kribbelig vor seinen ersten großen Radrennen bei den Paralympics Beijing sein. Er will auf die besten Plätze ganz nach vorne fahren – und am liebsten auch aufs Siegerpodest.

Seine Webseite: http://www.pierresenska.de

Michael Teuber Präsentiert Para Cycling bei ParalampicSportTV auf YouTube

Das deutsche Team im Radsport bei den Paralympics Beijing

Stefan Bäumann
LC Cottbus – http://www.lc-cottbus.de

Torben Bröer
RSC Hamburg – http://www.radsport-hh.de

Tobias Graf
RIG Freiburg – http://www.rigfreiburg.de

Mario Hammer
PSC Berlin – http://home.arcor.de/arne.beekmann/mario.html

Tobias Knecht – RTC Heidelberg

Norbert Koch – TS Karlsruhe

Klaus Lungershausen
VC Frankfurt – http://www.vcfrankfurt.de

Norbert Mosandl
RSLC Holzkirchen – http://www.rslc-holzkirchen.de

Wolfgang Sacher
RSV Penzberg e.V. – http://bsvpenzberg-ev.de/seite9.htm

Pierre Senska
PSC Berlin – http://www.pierresenska.de

Natalie Simanowski
TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

Michael Teuber
BSV München – http://www.bsv-muenchen-ev.de

Dorothee Vieth
RSC Hamburg – http://www.radsport-hh.de

Max Weber
TSV Obergünzburg – http://www.tsv-oberguenzburg.de

Barabara Weise
VSV Erlangen – http://www.isg-erlangen.de

Erich Winkler
ETSV 09 Landshut – http://www.etsv09landshut.de

+++ die Sendezeiten der Radrenn-Wettbewerbe finden sich im Blog von Pierre Senska +++

Sehr gute Infos zum Radsport mit Handicap online unter: http://www.paracycling.de

und für Bikerinnen bei Natalie Simanowski unter http://www.nataliesimanowski.de

In 8 Tagen um die Welt – zu den Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 29. August 2008 – 18:12.

170 Athleten machen sich mit dem Flieger jetzt auf die Reise nach Peking.
Aber da kommen sie doch gerade erst her? Irrtum.
Diese Leistungssportler haben ihre „olympischen Spiele“ noch vor sich:
die Paralympics Beijing vom 6. bis 17. September 2008 – in 8 Tagen.

„Bitte anschnallen und das Rauchen einstellen.“
Diese charmante Ansage hören in diesen Tagen 170 überaus sportliche Passagiere aus Deutschland, wenn sie via Frankfurt „mit dem Kranich“ Richtung Peking fliegen zur Mission Possible „Paralympics Beijing 2008“. Es sind die deutschen Paralympioniken auf ihrem Weg zu den Sommerspielen – und sie rauchen wohl ohnehin nicht.

Kirsten Bruhn, Astrid Höfte und Pierre Senska haben jetzt ein Ticket mehr in der Hand – alles klar zum Einchecken.

Hat jemand Flugangst? Nur keine Sorge – die Acht ist eine chinesische Glückszahl. Günstiger könnte dieser Reisetermin also kaum liegen. Und komfortabler das Reisen als mit diesem Flieger der Deutschen Lufthansa auch nicht. Für das Wohl der deutschen paralympischen Delegation bei Flug und Ankunft in der Ferne und in der Heimat wird gesorgt sein.

Dass diese sportliche Expedition der Extraklasse in asiatische Gefilde ein voller Erfolg wird, dafür sorgen insgesamt 8 offizielle Partner des Dachverbandes DBS / NPC. Was für ein ein Glück!

+ Lufthansa + Allianz + Telekom + Otto Bock Health Care + Deutsche Bahn AG + Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände + Bayer AG + dpa Picture-Alliance +

Sie alle sorgen dafür, dass die Athleten und ihre diesjährigen paralympischen Sommerspiele den Support erhalten, den sie brauchen: Von der Kommunikation über Technik und Ausrüstung bis hin zur Logistik und professioneller Bild-Präsentation des Leistungssports. Es ist also an alles gedacht – sogar ans gelungene Erinnerungs-Foto.

Und mit diesen beACHTlichen Sponsoren sind noch längst nicht alle Akteure hinter den Kulissen genannt. Die Bordzeitung spendiert seit dem Flug zu den Spielen der Sportler mit Handicap nach Athen 2004 auch jetzt wieder der Berliner Tagesspiegel mit seiner mehrsprachigen „Paralympics Zeitung“.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, ist ihr Förderer und Herausgeber – und bekam für die „Paralympics Zeitung“ eine Auszeichnung der EU. Vier Ausgaben wird es geben.

Das diesjährige Projekt des „Europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs“ wurde bereits mit einem Medien-Preis ausgezeichnet. Am 4. September liegt dem Tagesspiegel und der ZEIT eine Sonderausgabe der „Paralympics Zeitung“ bei.

Die Reise-Apotheke kann bei Bedarf zusätzlich mit Info-Broschüren zu den Sendezeiten der Paralympics Beijing 2008 in jeder Apotheke bestückt werden.

Wer partout nicht gerne fliegt, der schaut sich „Olympia II“ in 100 der 500 Telekom-Shops an. Dort gibt es während der Paralympics TV-Übertragungen der Wettkämpfe.

Willkommen an Bord des „Paralympics World Wide Web“:
Auch online sorgen kurze Filme und Video-Clips zudem für nette Unterhaltung während der langen Flugzeit. Insbesondere für alle, die schon jetzt dem Startschuss am 6. September entgegenfiebern.

Auch ohne die Fernbedienung des TV-Gerätes kann man Paralympics-Flair via Internet geniessen bei ParalympicSportTV.

Unsere Videos:
Making of Paralympics Beijing 2008 – Swim
Making of Paralympics Beijing 2008 – Athletics

Die Flugzeit beträgt etwa 20 Stunden. Für Unterhaltung und Service ist gesorgt.

Reiten am Start – mit Bettina Eistel und „Fabuleux“

Verfasst am 30. August 2008 – 19:50.

Das Pferd steht bereit und sie steigt in den Sattel. Dann nimmt sie die Zügel und es geht los. Die Reiterin Bettina Eistel tut dies allerdings auf eher ungewöhnliche Weise. „Die Zügel fest in der Hand“ geht bei ihr anders – unter Zuhilfenahme ihrer Zähne oder ihrer Fußzehen. Pferde brauchen keine grobe Führung. Dass die Kommunikation zwischen Mensch und Tier auch feinfühlig funktioniert, wissen wir nicht erst seit der Geschichte vom Pferdeflüsterer.

Bettina Eistel kam ohne Arme auf die Welt – kurz bevor das Medikament Contergan vom Markt genommen wurde. Mit fünf Jahren wunderte sie sich über die langärmeligen Mäntel anderer Menschen: „Ich möchte auch welche haben – Arme aus Fleisch.“ Ihre Mutter, eine starke und entschlossene Frau, kämpfte für ein selbständiges barrierefreies Leben ihrer Tochter. Mit Erfolg.

Die heute 47-jährige Paralympics-Gewinnerin in Athen 2004 mit zwei Silber- und einer Bronze-Medaille ist Psychologin, Autorin und Moderatorin des ZDF-Magazins „Menschen“, das Themen der „Aktion Mensch“ aufgreift.

Dass sie dadurch in eine Schublade gerät, glaubt die temperamentvolle Leistungssportlerin nicht: „Ich bin als Frau ohne Arme prädestiniert für eine Behindertensendung, weil ich die Schablone der vom Schicksal Gebeutelten nicht bediene. Aber ich wäre auch in jeder anderen Talksendung gut aufgehoben, in der es um menschliche Schicksale geht.“

Bei der Bezeichnung „Behinderte“ teilt Bettina Eistel die eher kritische Haltung vieler Menschen mit Handicap: „Ich sage immer, ich bin anders funktional. „Behindert“ ist so negativ besetzt; es impliziert, dass ich an irgendetwas gehindert werde. Manchmal wären Arme wirklich schon sehr praktisch. Aber wenn die berühmte gute Fee kommen würde und ich dürfte mir etwas wünschen, dann wären das nicht zwei Arme, sondern ganz viele Pferde.“ erklärte sie mit ihrem ansteckenden Lachen einmal in einer Talkshow.

Jetzt ist sie bei den Paralympics Beijing mit „Fabuleux“ am Start, den sie liebevoll „Fabi“ nennt. Bettina Eistel und ihr 11-jähriger brauner Westfale sind ein eingespieltes und erfolgreiches Team. Er versteht jeden Wink mit dem Fuß seiner Reiterin.

Erst seit den Paralympics Atlanta 1996 ist das Reiten im Programm der Sommer-Spiele vertreten. In Atlanta und Sydney ritt man noch auf Pferden, die vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wurden. Seit Athen 2004 gehen die Sportler auf eigenen Pferden an den Start.

Es werden verschiedene Dressur-Aufgaben sowie eine Kür mit Musik geritten. Die unterschiedlichen Anforderungen ergeben sich aus dem jeweiligen Handicap des Reiters – Männer und Frauen kämpfen in gemeinsam Wettbewerben.

Inzwischen sind nach den Olympischen Spielen auf dem Gelände des Hongkong Jockey Clubs die fünf deutschen Paralympics-Teilnehmer mit ihren Pferden eingetroffen.

Die Wettkämpfe der Dressurreiter mit Handicap, sind je nach Schwere der Beeinträchtigung in die Grade I bis IV eingeteilt. Neben den englischen Reitern zählt die deutsche Mannschaft zu den erfolgreichsten Teams der internationalen Championate der vergangenen Jahre.

Das deutsche Reiter-Team bei den Paralympics Beijing

Hannelore Brenner mit „Women of the World“
Reitclub Hofgut Petersau – http://www.hofgut-petersau.de

Bettina Eistel mit Benetton’s „Fabuleux“
RFV Lensahn e.V.

Bettina Näpel mit „Cherubin“
E.V. – http://www.rufv-lensahn.de

Angelika Trabert mit „Londria“
Reitclub Hofgut Petersau – http://www.hofgut-petersau.de

Steffen Zeibig mit „Waldemar“-
SGV Dresden – http://www.sgv-dresden.de

++ Betreuer des Reitsport-Teams ++

Chef d’Equipe Britta Bando

Rudern am Start – mit Siglind Köhler und „Kribbeln im Bauch“

Tierarzt Dr. Augusto Jose Fernandez

Verfasst am 31. August 2008 – 16:12.

Sportärztin Dr. Sabine Staemmler-Kienzle

Per Höhenruder ging es am Freitag um 17:20 Uhr für die 30-jährige Athletin Siglind Koehler und das paralympische Ruder-Team vom Frankfurter Flughafen aus mit der Lufthansa nach Peking. Und sie hatte ein Kribbeln im Bauch vor lauter Vorfreude – und innerer Anspannung, endlich bei den Paralympics an die Riemen gehen zu dürfen.

Cheftrainer Franz-Martin Stankus

„Es war unterm Strich mörderisch, die erforderlichen Qualifikationskriterien zu erfüllen. Mein Leben bestand quasi nur noch aus Training.“ sagte die durchtrainierte Athletin im Interview der Walsroder Zeitung.

Wie sie sich auf erfolgreiche Rennen vorbereiten? Trainingslager und Krafttraining – und mentales Training: „Wir verinnerlichen vorher die 1000 Meter lange Strecke, die ja beim Rudern ein Sprint ist. Wir sprechen vom perfekten Wind, dem perfekten Wetter und dem perfekten Wasser. Wenn dann alles gestimmt hat und es in diesem Sinne „perfekt“ war – und es trotzdem keine Medaille wird, macht es nichts. Wir wollen in den Endlauf, alles andere ist dann Zugabe.

Der Vierer mit Steuermann geht mit Kathrin Wolff, Marcus Klemp, Michael Sauer, Susanne Lackner und Steuermann Arne Maury als amtierender Weltmeister an den Start. Auch der Doppelzweier in der Besetzung Siglind Köhler umd Martin Wimmer hat bereits auf dem World-Cup in München gute Leistungen gezeigt. Da es in der Saison nur wenige internationale Vergleiche gab, ist eine Prognose schwierig. Beide Teams sollten aber in den Kampf um die Medaillen eingreifen können.

Das Rudern gehört zu den ältesten olympischen Sportarten. Bei den Paralympics feiern die Wettbewerbe allerdings Premiere. Die Sieger werden in vier Bootsklassen ermittelt. Die Streckenlänge beträgt für alle Bootsklassen 1000 Meter. Für die Sommer-Paralympics Beijing haben sich in den vier Rennen Boote aus 22 Ländern qualifiziert.

Im Einer starten Sportler, die den Vortrieb ihres Bootes fast ausschließlich durch den Einsatz der Arme erwirken. Die Sportler sind auf Brusthöhe am Sitz fixiert, so dass der untere Teil des Oberkörpers nicht vortriebswirksam werden kann. Charakteristisch diese „Arms-only-Klasse“ sind sogenannte „Schwimmer“ an Bord mit Kontakt zum Wasser, die ein Kentern ausschliessen.

Der Doppelzweier ist mit einem Ruderer und einer Ruderin besetzt. In dieser „Trunk and Arms“ bezeichneten Klasse wird neben den Armen auch der Rumpf vortriebswirksam eingesetzt. Wie im Einer-Boot sitzen die Sportler auf einem Sitz ohne Rollfunktion.

Im Vierer – „Legs, Trunk and Arms“ genannt – mit Steuermann rudern zwei Frauen und zwei Männer. Sie setzen Beine, Rumpf und Arme auf dem Rollsitz für den Vortrieb ein. Neben Athleten mit körperlicher Einschränkung sind in dieser Klasse auch Sehbeeinträchtigte startberechtigt.

Das Material für die Ruderboote in Peking geht per Container auf die Reise. Alle Ersatzteile müssen doppelt bis dreifach dabei sein. Boote werden zwar in Peking gestellt, aber die sind nicht behindertengerecht. Die Boote müssen vor Ort individuell so eingerichtet werden, dass sie genau für die Ruderer passen. So müssen beispielsweise Rollsitze für die Beinamputierten eingebaut sowie Skull und Riemen eingestellt werden. Dafür muss sehr viel Material mitgenommen werden. Was in Peking fehlt, das ist dann auch nicht mehr verfügbar. Allein diese logistische Leistung ist enorm.

Das deutsche Ruder-Team bei den Paralympics Beijing

Marcurs Klemp

DRC Hannover – http://www.drc1884.de

RC Vilshofen – http://www.aibc.de

Siglind Koehler

Susanne Lackner

Mannheimer Ruderclub – http://www.mannheimer-rc.de

Akademischer RC Würzburg

Michael Sauer

Harald Wimmer

RG München 72 – http://www.rgm72.de

+ Ersatz-Ruderer:

Kathrin Wolf

Monika Tampe, Martin Lossau und Mathias Köhler

++ die Betreuer des Ruder-Teams ++

Trainer ( und Ersatzsportler) Helmut Greß

Rugby am Start – mit Wolfgang Mayer: ein Rebell am Ball

Verfasst am 1. September 2008 – 21:57.

Rollstuhl-Rugby kam in den späten 70ern aus Kanada als „Murderball“ herüber gerollt. In dieser Mannschaftssportart geht es hart, aber fair zur Sache, bei den Rolli-Karambolagen – Körperkontakt ist verboten. Also krachen die Rollstühle wie Boliden aufeinander. Deren Piloten sind an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt und jagen sich den Volleyball auf einem Baskettballfeld gegenseitig ab. Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern.

Wolfgang Meyer ist so einer. Der läßt es gerne mal krachen. Er und seine Karlsruher „Rebels“ konnten mit ihrem insgesamt dritten Sieg bei der Champions League, dem Sieg der Badischen Meisterschaft und dem Titel als Europacupsieger die Saison 2007/2008 als erfolgreichste Mannschaft ihre Erfolgsstory seit ihrer Gründung im Jahre 2001 fortsetzen.

Jens Maspfuhl (Frankfurt Manpower) präsentiert Wheelchair Rugby bei RTL

Das deutsche Rugby-Team der Paralympics Being 2008

Maik Baumann

RSG Hannover – http://www.rsghannover.de

Christian Götze

RSG Koblenz – http://www.rsg-heidelberg.de

Jörg Holzern

RSG Heidelberg – http://www.rsg-heidelberg.de

Salih Köseoglu

The Rebels Karlsruhe – http://www.bbsbaden.de

Wolfgang Mayer

RSG Koblenz – http://www.rsg-koblenz.de/Rugby/rugby.html

Nacer Menezka

RSC Bad Wildungen – http://www.rsc-bw.de

Oliver Picht

BSG Bochum – http://www.bsg-bochum.de/rollstuhlrugby/rugby/Index.htm

Michael Schlüter

RSG Koblenz – http://www.rsg-heidelberg.de/home.htm

Wolfgang Schmitt

RSC Bad Wildungen – http://www.rsc-bw.de

Christoph Werner

RSG Heidelberg – http://www.rsg-heidelberg.de

++ Die Betreuer des Rugby-Teams ++

Dirk Wieschendorf

Betreuer Tobias Dahlke

Betreuer Marcus Buhr

Cheftrainer Pierre Sahm
Trainer Bert Metzger
Physiotherapeut Marcus Feustel
Techniker Torsten Lisy

Newsticker Beijing: Das deutsche Paralympics-Team in Zahlen

Verfasst am 2. September 2008 – 13:49.

Peking / Berlin, 02.09.2008, dbs/bsb

Exakt 282 Mitglieder umfasst das deutsche Paralympics-Team für die Spiele in der chinesischen Hauptstadt Peking, inklusive der Reit- und Segelsportler, die ihre Wettbewerbe in Hong Kong und Quingdao austragen.

Statistisch betrachtet unterscheiden sich die Spiele in Peking von den Paralympics in Athen 2004 in vielerlei Hinsicht – beispielsweise liegt das Durchschnittsalter der Athleten deutlich unter dem der Vorjahre.

Die jüngste Teilnehmerin, Katharina Schett, kommt aus dem Saarland und startet für den BRS Gersweiler. Die Schülerin gehört zur insgesamt fünfköpfigen Mannschaft der deutschen Bogenschützen. Die 16 Jährige ist eine von 73 Sportlern, die in Peking ihre paralympische Premiere feiern. Die Quote der so genannten Erststarter zeigt laut Chef de Mission Dr. Karl Quade einen erfreulichen Trend. Das Durchschnittsalter liegt mit 32 Jahren zwar über dem der Teilnehmer von olympischen Spielen, ist jedoch im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Von den 282 Personen im Team sind 176 Sportler (fünf von ihnen Begleitläufer) und 20 kommen aus Berlin und fünf aus Brandenburg. Die restlichen 106 Mitglieder der deutschen Paralympischen Mannschaft sind Trainer, Techniker, Physiotherapeuten, das Ärzteteam sowie die Mitarbeiter des Mannschaftsbüros des Deutschen Behindertensportverbandes. Von den Sportlern sind 39 Prozent weiblich, ebenfalls ein Wert, der in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen ist.

Weitere Informationen über die Sportlerinnen und Sportler aus Berlin auf: http://www.bsberlin.de

sowie zu allen anderen Landes-Behinderten-Sportverbänden mit aktuellen Sportler-Porträts und Wettkampf-Ergebnissen der Paralympics Beijing 2008 unter: http://www.dbs-npc.de

Schwimmer am Start – mit Kirsten Bruhn

Verfasst am 3. September 2008 – 22:36.

Jetzt ist sie bereits im Olympischen Dorf mit all den anderen internationalen Athleten, ihren Team-Kollegen sowie ihrem Vater und Trainer, Manfred Bruhn, und sie schwimmt dort weitere Trainings-Bahnen im Water Cube, diesem schillernden Schwimmtempel. Bis zum letzten Tag vor ihrem Flug nach China standen Presse- und Repräsentationstermine dicht gedrängt in ihrem Kalender.

Grüße und Glückwünsche reihen sich wie Perlen zu Schmuck in Kirsten Bruhn’s Online-Gästebuch aneinander. Und mit jedem Tag werden es mehr.

Kein Vorbild ohne Vorbild – für Kirsten Bruhn ist es die Olympia-Siegerin Britta Steffen. Der Financial Times erzählte unsere deutsche Medaillen-Favoritin: „Ich bin auch so ein Sensibelchen wie Britta und werde mich bis zu meinem ersten Wettkampf am 8. September total abschotten“.

Im Trainingslager Rabenberg verfolgte sie die olympischen Wettkämpfe, fieberte und litt mit den Olympioniken: „Ich musste aufpassen, dass mich die Leistungen der Deutschen mit Ausnahme von Britta nicht total runterziehen und verunsichern.“

Während fast alle europäischen Teams mit dem Klima in Beijing bei Olympia zu kämpfen hatten, sind die Bedingungen jetzt günstiger. „Das Schlimme ist, dass man nichts tun kann, um sich darauf vorzubereiten“, erklärt Kirsten Bruhn. Seit dem 30. August ist sie mit vielen anderen Athleten zur Akklimatisierung im olympischen Dorf. „Ich muss mich vom Kopf her auf die Bedingungen einstellen und werde mich total konzentrieren.“ Ihr Vater, der sie auch trainiert, eine Schwester und eine Schwägerin stehen ihr im fernen Beijing mit Rat und Tat zur Seite.

Die Weltklasse-Schwimmerin hat sich mit zwei Gold-Medaillen Großes vorgenommen bei den Paralympics Beijing 2008 – und ist in Kürze am Start zu sehen.

Das Schwimmen gehört zu den traditionellen Sportarten von Menschen mit Handicaps. Die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wassers ermöglichen den Sportlern eine Bewegungsfreiheit ohne technische Hilfsmittel.

Bei den Paralympics werden sowohl Einzel- als auch Staffelwettbewerbe in allen Schwimmlagen über Strecken zwischen 50 und 400 Meter geschwommen. Es wird nach den gültigen Regeln des Weltschwimmverbandes FINA gestartet. Die Wettbewerbe finden in 10 funktionellen Startklassen für Sportler mit Handicaps und in 3 Startklassen für Sehgeschädigte statt.

Kirsten Bruhn präsentiert den Schwimmsport bei ParalympicSportTV on YouTube

Das deutsche Schwimm-Team bei den Paralympics Beijing 2008

Kirsten Bruhn

PSV Union Neumünster – http://www.psvnms.de

TV Rottweil – http://www.tv-rottweil.de

BV Leipzig – http://www.bvleipzig.de

Christoph Burkhard

DJK Regensburg – http://www.djk-regensburg-schwimmen.de

Daniel Clausner

Annke Cobradi

FV Wehrda 1919 – http://www.fvwehrda.de

BV Leipzig – http://www.bvleipzig.de

Robert Dörries

Christian Goldbach

BFV Ascota Chemniz – http://www.bfv-ascota.de

PSC Berlin – http://www.bsberlin.de

Maria Götze

Thomas Grimm

TSV Bayer 04 Leverkusen – http://www.tsvbayer04.de

TSV Bad Saulgau – http://www.tsv-badsaulgau.de

Sebastian Iwanow

Julia Kabus

PSC Berlin – http://www.bsberlin.de

Swen Michaelis

Bfv Ascota Chemniz – http://www.bfv-ascota.de

Lucas Ludwig

PSC Berlin – http://www.bsberlin.de

Florian Moll

Christiane Reppe

PSC Berlin – http://www.bsberlin.de

BV Leipzig – http://www.bvleipzig.de

Daniela Schulte

Martin Schulz

BV Leipzig – http://www.bvleipzig.de

SSV Hoyerswerda e.V. – http://www.ssv-hoyerswerda.de

Daniel Simon

Roy Tobis

SG Moosburg – http://typo3.schwaiger.exxs.net

BV Leipzig – http://www.bvleipzig.de

Christoph Weber

Stefanie Weinberg

Nikolay Willig

PSC Berlin – http://www.bsberlin.de

++ Die Betreuer des deutschen Schwimmer-Teams ++

Betreuer Winfried Wippern

Betreuer Gunter Thiele

Cheftrainer von Bernhard Welck
Trainerin Annett Juvier
Trainerin Ute Schinkitz
Trainer Matthias Ulm
Physiotherapeutin Simone Boltz
Physiotherapeutin Cordula Schall
Betreuer Hubertus Goldbach

Newsticker Beijing: Dreiviertel aller Tickets vergriffen – auch EUROSPORT-TV sendet live

Verfasst am 4. September 2008 – 0:35.

Peking (dpa)

Kurz vor der Eröffnung der Paralympischen Spiele am 6. September in Peking sind dreiviertel der 1,65 Millionen Eintrittskarten vergriffen.

Für die besonders begehrten Wettkämpfe im «Vogelnest» genannten Nationalstadion und im Schwimmzentrum «Wasserwürfel» zusätzlich noch Plätze geschaffen worden seien, berichteten die Organisatoren. Bisher seien 1,19 Millionen Karten verkauft oder vergeben worden. Rund 300 000 Tickets seien kostenlos Studenten, Behinderten und anderen einfachen Bürgern zur Verfügung gestellt worden.

+++hohe Nachfrage bei Tickets+++

Zur feierlichen Eröffnung der Behindertenspiele reist Bundespräsident Horst Köhler nach Peking. Die rund 7000 Athleten und Funktionäre ziehen bereits schubweise ins paralympische Dorf ein. Die Unterkünfte sind im bisherigen olympischen Dorf, das die Olympia-Sportler nach Abschluss der Sommerspiele am 24. August geräumt hatten. Rund 30 Busse, die für Rollstühle ausgerüstet sind, sowie zusätzliche Freiwillige seien im Einsatz, um Athleten zu Wettkampfstätten zu bringen, berichteten chinesische Zeitungen.

(Presse-Dienst INAR)

Gastgeber China stellt mit 332 Athleten und 215 Funktionären wie schon bei den Olympischen Spielen die größte Delegation. Für die Behindertenspiele sind mehr als 6300 Journalisten aus aller Welt akkreditiert. Erstmals in der paralympischen Geschichte können die Medienvertreter auch das Hauptpressezentrum und die gleichen Einrichtungen und Dienstleistungen wie bei den vorausgegangenen Olympischen Spielen nutzen, hoben Chinas Staatsmedien hervor.

Segeln am Start – mit Heiko Kröger

Verfasst am 4. September 2008 – 15:34.

Die paralympischen Regatten werden in drei Bootsklassen ausgetragen. Bei der „Sonar-Klasse“, einem 23-Fuß-Kielboot, macht das Zusammenspiel der Drei-Mann-Crew einen großen Teil des Erfolges aus. Je nach Grad ihrer funktionellen Einschränkung erhalten die Athleten eine Einstufung von 1 bis 7 Punkte in einer Funktionsklasse. Die Summe darf 14 Punkte je Boot nicht überschreiten – vergleichbar den Regeln beim Rollstuhlbasketball.

Das Ein-Mann-Kielboot, die „2.4mR“, läßt sich hervorragend an unterschiedliche Handicaps anpassen. Sie ist eine integrative Bootsklasse, in der Segler mit und ohne Handicap gemeinsam kreuzen. So messen sich in dieser Klasse unterschiedlich gehandicapte Segler. Das sonst übliche Punktesystem entfällt hier.

Die „Skud18-Klasse“ ist ein Zwei-Mann-Kielboot – mit einer Frau als Besatzungsmitglied. So schreibt es das Reglement vor, zur Freude weiblicher Segler. Der Wettbewerb dieser dritten Bootsklasse wird bei den Paralympics Beijing erstmals ausgetragen. In Deutschland sind diese Regatten noch nicht am Start. Diese beiden Olympischen Bootsklassen werden jetzt in Beijing gesegelt.

Die Segel-Wettbewerbe finden auf der Regatta-Strecke im Gelben Meer vor der chinesischen Acht-Millionen-Metropole Qingdao statt. Heiko Kröger ist als erfolgreicher Segler der Paralympics Athen 2004 (4.Platz) und Dritter der Kieler Woche 2008 jetzt Medaillen-Favorit.

Die Webseite des Skippers Heiko Kröger: http://www.heiko-kroeger.de

Impressionen vom Segeln bei ParalympicSportTV auf YouTube

Das Segel-Team der deutschen Mannschaft bei den Paralympics Beijing

Jens Kroker

Kieler Yacht Club – http://www.kyc.de

Heiko Kröger

YCBG e.V. – http://www.ycbg.de

BS Zehlendorf e.V.

Siegmund Mainka

Tobias Schütz

Bootsmann Christian Bauer

Physiotherapeutin Gesine Reichl

++ Betreuer der Segler-Mannschaft
Trainer Eberhard Bieberitz
Trainer Christian Bittner

Newsticker Beijing: Conny Dietz trägt die Deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier

Verfasst am 4. September 2008 – 15:42.

Welcome Ceremony: Deutsches Paralympicteam offiziell begrüßt

Peking / Berlin, 04.09.2008, bsb/dbs

Am Mittwoch um 18:56 Uhr Ortszeit Peking war es soweit, vier Tage nach dem Einzug der ersten Sportler in das Paralympic-Village, wurde das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) auf dem Ceremony Plaza in der internationalen Zone offiziell durch den Bürgermeister des Athletendorfes begrüßt. Dr. Karl Quade als deutschen Chef de Mission nahm dabei die guten Wünsche der Gastgeber entgegen, bevor um wenige Minuten vor 19 Uhr die 282-köpfige deutsche Delegation (darunter auch 21 Athleten aus Berlin und 5 aus Brandenburg) mit dem Erklingen der deutschen Nationalhymne und der Hissung der Flagge nun auch offiziell Einzug in das herrlich gestaltete Paralympic-Village hielt.

+++ Conny Dietz trägt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier +++

Goalballerin Conny Dietz wird die deutsche paralympische Mannschaft am kommenden Samstag als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der XIII. Paralympics in Peking ins Stadion führen.

„Wir haben uns für sie entschieden, weil sie ein Vorbild für alle ist. Nicht nur, dass sie in ihrer Sportart alles erreicht und gewonnen hat, auch ihren Alltag und die Verbindung zwischen Beruf und Sport meistert sie vorbildlich“, so DBS-Präsident Karl Hermann Haack.

Die freudige Nachricht, die Conny Dietz zu Tränen rührte, überbrachte ihr am heutigen Vormittag Chef de Mission, Dr. Karl Quade.

Goalball ist eine Mannschaftssportart für Blinde und Sehbeeinträchtigte, in der mit einem Klingelball auf zwei Tore gespielt wird.

„Es ist wie im Traum, ich kann es kaum fassen. Schon als kleines Kind habe ich immer gedacht, wie toll es sein muss, die deutsche Fahne in so ein Stadion zu tragen“, sagt die deutlich ergriffene Goalball-Spielerin.

Für Conny Dietz sind es bereits die sechsten Paralympics. 1996 gewann sie mit ihrer Mannschaft in Atlanta die Goldmedaille. Die Welt- und Europameisterin gehört seit 1983 der Goalball-Nationalmannschaft an.

Tennis am Start – mit Katharina Krüger

Verfasst am 5. September 2008 – 20:30.

Sie ist Deutschlands Beste beim Rollstuhltennis, die 18-jährige Abiturientin aus Berlin – und sie will in Beijing jetzt eine Medaille holen. Dafür hat sie ihre Abschlussprüfungen verschoben und wird von ihrem Verein, den „Zehlendorfer Wespen“ bei Training, Turnieren und Reisekosten engagiert unterstützt.

Rollstuhltennis unterliegt den Reglements des Deutschen Tennisbundes sowie der Internationalen Tennis Föderation (ITF/IWTA). Diese stimmen mit denen der „Fußgänger“ – also Athleten, die ihren Sport nicht im Rollstuhl ausführen – grundsätzlich überein. Mit einer Ausnahme: der „Zwei-Aufsprung-Regel“. Sie besagt, dass der erste Ballaufsprung im vorgeschriebenen Feld erfolgen muss. Der zweite darf auch ausserhalb des Feldes landen. Rollstuhltennis darf jeder spielen, dessen Funktionstüchtigkeit so stark eingeschränkt ist, dass er nicht als Fußgänger spielen kann.

Esther Vergeer präsentiert Wheelchair Tennis bei ParalympicSportTV auf YouTube

Rollstuhltennis bei den Spielen Beijing

Katharina Krüger

SV Zehlendorfer Wespen – http://www.zehlendorfer-wespen.de

Ihre sportliche Betreuerin ist Petra Krüger

Tischtennis am Start – mit Holger Nikelis

Verfasst am 5. September 2008 – 21:54.

Der „Kölsche Jung“ brachte bereits von den Paralympics Athen 2004 Gold mit nach Hause – und ist auch jetzt Medaillenfavorit. Schließlich hat er schon immer gerne die Bälle über die Platte geschmettert und das auch elegant mit Spin. Seit er infolge eines Badeunfalls querschnittsgelähmt ist, tut der sympathische Leistungssportler dies nun aus dem Rollstuhl heraus. Und das mit großem Erfolg: Holger Nikelis ist Zweiter der Weltrangliste. Seine Webseite: http://www.nikelis.de

Tischtennis ist bereits seit den Paralympics in Rom 1960 einer der Klassiker bei den Sommer-Spielen. Hier treten Rollstuhlfahrer oder Amputierte gegeneinander an in Damen oder Herren Einzel sowie Doppel. Wegen der verschiedenen Grade von Handicaps werden die Spieler in Wettkampfklassen eingestuft. Je nach Grad ihrer funktionellen Einschränkung gibt es die Klassen 1 bis 5 bei den Rollstuhlfahrern sowie 6 bis 10 bei den Amputierten, die als Fußgänger spielen.

Bei den Paralympics kämpfen die Athleten in Mannschafts- und Einzelwettbewerben, bei ersteren werden 4 Einzel sowie 1 Doppel gespielt und im „K.O.-System“ entschieden. Sieger ist diejenige Mannschaft, die zuerst drei Spiele gewonnen hat. Im Einzel wird die Vorrunde in den Wettkampfklassen in Gruppen von jeweils 3 bis 4 Spielern – also „jeder gegen jeden“ – gespielt. Die Finalrunde entscheidet sich im K.O.-System.

Das deutsche Tischtennis-Team

Daniel Arnold

BSV München – http://www.bsv-muenchen-ev.de

RSG Koblenz – http://www.rsg-koblenz.de

RSC Berlin – http://www.rsc-berlin.de

Selcuk Cetin

RSG TSV Plattling

Jan Gürtler

Walter Kilger

RSV Bayreuth – http://www.rollstuhlbasketball-bayreuth.de

BSV Walldorf – http://www.bsv-walldorf.de

Dietmar Kober

David Korn

RSC Köln – http://www.rsc-koeln.de

BSG Offenburg – http://www.bsg-offenburg.de

BSG Bielefeld – http://www.bsgbielefeld.de

Rainer Schmitt

RSG TSV Plattling

Monika Sikora-Weinmann

Otto Vilsmaier

BS Solingen – http://www.solingersport.de

FT Preetz – http://www.ft-preetz.de

Jochen Wollmert

Andrea Zimmerer

Physiotherapeutin Angelika Lütkenhorst-Weibring

Physiotherapeutin Cornelia Blase

++ Die Betreuer
Cheftrainer Günther Pock
Trainer Christian Bode
Trainer Hannes Dösseler
Trainerin Susanne Epstein

Take off! Paralympics Beijing 2008 können beginnen

Verfasst am 6. September 2008 – 8:15.

Jetzt ist auch der letzte Flieger zu den Sommer-Spielen der Sportler mit Handicap gestartet, unterwegs und sicher gelandet. So wie am Freitag Abend der aus Berlin mit den „Presse-Athleten“ der Paralympics Zeitung an Bord der Hainan Airlines im Direktflug nach Peking.

„Presse-Athleten“? Das war ein netter Versprecher des Leichtathleten Thomas Ulbricht (PSC Berlin) bei einem Presse-Termin gemeinsam mit Oskar Pistorius, als er sich für das starke Medieninteresse an den Paralympics Beijing 2008 bedankte.

Und es stimmt ja auch, Journalisten aus aller Welt sind jetzt auf dem Sprung. So auch in Berlin Freitag auf dem Flughafen Tegel am Terminal A, Gate 5. Dort wurde das Team der Schüler-Redaktion verabschiedet, das mit der „Paralympics Zeitung“ über die Sommer-Spiele der Sportler mit Handicap berichterstattet. Die erste Ausgabe ist schon da – und Kirsten Bruhn auf dem Cover.

Hauptförderer des Blattes – ein Projekt zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs – ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Ein Tochterunternehmen der Heidelberger Druck AG produziert die Zeitung vor Ort. Redakteure des Tagesspiegels und einer Chinesischen Zeitung unterstützen die Jung-Journalisten, mehrheitlich Schülerinnen, bei ihrer professionellen Berichterstattung. Tagesspiegel-Redakteurin Annette Kögel und Karin Preugschat betreuen das Projekt.

Die Paralympics Zeitung erscheint in vier Ausgaben am 4.9., 9.9., 13.9. und 17.9.2008, in Chinesisch/Deutsch und einzelne Artikel in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

Alle weiteren 3 Ausgaben liegen dem „Tagesspiegel“ und der „Zeit“ bei – und sind als PDF beim Tagesspiegel online abrufbar. Man sah bereits Leser, die das Blatt in der S-Bahn neugierig und fasziniert durchstöberten: „Ist ja erstaunlich, was diese Sportler so alles leisten.“

Das war ein Gewusel! Kleines Reise-Gepäck, große Aufregung – „aussen cool und innen heiss“: auf die Paralympics Beijing 2008. Blitzlicht-Gewitter, viele Ansprachen Offizieller und des Bürgermeisters von Berlin bei dieser Premiere der ganz besonderen Art. Der Flug Berlin-Peking dauert runde acht Stunden. Wie gut, dass die Acht eine chinesische Glückszahl ist!

Der Blick fürs Wesentliche ist ja da, die Fragen an die Sportler abrufbereit im Hinterkopf, die Begeisterung im Herzen – und alles 1000 Mal in Gedanken durchgespielt: Die Spiele können also beginnen.

Doch kurz zurück zum Direkt-Flug Berlin-Peking:

Nichts vergessen? Ganz bestimmt nicht.

Alle Fans, Interessierte und Athlete erwarten spannende Paralympics, aufregende und faire Wettkämpfe.

+++Auf die Plätze, fertig, Paralympics

Nihao Beijing, die paralympischen Sommer-Spiele 2008 feierlich eröffnet!

Verfasst am 6. September 2008 – 17:13.

Ich schaue mir die Eröffnungfeier der Paralympics Beijing an – vor dem heimischen Flatscreen. Was für ein rauschendes Fest! Spätestens zur Samba und mit Erscheinen des Brasilianischen Teams reißt es die Fußgänger in den voll besetzten Rängen des National-Stadions von ihren Sitzen. Auch jene, die im Rolli mitfeiern, sind bewegt.

Ein Feuerwerk sportlicher und kultureller Vielfalt, dazu ein musikalischer Cocktail aus Folklore, Klassik und Moderne. Glückliche Gesichter der einmarschierenden Athleten aus aller Welt. Diese ausgelassene Freude und Offenheit ist den Wettbewerben auch vor und nach den paralympischen Spielen eigen, machen neben den sportlichen Leistungen den besonderen Reiz dieser Sport-Events der Sportler mit Handicaps aus: Es geht um die Menschen.

Ein Luftikus schwebt elfenhaft vom nachtblauen Himmel ins glitzernde Rund des Vogelnests. Es wird poetisch – und still. Die filigrane Choreografie einer Gehörlosen-Tanzgruppe zeigt zu Ravel’s Bolero, was zwischen den Welten unterschiedlicher Kommunikation alles möglich ist. Vibrationen geben den Takt vor. Die Anmut einer kleinen Ballerina im Rollstuhl ist anrührend. Sie ist keineswegs „an den Rollstuhl gefesselt“ – wie leider etwas unbedacht oft formuliert wird. Und deshalb erhebt sich die kleine Elfe von ihrem Platz.

Man könnte fast sagen, das ist ganz große Oper, was den Menschen hier geboten wird. Da perlen Klänge von Chopin aus dem Konzertflügel zum andächtig lauschenden Auditorium empor – der virtuose Pianist ist blind. Jetzt entfalten sich Seerosen und Grün im Stadion, ein Zitat asiatischer Heilkunst und Philosphie? Auch die Physiotherapeuten der Athleten schätzen ihre positive Wirkung.

Das Festival geht weiter mit Hunderten Kindern und deren heiter-bunten Performance. Nach einem Gesangs-Duo folgt Schwanen-Ballett, weisse Hände und Arme flattern aus dem Blau des Wassers – da wollen die Schwimmer jetzt auch endlich eintauchen im Water Cube. Kulissen-Schwimmer sind sie nicht. Ihre Leistungen stehen denen der Olympioniken in nichts nach. Das gilt auch für alle anderen Sportarten und Sportler.

Wo gefeiert wird, da hält man Reden. Wollen wir hoffen, dass es China gelingt, seine guten Vorsätze und bisherigen Fortschritte auch im Umgang mit gehandicapten Menschen weiterhin zu realisieren. IPC-Präsident Sir Philip Craven ist ein Redner, dem man gerne zuhört. Als Ex-Leistungssportler kennt er die Welt des paralympischen Sports und setzt sich auf sehr sympatische Art auf Funktionärsebene für die Belange der Athleten ein. Seine Ansprache ist authentisch. Wo auch immer man ihm begegnet, entdeckt man sein humorvolles Augenzwinkern. Humor ist das beste Mittel, auch letzte Berührungsängste zu überwinden. Wer die Cartoons von Phil Hubbe kennt, weiß, was ich meine.

Rot, Blau und Grün – die auf den meisten Nationalflaggen vertretenen Farben werden auf der IPC-Flagge hereingetragen. Jetzt wird es pathetisch, auch dafür ist Zeit. Militärisches Zeremoniell – nun ja. Wichtiger als dies ist der Anlaß: die Paralympics als Sportfest auch zur Völkerverständigung. Die Flagge ist gehisst.

Es folgt der Eid auf den olympisch-paralympischen Geist. Die olympische Idee hat bis jetzt alle Wechselfälle des Lebens in ihrer langen Geschichte gut überstanden und trägt die Sportbewegung. Zwei Fackeln werden von chinesischen Paralympioniken im Wechsel hereingetragen und zu einer vereint. Man bemüht sich, die Geschehnisse während Olympia vergessen zu machen.

Beeindruckend, wie eine blinde Athletin diesen Fackellauf an der Seite ihres Führhundes fortsetzt. Diese „Guides auf vier Pfoten“ begleiten ihre blinden Sportler an Schwimmbeckenrand und Tartanbahn.

Hou Bin ist jetzt an der Reihe, das Olympische Feuer für die Paralympics erneut zu entzünden. Mitsamt seinem Rollstuhl zieht er sich wie ein Seemann an einem Seil in luftige Höhe – Trommelwirbel. Er hält inne – das Feuer lodert. Und wer dieses Opening nicht gesehen hat, nicht sehen konnte, läßt sich das vielleicht gerne erzählen – oder hier vorlesen.

Ich schätze, jetzt sind wir fast alle Feuer und Flamme für die Paralympics.

Zuhause – und fast überall in der Welt.

Newsticker Beijing: XIII. Paralympics spektakulär eröffnet

Verfasst am 6. September 2008 – 20:23.

Peking, 06.09.2008 (dbs)

+++„Fliege mit dem Traum“ – XIII. Paralympics in Peking spektakulär eröffnet +++

91.000 Zuschauer und eine beeindruckend gestaltete Eröffnungsfeier sorgten am Samstagabend im ausverkauften National Stadion für Gänsehaut-Atmosphäre, die die Lust auf die kommenden zwölf Tage der XIII. Paralympics in der chinesischen Hauptstadt erneut genährt hat.

Die Gastgeber zeigten dabei eine spektakuläre Show, die durch die Entzündung der Flamme ihren unbestrittenen Höhepunkt hatte. Insgesamt rund 6.500 Teilnehmer, darunter die festgelegte Maximalzahl von 4.000 Athleten aus 148 Nationen, zogen am späten Samstagabend feierlich in das so genannte Vogelnest von Peking ein. Darunter auch die deutsche Delegation, die von der sehbehinderten Goalballspielerin Conny Dietz in das ausverkaufte Rund geführt wurde.

Unter den Besuchern wohnten auch rund 80 Staats- und Regierungschefs, darunter auch der deutsche Bundespräsident Dr. Horst Köhler, der Show unter dem Motto „Fliege mit dem Traum“ bei. Der britische IPC-Präsident Sir Philip Craven begrüßte die Athleten und äußerte die Hoffnung, dass mit „diesen Spielen ein neues Kapitel in der Geschichte der paralympischen Bewegung aufgeschlagen wird“.

Nach der offiziellen Eröffnung der Spiele durch den chinesischen Präsidenten Hu Jintao wurde die paralympische Flamme durch Hochspringer Hou Bin entzündet.

Während für die deutsche Fahnenträgerin vom MTV Stuttgart nach eigener Aussage ein sportlicher Lebenstraum in Erfüllung ging, lieferten die chinesischen Organisatoren eine logistische Meisterleistung ab. Insgesamt sechs Wellen mit je 150 Bussen transportierten die Mannschaftsmitglieder der einzelnen Nationen bereits ab 16:30 Uhr vom Paralympic Village zum National Stadium.

Go for Gold. Manuela Schmermund gewinnt Silber beim Sportschiessen

Verfasst am 7. September 2008 – 13:27.

Das ist „sports at it’s best“: Es gibt die ersten Medaillen der Paralympics Beijing 2008 für das Deutsche Team zu vermelden!

Sportschützin Manuela Schmermund hat mit dem Luftgewehr Silber gewonnen. Die Slowakin Veronika Vadovicova war noch zielsicherer.

Gerade rast im ZDF Radsport-Athlet Pierre Senska durch den Bildschirm und belegte heute den 13. Platz beim 1000 Meter Einzelfahren Bahn: „Kette rechts. Du machst dein Rennen.“ Zur Zeit gibt auf der Bahn Michael Taueber vor ihm den Ton an.

+++ Silber für Manuela Schmermund beim Sport-Schiessen

Jochen Wolmert und Daniel Arnold gewannen ihr heutiges Einzel in der Tischtennis- Vorrunde.

Auch erfreulich: Endlich gibt es ausführliche professionelle Sport-Berichterstattung.

+++ Silber für Maria Götze beim Schwimmen

Maria Götze gewann mit Silber über 200 Meter Lagen ihre insgesamt siebte paralympische Medaille.

Bei den Judoka sicherte sich Carmen Brussig in der Klasse bis 48 Kilogramm Bronze.

+++ Sieg der Deutschen Rollstuhl-Basketball Damen gegen Brasilien mit 62:32 Punkten

+++ Bronze für Carmen Brussig im Judo

+ Bundespräsident Horst Köhler fiebert mit und engagiert sich für den paralympischen Sport, besuchte die paralympischen Wettbewerbe – und ist begeistert. Er steht voll und ganz hinter den Athleten, um ihren Leistungssport noch stärker zu unterstützen.

Leistungssport geht nicht als „Nebenjob“ und braucht breitere finanzielle Förderung. Mit Blick auf die Entwicklungen auch bei der Öffnung Chinas formulierte er schon mal die heutige Headline für die Zeitung: „One World, one dream – we made a step“.

Newsticker Beijing: Bundespräsident Köhler besucht deutsche Athleten

Verfasst am 7. September 2008 – 14:56.

Peking (dbs)

Bundespräsident Horst Köhler hat es sich nicht nehmen lassen, nach seiner Teilnahme an der gestrigen Eröffnungsfeier der XIII. Paralympischen Spiele, auch das deutsche Team noch einmal persönlich zu besuchen. Im Paralympic Village von Peking machte sich das Staatsoberhaupt als bekennender Fan der Paralympischen Bewegung einen Eindruck von der Unterbringung und den Wettkampfbedingungen der deutschen Mannschaft.

Im Anschluss schlenderte Dr. Horst Köhler unter anderem mit dem erst 18-jährigen Rollstuhlfechter Christian Andree aus Tauberbischofsheim durch das Dorf und nahm gemeinsam mit der blinden Schwimmerin Daniela Schulte aus Berlin und weiteren Athleten sein Mittagessen in der Main Dining Hall ein.

Am Abend ist der Bundespräsident dann Gast in der deutschen Botschaft, wo der deutsche Botschafter Michael Schaefer und Staatssekretär Christoph Bergner, als Vertreter des Bundesministers des Innern, die gesamte deutsche Paralympicmannschaft empfängt. Auch die Schüler-Redakteure der Paralympics Zeitung sind zum Empfang des Bundespräsidenten geladen.

Tag 1: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing

Verfasst am 7. September 2008 – 19:16.

Tag 1 am 7. September 2008

+ Manuela Schmermund gewinnt Silber
Die erste Entscheidung bei den Paralympics in Peking ist heute Vormittag im Sportschießen gefallen. Manuela Schmermund von der SG Mengshausen gewann mit dem Luftgewehr die Silbermedaille (490,2 Ringe) – und lag damit knapp vor der Bronzemedaillengewinnerin aus Puerto Rico, Nilda Gomez Lopez (489,2 Ringe). Gold ging an die Slowakin Veronika Vadovicova (494,8 Ringe). „Das war super spannend.

+ ++ Tageszusammenfassung Paralympics 2008 +++

In diesem Wettkampf hat sich alles aus den vergangenen Jahren angestaut“, sagte der Trainer Uwe Knapp zufrieden. Manuela Schmermund zeigte sich in der späteren Pressekonferenz überaus glücklich: „Dieses Silber zu erkämpfen war schwieriger als das Gold in Athen.“

Insgesamt sechs deutsche Schwimmer erreichten am ersten Wettkampftag im Wasserwürfel von Peking die Finalläufe. Dabei sicherte Maria Goetze vom BFV Chemnitz der deutschen Mannschaft die zweite Medaille des Tages. Im Endlauf über 200m Lagen holte die 27-Jährige in 3:14, 59 Minuten Silber. Bezwungen wurde die kleinwüchsige Schwimmerin dabei nur von Miranda Uhl, die um Goetze auf Distanz halten zu können in 3:13,05 Minuten Weltrekord schwimmen musste. Bronze ging an die Britin Natalie Jones.

Im 200m Freistil-Schwimmen der Männer belegte Christian Goldbach (BV Leipzig) mit 5:47,09 Minuten den siebten Rang. Gold holte der Russe Dimitry Kokarev in neuer Weltrekordzeit von 4:45,43 Minuten Silber und Bronze gingen an Jim Anderson (Großbritannien) und Georgios Kapellakis (Griechenland).

+ Schwimmerin Maria Goetze holt Silber über 200 Meter Lagen

Wie Goldbach belegte auch Daniel Simon über 100 Meter Schmetterling in 1:02,28 Minuten den siebten Platz. Den Sieg sicherte sich hier der Weißrusse Dzmirty Salei in 58,89 Sekunden mit neuem Weltrekord. Die Silber und Bronzeränge belegten Charalampos Taiganidis (Griechenland) und Andrey Strokin (Russland).

Über 100 Meter Freistil der Frauen belegte die Regensburgerin Annke Conradi den achten Platz in 2:19,95 Minuten. Gold sicherte sich hier die Mexikanerin Nely Miranda vor den beiden US-Amerikanerinnen Cheryl Angelelli und Aimee Bruder.

Gleich zwei deutsche Starter gingen im Finallauf 200 Meter Lagen der Männer an den Start. Während Swen Michaelis aus Chemnitz disqualifiziert wurde, landete Thomas Grimm aus Berlin in 3:08, 90 Minuten auf dem siebten Rang. Gold ging an Großbritannien mit Sascha Kindred vor den beiden Chinesen Yuanrun Yang und Qing Xu.

Daniel Clausner und Stefanie Weinberg schwammen über 100m Schmetterling persönliche Bestleistungen. 1:04,09 Minuten für Clausner und 1:23,48 Minuten für Weinberg langten jedoch nicht für den Einzug in die Endrunde.

Judoka Carmen Brussig zeichnet für das dritte Edelmetall im deutschen Paralympics-Team verantwortlich. In der Klasse bis 48 kg sicherte sich die Schwerinerin in der Trostrunde mit einem Erfolg über die Cubanerin Maria Gonzales die Bronzemedaille. Dabei gewann die 31-Jährige ihren Kampf bereits nach nur zehn Sekunden mit einer Ippon-Wertung. „Sie hat die Cubanerin von der Matte gefegt“, jubelte dementsprechend auch ihre Trainerin Carmen Bruckmann.

Gold ging in dieser Klasse an die Chinesin Huaping Guo, die im Finale Karla Cardoso aus Brasilien mit 2:0 Wertungspunkten bezwang. Wie die deutsche Brussig sicherte sich auch die Russin Victoria Potapova Bronze.

+ Judoka Carmen Brussig holt Bronze

Die deutschen Bahnradfahrer landeten am ersten Tag ihrer Wettkämpfe in Peking zweimal auf Rang fünf. Klaus Lungershausen vom RSC Rotweiss Frankfurt belegte diesen Platz in der 3000 Meter Verfolgung in 3:52.561 Minuten hinter dem japanischen Goldmedaillengewinner Masashi Ishii. Silber und Bronze gingen an den Australier Christopher Scott und den Tschechen Jiri Bouska.

Im 1000m Zeitfahren war Tobias Graf (RIG Freiburg) in 1:18.515 Minuten als Fünfter der beste Deutsche vor Michael Teuber (BSV München) auf Rang sieben.

+ Bahnradfahrer holen zwei fünfte Plätze

Gold ging an den Briten Simon Richardson, Silber an den Japaner Masaki Fujita und Bronze an den Australier Greg Ball.

+ Reiter in guter Ausgangsposition für die Teamwertung
Trotz sehr heißer Temperaturen präsentierten sich die deutschen Reiter mit ihren Pferden am ersten Wettkampftag in der Teamwertung sehr vielversprechend. Am Nachmittag führte die deutsche Equipe die Konkurrenz noch an, so dass Britta Bando (Chef D’Equipe) auch am Ende des Tages einen Platz in den Medaillenrängen für möglich hält.

Erich Winkler (TVGeisenhausen) und + Pierre Senska + (PSC Berlin) auf den Plätzen zwölf und 13 komplettierten das deutsche Starterfeld.

Es folgten die Reiter Britta Näpel (IG Therapeutisches Reiten Rhein-Main) und Steffen Zeibig (SGV Dresden). „Steffen Zeibig hat sich als Newcomer sehr gut präsentiert, wobei das Pferd vielleicht etwas zu frisch und aufgepuscht war“, sagte Brando zu seinem Ritt. Als letzte deutsche Reiterin startete Angelika Trabert vom Reitclub Hofgut Petersau e.V., die trotz ihres jungen Pferdes, Londria 2, einen harmonischen Ritt präsentierte.

Das bisherige Resultat der deutschen Equipe beruht nicht zuletzt auf dem sehr guten Gesundheitszustand der Pferde, die nach Britta Bando „top fit“ sind. (dbs)

Hannelore Brenner vom Reitclub Hofgut Petersau ritt als erste der vier deutschen Starter gleich auf Platz 1 der Startklasse Grade III.

+ Aktuell auf Sendung am Montag, dem 8.9. im ZDF – unsere Athleten

Verfasst am 7. September 2008 – 20:44.

Jetzt ist Kirsten am Start – Astrid und Pierre auch. Es bleibt spannend.

Das ZDF erreichte einen Marktanteil von 11,5 Prozent. Es gab bei den Paralympics mehr Zuschauer als beim Finale der Deutschland-Tour im Radsport. Die letzte Etappe kam in der ARD nur auf 1,1 Millionen Zuschauer und einem Marktanteil von 9,0 Prozent.

+++ Einen Live-Stream kann man ab 8:00 Uhr hier online anschauen.

Die Paralympics Beijing verzeichnen eine gute TV-Quote schon beim Auftakt am Samstag mit 1,2 Millionen Sportfans an den Fernsehgeräten.

+++ Der aktuelle Medaillen-Spiegel der Paralympics Beijing unter:

http://paralympics.zdf.de

Go for Gold. Kirsten Bruhn gewinnt Bronze-Medaille über 100 Meter Freistil

Verfasst am 8. September 2008 – 13:12.

und griff sich über 100 Meter Freistil heute die Bronze-Medaille in nur 1 Minute 12,93 Sekunden. Das gleiche gute Händchen hatte Kirsten Bruhn schon in Athen 2004.

Die US-Amerikanerin Erin Popovich schwamm vor ihr auf Platz eins in 1 Minute 11,82 Sekunden, gefolgt von ihrer Landsfrau Cortney Jordan mit dem zweiten Platz in 1 Minute 12,09 Sekunden.

Sie strahlte in die Kamera – trotz innerer Anspannung so kurz vor dem Start: „Das Wasser ist griffig und ich fühle mich gut!“, sprach sie –

Kirsten Bruhn ist derzeit in Top-Form. Um Zeit und Strecke zu gewinnen, startet sie nicht im Wasser, sondern dank speziellem Training per Sprung vom Startblock aus. Sie kann kurzzeitig stehen.

Mit gleichmäßig-kräftigen Armzügen zieht sie über die ersten 25 Meter, ohne nach rechts oder links zu schauen, durch die Wellen, atmet selten durch. Nur keine wertvolle Zeit verlieren, das Ziel immer fest vor dem inneren Auge. Die Strategie, die sie gemeinsam mit ihrem Vater und Trainer, Manfred Bruhn, verfolgt, bestätigt sich jetzt überaus erfreulich. Ganz professioneller Leistungsport.

Auch Bronze hat so einen schönen warmen Glanz – und liegt als Medaille gut in der Hand.

So rasant geht es auch etwa bei der IDM Schwimmen zu oder ähnlichen Wettkämpfen – nur eben eine Nummer kleiner bei der Location. Auch das Publikum ist hier zahlreicher als sonst.

Die Weltklasseschwimmerin ist zu Recht sehr glücklich mit diesem Ergebnis – und schickt einen Gruß nach Hause.

Atemberaubende Bilder kann man da sehen bei der Live-Übertragung.

Tag 2: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 8. September 2008 – 21:09.

8.9.2008 (dbs)

+ Erstes Gold kommt aus Hongkong

Britta Näpel vom Verein IG Therapeutisches Reiten holt die ersten Goldmedaille für das deutsche Team. Sie absolvierte die Individualprüfung der Startklasse Grade II als beste Athletin.

Nachdem Britta Näpel gestern im Rahmen der Teamwertung mit nur 62,667 % auf den 7. Platz ritt, erlangte sie heute 71,909 % und damit Gold. Sie führte deutlich vor der Zweitplatzierten, Lauren Barwick (CAN), die 68,454 % erzielte. Dritte wurde die Dänin C.C. Nelsen mit 68,182 %.

Die beiden anderen deutschen Starter, Steffen Zeibig vom SGV Dresden und Angelika Trabert vom Reitclub Hofgut Petersau e.V., landeten auf den Plätzen 5 und 8.

Mit neuer Weltrekordweite von 39,23 Metern hat Andrea Hegen die Silbermedaille im Speerwerfen gewonnen. Der Leverkusenerin, der von Geburt an der linke Unterarm fehlt, gelang der entscheidende Wurf dabei bereits im zweiten Versuch.

Übertroffen wurde die 23-Jährige nur von der Chinesin Juan Yao, die in ihrem vierten Versuch mit 40,51 Metern diese Weite sogar noch übertraf. Mit Jana Schmidt (29,66 Meter) vom LAV Waren/Müritz und Claudia Biene (29,07 Meter) vom PSC Berlin landete zwei weitere deutsche Teilnehmerinnen auf den Rängen sechs und sieben. Bronze ging an die Australierin Madeleine Hogan (38,89 Meter).

+ Andrea Hegen mit Weltrekord zu Silber

Martina Willing von der SG Stahl Brandenburg stieß mit 8,61 Metern neuen Weltrekord in ihrer Startklasse F56. Sie gewann damit Silber vor Marianne Buggenhagen (SC Berlin), die mit 8,54 Metern ebenfalls persönliche Bestleistung erzielte.

Siegerin des Kugelstoßwettbewerbs der querschnittsgelähmten Frauen wurde Eva Kacanu mit 6,73 Metern (Weltrekord in der Startklasse F54). Die Tschechin lag mit 1084 Punkten 50 Punkte vor Willing (1034 Punkte). Die Weite von Marianne Buggenhagen ergab 1026 Punkte.

+ Silber und Bronze im Kugelstoßen

+ Bahnradfahrerin Natalie Simanowski holt fünftes Edelmetall des Tages

Die 30-Jährige Bahnradfahrerin Natialie Simanowski hat im 500 Meter Zeitfahren die bereits fünfte Medaille des Tages für das deutsche Paralympicteam gewonnen und als einzige die Phalanx der Sportlerinnen aus Ozeanien durchbrochen.

Im Laoshan Velodrom von Peking kam die für den TSV Bayer 04 Leverkusen startende Athletin in 43,800 Sekunden ins Ziel. Schneller war nur die Neuseeländerin Paula Tesoriero in 43,281 Sekunden. Bronze ging an die Australierin Jayme Paris, die die 500 Meter in 44,490 Sekunden absolvierte.

+ Sportschütze Norbert Gau holt weitere Silbermedaille

Der Sportschütze Norbert Gau hat sich überraschend die Silbermedaille in der Disziplin Luftgewehr Stehend gewonnen. Mit 693,7 Ringen lag der Münchner am Ende nur hauchdünn vor dem Slowenen Franc Pinter, der auf 693,2 Ringe kam.

Gold ging an den Schweden Jonas Jacobson, der mit einem starken Endspurt auf 700,5 Ringe kam. Josef Naumaier vom SV Wacker Burghausen kam als zweiter deutscher Vertreter in dieser Wettkampfklasse mit 692,0 Ringen auf den fünften Rang.

Simon Voit von der SG Obing in Bayern verpasste als 19. mit 576 Ringen dagegen leider den Endkampf.

+ Wolfgang Sacher holt die vierte Silbermedaille des Tages

Das zweite Edelmetall im Radsport sicherte sich Wolfgang Sacher im Verfolgungsrennen der Startklasse LC 1. Im abschließenden Finale unterlag der Bayer vom RSV Penzberg e.V. klar mit über 3 Sekunden Abstand dem Australier Michael Gallagher.

Für Sacher blieb die Uhr am Schluss bei 4:46,788 Minuten stehen, während Gallagher nur 4:43,279 Minuten brauchte. Bronze ging an Fabio Triboli aus Italien.

+ Erfolg für Schwimmerin Kirsten Bruhn – sie gewinnt Bronze

In ihrem ersten Rennen über 100 Meter Freistil gewann Kirsten Bruhn am zweiten Wettkampftag die zweite Bronzemedaille des Tages. Mit ihrer Zeit von 1 Minute 12,93 Sekunden blieb sie nur knapp hinter den beiden US-Amerikanerinnen Erin Popovich (1 Minute 11,82 Sekunden) und Cortney Jordan (1 Minuten 12,09 Sekunden).

„Kirsten ist gut in das Rennen gekommen, nur zum Schluss hat ihr ein wenig die Kraft gefehlt. Da sie vorher ziemlich nervös war, ist es gut, dass sie gleich mit einer Medaille startet“, sagte Bruhns Trainer Bernhard von Welck nach dem Rennen.

+ Silber für Judoka Ramona Brussig

08.09.2008 Ramona Brussig vom PSV Schwerin hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 57 kg die Silbermedaille gewonnen. Gold ging an die Chinesin Lijing Wang, Bronze sicherten sich die Brasilianerin Daniele Silva und die Spanierin Monica Maria Merenciano. Brussig ergänzt damit die familieninterne Edelmetallsammlung um eine weitere Farbe.

Go for Gold: Astrid Höfte gewinnt die Bronze-Medaille beim Weitsprung

Verfasst am 9. September 2008 – 15:48.

Ihr Verein, der TSV Bayer 04 Leverkusen, darf sich mit ihr freuen: Astrid Höfte hat sich heute im Weitsprung der Unterschenkelamputierten mit einem Sprung über 4, 67 Meter die Bronzemedaille gesichert. Und es ist zudem eine echte Jubel-Medaille für den Verein: die 50. Das gibt LaOla extra.

Zunächst hatte sie sich sogar auf Silberkurs auf der eher schwierigen Sprunganlage katapultiert. Sogar die sonst sehr starke Stefanie Reid aus Kanada sprang nur einen gültigen Versuch. Hochkonzentriert zeigte Astrid Höfte starke Nerven und ihr Können.

Die Französin Marie-Amelie le Fur sprang allerdings dann doch beim letzten Versuch an ihr vorbei auf 4,71 Meter zu Silber. An der Österreicherin Andrea Scherney – ein gewohntes Bild – kam letztlich niemand vorbei: an sie ging mit einer Sprungweite von 4,82 Metern die Gold-Medaille.

Karl-Heinz Düe, Astrid Höftes langjähriger Trainer und Berater zeigte sich stolz: „Astrid hat einen guten Wettkampf abgeliefert mit vielen gültigen Versuchen, was sonst oft schwierig ist“.

Die ehrgeizige und selbstkritische Astrid Höfte ist mit ihrer Bronze-Medaille zufrieden.

Tag 3: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 9. September 2008 – 20:45.

Peking, dbs – Die Tageszusammenfassung vom 9. September 2008

+ Astrid Höfte gewinnt Bronze im Weitsprung

Astrid Höfte vom TSV Bayer 04 Leverkusen hat im Weitsprung der Unterschenkelamputierten die Bronzemedaille gewonnen. Lange Zeit lag die Bayer-Athletin sogar auf einem Silberrang, doch im letzten Versuch zog die Französin Marie-Amelie le Fur an ihr vorbei und sicherte sich Silber mit einer Weite von 4,71 Meter. Gold ging mit 4,82 Meter an Andrea Scherney aus Österreich.

„Astrid hat einen guten Wettkampf abgeliefert mit vielen gültigen Versuchen, was sonst oft schwierig ist“, sagte ihr Trainer Karl-Heinz Düe. Viele Athletinnen seien mit der Sprunganlage nicht zurechtgekommen, so dass auch die sonst sehr starke Stefanie Reid aus Kanada nur einen gültigen Versuch sprang. Astrid Höfte freute sich sehr über ihre Medaille: „Ein Traum ist wahr geworden. Das ist der größte Tag meiner Sportlerkarriere“, sagte sie überglücklich.

+ Buggenhagen mit Weltrekord zur Goldmedaille

Im Diskuswerfen der Rollstuhlleichtathletik hat Marianne Buggenhagen vom SC Berlin mit einer neuen Weltrekordweite von 27,80 Meter und daraus resultierenden 1060 Punkten in der kombinierten Startklasse F54-56 die Goldmedaille gewonnen.

Silber und Bronze sicherten sich die Chinesin Ting Wang mit 17,04 Meter und 1010 Punkten und Jana Fesslova aus Tschechien mit 24,82 und 946 Punkten. Martina Willing von der SG Stahl Brandenburg kam mit 23,36 Meter und 890 Punkten auf Rang 6.

„Da ich aufgrund der Punktewertung 10 Meter weiter werfen musste als meine Gegnerinnen, habe ich mit jedem Wurf gewonnen. Das war von Anfang an mein Wettkampf“, sagte Marianne Buggenhagen strahlend. Für das Speerwerfen am Sonntag hofft die Berlinerin nun auf das Finale und darauf „in meinem allerletzten Wettkampf noch einmal Spaß zu haben“. Die Paralympics in Peking sind der Abschluss von Buggenhagens langer Sportkarriere.

+ Wolfgang Sacher sichert sich überraschend Bronze

Bahnradfahrer Wolfgang Sacher hat im 1000m Zeitfahren überraschend die Bronzemedaille gewonnen. In 1 Minute10,812 Sekunden sicherte Sacher nach seiner Silbermedaille am gestrigen Tag darf sich der für den RSC Penzberg startende Athlet nun zum zweiten Mal Edelmetall umhängen.

Mario Hammer vom PSC Berlin landete trotz einer schweren Schulterverletzung in 1 Minute 11,238 Sekunden auf dem fünften Platz. Die Goldmedaille sicherte sich der Brite Mark Bristow in neuer Weltrekordzeit von 1 Minute 08,873 Sekunden vor dem Chinesen Kuidong Zhang.

+ Tobias Graf holt das vierte Edelmetall im Laoshan Velodrom

Tobias Graf von der RIG Freiburg holte bereits das vierte Edelmetall für das deutsche Paralympicteam im Laoshan Velodrom. In der 3.000Meter Verfolgung (Startklasse LC3) sicherte sich der 24-jährige Bahnradfahrer die Bronzemedaille, in dem er im Rennen um Platz drei den Franzosen Laurent Thirionet auf Distanz hielt. Für die 3.000Meter benötigte der oberschenkelamputierte Graf 3:57,510 Sekunden gegenüber 3:59,020 Minuten bei seinem Kontrahenten. Gold ging an den Briten Simon Richardson, der im Finalrennen den Japaner Masaki Fujita bezwang.

+ Michael Teuber Silber, Erich Winkler undankbarer Vierter

Nur wenige Minuten nach der Bronzemedaille von Tobias Graf gewann das deutsche Team durch Michael Teuber die nächste Bahnradmedaille bei den Paralympics in Peking.

In der Startklasse LC4 der 3.000m Verfolgung sicherte sich der für den BSV München startende Teuber die Silbermedaille. Im Finalrennen unterlag er dabei in dem Goldmedaillengewinner Paolo Vigano aus Italien.

Auch Erich Winkler verlor seinen Kampf um die Bronzemedaille. Gegen den Spanier Juan Jose Mendez war der Bayer vom TV Geisenhausen ohne Chance und landete somit im Schlussklassement auf einem undankbaren aber guten vierten Rang.

Pierre Senska trat in der 3.000-Meter-Einerverfolgung Qualifikationsrunde an und landete auf einem undankbaren fünften Platz mit 4:25.253 Minuten. Damit verpasste unser 20-jähriger Radsportler das Finale leider knapp. Sein Teamkollege Mario Hammer spurtete im 1.000-Meter-Zeitfahren auf Platz Sechs mit einer Zeit von 1:11.335. Am Ende fuhr er nur eine halbe Sekunde langsamer als der Drittplatzierte – und das trotz kürzlich gebrochenen Schlüsselbeins.

+ Katrin Green sprintet überraschend zu Gold, Astrid Höfte wird Fünfte

Über 200 Meter der Unterschenkelamputierten hat sich Katrin Green vom TSV Bayer 04 Leverkusen überraschend die Goldmedaille erkämpft, nachdem ihre größte Konkurrentin aus den USA, April Holmes, gestürzt war. Mit ihrer Zeit von 28,02 Sekunden stellte die 23-Jährige eine Saisonbestleistung auf und zeigte sich überglücklich.

„Als ich über die Ziellinie kam, habe ich niemanden mehr gesehen. Das war erstmal wie ein Schock für mich“, sagte Katrin Green kurz nach dem Rennen. Sie fühle sich aber trotzdem „wie eine Goldmedaillengewinnerin“. Silber ging an die Neuseeländerin Kate Horan (28,36 Sekunden), Bronze gewann Stefanie Reid aus Kanada in Saisonbestleistung von 28,85 Sekunden.

Die Vereinskameradin von Katrin Green, Astrid Höfte, die am Vormittag erst die Bronzemedaille im Weitsprung gewann, lief in einer Zeit von 29,33 Sekunden auf Platz 5.

+ Michaela Floeth gewinnt im Vogelnest Bronze

Drei Chinesische Kugelstoßerinnen unter den vier Erstplatzierten und mittendrin die Deutsche Michaela Floeth. Mit Weltrekord in ihrer Leistungsklasse belegte die Sportlerin des TSV Bayer 04 Leverkusen mit 1034 Punkten (12,58 Meter) den Bronzerang. Die deutschchinesisch Dominanz in diesem Wettbewerb unterstreicht auf Rang fünf Jana Schmidt aus Mecklenburg-Vorpommern, die im fünften Versuch die Kugel auf 9,01Meter (966 Punkte) katapultiere.

Platz eins ging an Baozhu Zheng mit der Weltrekordweite in ihrer Startklasse von 10,06m (1078 Punkte), dicht gefolgt von ihrer Landsfrau Yongyuan Zhong mit 1051 Punkte (9,80 Meter).

+ Medaillenfabrik Hongkong: Gold und Bronze für deutsche Reiter

Gold und Silber sicherten sich die Gastgeber aus dem Reich der Mitte.

Das Reitstadion in Hongkong entwickelt sich zur deutschen Medaillenfabrik. Am Abend holte dort die Reiterin Hannelore Brenner in der Individualprüfung der Startklasse Grade III die Goldmedaille, nachdem dort schon am Sonntag der erste deutsche Sieg bei den Paralympics bejubelt werden durfte. Den großen deutschen Erfolg rundete Bettina Eistel mit dem Bronzerang ab.

Die Goldmedaillengewinnerin kam dabei auf einen Wert von 71,440 Prozent und lag damit 0,4 Prozentpunkt vor der Dänin Dalskova Lykke mit 71,040 Prozent. Die deutsche Bronzemedaillengewinnerin Eistel aus Schleswig-Holstein beendete den Wettkampf mit 70,880 Prozentpunkten und rundete zusammen mit der für den Reitclub Hofgut Petersau in Rheinland-Pfalz startenden Paralympicsiegerin Brenner einen gelungenen Tag in Hongkong ab.

+ Rollstuhlbasketball

Während die Damen-Nationalmannschaft heute spielfrei hatte, konnte sich die deutsche Herren-Auswahl den Frust der gestrigen Niederlage gegen Japan von der Seele spielen. Gegen den Underdog aus Südafrika gelang der Mannschaft um Topscorer Dirk Passiwan aus Trier (22 Punkte) ein klarer 96:43-Erfolg.

+ Segeln

Nach fünf von zehn Rennen in seiner Klasse belegt der Kieler Platz drei. In der Sonar-Klasse verbesserte sich das Berliner Trio Jens Kroger, Siegmund Mainka und Robert Perm nach dem fünften von zehn Rennen ebenfalls auf den Bronzerang.

+ Silber für deutsches Reiterteam

In der Kielboot-Klasse 2.4MR liegt der deutsche Heiko Kröger weiter auf Medaillekurs.

Hongkong hat es die nächste Medaille für das deutsche Paralympicteam gegeben. In der Besetzung Hannelore Brenner, Britta Näpel, Angelika Trabert und Steffen Zeibig gewann die deutsche Reiterequipe die Silbermedaille. Gold ging an die britischen Reiter, Bronze an das Team aus Norwegen. Mit 413,532 Punkten lag die deutsche Reitermannschaft am Ende deutlich hinter dem siegreichen Team von der Insel, das auf insgesamt 439,608 Punkte kam. Der dritte Rang ging dann hauchdünn an die Skandinavier, die am Ende rund neun Punkte Rückstand auf Deutschland aufwiesen.

+Schwimmen

Bei den Schwimmern hat es heute leider nicht für eine Medaille gereicht. Christian Goldbach verpasste das 100 Meter Freistil-Finale der Startklasse S2, über 100 Rücken der Klasse S6 kam Swen Michaelis auf Rang 6 und Maria Götze über die gleiche Strecke auf Rang 7.

Über 100 Meter Freistil der Klasse S10 erkämpfte sich Roy Tobis den 6. Platz, Lucas Ludwig schied bereits im Vorlauf aus. Die 100Meter Rücken der Startklasse SB7 beendeten Florian Moll und Christoph Burkard mit dem 7. und 8. Platz.

Der deutsche Medaillen-Spiegel der Schwimmer könnte am 10. September, Tag 4 der Paralympics Beijing neue Erfolge vermelden: Dann ist Kirsten Bruhn über 100 Meter Rücken am Start.

Die Bilder am Bildschirm sind immer wieder beeindruckend und mitreissend für Sport-Begeisterte und Fans. Dramatische Szenen liessen einem den Atem stocken – und viele Fans mit den Athleten bangen: So etwa der Sturz von April Holmes beim 200 Meter Sprint auf regennasser Tartanbahn.

Eine Athletin muss nach Kollision und Sturz vieler Handbiker ohne eigenes Verschulden infolge eines formalen Entscheidungsfehlers des IPC ihre Medaille zurück geben – und erneut um sie kämpfen beim Rennen über 5000 Meter. Am selben Tag ist sie auch über 400 Meter am Start. Was für ein Kraftakt.

Dieser Hürdenlauf – eine Sportart, die es sonst nicht bei den Paralympics gibt – sorgt für eine lebhafte Diskussion in der Sportszene nebst Forderung zeitgemäßer Reglements vonseiten der Athleten und ihres Chef de Mission, Dr. Karl Quade.

Das „Londoner Wetter“ in Beijing brachte aber auch einen erfreulichen weiteren Medaillen-Regen mit sich – und einen bunten Regenbogen überm Vogelnest in Beijing:

Unsere Athleten haben bis heute bereits großartige 22 Medaillen gewonnen, 4 Mal Gold, 10 Mal Silber und 8 Mal Bronze. Das ist Platz 10 im Medaillenspiegel – und ein toller Erfolg.

Kurz zuvor war er 100 Meter in 11,17 Sekunden gesprintet.

Aus meiner Sicht ist das schönste Ereignis dieses Tages der goldene Erfolg und Weltrekord im Diskuswerfen von Marianne Buggenhagen, dieser „Grande Dame“ des paralympischen Sports.

„Alt und Jung“ gehen bei den Paralympics etwa beim Rudern im Doppel-Zweier erfolgreich ins Rennen. Fairplay ist eine Selbstverständlichkeit, nicht nur für Gold-Sprinter Oscar Pistorius, wenn er seinem gestürzten Teamkollegen wieder auf die Beine hilft – und das sogar auch ohne eigene.

Wer sie einmal treffen durfte, steht einem warmherzigen, offenen Menschen gegenüber – und einer beeindruckend unprätentiösen Persönlichkeit. So hat sicher jeder der Sportfans seinen ganz persönlichen Lokal-Matador oder seine Favoritin.

Da ist auch noch die Leichtathletin Martina Willing aus Brandenburg. Sie hat bereits beim Kugelstossen mit 8,61 Metern und neuem Weltrekord als 48-jährige Leichtathletin, die ihren Sport blind und im Rolli betreibt, Edelmetall gewonnen – und geniesst die Sommer-Spiele in Beijing.

Einer schönen Begegnung mit dieser ebenso charismatischen wie humorvollen Sportlerin kurz nach den Paralympics Athen vor vier Jahren verdanke ich meine Begeisterung und das Schreiben über die Paralympics. Da sprang der Funke der Begeisterung über. Und ich hoffe, er springt gelegentlich auch weiter. Bleiben wir dran.

Kirsten Bruhn schwimmt auf den ersten Platz

Verfasst am 10. September 2008 – 10:51.

Mit 1 Minute 26,54 Sekunden erreichte Kirsten Bruhn in den Vorläufen des heutigen Wettkampftages beim Schwimmen den ersten Platz. Sie steigerte damit ihre bisherige Bestzeit. Ein sehr gutes und vielversprechendes Ergebnis mit Blick auf die Finals am Nachmittag. Die Freude unserer ehrgeizigen Weltklasse-Schwimmerin war zunächst etwas verhalten angesichts der Zeiten ihrer schärfsten Konkurrentin, der 19-jährigen Australierin Katrina Porter, mit 1 Minute 24,44 Sekunden (Weltrekord).

Am Morgen galt es, die Balance zwischen notwendiger innerer Anspannung und größtmöglicher Entspanntheit zu finden – und aufrecht zu erhalten: „Ich war nervös, aber das hielt sich im Rahmen – resolut im Rennen und dennoch easy.“

Dem Weltrekord ihrer starken Kontrahentin zollt Kirsten Bruhn Respekt und zeigt sich kämpferisch, aber auch nachdenklich: „Das tut auch weh und beeindruckt. Das ist so im Sport. Wenn es nicht so wäre, hätte man keine Emotionen.“ Easy Going ist das nicht: Erst Bestzeiten und Rekorde schwimmen. Und kaum aus dem Wasser, schon im Interview wieder am Start sein.

News-Ticker Beijing: Erster Doping-Fall im deutschen Team der Rollstuhlbasketballer

Verfasst am 10. September 2008 – 12:00.

+ Rollstuhlbasketball-Nationalspieler Ahmet Coskun positiv getestet – eine haarige Angelegenheit.

Im Rahmen eines Trainingslagers bereits am 23. August vonseiten der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) baten ihn Doping-Kontrolleure zur Urin-Probe – und wurden fündig.

Der Wirkstoff Finasterid – in Haarwuchsmitteln enthalten – konnte nachgewiesen werden. Er steht auf der Liste der verbotenen Substanzen, bewirkt direkt keine Leistungssteigerung, kann allerdings leistungssteigernde Dopingmittel verschleiern.

Ahmet Coskun reagierte auf die Nachricht schockiert: „Ich habe an meine Haare gedacht und hatte keine Ahnung, dass das Haarwuchsmittel eine verbotene Substanz enthält. Ich bin völlig bestürzt, Doping ist mir nie in den Sinn gekommen.“

Dr. Karl Quade, DBS-Vizepräsident Leistungssport und in Peking zugleich Chef de Mission, zeigt sich fassungslos: „Wir bedauern diese Nachricht zum Zeitpunkt der Paralympischen Spiele sehr. Wir nehmen das Thema Anti-Doping überaus ernst. Seit Jahren betreiben wir erhebliche Aufklärungsarbeit im Verband Zusammenarbeit mit der NADA einen intensiven Anti-Doping-Kampf.“

Bereits am gestrigen Dienstag wurde eine unerfreuliche Doping-Premiere bei den Paralympics Beijing gemeldet. Der pakistanische Gewichtheber Naveed Ahmed Butt wurde laut Medienberichten in einem Trainingstest am vergangenen Donnerstag positiv auf Anabolika getestet – und umgehend für zwei Jahre gesperrt.

Während Ahmet Coskun bereits die Heimreise angetreten hat – und die nun die Entsendekosten sebst tragen muss -, darf die deutsche Rollstuhlbasketball-Mannschaft ihre Spiele vortsetzen. Grund: Die positive A-Probe und den Nachweis des Dopings gab es bereits vor den Paralympics Beijing.

Go for Gold: Kirsten Bruhn gewinnt Silber-Medaille im Finale über 100 Meter Rücken

Verfasst am 10. September 2008 – 12:55.

Kirsten versus Katrina. In einem spannenden Kopf-an Kopf-Rennen bewies Kirsten Bruhn starke Nerven im Finale. Mit kräftig-geschmeidigen und gleichmäßigen Armschwüngen zog sie durch die Bahn.

In 1 Minute 25,97 Sekunden schwamm sie dicht hinter ihrer jungen Konkurrentin Katrina Porter aus Australien auf einen herausragenden zweiten Platz – und zur Silber-Medaille über 100 Meter Rücken.

Die 19-jährige Katrina Porter schwamm mit 1 Minute 24,30 Sekunden zudem neuen Weltrekord. Reflektiert wie immer, zeigte sich Kirsten Bruhn voller Bewunderung und Respekt gegenüber der Siegerin dieses Wettkampfes – und auch der Olympia-Siegerin Britta Steffen. Sie bleibt kämpferisch und setzt jetzt auf gute Chancen bei ihrer Spezial-Disziplin: das 100-Meter-Brustschwimmen.

„Da sind jetzt ganz junge Mädels am Start und der eigene Leistungszenit wird langsam spürbar.“ sagt Kirsten Bruhn unmittelbar nach dem Rennen – und lächelt. Sie hat jetzt ihr zweites Edelmetall errungen. Und nach Bronze und Silber werden die Farben immer heller.

Tag 4: Zwischen-Bilanz der paralympischen Spiele Beijing 2008

Verfasst am 10. September 2008 – 21:12.

Peking, 10.9.2008 (dbs)

+ Natalie Simanowski fährt zum zweiten Mal zu Silber

Nachdem Natalie Simanowski am Vormittag in der Einzel-Verfolgung bereits in der Qualifikation mit ihrer Zeit von 4 Minuten 16,396 Sekunden einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, erkämpfte sich die Athletin vom TSV Bayer 04 Leverkusen im anschließenden Finale die Silbermedaille.

Nach 4 Minuten 19,396 Sekunden musste sie nur der US-Amerikanerin Barbara Baschan Tribut zollen, die in 4 Minuten 15,848 Sekunden Gold gewann. Bronze sicherte sich die Neuseeländerin Paula Tesoriero in 4 Minuten 26,080 Sekunden.

+ Monika Sikora-Weinmann undankbare Vierte

Tischtennisspielerin Monika Sikora-Weinmann (BSG Bielefeld) hat knapp das ersehnte Edelmetall in Peking verpasst. Im kleinen Finale des Damen-Einzel (Klasse 4) Wettbewerbes unterlag sie am frühen Abend der Südkoreanerin Sung-Hye Moon mit 1:3 Sätzen.

Sie konnte zwar im zweiten Durchgang den Satzausgleich erzwingen, musste aber die verbleibenden zwei Sätze abgeben. Gold ging in diesem Wettbewerb an die Chinesin Ying Zhou, die die Serbin Borislava Peric klar mit 3:0 bezwang.

+ Andrea Zimmerer gewinnt erste Tischtennis-Medaille

Erfolgreicher als ihre Teamkollegin Sikora-Weinmann agierte in ihrem Spiel um Bronze des Damen-Einzels (Klasse 5) Andrea Zimmerer (FT Preetz). Im kleinen Finale war sie ihrer Konkurrentin Khetam Abuawad aus Jordanien in allen Belangen überlegen und gewann auch in den Sätzen souverän mit 3:0. Gold und Silber blieben dagegen im Tischtennis-Mutterland China. Guixiang Ren setzte sich dabei ebenfalls sicher mit 3:0 gegen ihre Landsfrau Gai Gu durch.

+ Kirsten Bruhn holt zweites Edelmetall

Schwimmerin Kirsten Bruhn vom PSV Union Neumünster ist nach dem dritten Rang über 100 Meter Freistil auch über 100 Meter Rücken auf dem Treppchen gelandet. In 1 Minute 25,97 Sekunden war nur die Australierin Katrina Porter in neuer Weltrekordzeit von 1 Minute 24,30 Sekunden schneller. Nach einem fulminanten Endspurt lag Kirsten Bruhn am Ende 33 Hundertstelsekunden vor der Drittplatzierten Niederländerin Chantal Boonacker. Bruhn sicherte sich das zweite Edelmetall von Peking durch einen fulminanten Endspurt auf der letzten Bahn.

Alle weiteren Ergebnisse vom heutigen Wettkampftag lauten wie folgt:

+ 100 Meter Rücken: 7. Platz für Stefanie Weinberg (BV Leipzig) in 1 Minute 27,96 Sekunden

+ 100 Meter Freistil: 8. Platz für Daniel Clausner (BV Leipzig) in 55,54 Sekunden

5. Platz Swen Michaelis (BFV Ascota Chemnitz), Nikolai Willig (PSC Berlin), Tobis Roy (SSV Hoyerswerda), Lucas Ludwig (PSC Berlin) Christoph Weber (SG Moosburg), Robert Dörries (FV Wehrda) und Daniel Simon (VSG Darmstadt) sind in ihren Vorläufen ausgeschieden.

+ Frances Herrmann gewinnt Silber im Diskuswerfen
Die für den LC Cottbus startende Leichtathletin Frances Herrmann hat im Diskuswerfen die Silbermedaille gewonnen. Mit 21,19 Metern sicherte sie sich nicht nur mit ihrem dritten Wurf das Edelmetall, sondern auch einen neuen Weltrekord in der Klasse F34.

+ 4×100 Meter Freistil-Staffel:

Weitere Ergebnisse in der Leichtathletik:

+ Speerwerfen Männer F11/12: 7. Siegmund Hegeholz (Hannover 96), 43,18 Meter / 882 Punkte, 9. Platz Thomas Ulbricht (PSC Berlin), 46,85 Meter / 828 Punkte

7. Platz Matthias Schröder (PSC Berlin), 11,23 Sekunden

+ Kugelstoßen Männer F42:
13. Platz Frank Tinnemeier (TSV Bayer 04 Leverkusen), 11,47 Meter

+ 100 Meter Männer T12:

7. Platz Yvonne Sehmisch (LC Cottbus), 17,08 Sekunden

+ Fünfte Reitmedaille aus Hongkong
Britta Näpel hat für die deutsche Reiter-Equipe die fünfte Medaille gewonnen. Mit einem Wert von 70,277 Prozentpunkten sorgte sie für Bronze in der heutigen Kürwertung (Grade II) und gewann im Reitstadion von Hongkong bereits ihre dritte Medaille bei den XIII. Paralympics.

Steffen Zeibig (64,667 Prozent) auf Rang zehn und Angelika Trabert (60,778 Prozent) auf dem 14. Platz rundeten das deutsche Ergebnis ab. Gold ging an die Kanadierin Lauren Barwick mit 72,776 Prozentpunkten vor der Britin Felicity Coulthard (71,056 Prozent).

+ 100 Meter Rollstuhl Frauen T54:

Die Tischtennisspieler Daniel Arnold (BSV München) und Jochen Wollmert (BS Solingen) haben die Vor- und Halbfinalsrunde erfolgerreich absolviert und spielen morgen im Finalspiel um Gold.

Jochen Wollmert siegte heute in der Startklasse 7 mit 3:1 gegen den Spanier Alvaro Valera, gegen den er in diesem Jahr schon viermal verloren hatte. Mit dem gleichen Ergebnis siegte Daniel Arnold über Peter Rosenmeier aus Dänemark und trifft morgen auf Nico Blok (NED). Dieser besiegte heute den zweiten deutschen Starter in der Klasse 6, Rainer Schmidt vom BSG Offenburg, der sich mit 2:3 nur knapp geschlagen geben konnte. Nun hat der evangelische Pfarrer morgen die Chance auf Bronze.
Alle weiteren deutschen Athleten sind bereits ausgeschieden.

+ Edelmetall für Arnold und Wollmert Tischtennisspieler sicher

Jan Gürtler (RSC Berlin) kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor, verlor darin aber gegen Tomas Pinas aus Spanien. Dietmar Kober aus Bayreuth scheiterte bereits im Achtelfinale gegen den Chinesen Yan Zhang. Die anderen deutschen Tischtennisspieler, Selcuk Cetin (RSG Koblenz), David Korn (BSV Walldorf), Holger Nikelis (RSC Köln e.V.), Otto Vilsmaier und Walter Kilger (beide vom RSG-TSV-Plattling), sind schon in der Vorrunde ausgeschieden.

+ Katharina Krüger verliert gegen Weltranglistenerste

Die einzige deutsche Teilnehmerin des Tennisturniers in Peking, Katharina Krüger vom SV Zehlendorfer Wespen, ist im Achtelfinale ausgeschieden. Sie musste sich gegen die Weltranglistenerste und Topfavoritin auf den Titel, Esther Vergeer, aus den Niederlanden klar mit 1:6 und 0:6 geschlagen geben. Dennoch fällt ihr Resümee über ihre erste Teilnahme an den Paralympics durchweg positiv aus: „Für mich ist es eine riesige Erfahrung, überhaupt hier zu sein.

Dass ich gegen Esther verloren habe, ist keine große Überraschung für mich. Esther ist seit 2003 ungeschlagen und einfach eine Klasse für sich. Ich bin überglücklich über meinen Sieg im ersten Spiel und nehme die Motivation mit nach Deutschland“, sagte die erst 18-jährige Spielerin.

+ Vierter Platz für den Mixed Doppel-Zweier

In der Bootsklasse Mixed Double Sculls musste sich das deutsche Boot mit Siglind Köhler (DRC Hannover) und Harald Wimmer (ARC Würzburg) im Hoffnungslauf mit dem vierten Platz begnügen. Für die 1000m brauchte das gemischte Doppel 4 Minuten 59,69 Sekunden vor den Ukrainern (4 Minuten 38,90 Sekunden), Polen (4 Minuten 37,90 Sekunden) und Italienern (4 Minuten 35,24 Sekunden).

Die Bootscrew um Kathrin Wolff, Susanne Lackner, Marcus Klemp, Michael Sauer und Ame Maury hat sich in 3 Minuten 50,79 Sekunden hinter den USA (3 Minuten 47,28 Sekunden) für den morgigen B-Finallauf qualifiziert.

++ Im Medaillenspiegel steht das Team Deustchland nunmehr auf dem 11.Rang: mit insgesamt 27 Medaillen, davon 4 Gold, 13 Silber- und 10 Bronze-Medaillen.

News-Ticker Beijing: Gold und Silber im Tischtennis für Deutschland, Kirsten Bruhn holt Bronze

Verfasst am 11. September 2008 – 12:37.

Im Land des kleinen Zelluloid-Balls gelang der deutschen Mannschaft ein nervenstarker Doppel-Sieg.

Heute gab es bereits alle olympischen Medaillenfarben in Beijing für das deutsche Team: Ein Mal Gold und ein Mal Silber erspielten sich Jochen Wolmert und Daniel Arnold im Pekinger University Gymnasium.

+ Jochen Wollmert (BS Solingen) gewann sein Einzelfinale der Startklasse M7 gegen seinen chinesischen Kontrahenten Chaoqun Ye mit 3:1 Sätzen. Im entscheidenden vierten Satz nutzte der Deutsche seinen ersten Matchball zum 11:9, nachdem der chinesische Zelluloidartist im dritten Satz noch auf 1:2 verkürzen konnte. Bronze ging an den Spanier Alvaro Valera, der den US-Amerikaner Mitchell Seidenfeld mit 3:1 Sätzen bezwang.

+ Auch Daniel Arnold hat Grund zur Freude:

Im Einzelfinale der Klasse 6 musste er sich dem Dänen Peter Rosenmeier mit 1:3 Sätzen geschlagen geben.

„Ich habe es heute einfach nicht geschafft meinen Aufschlag zu meiner Waffe zu machen. Zu viele kleine Fehler haben sich dadurch eingeschlichen, dennoch freue ich mich natürlich riesig über diese Silbermedaille“, so der Bayer.

Rainer Schmidt hingegen muss sich nach einem spannenden Match in der Klasse 6 mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Mit 3:1 Sätzen unterlag der Aktivensprecher der deutschen Mannschaft dem Niederländer Nico Blok. Ausgerechnet diese wichtige Partie um Paralympisches Edelmetall musste der Offenburger abgeben, dabei hatte er in den vergangenen 15 Aufeinandertreffen mit dem Niederländer genau 15 Siege eingefahren.

+ Schwimmerin Kirsten Bruhn sicherte sich ihre bereits dritte Medaille bei diesen Paralympics.

Die 38-Jährige gewann nach zwei Mal Silber unerwartet Bronze über 400 m Freistil. Auf dieser Distanz war sie schon in Athen erfolgreich. Die US-Amerikanerinnen Erin Popovich (5:17,41) und Jordan Cortney (5:21,01) belegten heute vor ihr die Plätze eins und zwei.

Am morgigen Freitag hofft sie auf Gold in ihrer Spezialdisziplin 100 Meter Brustschwimmen.

Go for Gold: Kirsten Bruhn schwimmt in 5 Minuten 28,22 Sekunden zu Bronze über 400 Meter Freistil

Verfasst am 11. September 2008 – 13:44.

Kurz zuvor hatte sie noch etwas nachdenklich gesagt: „400 Meter – das sind 300 Meter zu lang.“

Sie überzeugte uns vom Gegenteil – zumindest hier ausserhalb des Schwimmbeckens. Wer ihr Rennen auf dieser langen Distanz sah, kann verstehen, was Kirsten Bruhn wohl meint. Als einzige der drei Schwimmerinnen, die das Feld auf der 400-Meter-Freistil-Distanz anführen, folgt ihren Füssen nicht dieser kleine Wellenstrudel. Der ensteht, wenn die Schwimmerinnen ihren Vortrieb im Wasser durch rasche Beinschläge und delfinartiges Paddeln mit den Füßen beschleunigen.

Es war eine Freude, ihr bei diesem Wettkampf im Water Cube oder am Bildschirm zu folgen. Da schwamm eine souveräne, hochkonzentrierte Athletin an der Seite starker Konkurrentinnen in einer super Zeit auf Platz drei – und holte heute eine weitere Bronze-Medaille auch für Deutschland.

Kirsten Bruhn zieht ihre Bahn kraftvoll, aber ruhig – und ohne sprudelnde Strudel hinter sich. Weil sie ihre Beine aufgrund ihres Handicaps – einer inkompletten Querschnittslähmung – nicht aktiv einsetzen kann, sondern wie ein Gewicht mitziehen muss, fehlt der Beinschlag. Dafür macht sie vorne kräftig Welle – allein mit den Armen und ihrem speziellen Stil.

Nach sensationellen 5 Minuten 28,22 Sekunden schlägt sie als Dritte an – und sichert sich so Bronze. Überglücklich reckt sie ihre Faust in die Luft. Jetzt sind die Beine wieder leichter – und ihr Herz auch.

Tag 5: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 11. September 2008 – 21:14.

Peking, 11.09. 2008 (dbs)

+ Gold für Jochen Wollmert im Tischtennis

Im Pekinger University Gymnasium hat die deutsche Paralympicmannschaft ihr erstes Tischtennis Gold gewonnen.

Jochen Wollmert (BS Solingen) gewann sein Einzelfinale der Startklasse M7 gegen seinen chinesischen Kontrahenten Chaoqun Ye mit 3:1 Sätzen. Im entscheidenden vierten Satz nutzte der Deutsche seinen ersten Matchball zum 11:9, nachdem der chinesische Zelluloidartist im dritten Satz noch auf 1:2 verkürzen konnte.

+ Silber für Arnold, 4. Platz für Schmidt

Wenige Stunden nach dem Gold-Erfolg von Jochen Wollmert kann sich die deutsche Tischtennis-mannschaft über weiteres Edelmetall freuen. Daniel Arnold (BSV München) erkämpfte sich in der Klasse 6 die Silbermedaille. Nur dem Dänen Peter Rosenmeier musste sich der 29jährige mit 3:1 geschlagen geben.

+ Kirsten Bruhn gewinnt erneut Bronze

Kirsten Bruhn hat sich im 400 Meter Freistil-Finale das dritte Edelmetall dieser Paralympics gesichert. Nach ihrer Bronzemedaille über 100 Meter Freistil und Silber über 100 Meter Rücken erschwamm sich die 37-jährige vom PSV Union Neumünster nun ihre zweite Bronzemedaille in 5 Minuten 28.22 Sekunden. Gold sicherte sich die US-Amerikanerinnen Erin Popovich in 5 Minuten 17.41 Sekunden vor Cortney Jordan in 5 Minuten 21.01 Sekunden.

+ Hannelore Brenner ist Doppel Paralympics-Siegerin

In Hongkong haben die deutschen Reiter erneut zugeschlagen und ihr drittes Gold gewonnen. Und wieder war es Hannelore Brenner, die nach der Goldmedaille in der Pflichtwertung nun auch die Kür im Grade III gewonnen hat. Mit 74,223 Prozentpunkten lag die für den Reitclub Hofgut Petersau startende Rheinland-Pfälzerin knapp vor dem Briten Simon Laurens (73,499) und der Dänin Dalskova Lykke (73,222). Bettina Eistel vom Lehnsahner Reit- und Fahrverein kam mit einem Wert von 69,612 Prozent als zweite deutsche Starterin auf den sechsten Rang.

News-Ticker Beijing: Neuer Weltrekord über 100 Meter Brust für Kirsten Bruhn

Verfasst am 12. September 2008 – 8:30.

+ Kirsten Bruhn zeigte ihre Ambitionen auf weiteres Edelmetall bereits im Vorlauf über 100 Meter Brust.

Sie unterbot damit zugleich ihre bisherige Bestmarke um 2,69 Sekunden – ließ ihre Konkurrenz heute überlegen hinter sich und hat fürs Finale optimale Perspektiven.

So etwas bekommt man selten zu sehen: Die Erste schwimmt ins Ziel ihrer Träume – und alle anderen lassen ihr reichlich Zeit im Wasser des Water Cube, das zu geniessen.

Die zweifache Medaillengewinnerin von Peking schwamm mit der Fabelzeit von 1 Miunute 36,30 Sekunden auf ihrer Paradestrecke neuen Weltrekord.

Auf die Frage, wer denn da im Wasser hinter ihr her sei oder vor wem sie auf der Flucht sei, sagt die Schwimmerin mit dem Spitznamen „Elli Pirelli“: „Ich laufe wohl vor mir selbst davon, will niemanden enttäuschen. Meinen Vater nicht als Trainer, die Bundetrainerin nicht – und auch das Team nicht.“ Kirsten Bruhn ist überglücklich, teilt diese Freude gern auch mit anderen.

+ Erste Straßen-Rad-Medaille durch Dorothee Vieth

Andrea Eskau vom USC Magdeburg benötigte für die gleiche Distanz knapp 25 Sekunden länger und landete auf dem fünften Platz. Gold ging an die Britin Rachel Morris (20:57,09 min), die Silbermedaille sicherte sich die Niederländerin Monique van der Vorst (23:40,64 min).

+ Barbara Weise lässt Silbermedaille folgen

Am ersten Wettkampftag in den Straßenrad-Wettbewerben hat es die erste Medaille für das deutsche Paralympics-Team gegeben. Im Zeitfahren der Frauen über 12,7 Kilometer gelang Dorothee Vieth vom Hamburger SV in 23 Minuten 41,95 Sekunden der Sprung auf Bronze.

Nur wenige Minuten nach ihrer Teamkollegin Vieth hat Barbara Weise die zweite Straßenradmedaille für das deutsche Team gewonnen. Im Mixed-Zeitfahren über ebenfalls 12,7 Kilometer der Klasse CP1/CP2 holte sich die Athletin der ISG Erlangen die Silbermedaille in 23 Minuten 28,33 Sekunden vor der Tschechin Marketa Mackova (23:42,62 min). Gold sicherte sich erneut Großbritannien durch David Stone in 22:14,86 min.

News-Ticker Beijing: Doppel-Gold für Radrennfahrer Teuber und Sacher im Strassenrennen

Verfasst am 12. September 2008 – 11:34.

12.9.2008 (bsb/dpa)

Die Radrennfahrer Michael Teuber und Wolfgang Sacher haben heute die 7. und 8. Goldmedaille für das deutsche Team geholt.

Der 40-jährige MichaelTeuber, setzte sich auf der 24,8-Kilometer-Zeitfahrdistanz bei 33 Grad Celsius durch. Mit seiner Zeit von 38 Minuten 46,79 Sekunden deutlich vor dem Silbermedaillengewinner Juan Jose Mendez aus Spanien (39 Minuten54,68 Sekunden).

Sacher siegte beim Zeitfahren einer anderen Startergruppe in 34 Minuten 41,62 Sekunden. Der 41-Jährige, dem ein Unterarm fehlt, hatte schon auf der Bahn Silber und Bronze geholt.

+ Pierre Senska (PSC Berlin) belegte Platz 6 in 44 Minuten 18,16 Sekunden.

Zuvor hatte er bereits Bahnrad-Silber gewonnen. „Ich bin immer am Limit gefahren und habe alles aus meinem Körper herausgeholt. Ich wollte unbedingt noch einmal Gold und bin nun total ergriffen“, sagte Teuber.

„She’s got it…“ – Gold!!! Kirsten Bruhn schwimmt sensationell schnell zur Gold-Medaille über 100 Meter Brust

Verfasst am 12. September 2008 – 13:09.

Sie hat ihren Traum wahr gemacht in Beijing: Gold auf ihrer Spezial-Disziplin 100 Meter Brust.

Wieder schwamm Kirsten Bruhn allen Konkurrentinnen heute zum zweiten Mal auf und davon – und das in 1 Minute 36,92 Sekunden auf Platz eins nach ganz oben aufs Siegerpodest. Das sieht so gar nicht nach Flucht aus – eher nach Ankommen.

Silber und Bronze gingen an die chancenlose Französin Rachel Lardiere mit 1 Minute 52,34 Sekunden und die Ungarin Gitta Raczko mit 1 Minute 54,49 Sekunden.

Tag 6: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 12. September 2008 – 18:31.

12.09.2088 (dbs)

Dies war ein ebenso grandioser wie turbulenter Tag. Gleich 9 Medaillen (je 3 Mal Gold, Silber und Bronze) wurden in Rekordzeit errungen – und zweimal fast ebenso schnell wieder zurückgegeben oder gegen eine andere getauscht. Ganz ohne Verschulden der beiden betroffenen Berliner Schwimmer. Ein Kuriosum.

+ Glück im Unglück: Beim Medaillen-Spiegel ist Deutschland jetzt auf Rang 8 geklettert.

Das deutsche Team erkämpfte insgesamt stattliche 40 Medaillen bis zum heutigen Tag: davon sind 10 Mal Gold – 15 Mal Silber – 15 Mal Bronze.

+ Erste Straßenrad Medaille durch Dorothee Vieth

Am ersten Wettkampftag in den Straßenrad-Wettbewerben hat es die ersten Medaillen für das deutsche Paralympicsteam gegeben. Im Zeitfahren der Frauen über 12,7 km der Klasse HCA/HCB/HCC gelang Dorothee Vieth vom Hamburger SV in 23:41,95 min der Sprung auf den Bronzeplatz.

Andrea Eskau vom USC Magdeburg benötigte für die gleiche Distanz knapp 25 Sekunden länger und landete auf dem fünften Platz. Gold ging an die Britin Rachel Morris (20:57,09 min), die Silbermedaille sicherte sich die Niederländerin Monique van der Vorst (23:40,64 min).

+ Barbara Weise lässt Silbermedaille folgen

Nur wenige Minuten nach ihrer Teamkollegin Vieth hat Barbara Weise die zweite Straßenradmedaille für das deutsche Team gewonnen. Im Mixed Zeitfahren über ebenfalls 12,7 km der Klasse CP1/CP2 holte sich die Athletin der ISG Erlangen die Silbermedaille in 23:28,33 min vor der Tschechin Marketa Mackova (23:42,62 min). Gold sicherte sich erneut Großbritannien durch David Stone in 22:14,86 min.

+ Wolfgang Sacher vergoldet den Tag der deutschen Radfahrer

Wolfgang Sacher vom RSC Penzberg hat den zuvor bereits erfolgreichen Tag der deutschen Straßenradfahrer vergoldet. Nach Silber und Bronze auf der Bahn hat Sacher nun im 24,8 km Zeitfahren der Klasse LC1 triumphiert. In 34:41,62 min lag er am Ende 10,58 Sekunden vor dem zweit platzierten Wolfgang Eibeck aus Österreich. Bronze ging in 35:23,70 min an den Italiener Fabio Triboli.

+ Michael Teuber sammelt Gold von der Straße

Schlag auf Schlag räumten heute die deutschen Straßen-Radfahrer die Medaillen ab. Nur kurz, nachdem Wolfgang Sacher den deutschen Rad-Tag vergoldet hat, fuhr auch Michael Teuber vom BSV München in der Startklasse LC 4 auf den obersten Podestplatz.

min.

Stefan Bäumann und Natalie Simanowski verpassen knapp das Siegertreppchen Im HC B Zeitfahren über 12,7km verpasste der Cottbuser Stefan Bäumann knapp eine Medaille. Mit einer Zeit von 22:44,21 min kam er im Rundkurs am Ming Tomb Reservoir als Vierter ins Ziel. Gold gewann der Schweizer Heinz Frei (22:06,23) vor Vittorio Podesta (ITA – 22:12,91) und Edward Maalouf (22:12,91) aus dem Libanon.

Im Zeitfahren über 24,8 km lag er am Ende mit seiner Zeit von 38:46,79 min deutlich vor dem Silbermedaillengewinner Juan Jose Mendez aus Spanien (39:54,68 min). Bronze holte der US-Amerikaner Anthony Zahn in 41:08,21 min. Erich Winkler (ETSCV09 Landshut) und Pierre Senska (PSC Berlin) belegten die Plätze fünf und sechs in 42:42,91 und 44:18,16

Die Tatsache, dass dem Deutschen am Ende nur 38 Sekunden auf die Goldmedaille fehlten, stimmt Stefan Bäumann für sein Straßenrennen am Sonntag sehr zuversichtlich.

Im gleichen Zeitfahren fuhr Max Weber (TSV Obergünzburg) auf den 7. Rang (23:08.88 min). Direkt nach ihm kam Tobias Knecht vom RTC Heidelberg in 23:08,91 min ins Ziel. Natalie Simanowski fuhr in ihrem letzten Rennen, dem Zeitfahren im Rundkurs, ebenfalls auf den 4. Platz in 45:38,23 min.

Gold gewann die US-Amerikanerin Barbara Buchan in 42:28,73min. Damit enden diese Paralympics für die 30-Jährige erfolgreich mit dem Gewinn von zwei Silbermedaillen.

Im 2,7 Km Zeitfahren der Klasse HCA landete der Hamburger Torben Bröer auf dem undankbaren vierten Platz, allerdings mit deutlichem Abstand auf die Medaillengewinner.

Der Österreicher Wolfgang Schattauer gewann in 29:57,77 min Gold vor dem Slowaken Rastislav Turecek (30:53,09 min) und dem Frankreich Alain Quittet (31:17,72 min).

Ähnlich erging es Norbert Mosandl (RSLC Holzkirchen), der über die gleiche Distanz im Zeitfahren der Klasse HCC mit 21:33,09 min auf dem fünften Rang ins Ziel kam. Siebter wurde im gleichen Rennen Norbert Koch (PS Karlsruhe) in 21:59,90 min. Gold ging an den US-Amerikaner Oz Sanchez vor dem Spanier Jose Vicente Aruo und dem zweiten USAmerikaner Ernst van Dyk.

Klaus Lungershausen wurde im 24,8 km Zeitfahren der Klasse CP4 ebenfalls Fünfter. In 36:52,33 min musste sich der für den RSC Mars Rot Weiss Frankfurt startende Hesse den Medaillengewinnern Cesar Neiro (Gold) aus Spanien, Christopher Scott (Silber) aus Australien und Masahi Ishi (Bronze) aus Japan geschlagen geben.

+Segeln

Vor Quingdao liegen die deutschen Boote weiter gut im Rennen. Heiko Kröger gewann die siebte Wettfahrt und lag danach sogar kurzfristig in Front, ehe er in seiner Kielboot-Klasse 2.4MR durch Platz elf im achten Rennen wieder auf den Bronzerang zurückfiel. Die beiden abschließenden und entscheidenden Regatten finden am morgigen Samstag statt.

Auch die Bootscrew Jens Kroger, Siegmund Mainka und Robert Perm in der Sonar Klasse steuert weiter auf Edelmetall zu. Nach neun von elf Rennen rangieren die Berliner nach den Plätzen fünf, zwei und neun in den drei Wettfahrten des Tages weiter auf dem dritten Rang.

+ Daniela Schulte schwimmt zu Bronze

Im 100m Freistil Rennen der Damen Klasse S11 war Daniela Schulte vom PSC Berlin die Drittschnellste im Aquatic Center von Peking. In 1:11,08 min absolvierte die blinde Schwimmerin ihr Rennen und kam damit hinter der Chinesin Qing Xie, die mit 1:08,96 min neuen Weltrekord schwamm, und der Italienerin Cecillia Camellini (1:09,65 min) auf den verdienten dritten Rang und darf sich nun über eine Bronzemedaille freuen.

+ Zwei Schwimmer vermeintlich auf dem Podest

Es sah zunächst nach einem Doppelschlag für die deutschen Schwimmer über 100 m der Startklasse SB 5 aus. Nachdem der Mexikaner Pedro Rangel kurz nach dem Anschlag disqualifiziert worden war, erhielt der Berliner Thomas Grimm in 1:35,41 min die Goldmedaille und Niels Grunenberg in 1:36,68 min Bronze. Die Silbermedaille sollte der Südafrikaner Tadhg Slattery erhalten.

Doch nach einem Protest gegen die Disqualifizierung von Seiten der mexikanischen Mannschaft müssen beide Deutschen ihr Edelmetall wieder abgeben. Grimm erhielt Silber, sein Vereinskamerad rutschte auf Platz 4 und musste leider leer ausgehen.

+ Kirsten Bruhn deklassiert erneut die Konkurrenz

Nach ihrem Weltrekord im Vorlauf am Morgen über 100m Brust der Klasse SB5, lieferte die für den PSV Union Neumünster startende Kirsten Bruhn auch im Finale eine Topleistung ab und holte souverän die Goldmedaille des Tages im Aquatic Center. In 1:36,92 min verfehlte Bruhn zwar ihren kurz zuvor aufgestellten Weltrekord knapp um 62 Hundertstel, bestätigte damit aber ihre überragende Form. Silber und Bronze gingen an die chancenlose Französin Rachel Lardiere (1:52,34 min) und die Ungarin Gitta Raczka (1:54,49 min).

+ Weitere Ergebnisse aus dem Aquatic Center:

Im 400m Freistil Finale der Klasse S8 ist die erst 17-jährige Julia Kabus auf den fünften Rang geschwommen. Für die 400m brauchte sie 5:22.82min und musste vier Konkurrentinnen, darunter der Goldmedaillensiegerin Jessica Long (USA in 4.50.17), den Vortritt lassen.

Maria Goetze vom BFV Chemnitz landete nach ihrer Silbermedaille über 200m Lagen im 100m Brustfinale der Klasse SB6 auf dem fünften Rang (1:47.82min). Christoph Burkard (TV Rottweil) schwamm in seinem 400m Freistil Finale ebenfalls, wie viele an diesem Freitag, auf den undankbaren 4. Platz in 4:40.60min. Über 400 m Freistil schwamm Christiane Reppe vom PSC Berlin in 4:51,59 min auf den 6. Platz.

Die südafrikanische Langstreckenschwimmerin Natalie Du Toit, die bei den olympischen Spielen auf Rang 16 kam, stellte im Aquatic Center in 4:23,81 min einen neuen Weltrekord auf. Christiane Reppe schwamm im 400 m Freistil Finale (S9) in 27,78 sec auf Platz 6. Auf Platz 8 kam Florian Moll, ebenfalls im 400 m Freistil Finale (S9) in 12,65 sec.

+ Maria Seifert läuft zu Bronze

Das erste Edelmetall des sechsten Wettkampftages in der Leichtathletik gewann die erst 17-jährige Maria Seifert vom HSC Erfurt über 100 m. Nachdem sie sich im Vorlauf mit der drittschnellsten Zeit für das heutige Finale qualifiziert hatte, lief sie vom Start weg vorne mit und nach 14,28 sec als Bronzemedaillengewinnerin über die Ziellinie.

Gold ging an die Australierin Lisa McIntosh (14,14 sec), Silber sicherte sich Viktoriya Kravchenko aus der Ukraine in 14,21 sec. Seiferts Vereinskameradin Isabelle Foerder landete nach einem missglückten Start auf Rang 4 (14,54 sec).

+ Fünfkämpfer Thomas Ulbricht gewinnt Silbermedaille

Es war ein langer Tag für die Fünfkämpfer im National Stadium, aber für Thomas Ulbricht vom PSC Berlin war es ein erfolgreicher. Mit insgesamt 3178 Punkten gewann er die Silbermedaille hinter dem Südafrikaner Hilton Langenhoven (3403 Punkte) und vor dem Tunesier Mahmoud Khaldi, der mit 3149 Punkten Bronze holte. Jörg Trippen-Hilgers (SFG Bernkastel Kues) landete nach den fünf Disziplinen auf Rang 10.

+ Die Ergebnisse im Einzelnen:

Thomas Ulbricht: Weit – 6,58 m, Speer – 47,80 m, 100 m – 11,49 sec, Diskus – 30,40 m, 1500 m – 4:40,16 sec

Jörg Trippen-Hilgers: Weit – 6,24 m, Speer – 42,22m, 100 m – 12,11 sec, Diskus – 34,54 m, 1500 m – 5:31,29 sec

+ Weitere Ergebnisse aus dem National Stadium:

Einen undankbaren vierten Platz erreichte Tamira Slaby im 200m Sprint. Nachdem die Wattenscheiderin im Vorlauf mit 28,71 sec persönliche Bestzeit lief, spurtete sie am Abend nach 30,02 sec über das Ziel. Für die Bronzemedaille hätte sie jedoch eine Zeit von 28,62 sec schlagen müssen, die Margarita Koptilova aus RUS lief. Silber ging an Sonia Mansour (TUN) in 28,07 sec und Gold an die Ukrainerin Inna Dyachenko, die mit 27,81 sec einen neuen Weltrekord aufstellte.

René Schramm als weiterer Wattenscheider Finalsprinter wurde im 100m-Lauf der Klasse T37 mit einer Zeit von 12,50 sec Sechster. Gewonnen hatte der Südafrikaner Fanie van der Merwe in 11,83 sec, was neuer Paralymischer Rekord bedeutet. Silber ging an Yuxi Ma aus China (11,90 sec) und Bronze an Sofiane Hamdi (ALG) in 12,01 sec.

+ Kathrin Müller-Rottgardt vom PSC Berlin stellte heute zwei persönliche Bestleistungen auf.

Im Weitsprung landete sie bei 5,24 m, was den 5. Platz bedeutete und über die 400m sprintete sie in 60,34 sec, Platz 6.

Der Halbfinallauf über 400m von Matthias Schröder (PSC Berlin) machte Vorfreude auf das morgige Finale (19:50 Uhr Pekingzeit). Er gewann seinen Lauf souverän mit 50,11 sec, obwohl er auf den letzten Metern Geschwindigkeit herausgenommen hatte.

Marc Schuh vom TV Herkenrath fuhr nach 26,14 sec und 200m über die Ziellinie. Dies bedeutet für ihn persönliche Bestleistung, jedoch nicht die Qualifikation für das Halbfinale.

+ Letzter Tag für die Sportschützen

Die Sportschützen beendeten ihren Wettkampf in Peking mit drei Platzierungen unter den ersten 20. Im Mixed R6-50m Luftgewehr (SH1) landeten Simon Voit von der SG Obing mit 586 Ringen auf Platz 9, Josef Neumaier (SV Wacker Burghausen) mit 585 Ringen auf Platz 11 und Manuela Schmermund (SG Mengshausen) mit 583 Ringen auf Platz 19.

In der so genannten Königsdiziplin mit der Freien Pistole kam Harald Hack (HSG München) mit 513 Ringen auf den 18. Rang.

++ Ergebnisse in den Mannschaftssportarten

+Goalball Frauen, Vorrunde

Spiel Deutschland – Japan: am Samstag

+ Rollstuhlbasketball Viertelfinale Damen
USA China 75:31
Deutschland – Niederlande 43:28
Australien – Kanada 53:49
Großbritannien – Japan 38:45

8. Deutschland 6 0:12 7:25

+ Rollstuhlbasketball Halbfinale Damen
Spiel USA – Japan: am Samstag
Spiel Deutschland – Australien: am Samstag

7. Japan 6 3:11 6:15

+ Rollstuhlrugby, Vorrundengruppe B
Australien – Deutschland 47:36
Großbritannien – Neuseeland 39:38
1. Australien 1 2:0 47:36
2. Großbritannien 1 2:0 39:38
3. Neuseeland 1 0:2 38:39
4. Deutschland 1 0:2 36:47

6. Brasilien 6 5:7 19:21

Deutschland Schweden 5:10
USA – Kanada 1:1
Japan – Brasilien 3:1
Dänemark – China 0:0
1. China 6 11:1 20:7
2. USA 6 9:3 11:7
3. Dänemark 6 8:4 10:7
4. Schweden 6 7:5 26:20
5. Kanada 6 7:5 15:12

News-Ticker Beijing: Deutschland weiter auf Medaillen-Kurs – Gold und Silber nach Sonnenaufgang in China

Verfasst am 13. September 2008 – 13:57.

+ Claudia Nicoleitzik sprintet zu Silber

Im 200-Meter-Sprint der Startklasse T 36 hat Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen heute Vormittag Silber gewonnen. Schneller war nur die Chinesin Fang Wang, bei der die Uhr nach 29,57 Sekunden stehen blieb. Bronze ging an die Britin Hazel Simpson, die eine knappe Sekunde nach der Püttlingerin über die Ziellinie lief (32,43 Sekunden).

+ Andrea Eskau erkämpft die 10. Goldmedaille für Deutschland, Dorothee Vieth zum zweiten Mal Bronze

Es war eine hauchdünne Entscheidung um die Goldmedaille, die schließlich Handbikern Andrea Eskau vom USC Magdeburg für sich beanspruchte. Nach drei Runden und insgesamt 36,3 km kam sie mit einem Vorsprung von 13 Hundertstel vor der Niederländerin Monique van der Vorst ins Ziel.

Dorothee Vieth (Hamburg SV) konnte sich nach 1:13,27.23 ihre zweite Bronzemedaille sichern.

+ Das Beste zum Schluss der Regatten vor Quingdao – Gold für unsere Skipper

Die deutschen Paralympics-Segler holten sich in der Sonar-Segelklasse am letzten Wettkampftag vor Qingdao die Goldmedaille.

Fünf Punkte im letzten von insgesamt elf Rennen haben für Jens Kroker, Robert Prem und Siegmund Mainka gereicht, um ihren Traum von Gold wahr werden zu lassen. Silber sicherte sich die französische Mannschaft um Bruno Jourdren punktgleich mit den australischen Bronzemedaillen-Gewinnern um Steuermann Colin Harrison.

News-Ticker Beijing Extra: Gold für Berliner Mathias Schröder – nach Disqualifizierung des zuvor Erstplatzierten

Verfasst am 13. September 2008 – 16:26.

+ Matthias Schröder erhält nach Disqualifikation des zuvor erstplatzierten Chinesen Gold

Er sei auch mit Silber durchaus zufrieden, sagte Matthias Schröder unmittelbar nach seinem Lauf. „Es ist ein Mörder-Programm.“ beschreibt er die aktuellen paralympischen Wettkämpfe angesichts geradezu explodierender Leistungen, Bestzeiten und Rekorde.

Jeder versucht, noch was drauf zu legen. Das ist im professionellen Sport selbstverständlich. Doch manchem ist dafür jedes Mittel recht – bisweilen auch fragwürdige „Mittelchen“ oder Methoden. Letzteres hingegen ist ohne Frage unsportlich.

Der Chinese Yansong Li hatte die Bahn verlassen, dadurch die Strecke abgekürzt und eine Regelwidrigkeit begangen.

Dadurch konnte Matthias Schröder vom PSC Berlin den Leichathleten heute eine weitere Goldmedaille bescheren. Die Entscheidung darüber, welche Farbe das Edelmetall haben würde, wurde jedoch erst um 21:25 Uhr bekannt gegeben, nachdem gegen den Lauf des Chinesen Protest eingelegt worden war.

In diesem Fall heute wäre es zu einfach, dem Disqualifizierten Vorsatz zu unterstellen. Alles geschieht in Sekundenschnelle – auch Fehler:

Schröder toppte mit dieser Medaille sein Ergebnis aus Athen, wo er über 200 Meter Silber gewann. Silber über die 400 Meter ging an den Portugiesen Luis Concalves (50,15 Sekunden) und Bronze an den Aserbaidschaner Rza Osmanov (50,20 Sekunden).

+ Im Speer hat es für Birgit Pohl zur Medaille gereicht

Nachdem Birgit Pohl vom TSV 1886 Gera-Leumnitz im Kugelstoßen nur auf den undankbaren vierten Platz kam, steht sie nach dem Speerwurfwettbewerb heute nun auf dem Siegerpodest. 16,36 Meter (1152 Punkte) bedeuteten Bronze für die mehrfache Paralympicsteilnehmerin.

Gold ging mit 12,82 Mtern (1425 Punkte) an die Kroatin Antonia Balek und Silber an Louadjeda Benoumessad aus Algerien (17,28 Metern / 1217 Punkte). Pohls Teamkollegin Frances Herrmann (LC Cottbus) landete mit 13,83 m und 974 Punkten auf den 7. Rang.

In seiner eher ungeliebten Disziplin, dem Kugelstoßen, gewann der Wattenscheider Thomas Loosch mit 14,44 Mtern und 968 Punkten die Bronzemedaille.

In dem kombinierten Wettbewerb gewann der Chinese Dong Xia mit neuem Weltrekord in der Klasse F37 und 16,60 Meter (1104 Punkte) Gold. Zweiter wurde Tomaz Blatkiewicz aus Polen mit einer Weite von 14,74 Metern, die 980 Punkten entspricht.

+ Thomas Loosch holt die 3. Medaille für die Leichtathletikmänner

Tag 7: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008 – ein sehr erfolgreicher Tag

Verfasst am 13. September 2008 – 21:12.

13.09.2008 (dbs)

+ Claudia Nicoleitzik sprintet zu Silber

Im 200-Meter-Sprint der Startklasse T 36 hat Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen am Samstag Vormittag die Silbermedaille gewonnen. Schneller war nur die Chinesin Fang Wang, bei der die Uhr nach 29,57 Sekunden stehen blieb. Bronze ging an die Britin Hazel Simpson, die eine knappe Sekunde nach der 18-jährigen Püttlingerin in 32,43 Sekunden über die Ziellinie lief (32,43 Sekunden).

+ Matthias Schröder erhält nach Disqualifikation des Chinesen Gold

Yansong Li hatte die Bahn verlassen und dadurch eine Regelwidrigkeit begangen.

Schröder toppte mit dieser Medaille sein Ergebnis aus Athen, wo er über 200 Meter Silber gewann.

Matthias Schröder vom PSC Berlin errang als Leichathlet in 49,45 Sekunden über 400 Meter der Startklasse T12 eine weitere Goldmedaille für Deutschland. Die Entscheidung darüber, welcher Farbe dieses Edelmetall letztlich ist, wurde jedoch erst um 21:25 Uhr bekannt gegeben – nachdem gegen den Lauf des Chinesen Protest eingelegt worden war.

Silber über die 400 Meter ging an den Portugiesen Luis Concalves (50,15 Sekunden) und Bronze an den Aserbaidschaner Rza Osmanov (50,20 Sekunden).

+ Im Speer hat es für Birgit Pohl zur Medaille gereicht

Nachdem Birgit Pohl vom TSV 1886 Gera-Leumnitz im Kugelstoßen nur auf den undankbaren vierten Platz kam, stand sie nach dem Speerwurfwettbewerb heute nun auf dem Siegerpodest. 16,36 Meter (1152 Punkte) bedeuteten Bronze für die mehrfache Paralympics-Teilnehmerin.

Gold ging mit 12,82 Metern (1425 Punkte) an die Kroatin Antonia Balek und Silber an Louadjeda Benoumessad aus Algerien (17,28 m / 1217 Punkte).

Pohls Teamkollegin Frances Herrmann (LC Cottbus) landete mit 13,83 Metern und 974 Punkten auf dem 7. Rang.

+ Thomas Loosch holt die 3. Medaille für die Leichtathletikmänner

In seiner eher ungeliebten Disziplin, dem Kugelstoßen, gewann der Wattenscheider Thomas Loosch mit 14,44 Metern und 968 Punkten die Bronzemedaille. In dem kombinierten Wettbewerb gewann der Chinese Dong Xia mit neuem Weltrekord in der Klasse F37 und 16,60 Metern (1104 Punkte). Zweiter wurde Tomaz Blatkiewicz aus Polen mit einer Weite von 14,74 Metern, die 980 Punkten entspricht.

+ + Weitere Ergebnisse in der Leichtathletik:

+ Weitsprung Startklasse F12:

Jörg Trippen-Hilgers (SFG Bernkastel-Kues), 5,88 Meter, Platz 13

+ Diskuswurf Startklasse F 57/58:
Ali Ghardooni (GBS Haldensleben), 44,69 Meter, Platz 4

Thomas Ulbricht (PSC Berlin), 6,33 Meter, Platz 10

+ 100 m Startklasse 35:

Niels Stein (TV Wattenscheid), 13,70 Sekunden, Platz 7

+ 100 m Startklasse T42:

Claudia Biene (PSC Berlin), 18,92 Sekunden, Platz 7

+ Kugelstoßen Startklasse F 40:

Maria Seifert und Isabelle Foerder (beide HSC Erfurt) haben sich als Zweit- und Viertschnellste für das Finale über 200 Meter am Sonntag qualifiziert.

+ Andrea Eskau erkämpft sich knapp die Goldmedaille, Dorothee Vieth zum zweiten Mal Bronze.

Petra Hömmen (TV Wattenscheid), 20,29 Meter, 7. Platz

Es war eine hauchdünne Entscheidung um die Goldmedaille, die schließlich Andrea Eskau vom USC Magdeburg für sich beanspruchte. Nach drei Runden und insgesamt 36,3 Kilometer kam sie mit einem Vorsprung von 13 Hundertstel vor der Niederländerin Monique van der Vorst ins Ziel.

Dorothee Vieth (Hamburg SV) konnte sich nach 1:13:27,23 Stunde ihre zweite Bronzemedaille sichern. Die drei Medaillengewinnerinnen deklassierten mit ihren Zeiten deutlich die Konkurrenz, die erst etwa vier Minuten später eintraf.

+ Weitere Ergebnisse vom Radsport:

Barbara Weise von der ISG Erlangen fuhr im Mixed Straßenrennen der Klasse CP1/CP2 auf den 8. Platz. Mit ihrer Zeit von 57:15,44 Minuten fehlten der Bayerin am Ende 12 Minuten auf die Goldmedaille von David Stone (45:05,33 Minuten).

Klaus Lungershausen vom RSC MARS Rotweiss Frankfurt fuhr im 72.6 km langen Straßenrennen der Klassen LC1/LC2/CP4 in 1:46:15,87 Stunde auf den neunten Platz. Sein Teamkollege Wolfgang Sacher (RSC Penzberg), der am Vortag noch die Goldmedaille im 24,8 Kilomerter Zeitfahren gewonnen hatte, schaffte es auf Platz 17 (1:48:47,32 Stunde).

Im Straßenrennen der Klassen LC3/LC4/CP3 verpasste Tobias Graf (RIG Freiburg) ganz knapp den Sprung auf das Siegertreppchen. Nach 1:38:01,62 Stunde lag er nur 43 Hundertstel Sekunden hinter der Bronzemedaille. Michael Teuber (BSV München) landete auf Rang 17.

+ Pierre Senska (PSC Berlin) kam als 20. und Erich Winkler (ETSCV09 Landshut) auf den 25. Rang.

+ Schwimmen

Im Aquatic Center von Peking gab es heute keine Medaillen für die deutschen Schwimmer:

Maria Götze (BFV Ascota Chemnitz), Christiane Reppe (PSC Berlin), Christian Goldbach (BV Leipzig) und Ludwig Lucas (PSC Berlin) sind in ihren Vorläufen ausgeschieden.

+ Gold für die Segler in Qingdao

100 m Rücken (S10): Roy Tobis, Platz 6 in 1:03,88 Minute

Die deutschen Paralympics-Segler holten sich am letzten Wettkampftag vor Qingdao die Goldmedaille. Fünf Punkte im letzten von insgesamt elf Rennen haben für Jens Kroker (YCBG e.V.), Robert Prem (VWG Berlin) und Siegmund Mainka (YCBG e.V.) gereicht, um ihren Traum von Gold wahr werden zu lassen. Silber holte sich das Sonar-Team aus Frankreich vor der Mannschaft aus Australien.

100 m Brust (SB13): Daniel Clausner, Platz 6 in 1:09,49 Minute

Heiko Kröger (Kieler Yacht Club) hingegen verpasste nach zehn Regatten einen Medaillenrang. Mit der Endzahl von 50 Punkten kam er auf den vierten Platz. Der 2.4mR-Steuermann lag am Vortag noch auf einem Medaillenrang, musste heute jedoch Paul Tingley aus Canada (Gold), Damien Seguin (Silber-FRA) und John Ruf (Bronze-USA) den Vorrang lassen.

100 m Rücken (S9): Christiane Reppe, Platz 5 in 1:19,12 Minute

++ Ergebnisse in den Mannschaftssportarten

50 m Freistil (S3): Annke Conradi, Platz 8 in 1:17,94 Minute

+ Goalball Frauen, Vorrunde

50 m Schmetterling (S6): Maria Götze, Platz 7 in 44,65 Sekunden

Deutschland-Japan 1:2
Dänemark-Brasilien 3:2
USA-Schweden 7:4
China-Kanada 1:0
1. China 7 13:1 28:7
2. USA 7 10:1 18:11
3. Dänemark 7 10:4 13:9
4. Schweden 7 7:7 30:27
5. Kanada 7 7:7 15:13
6. Brasilien 7 5:9 21:24
7. Japan 7 4:10 8:16
8. Deutschland 7 0:14 8:27

+ Goalball Frauen, Halbfinale
1. China-Schweden (am Sonnatg)
2. USA-Dänemark (am Sonntag)

+ Goalball Frauen, Platzierungsspiele
5. Kanada-Deutschland (am Sonntag)
7. Japan-Brasilien (am Sonntag)

Deutschland-Japan 60:40

+ Rollstuhlbasketball Damen, Spiel um Bronze
Australien-Japan (am Monatag)

USA-Australien 60:47

+ Rollstuhlbasketball Damen, Finale
USA-Deutschland (am Montag)

+ Rollstuhlbasketball Halbfinale Damen

USA-Iran 20:0

+ Rollstuhlbasketball Herren, Halbfinale
USA-Kanada So.
GBR-Australien So.

Australien-Japan 72:52

+ Rollstuhlrugby, Vorrundengruppe B
Großbritannien-Deutschland 39:35
Australien-Neuseeland 39:38
1. Australien 2 4:0 48:74
2. Großbritannien 2 4:0 76:73
3. Neuseeland 2 0:4 76:78
4. Deutschland 2 0:4 71:86
Großbritannien-Australien (am Sonntag)
Deutschland-Neuseeland (Sonntag)

Kanada-Israel 55:47

+ Rollstuhlbasketball Viertelfinale Herren
Großbritannien-Deutschland 71:64

News-Ticker Beijing: Kirsten Bruhn schwimmt auf Platz 1 bei den Vorläufen über 50 Meter Freistil

Verfasst am 14. September 2008 – 6:39.

Man könnte sagen: Sie schwimmt schon mal vor.

+ Das tat Kirsten Bruhn am Sonntag gegen 10:30 Pekinger Ortszeit im Vorlauf über 50 Meter Freistil. Und sie ließ ihre starke Konkurrenz mit der Traumzeit von 34,77 Sekunden abermals hinter sich.

Ihr aktueller Weltrekord über diese Strecke liegt bei 33,53 Sekunden.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Denn die US-Amerikanerin Cortney Jorden und Laura Jensen aus Kanada liessen nicht lange auf sich warten. Sie kamen mit 35,57 Sekunden als Zweite beziehungsweise mit 36,70 Sekunden als Dritte ans Ziel.

Am frühen Pekinger Abend ist Kirsten Bruhn dann im Finale über 50 Brust am Start – wenn wir hier am Mittag gerade in den Tag gestartet sind.

+ ++ weitere erste Erfolgs-Meldungen vom 14.9.2008 (dbs)

+ Zweite Bronzemedaille für Maria Seifert

Nach ihrem Erfolg über die 100 m-Distanz lief Maria Seifert nun auch über 200 Meter auf einen Medaillenrang. In einer Zeit von 29,99 Sekunden sicherte sie sich die Bronzemedialle vor ihrer Teamkollegin Isabelle Foerder, die nach 30,70 Sekunden auf Rang vier lief.

und der Ukrainierin Viktoriya Kravchenko (29,60 Sekunden).

+ Max Weber holt letzte Medaille für die Radsportler

Gold und Silber gingen an die Australierin Lisa McIntosh (29,28 Sekunden)

Im vorletzten Wettkampf der Handbiker über 48.4km der Klasse HCB ist Max Weber vom TSV Obergünzburg ganz knapp an Gold vorbeigeschrammt.

Eine Hundertstel (1:28:25 Stunde) hat dem Handbiker nach vier Runden auf Heinz Frei (1:28:26 Stunde), den Paralympicssieger aus der Schweiz gefehlt. Dritter wurde der Libanese Edward Maalouf. Tobias Knecht (RTC Heidelberg) und Stefan Bäumann (LC Cottbus) kamen auf Rang sechs und zwölf.

News-Ticker Beijing: Silber-Medaille für Heinrich Popow

Verfasst am 14. September 2008 – 12:37.

+ Heinrich Popow sprintet zu Silber über 100 Meter

Mit einer Zeit von 12,98 Sekunden gewann der Leverkusener Silber hinter dem überragenden Kanadier Earl Connor, der mit 12,32 Sekunden einen neuen Paralympicsrekord aufstellte. Bronze ging mit 13,08 Sekunden an Jahn McFall aus Groß Britannien. Popows Teamkollege Wojtek Czyz ging nicht an den Start. Er konzentriert sich wegen einer Verletzung auf den Weitsprung.

Nach zwei Fehlstarts und der daraus folgenden Disqualifikation des Franzosen Clavel Kayitare sprintete Heinrich Popow als Zweiter der Oberschenkelamputierten über die 100-Meter- Ziellinie.

Der Vereinskollege von Astrid Höfte im TSV Bayer 04 Leverkusen – ist als Nr.2 der Weltrangliste sehr glücklich über die Silber-Medaille. Aus Athen 2004 hatte er 3 Mal Bronze mitgebracht.

Go for Gold: Kirsten Bruhn holt Bronze über 50 Meter Freistil – und ihre 5. Medaille für Deutschland

Verfasst am 14. September 2008 – 13:46.

Kirsten Bruhn vom PSV Union Neumünster hat sich bei den Spielen in Peking zum fünften Mal eine Medaille erkämpft. Mit 34,50 Sekunden über 50 Meter Freistil schlug sie im Aquatic Center als Dritte hinter den beiden US-Amerikanerinnen Courtney Jordan (33,84 Sekunden) und Erin Popovich (33,92 Sekunden) an. Sie konnte damit ihre Zeit vom Vormittag noch einmal toppen.

Heinrich Popow sagt: „Je nachdem, wie man die Bronze-Medaille in die Sonne hält, leuchtet sie auch gold.“. Mit fünf Medaillen in Gold, Silber und Bronze strahlt dieser Erfolg in allen olympischen Farben!

Tag 8: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing 2008

Verfasst am 14. September 2008 – 20:25.

14.09.2008 (dbs)

+ Heinrich Popow sprintet zu Silber

Nach zwei Fehlstarts und der daraus folgenden Disqualifikation des Franzosen Clavel Kayitare sprintete Heinrich Popow als Zweiter der Oberschenkelamputierten 100-Meter-Sprinter über die Ziellinie.

Mit einer Zeit von 12,98 Sekunden gewann der Leverkusener Silber hinter dem überragenden Kanadier Earle Connor, der mit 12,32 Sekunden einen neuen Paralympics-Rekord aufstellte. Bronze ging mit 13,08 sec an Jahn McFall aus Großbritannien. Popows Teamkollege Wojtek Czyz ging nicht an den Start.

+ Gold für Martina Willig

Martina Willing von der SG Stahl Brandenburg hat sechs Tage nach dem Gewinn ihrer Silber-Medaille im Kugelstoßen noch einmal zugeschlagen. Mit ihrem dritten von insgesamt sechs Versuchen und einem 23.99 Meter weit geworfenen Speer sicherte sich die Leichtathletin die Goldmedaille in dieser klassischen Olympia-Diszipin. Silber gewann die Tunesierin Hania Aidi mit 16.83 m vor der Bulgarin Daniela Todorova (19.83 m).

+ Teamkollegin Marianne Buggenhagen hatte ihren letzten paralympischen Wettkampf.

Es gelang ihr zwar nicht, ihre Sammlung an Medaillen (Kugelstoßen und Diskuswerfen) zu erweitern: mit 17.64 Metern landete sie in diesem Wettkampf auf Platz acht. Ein großer sportlicher Auftritt war es allemal.

+ Weitere Ergebnisse in der Leichtathletik:

Katrin Green (Beyer Leverkusen) sprintete über 100 Meter knapp an einer Medaille vorbei. Nach einem schlechten Start rollte die 23jährige das Feld von hinten auf, jedoch blieb ihre Aufholjagd erfolglos. Sie wurde mit 13,74 Sekunden Vierte hinter der Chinesin Juan Wang mit einer Zeit von 13,73 Sekunden. Silber gewann Marie-Amelie le Fur aus Frankreich (ebenfalls mit 13,73 Sekunden) und Gold ging an die US-Amerikanerin April Holmes (13,72 Sekunden), die im 200-Meter-Lauf zudem auch noch unglücklich stürzte.

Astrid Höfte (Beyer Leverkusen) kam mit 14,47 sec auf Rang Rang sieben.

+ 200 Meter in der Startklasse T54:

Yvonne Sehmisch (LC Cottbus) kam im Finale mit 30,49 Sekunden auf den 6. Platz. Gold ging mit 27,52 Sekunden an die Kanadierin Chantal Petitclerc, Silber an Tatyana McFadden aus den USA (28,43 Sekunden) und Bronze an die Schweizerin Manuela Schar mit einer Zeit von 28,84 Sekunden.

+ 400 m Startklasse T11:

Matthias Schmidt (SC Cottbus) ist im Vorlauf als Zehnter mit einer Zeit von 55,38 Sekunden ausgeschieden.

+ Männer Diskus F37/38:

Thomas Loosch (TV Wattenscheid 01) ist im Diskuswerfen der Männer mit 39.40 Metern auf Rang acht gelandet.

+ 1.500 Meter-Handbike-Rennen T54:

Ralph Brunner (HSC Erfurt) hat sich mit der Zeit von 3:08.73 Minuten für das Finale im Rollstuhllauf am Montag qualifiziert. Alhassane Balde schaffte es leider nur auf Platz 18 in 3:10.99 Minuten.

+ Kugelstoßen Frauen F12/13:

Siena Christen belegte am Ende des Wettkampfes mit 10.40 m den siebten Rang. Gold gewann die Chinesin Hongxia Tang mit 12.69 Metern.

+ Hochsprung Männer F44/46:

Für Reinhold Botzel ist der Wettkampf im Hochsprung nicht so erfolgreich zu Ende gegangen. Die übersprungenen 1.87 Meter reichten nur für den sechsten Platz. Der US-Amerikaner Jeff Skiba sprang mit 2.11 Metern neuen Weltrekord und holte sich Gold.

+ Max Weber holt die letzte Medaille für das Team der Radsportler

Im vorletzten Wettkampf der Handbiker über 48,4 km der Klasse HCB ist Max Weber vom TSV Obergünzburg ganz knapp an Gold vorbeigeschrammt. Eine Sekunde (1:28:25 Stunde) hat dem Handbiker nach vier Runden auf Heinz Frei (1:28:26 Stunde), den Paralympicssieger aus der Schweiz gefehlt. Dritte wurde Edward Maalouf aus dem Libanon. Tobias Knecht (RTC Heidelberg) und Stefan Bäumann (LC Cottbus) kamen auf Rang sechs und zwölf.

Im Straßenrennen der Klasse HC C fuhren die Deutschen Norbert Mosandl (RSLC Holzkirchen) und Norbert Koch (PS Karlsruhe) auf die Ränge sechs und zehn. Gold holte sich der Südafrikaner Ernst van Dyk in 1:21:40 Stunde.

+ Kirsten Bruhn sichert sich die fünfte Medaille

Die Schwimmerin vom PSV Union Neumünster hat sich bei den Spielen in Peking die fünfte Medaille erkämpft. Mit 34,50 Sekunden über 50 Meter Freistil schlug sie im „Water Cube“ als Dritte hinter den beiden US-Amerikanerinnen Courtney Jordan (33,84 Sekunden) und Erin Popovich 33,92 Sekunden).

+ In der Klasse 6-8 unterlagen Daniel Arnold (BSV München) und Jochen Wollmert (BS Solingen) im Viertelfinale knapp dem Team aus China mit 2:3. Sie hatten sich zuvor mit 3:0 gegen Taiwan für die nächste Runde qualifiziert.

+ Die Damen-Mannschaft mit Monika Sikora Weinmann und Andrea Zimmerer gewann ihr Viertelfinalspiel gegen Slowenien mit 3:1. Damit kämpfen die beiden morgen im Halbfinale weiter um die Medaillen.

+ Christian Andree zahlt Lehrgeld

Christian Andree vom Fechtclub Tauberbischofsheim hat bei seiner ersten Paralympics-Teilnahme Lehrgeld zahlen müssen. Im Florett-Wettbewerb musste er sich allen seinen sechs Gegnern gegenüber geschlagen geben – und landetet am Ende auf dem letzten Rang.

Am morgigen Montag wird der erst 18-Jährige nochmals im Degen-Wettbewerb antreten.

++Mannschaftssportarten:

+ Rollstuhlrugby

Koblenz), Dirk Wieschendorf (RSG Heidelberg), Micael Schlüter (n.e., Bochum).

Rollstuhlrugby, Vorrundengruppe B

Deutschland: Wolfgang Mayer (10, TSG Ulm-Söfingen), Oliver Picht (5, RSC Bad Wildungen), Maik Baumann (4, RSC Bad Wildungen), Jörg Holzem (4, RSG Koblenz), Nacer Menezla (4, RSG Koblenz), Salih Köseoglu (2, RSG Heidelberg), Christian Götze (1, RSG Hannover), Christoph Werner (1, RSC Bad Wildungen), Wolfgang Schmitt (RSG

Neuseeland – Deutschland 40:31
Australien – Großbritannien 43:37
1. Australien 3 6:0 127:111
2. Großbritannien 3 4:2 113:116
3. Neuseeland 3 2:4 116:109
4. Deutschland 3 0:6 102:126

Deutschland – Neuseeland 31:40 (5:7/14:17/22:28)

Neuseeland – China (am Monatg)

++ Der Medaillenspiegel vom 14.9.2008 am Ende des 8. Wettkampftages nach 376 von insgesamt 472 Entscheidungen ++

Deutschland – Japan (am Montag)

Nation: Gold***Silber***Bronze
China – 63***54***42
Großbritannien – 41***23***26
USA – 30***26***24
Ukraine – 20***15***24
Australien – 18***26***24
Kanada – 17***8***18
Südafrika – 17***2***5
Russland – 16***20***18
Deutschland – 13***20***20
Spanien – 13***19***17

Rollstuhlrugby, Platzierungsspiele 5-8

Rollstuhlrugby, Halbfinale
Großbritannien – USA (am Montag)
Australien – Kanada (am Montag)

News-Ticker Beijing: Doppel-Silber beim Kugelstoßen der Leichtathleten

Verfasst am 15. September 2008 – 14:24

Die Paralympics neigen sich dem Ende zu – die Freude am Edelmetal ist ungebrochen.

Damit bringt sie ihre zweite Medaille von den Paralympics mit nach Hause.

Die Gera-Leumnitzerin sicherte sich im Kugelstoßen der kombinierten Startklasse F32-34/52/53 mit 8,46 Metern (1122) Punkte die Silbermedaille in der Klasse F34 hinter der Siegerin aus Kroatien Antonia Balek mit neuer Weltrekordweite von 5,69 Metern (1240 Punkte) in der Startklasse F52. Bronze ging an die Griechin Maria Stamatoula mit neuem paralympischen Rekord von 5,64 Metern (1109 Punkte) für die Startklass F32. Frances Herrmann vom LC Cottbus, die im Diskuswerfen Silber gewonnen hatte, belegte mit 6,90 Metern (915 Punkten) Rang 10.

Birgit Pohl, mit 54 Jahren „ein Golden Girl“ dieser Spiele, holt zum Schluss mit ihrer Saisonbestleistung erneut Silber im Kugelstoßen. Sie hat eine sogenannte schlaffe Beinlähmung und agiert aus dem Rollstuhl heraus.

Mit seiner Weite von 11,16 Meter lag er klar hinter dem Sieger aus Griechenland Paschalis Stathelakos, der mit 11,75 Metern den Weltrekord brach. Mesters Hoffnungen auf Gold erfüllten sich damit nicht.

Bronze ging an den Algerier Hochine Gherzouli mit 11,08 Metern. Lutz Langer vom TV Wattenscheid erreichte mit 9,12 Metern nicht den Endkampf und kam auf Rang 12.

Im Kugelstoßen der Kleinwüchsigen hat der dreifache Weltmeister Mathias Mester vom TSV Bayer Leverkusen die Silbermedaille gewonnen.

Es gab vor dem Wettkampft im Kugelstoßen eine Diskussion um die Klassifizierung des 17 Jahre jungen Griechen, ob er tatsächlich als kleinwüchsiger Athlet gelten könne.

Mathias Mester ist ein ganz Großer, wenn es um Top-Leistungen geht: und machte sich heute ein Geschenk zum 22. Geburtstag.

Er hat keine im Verhältnis zum Gesamterscheinungsbild verkürzten Arme und Beine. Das könnte etwa bei der Hebelwirkung von Bedeutung sein – und die Chancengleichheit beeinträchtigen. Mester sagt: „Bei dem Griechen stimmen die Proportionen nicht, er entspricht nicht der Kleinwuchsnorm, er ist einfach nur klein.

Es gibt sogenannte Beobachter, die den Wettkampf verfolgten, die sind nun gefordert. Ich freue mich erstmal über Silber, vielleicht wird es nach einem Protest ja noch mehr“.

Das „Extra-Blatt“ – die Paralympics Zeitung berichtet über die Spiele Beijing, Land und Leute

Verfasst am 15. September 2008 – 14:48.

Siebzehn Berliner Schülerinnen und ein Schüler – deutscher sowie internationaler Herkunft – flogen am 5. September 2008 im ersten Direktflug von Berlin nach Peking, um hier zusammen mit achtzehn Schülern der 80. Pekinger Mittelschule eine Zeitung für die Paralympics zu machen.

Drei von insgesamt vier Ausgaben der 16-seitigen Zeitung sind bereits erschienen – und fördern den Austausch über kulturelle Grenzen hinaus. Wer das Blatt in der Hand hält, staunt über das, was er da zu sehen bekommt und kann gleich einen Crash-Kurs in Sprachen machen: Diese Zeitung ist zur Hälfte in Chinesisch, zur Hälfte in Deutsch – und einige Artikel auch in Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch verfasst. Illustrationen und Bilder vom Sportgeschehen in den Sportarenen veranschaulichen die Paralympics Beijing.

Mit der Vorbereitung ging es für die deutschen Teilnehmerinnen schon Anfang 2007 los, seitdem gab es insgesamt vier Workshops, auch in der Redaktion und Druckerei des Berliner Tagesspiegels. Den Schülerinnen wurden bestimmte Themenbereiche, Sportarten und Athleten zugeteilt, auf die sie sich in den Sommerferien vorbereitet haben. Elisabeth Bukowiecki ist eine der Jungjournalistinnen. Sie ist mit Herz und Seele bei der Sache – und findet das Projekt ebenso spannend wie bereichernd. Gleich nach den Paralympics 2008 geht es für sie in die Vorbereitung zum Abitur: ein Lern-Marathon.

Die Redaktionssprache ist übrigens Englisch, damit der Austausch auch in der täglichen Redaktions-Konferenz klappt. Die Schüler werden professionell von Journalisten aus Deutschland und China bei der Produktion des Blattes unterstützt.

Viel Zeit haben die Jungjournalisten nicht fürs Recherchieren, für Interviews mit Athleten, das Schreiben und Redigieren. Alles muss schnell gehen – auch der Sprint zu unzähligen Wettkämpfen und Terminen auf dem weitläufigen Olympiagelände. Sightseeing? Das hat Zeit bis nach den Paralympics.

Jetzt stehen viele Wettkämpfe und Sportler, Events rund um den Sport, aber auch Kultur, Pekinger Sehenswürdigkeiten und Wirtschaft auf dem Plan und wollen mit Stift und Schreibblock eingefangen werden. Das große Rennen um Rekorde in Beijing geht weiter – auch bei den „Schreibern der Spiele“.

Wer das Ergebnis als PDF-Download (ca.1 MB) bequem per Mausklick haben möchte, kann das hier:

http://www.tagesspiegel.de/sport/paralympics/

Tag 9: Zwischen-Bilanz der Paralympics Beijing – aller guten Dinge sind drei: auch in Silber

Verfasst am 15. September 2008 – 15:44.

15.9.2008 (dbs)

Gegen Ende der Paralympics Beijing 2008 darf sich Deutschland über aktuell 55 Medaillen freuen – und hat sich im internationalen Vergleich auf Rang 9 platziert.

+ Mathias Mester gewinnt Silbermedaille

Im Kugelstoßen der Kleinwüchsigen hat Mathias Mester vom TSV Bayer Leverkusen die Silbermedaille gewonnen. Mit seiner Weite von 11,16 m lag er klar hinter dem Sieger aus Griechenland Paschalis Stathelakos, der mit 11,75 m den Weltrekord brach. Mesters Hoffnungen auf Gold erfüllten sich damit nicht. Bronze ging an den Algerier Hochine Gherzouli mit 11,08 m. Lutz Langer vom TV Wattenscheid erreichte mit 9,12 m nicht den Endkampf und kam auf Rang zwölf.

+ Zweites Edelmetall für Birgit Pohl

Ihre zweite Medaille bringt Birgit Pohl von den Paralympics mit nach Hause. Die Gera- Leumnitzerin sicherte sich im Kugelstoßen der kombinierten Startklasse F32-34/52/53 mit 8,46 m (1122 Punkte) die Silbermedaille in der Klasse F34 hinter der Siegerin aus Kroatien Antonia Balek mit neuer Weltrekordweite von 5,69 m (1240 Punkte) in der Startklasse F52.

Bronze ging an die Griechin Maria Stamatoula mit neuem paralympischen Rekord von 5,64 m (1109 Punkte) für die Startklass F32. Frances Herrmann vom LC Cottbus, die im Diskuswerfen Silber gewonnen hatte, belegte mit 6,90 m (915 Punkten) Rang zehn.

+ Basketball-Damen holen Silber (siehe News-Ticker am Abend)

++ Weitere Ergebnisse in der Leichtathletik:

+ 100m Startklasse T54:

Marc Schuh ist über 100 m mit seiner Zeit von 14,98 sec im Vorlauf ausgeschieden und landet insgesamt auf Rang 15.

+ 200m Starklasse T13:

Der Leverkusener Marc Lembeck hat sich mit 24,43 sec nicht für den Endlauf qualifiziert.

Der Ire Jason Smith lief in diesem Vorlauf bereits Weltrekord in 21,81 sec.

+ 200m Startklasse T12:

Annalena Knors vom TSV Bayer 04 Leverkusen ist ebenfalls im Vorlauf ausgeschieden. Sie lief nach 27,89 sec über die Ziellinie.

+ 200m Startklasse T37:

René Schramm hat sich in seinem Vorlauf mit 25,49 sec für den Endlauf am Dienstag qualifiziert.

+ 1500m Startklasse T54:

Im Rennrollstuhl wurde Ralph Brunner in seinem Halbfinale in einer Zeit von 3:10,51 min Siebter und hat sich damit nicht für das Finale qualifiziert.

+ Diskuswerfen Startklasse F42-46:

Nach ihrer Bronzemedaille im Kugelstoßen ging Michaela Floeth (TSV Bayer 04 Leverkusen) im Diskuswerfen leer aus und kam mit einer Weite von 38,87 (1029 Punkte) auf Rang vier. Claudia Biene vom PSC Berlin warf sich mit 28,55 m (938 Punkte) auf Rang fünf. Die Chinesein Jun Wang stellte mit 36,99 m (1216 Punkte) einen neuen Weltrekord auf und sicherte sich Gold, die Silbermedaille gewann ihre Landsfrau Yue Yang, die in ihrer Startklasse mit 42,38 m (1122 Punkte) ebenfalls einen neuen Weltrekord warf.

+ Kugelstoßen Startklasse F55/56:

Ulrich Iser (ABSV-Halle) qualifizierte sich nicht für den Endkampf und landete mit 10,81 m (955 Punkte) auf Rang neun.

+ Kugelstoßen Startklasse F40:

Petra Hömmen erreichte mit einer guten Weite von 7,28 m den Endkampf und landete auf Rang sechs. Die Tunesierin Raoua Tlili stellte mit 8,95 m einen neuen Weltrekord auf.

+ 4x100m Staffel Startklasse T11-13:

Die deutsche Staffel mit Matthias Schröder, Thomas Ulbricht (beide PSC Berlin), Jörg Trippen-Hilgers (SFG Bernkastel-Kues) und Matthias Schmidt (LC Cottbus) ist als Fünfter mit einer Zeit von 45,35 sec im Vorlauf ausgeschieden.

+ Ergebnisse der Schwimmer aus dem Aquatic Center

Über 50 m Freistil sind Daniel Simon (VSG Darmstadt, 26,07 sec) und Robert Dörries (FVWehrda, 26,38 sec) in den Vorläufen ausgeschieden. Daniel Clausner hatte sich für das Finale qualifiziert und erreichte nach 25,39 sec den siebten Rang.

Klar im Vorlauf ausgeschieden ist Christian Goldbach vom BV Leipzig in der Disziplin 50m Rücken. Er kam nach 1:22,63 min ins Ziel, zur Qualifikation hätte er eine Zeit von 1:16,02 min benötigt.

Die deutsche 4×100 m Lagenstaffel mit Swen Michaelis, Christoph Weber, Roy Tobis und Nikolai Willig erzielte im Vorlauf eine Zeit von 4:42,48 min und schaffte damit nicht den Einzug ins Finale.

Über 400 m Freistil landete Lucas Ludwig vom PSC Berlin mit einer Zeit von 4:13,64 min auf dem vierten Platz. Bei den Damen gelang Maria Götze ebenfalls ein vierter Platz mit 37,28 sec. Mirjam de Koning-Peper aus den Niederlanden schwamm in 35,60 sec einen neuen Weltrekord.

Ebenfalls über 50 m, allerdings in der Freistil-Disziplin, reichte es für Sebastian Iwanow vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit 32,79 sec für Rang sieben.

+ Rollstuhlfechten

Annke Conradi, die für den DJK-SB Regensburg startet, schwamm im 50 m Rücken-Finale in einer Zeit von 1:14,93 min auf den siebten Platz.

Nach der gestrigen Florettniederlage ist Christian Andree (FC TBB) auch heute mit dem Degen vorzeitig aus dem Turnier ausgeschieden.

+ Bogenschießen

Die deutschen Bogenschützinnen sind in der Teamwertung im Viertelfinale wieder einmal gegen die starken Chinesinnen mit 3:1 ausgeschieden.

+ Tischtennis

In der Teamwertung der Damen haben Andrea Zimmerer (FT Preetz) und Monika Sikora-Weinmann (BSG Bielefeld) gegen Serbien mit 3:1 das Finale erreicht und spielen am Dienstag um 10 Uhr Pekinger Ortszeit um die Goldmedaille gegen China.

+ Rollstuhlrugby

Deutschland: Maik Baumann (8, RSC Bad Wildungen), Nacer Menezla (8, RSG Koblenz), Oliver Picht (8, RSC Bad Wildungen), Wolfgang Mayer (7, TSG Ulm-Söfingen), Jörg Holzem (4, RSG Koblenz), Salih Köseoglu (4, RSG Heidelberg), Christian Götze (RSG Hannover), Wolfgang Schmitt (RSG Koblenz), Dirk Wieschendorf (RSG Heidelberg), Micael Schlüter (n.e., Bochum), Christoph Werner (n.e., RSC Bad Wildungen).

+ Rollstuhlrugby, Platzierungsspiele 5-8

Deutschland – Japan 39:38 (8:7/17:17/27:25)

Neuseeland – China 47:38

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 7

Deutschland – Japan 39:38

China – Japan (am Dienstag)

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 5

Deutschland – Neuseeland (am Dienstag)

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 3 (am Dienstag)

+ Rollstuhlbasketball

Ab 21.30 Uhr Ortszeit Peking werden die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen das Finale gegen die USA bestreiten. Der Ergebnisbericht sowie der Bericht zur Herrennationalmannschaft folgt im Anschluss an die Begegnung.

News-Ticker Beijing: Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen holt Silber im Finale – nach 20 Jahren

Verfasst am 15. September 2008 – 20:52.

Die Deutschen Damen gewinnen ihre erste Medaille im Rollstuhlbasketball nach 20 Jahren (dbs)

+ Die Herren treten nach ihrem Erfolg über Japan im Spiel um Platz fünf nun gegen Israel an

Es war 23:24 Uhr Ortszeit Peking als Kapitän Annette Kahl in der National Indoor Arena der chinesischen Hauptstadt die Silbermedaille überreicht bekam und sich damit der große Traum von Edelmetall für die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen bei den XIII. Paralympics erfüllt hat.

Zwar verlor der amtierende Europameister das Finale in der National Indoor Arena in Peking gegen die favorisierten US-Amerikanerinnen, doch mit dem Einzug in das Endspiel hatte die Mannschaft bereits zuvor das Ziel eine Medaille zu gewinnen mehr als erreicht und nach Seoul 1988 zum ersten Mal wieder auf dem Podest gestanden.

Die deutsche Herrenauswahl hat das Spiel um Platz fünf erreicht und kann bei einem Erfolg am morgigen Dienstag über Israel damit zum zweitbesten Team Europas werden.

Im Überkreuzspiel gegen Japan revanchierten sich die deutschen Rollis dabei souverän für die Vorrundenniederlage gegen die Asiaten.

++ Damen Finale: USA – Deutschland 50:38 (9:12/23:16/39:29)

Die deutschen Damen haben dem Favoriten aus Nordamerika einen harten Kampf geliefert und das Spiel bis zur 13. Minute sogar dominiert. In dieser Phase führte Deutschland mit 8:4 (4.) und 14:11 (13.) ehe nach einer weiteren Auszeit die USA den Druck immens erhöhte und in der Folge der deutsche Spielaufbau erhebliche Probleme hatte.

Binnen fünf Minuten drehte das US-Team die Partie zur eigenen 23:14-Führung (18.), der die deutschen Rolli-Damen bis zur Schlusssirene hinterherliefen. Nichts desto trotz darf die Mannschaft um Topscorerin Marina Mohnen stolz auf das erreichte sein und verflog die erste verständliche Enttäuschung bereits bei der emotionalen Siegerehrung.

„Wir machen das Schritt für Schritt“, war auch Trainer Holger Glinicki fröhlich gestimmt: „WM 2006 Bronze, jetzt Silber und 2012 in London.“

USA: Christina Ripp (16/1 Dreier), Carlee Hoffman (10), Sarah Castle (6), Becca Murray (6), Loraine Gonzales (4), Alana Nichols (3), Emily Hoskins (2), Jennifer Ruddell (2), Stephanie Wheeler (1), Patty Cisneros, Mary Milford, Natalie Schneider

Deutschland: Marina Mohnen (16, Köln 99ers), Maren Butterbrodt (6, Team BEB Niedersachsen), Simone Kues (4, RBV Lüneburg), Edina Müller (4, ASV Bonn), Annika Zeyen (4, RSV Lahn-Dill), Birgit Meitner (2, SV Augsburg), Nicole Seifert (2, Hamburger SV), Nora Schratz (RSC Frankfurt), Gesche Schünemann (3/1, RSV Lahn-Dill), Annette Kahl (Hamburger SV), Alke Behrens (n.e., SG Oldenburg-Sünteltal), Britta Kautz (n.e.,ASV Bonn)

Australien – Japan 53:47

+ Rollstuhlbasketball Damen, Finale
USA – Deutschland 50:38

+ Rollstuhlbasketball Damen, Spiel um Bronze

+ Herren Platzierungsspiel: Japan – Deutschland 57:71 (16:16/27:37/43:57)

Die deutschen Herren zeigten sich gegen die Asiaten souverän und bestimmten von Beginn an das Geschehen auf dem Parkett der Pekinger National Indoor Arena. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzte sich der EM-Dritte ab dem zweiten Spielviertel ab und hatte insbesondere aus der Distanz im Trierer Dirk Passiwan und unter dem Brett in Dirk Köhler-Lenz aus Wetzlar seine Aktivposten in der Offensive.

Am Dienstag um 13:30 Uhr Ortszeit (07:30 Uhr MESZ) steht die deutsche Auswahl nun im Match um Platz fünf im Endklassement und trifft dort wie im kleinen EM-Finale des letzten Jahres auf Israel.

Japan: Reo Fujimoto (20), Hiroaki Kozai (10/1 Dreier), Tomohiko Oshima (7), Kazuyuki Kyoya (6), Akimasa Suzuki (6), Kenzo Maeda (4), Noriyuki Mori (4/1), Shingo Fujii, Keisuke Koretomo, Fumiharu Miura, Tetsuya Miyajima, Satoshi Sato.

Deutschland: Dirk Passiwan (30/1, RSC-Rollis Trier), Dirk Köhler-Lenz (23, RSV Lahn-Dill), André Bienek (4, RSC Frankfurt), Lars Christink (4, Jena Caputs), Lars Lehmann (4, RSC Frankfurt), Jens Schürmann (4, RSC Osnabrück), Sebastian Wolk (2, RSC Frankfurt), Florian Fischer (USC München), Björn Lohmann (ASV Bonn), Andreas Kress (n.e., RSC Frankfurt), Mimoun Quali (n.e., RSC Osnabrück).

Israel – Iran Disqualifiziert

+ Rollstuhlbasketball Herren, Halbinale
Australien Großbritannien 54:67
Kanada – USA 69:62 n2V.

Deutschland – Japan 71:57

+ Rollstuhlbasketball Herren, Spiel um Platz 5
Israel – Deutschland Di.

+ Rollstuhlbasketball Herren, Platzierungsspiel 5-8

USA – Großbritannien Di.

+ Rollstuhlbasketball Herren, Finale
Kanada – Australien Di.

+ Rollstuhlbasketball Herren, Spiel um Bronze

News-Ticker Beijing: Aufbruchstimmung im Vogelnest – Woitec Czyz springt zu Gold und einen neuen Weltrekord

Verfasst am 16. September 2008 – 13:09.

Jetzt sitzen mit 80.000 Zuschauern aus aller Welt – vor allem aber China – auch die Athleten selbst im Publikum und feuern ihre Teamkollegen an. Mit Erfolg.

+ Wojtek Czyz springt zu Gold

Der dreifache Paralympic-Sieger in Athen erfüllte sich jetzt seinen Traum im Vogelnest. Mit einer Weite von 6,50 Meter (1101 Punkte) lies Wojtek Czyz seine Konkurrenz weit hinter sich.

Im kombinierten Wettbewerb sprang der Oberschenkelamputierte vom 1. FC Kaiserslautern nicht nur neuen Weltrekord, sondern auch weiter als seine unterschenkelamputierten Konkurrenten.

+ Tischtennisdamen gewinnen im Team Silber

Monika Sikora-Weinmann (BSG Bielefeld) und Andrea Zimmerer (FT Preetz) gewannen im Teamwettbewerb der Klasse 4/5 die Silbermedaille. Im heutigen Finale mussten sich die beiden Deutschen ihren chinesischen Gegnerinnen Guixiang Ren und Gai Gu geschlagen geben.

+ Zweite Silbermedaille für Claudia Nicoleitzik

Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen sicherte sich nach ihrem zweiten Rang über 200 Meter nun auch Silber im Rennen über 100 Meter der Startklasse T36.

Die erst 18-Jährige kam nach 15,00 Sekunden hinter der chinesischen Goldmedaillen-Gewinnerin Fang Wang (13,82 Sekunden / WR) ins Ziel. Bronze ging an die Britin Hazel Simpson in 15,40 Sekunden.

Tag 10: Bilanz der Paralympics Beijing vom 16.9. – grosses Finale bei Leichtathletik und Tischtennis

Verfasst am 16. September 2008 – 15:48.

Wenn jetzt die Paralympics Beijing mit dem Marathon der Handbiker und der Abschlussfeier enden, wird es einen letzten großen Auftritt geben: Marianne Buggenhagen – „Grand Lady“ der Paralympics – trägt dann die Fahne für das deutsche Team im „Vogelnest“.

Die 55-Jährige beendet mit ihrer überaus erfolgreichen Teilnahme bei den Paralympics Beijing ihre aussergwöhnliche Sportkarriere. Dies waren ihre fünften Sommer-Spiele, die sie mit Gold und Weltrekord im Diskuswerfen sowie Bronze im Kugelstoßen krönte.

http://www.marianne-buggenhagen.de

Der Chef de Mission, Dr. Karl Quade, zieht insgesamt eine positive Bilanz für das deutsche Team: „Eigentlich sind wir sehr zufrieden, die Medaillenausbeute war so zu erwarten, die Konkurrenz ist deutlich größer geworden.Zwar hätten es etwas mehr als 14 Goldmedaillen sein können, doch gerade die jungen Athleten hätten große Zukunftschancen.“, richtet er den Blick nach vorne.

Die Webseite von Marianne Buggenhagen:

Alle haben sehr eindrucksvoll gezeigt, was sie drauf haben, was möglich ist, wo unsereins wohl leicht resigniert hätte. Auch Fairness, Sportgeist und Herzlichkeit standen mit auf dem Siegertreppchen.

Wojtec Czyz bringt es auf den Punkt: „Im Vogelnest zu stehen und die Leute zu spüren, ist unglaublich beflügelnd“.

Das ist es auch fernab der chinesischen Sport-Arenen weltweit. So viele Momente des Kämpfens gegen Rivalen und mit sich selbst, des Bangens, des Haderns, der Freude.

Schweiß und Tränen der Verzweiflung, der Hoffnung, des Glücks – den paralympischen Emotionen und Leistungen kann man sich einfach nicht verschließen. Sie erfüllen Sinne und Herzen mit Freude und Zuversicht – und machen Lust auf vitalen Sport. Wenn nicht aktiv, dann als begeisterter Zuschauer und geselliger Fan.

In der neuen Sport-Saison gibt es viele neue Wettkämpfe mit hoffentlich besser besuchten Rängen, neuen Sponsoren und viel lautstarker La Ola für die Athleten auf ihrem Weg zu den nächsten Paralympics. Übrigens gibt es auch viele Sport-Events, wo Athleten mit und ohne Handicap gemeinsam am Start sind.

Wer diesen Sport finanziell unterstützen möchte, kann dies auch mit einer Spende an den Förderkreis Behindertensport tun – derzeit in allen Lotto-Annahmestellen.

http://www.foerderkreis-behindertensport.de

Hier der Tagesrückblick vom 16.9.2008 (dbs)

Nähere Infos dazu unter:

+ Wojtek Czyz springt zu Gold

Mit einer Weite von 6,50 Metern (1101 Punkte) lies Wojtek Czyz seine Konkurrenz weit hinter sich.

Im kombinierten Wettbewerb sprang der Oberschenkelamputierte vom 1. FC Kaiserslautern nicht nur neuen Weltrekord, sondern auch weiter als seine unterschenkelamputierten Konkurrenten.

Zweiter wurde der Japaner Atsushi Yamamoto mit 5,84 Meter (989 Punkte). Bronze ging an Casey Tibbs (6,39 Meter; 988 Punkte) aus den USA.

Der zweite deutsche Athlet in diesem Wettbewerb, Heinrich Popow (Bayer Leverkusen), hatte Pech – mit drei ungültigen Versuchen im Vorkampf.

+ Zweite Silbermedaille für Claudia Nicoleitzik

Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen sicherte sich nach ihrem zweiten Rang über 200 Meter nun auch Silber im Rennen über 100 Meter der Startklasse T36. Die erst 18-Jährige kam nach 15,00 Sekunden hinter der chinesischen Goldmedaillengewinnerin Fang Wang (13,82 Sekunden / WR) ins Ziel. Bronze ging an die Britin Hazel Simpson in 15,40 Sekunden.

+ Weitere Ergebnisse in der Leichtathletik:

Nach seiner Goldmedaille über 400 Meter stand Matthias Schröder (PSC Berlin) heute im 200 Meter B-Finale. Dort kam er als Dritter mit einer Zeit von 22,71 Sekunden ins Ziel und erreichte damit insgesamt den sechsten Platz in dieser Disziplin. Gewonnen hat der Südafrikaner Hilton Langenhoven mit 21,94 Sekunden, Silber und Bronze ging an die Chinesen Yansong Li und Yuqing Yang (22,21 Sekunden; 22,39 Sekunden).

René Schramm vom TV Wattenscheid stand ebenfalls im Finale über 200 Meter. In der Startklasse T37 kam der 31-Jährige mit einer Zeit von 25,37 Sekunden als Sechster über die Ziellinie. Mit der Siegerzeit von 23,84 Sekunden (Weltrekord) gewann der Südafrikaner Fanie van der Merwe Gold vor dem Algerier Sofiane Hamdi (24,10 Sekunden) und dem Chinesen Yuxi Ma (24,48 Sekunden).

Im Finallauf über 100 Meter der Startklasse T13 überquerte Katrin Müller-Rottgardt vom PSC Berlin als Achte die Ziellinie im National Stadium. Zwar verbesserte sich die 26-Jährige im Vergleich zum Vorlauf um 0,11 Sekunden auf 12,85 Sekunden, was jedoch nur zum letzten Platz im Finallauf reichte.

Gold ging an die Marokkanerin Sanaa Benhama (12,28 Sekunden), vor Ilse Hayes (12,45 Sekunden) aus Südafrika und Alexandra Dimoglou (12,56 Sekunden) aus Griechenland.

Auf dem undankbaren vierten Rang landete Siena Christen im Diskuswerfen der Startklasse F12/13. Mit 36,60 Metern und 860 Punkten verpasste die Sportlerin von der SG Motor Freital die Bronzemedaille um 34 Punkte.

Gold gewann die Weißrussin Tamara Sivakova (41,29 Meter ; 970 Punkte) vor der Chinesin Liangmin Zhang (40,35 Meter ; 948 Punkte) und der Argentinierin Elizabeth Almada (38,03 Meter ; 894 Punkte).

+ Tischtennisdamen gewinnen im Team Silber

Monika Sikora Weinmann (BSG Bielefeld) und Andrea Zimmerer (FT Preetz) gewannen im Teamwettbewerb der Klasse 4/5 die Silbermedaille. Im heutigen Finale mussten sich die beiden Deutschen ihren chinesischen Gegnerinnen Guixiang Ren und Gai Gu geschlagen geben.

Nachdem Sikora Weinmann ihr erstes Spiel mit 0:3 gegen Ren deutlich verlor, gewann Zimmerer ihr Einzel gegen Gu mit 3:2. Im Doppel mussten sich die deutschen Damen dann genauso wie Andrea Zimmerer im folgenden Einzel wieder mit 0:3 geschlagen geben, so dass die Chinesinnen am Ende mit 3:1 Spielen gewannen.

+ Gewichtheben

In der Gewichtsklasse über 100 kg beendete Gewichtheber Mario Hochberg (BIG Gotha), als einziger deutsche Gewichtheber bei den Paralympics am Start, seinen Wettkampf als Fünfter. Mit einer Leistung von 210 kg landete er damit im Mittelfeld der zehn angetretenen Starter. Gold ging an den Iraner Kazem Rajabi Golojeh (257,5 kg), Silber an den Australier Darren Gardiner (230,0 kg) und Bronze an den Chinesen Bing Li (225,0 kg).

+ Rollstuhlrugby

Nach einer Niederlage zum Abschluss gegen Neuseeland beendet das deutsche Rollstuhlrugby-Team die Paralympischen Wettbewerbe als Sechster.

Deutschland: Wolfgang Mayer (9, TSG Ulm-Söfingen), Nacer Menezla (5, RSG Koblenz), Oliver Picht (4, RSC Bad Wildungen), Jörg Holzem (4, RSG Koblenz), Maik Baumann (3, RSC Bad Wildungen), Christian Götze (RSG Hannover), Salih Köseoglu (RSG Heidelberg), Wolfgang Schmitt (RSG Koblenz), Micael Reis (n.e., Bochum), Christoph Werner (n.e., RSC Bad Wildungen), Dirk Wieschendorf (n.e., RSG Heidelberg).

Deutschland – Neuseeland 25:28 (6:6/11:14/16:20)

China – Japan 32:58

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 5
Deutschland – Neuseeland 25:28

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 7

Großbritannien – Kanada (am Dienstag)

+ Rollstuhlrugby, Finale
USA – Australien (am Dienstag)

+ Rollstuhlrugby, Spiel um Platz 3

Israel – Deutschland 54:63 (17:19/30:33/42:45)

Deutschland bestimmt von Beginn an das Geschehen in der mit erneut 11.200 Besuchern bestens gefüllten National Indoor Arena im Olympic Green. Erst im letzten Viertel, als der Kontrahent aus Israel seine letzte Chance suchte, wurde das Spiel noch einmal eng. Doch ein Dreier von Topscorer Dirk Passiwan aus Trier zum 57:54 (39.) brachte das deutsche Team endgültig auf die Siegesstraße.

+ Rollstuhlbasketball

Deutschland: Dirk Passiwan (22/1, RSC-Rollis Trier), Lars Lehmann (12, RSC Frankfurt), Sebastian Wolk (10, RSC Frankfurt), Dirk Köhler-Lenz (9, RSV Lahn-Dill), Lars Christink (8, Jena Caputs), Jens Schürmann (2, RSC Osnabrück), André Bienek (RSC Frankfurt), Florian Fischer (USC München), Björn Lohmann (ASV Bonn), Mimoun Quali (RSC Osnabrück), Andreas Kress (n.e., RSC Frankfurt).

Israel – Deutschland 54:63

+ Rollstuhlbasketball Herren, Spiel um Bronze
USA – Großbritannien Di.

+ Rollstuhlbasketball Herren, Spiel um Platz 5

Kanada – Australien Di

+++ Da die beiden Spiele um die Medaillen erst am Abend stattfinden, konnten diese in der Tageszusammenfassung heute keine Berücksichtigung finden.

+ Rollstuhlbasketball Herren, Finale

Unter http://www.beijing2008.cn können sich Sportfans über deren Ausgang aktuell informieren.

Der südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius gewann bei allen drei Starts und schaffte über seine Spezialstrecke 400 Meter am Dienstag seinen angestrebten Weltrekord. Er freut sich auf London 2012 – und die paralympischen oder gar olympischen Spiele.

Da ist ihm schon jemand voraus:

+ Ein Blick über die eigene deutsche Ziellinie hinaus zu internationalen Athleten sei erlaubt, denn schließlich sind dies hier ja Welt-Spiele:

Seine Landsfrau Natalie du Toit, neben der im Tischtennis siegreichen Polin Natalia Partyka einzige Doppel-Starterin bei Olympia und Paralympics, holte bei fünf Starts fünfmal Gold, schwamm dabei drei Weltrekorde und stellte zwei paralympische Bestleistungen auf.

Der beinamputierte Schwimmer Matthew Cowdrey aus Australien war mit fünf Gold- und drei Silbermedaillen der erfolgreichste Starter bei den Paralympics Beijing.

Auf Rang zwei mit jeweils fünfmal Gold folgen also die beinamputierte Schwimmerin Natalie du Toit aus Südafrika und die querschnittsgelähmte Leichtathletin Chantal Petitclerc aus Kanada, die im Rollstuhl alle Rennstrecken dominierte.

Erfolgreichste deutsche Starterin war die Pfälzerin Hannelore Brenner, die im Reiten zweimal Gold im Einzel und Silber mit der Mannschaft gewann.

Die meisten Medaillen im Team des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) erkämpfte jedoch die Schwimmerin Kirsten Bruhn. Neben Gold über 100 Meter Brust mit Weltrekord gewann sie noch eine Silber- und drei Bronze-Medaillen und sagt: „Ich bin total happy über diesen Erfolg, aber auch total müde.“

Die Teilchenbeschleuniger – mit Otto Bock Health Care in die Zukunft der Paralympics

Verfasst am 16. September 2008 – 23:28.

Die XIII. Paralympischen Spiele gehen gerade in die Sport-Geschichte ein, und bereits jetzt haben das International Paralympic Committee (IPC) und das Medizintechnik-Unternehmen Otto Bock Health Care ihre bisherige Zusammenarbeit bis 2012 verlängert. Mit einer neuen Kooperations-Vereinbarung, die für die Paralympics 2010 in Vancouver als auch 2012 in London gilt.

Ein Blick in die Zukunft? Nach Vancouver: http://www.vancouver2010.com

und nach London: http://www.london2012.com

So schnell geht das. Und wie schnell und weit die Athleten auch dank Hightech-Prothesen heute laufen und springen, das konnte man in diesen Tagen erleben. Die Diskussion um den „Blade Runner“ Oscar Pistorius hat auch Aufmerksamkeit auf die Vielfalt und Technik von Sportprothesen gelenkt. Langsam war gestern. Das gilt besonders für die Dynamik in der Entwicklung.

Wer Sportveranstaltungen von Athleten mit Handicaps besucht, staunt nicht schlecht, was da so alles am Rande des Schwimmbeckens oder der Tartanbahn ausgepackt, abgelegt und angelegt wird. Beim Weitsprung oder an der Sprintstrecke prüfen die Sportler sorgsam den sicheren Sitz ihrer Sport-Prothese. Da wird auch ab und zu nachjustiert. Rollis werden zu Renn-Boliden. Es gilt, die Gesetze der Physik optimal zu nutzen.

Das Familienunternehmen Otto Bock aus Duderstadt war jetzt in Peking für den Reparatur-Service für Rollstühle, Prothesen und Orthesen von 4.000 Athleten aus aller Welt verantwortlich. Diesen technischen Service leistet das Team des weltweit aktiven Unternehmens seit den Spielen in Seoul 1988. Ohne „die Böcke“ – wie Sportler sie gerne nennen – geht und rollt fast nichts bei Sommer- und Winter-Paralympics. Im Sportalltag begleiten auch andere Spezial-Anbieter die Sportler.

Mit zunehmender Professionalisierung des Behindertensports wächst der Bedarf an technischem Support kontinuierlich. 126 Orthopädie-Techniker aus 20 Ländern schraubten, konstruierten und justierten in der zentralen Otto-Bock-Werkstatt im Paralympischen Dorf sowie 13 Service-Stationen direkt an den Wettkampf-Schauplätzen. Oft sind es Sportler mit sehr einfacher orthopädischer Ausstattung aus Entwicklungsländern, die für den unkompliziert-professionellen und zudem kostenlosen Support dankbar sind.

Auch das ist ein neuer paralympischer Rekord in Beijing. Bei diesen Paralympics wurden rund 2.000 Arbeitsaufträge für die Athleten aus aller Welt ausgeführt. Dabei sind die handwerklichen Anforderungen an extrem belasteten Sportgeräten oftmals sehr hoch. Eine Meisterleistung war etwa der Schnell-Service für den einzigen Paralympics-Teilnehmer aus Madagaskar.

In weniger als 24 Stunden erhielt er eine neue Oberschenkelprothese. Das alte Modell „aus Leder und Aluminium und mehrfach geschweißt war nicht mehr zu retten mit gefühlten 40 Jahren“, wie Techniker Journalisten erzählten. Auch Sport-Rollstühle werden von Otto Bock passgenau angeboten. Da müssen Planung und Logistik stimmen.

Radrennfahrer und Paralympics-Sieger Michael Teuber erläuterte im Fernsehen ganz unbefangen Zweck und Funktion seiner mitgebrachten Sport-Orthesen, als der Moderator ihn fragt: „Was sind denn das für Teilchen?“ Jetzt wissen wir es, sehen das wichtige Zusammenwirken von Sportlern mit Experten von Unternehmen – und begleiten Athleten auf ihrem Weg in die Zukunft zur nächsten Beschleunigung.

Informationen zum Unternehmen im Internet – mit sehr schönem Beijing-Blog: http://www.ottobock.de

Und was kommt nach den Paralympics?…

Marathon goes „Mama Loo“

… als 70er-Jahre-Lauf-Festival in Berlin – sogar Paralympics-Athleten aus Beijing sind am Start

Verfasst am 22. September 2008 – 20:28.

Marathon goes „Mama Loo“ – als 70er Jahre Lauf-Festival an diesem Wochenende in Berlin – auch Paralympics-Athleten und Medaillengewinner sind am Start beim Pop-Klassiker „35. Berlin-Marathon“.

Wer hat ihn nicht noch im Ohr? Diesen Sound der international besetzten Kultband „Les Humphries Singers“ mit seinem typisch antreibenden Rhythmus, dazu Klatschen, schwingende Hüften in kreischend bunten Tops blumig gemustert in „xxl“ und Hot Pants Größe „xxs“. Das dürfte jetzt beim großen Lauf durch die Hauptstadt-Metropole wieder zu erleben sein – auf und an der Strecke. Alle sind eingeladen, das Feeling der 70er Jahre als Festival mit rund 50.000 Läufern, Power-Walkern, Inline-Skatern, Handbikern und Rollifahrern bunt und heiter zu feiern.

Sogar einige der Marathon-Athleten, die gerade erst bei den Paralympics Beijing am Start waren, sind dabei: Als Paralympicssieger Beijing 2008 die deutsche Handbikerin Andrea Eskau sowie der Japaner Masazumi Soejima. Mit von der Partie sind auch die schnellste blinde Marathonläuferin der Welt, Regina Vollbrecht sowie der Berliner Rollstuhlsportler Alhassane Baldé, auch kürzlich erst aus Beijing zurück.

Weitere prominente Athleten sind: Monique van de Vorst aus den Niederlanden, der Libanese Edward Malouf, Elmar Sternath aus Österreich, der Schweizer Heinz Frei sowie der Vorjahressieger Wim Declair aus Belgien – um nur einige zu nennen. Insgesamt 200 Athleten mit Handicap sind am Start. Diese hochkarätige Besetzung lässt einen sehr spannenden Marathon erwarten, der dem in Beijing in nichts nachsteht, echtes Paralympics-Feeling inklusive. Der Lauf mit seinen Athleten aus aller Welt, eine Reise um den Globus fast wie im Zeitraffer. Die Menschen auf und an der Strecke repräsentieren Vielfalt und Toleranz. Sie stehen, laufen, rasen bei diesem Rennen auch für den Spaß beim Sport. Das ist mehr als ein kurzes Revival.

Die Favoriten im großen Läuferfeld ohne Handicaps am Sonntag sind Irina Mikitenko und Haile Gebreselassie.

Bis zum Start werden Teilnehmer und Besonderheiten dieses 35. Berliner Marathon näher erläutert.

++ Wie heißt es doch gleich in diesem Hitparaden-Ohrwurm der schrillen 70er: „Mama Loo“? ++

Reinhören und Warm-up-Rocken? Bitte hier klicken:

+ „You got to get through“ +

Die Laufbewegung feiert ihren 35. Berlin Marathon – ganz im Stil seiner Geburtsstunde am 13. Oktober 1974. Rollifahrer gingen erstmals 1984 beim New York City Marathon an den Start.

„Da musst du durch.“ Das sagten sich auch seinerzeit in Berlin die ersten 286 Teilnehmer aus vier Nationen – und wurden dafür von Passanten belächelt an der 42,195 Kilometer langen Laufstrecke. Die begann mitten im Grünen am Rande des Grunewalds in der Waldschulallee. Es war die Zeit der „Trimm-Dich-Aktion“ des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die ersten bis heute populären Lauftreffs haben sich in dieser Zeit gebildet – und sind echte Renner. Auch „Trimmy“ – der kleine Fitnesstrainer – feiert jetzt gerade sein Comeback: http://www.trimmy.de

+ „Can rock & roll“ +

Sport „just for fun“ war die Devise. Runter vom Sofa, rein ins Sportdress: Das Turnhemd Marke „Feinripp“ war „out“, Jogging als Breitensport in luftdichter Synthetik wurde „in“ – da schwitzte man schon im Stehen. Ansonsten galt: Jeder nach seiner Facon und seinem individuellen Leistungsvermögen, Wettlauf nicht ausgeschlossen. Ganze Schulen wetzten beim Cross Lauf durch die Wälder. Und wer in der Klasse ein echtes Lauf-Ass als Trainingspartnerin hatte, kam auf die ersten Plätze – und staunte: „Das rockt!“

+ „Save your soul“ +

Bewegung tut gut – auf welche Weise und wo auch immer. „Trimm-Dich-Pfade“ wurden zum Jakobsweg einer mit mehr Freizeit und zu wenig Bewegung ausgestatteten Gesellschaft. Sporteln im Wald, auf der Wiese, im und am Wasser – vorzugsweise gleich um die Ecke – war und ist der angesagte Spirit dieser Zeit.

+ „You ‚ve got lots to do“ +

Die Möglichkeiten der Fortbewegung sind vielfältig, entsprechend auch die Vehikel der Laufbewegung: Inline Skates, Sportrollis, Handbikes. Anything goes: auch klassisch, per Pedes, beim Trainings-Marathon.

+ „She’s gonna go far“ +

Die Laufbewegung ist ein Selbstläufer – und jetzt schon im 35. Jahr angekommen: kleines Jubiläum, großer Erfolg. Ein Ende ist nicht absehbar. Nur die Distanz ist streng limitiert: auf 42,195 Kilometer.

+ „Got a hot rod car“ +

Die Feuerwehr ist als Partner auch an der Strecke vertreten, sorgt für fein versprühtes kühlendes Nass direkt aus dem Löschwagen. Weiterer Freund und Helfer ist – neben vielen anderen – auch die Berliner Polizei.

+ „She’s a rock’n roll star“ +

Die Begeisterung für „Marathon-Mania“ ist nach wie vor ungebrochen bei steigender Tendenz. Im Jahr 2007 verzeichnete der Berlin-Marathon gleich zwei Rekorde: bei den Teilnehmer- und den Zuschauerzahlen.

+ „It’s all up to you“ +

Jeder kann hier seinen Spaß haben auf und an der Marathon-Strecke. Es ist ein Festival des fairen Sports. Auch, wenn der ein oder andere schon versuchte, die Strecke durch listiges Abweichen vom Pfad der Tugend abzukürzen. Moderne computergestützte Zeitmessung macht aus Moglern Miesepeter: Chip Chip, hurra!

Jeder Marathoni hat am Laufschuh seinen ganz persönlichen Chip, dessen Daten automatisch an vielen Streckenpunkten eingelesen und digital verarbeitet werden. Wer schummelt, betrügt sich selbst.

+ „It’s getting round funky sound“ +

„Da ist Musike drin“, sagt der Berliner, wenn ihm gefällt, was er erlebt. Oder auch: „Haste Töne?!“ Aber ja, alle Charts der Juke-Box – und das sogar live entlang der gesamten Marathon-Strecke: Jazz, Swing, Samba und Folklore aus aller Welt – auch unser Ohrwurm bei Sport-ID: die Percussion-Gruppe „Sapucaiu no Samba“. Aber auch ganz individuelle Geräuschmacher sind da lautstark vertreten und ausnahmslos überall willkommen.

Große und Kleine, sie alle heizen den Sportlern kräftig ein, feuern sie an. Fun(k) makes Marathon go round. „The Sweet“ heizen on Stage bei der Abschlussparty ein, „Hot Chocolate“ und „Chaka Khan“ grooven stilsicher im Walkman – das ist „Anfeuern“ immer und überall bei Bedarf: Adrenalin pur!

+ „Back off Boogaloo“ +

Runter vom Sofa und raus auf Balkonien. Hier läuft die Party mit Logenplätzen und bester Sicht auf die endlos lange, bunte Marathonschlange. Da haben auch jene Freude am laufenden Band, die sich nicht selbst auf die Strecke begeben können oder wollen. Einsam muss hier keiner sein: auch Sport-Gucken verbindet.

+ „Ready, steady, go, man, go: My Mama Loo is so nice to know!“ +

Irgendwann hat jeder seinen kritischen Punkt, wo die Kräfte schwinden, wo er oder sie glaubt: „Es geht nicht weiter. Ich kann nicht mehr.“ Auf so einer langen Distanz ist das ganz normal – und dann ist Unterstützung gefragt. Der Weltrekord-Läufer Haile Gebreselassie schätzt die gute Stimmung und unermütlich heitere Unterstützung an der Berliner Marathonstrecke ganz besonders: „So viele Zuschauer, die uns alle anfeuern und mit uns mitgehen. Das gibt den Läufern mehr Energie und noch mehr Kraft.“

Das hat man auch kürzlich von unseren Paralympioniken in Peking gehört, die so viel La Ola hierzulande bei Sport-Events sonst eher selten erleben – und diese Art des Feedbacks sehr geniessen. Viel Applaus gibt viel Power zurück – muss ja nicht gleich „Flower Power“ sein. Auch, seine Grenzen zu kennen, ist ein Gewinn.

Den Startschuss an dieser ganz besonderen Fanmeile gibt Fußball-Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw – gemeinsam mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.

Die Aussichten für einen neuen Besucher-Rekord stehen nicht schlecht. Weltmeister-Wetter wird erwartet. Das freut den aktuellen – und womöglich auch neuen Weltrekord-Halter Haile Gebreselassie: „ Da kann doch keiner mehr Zuhause sein, weil sie alle an der Strecke stehen.“ Von Abba bis Zappa – und „Mama Loo“.

+++ Die Startzeiten des 35. real,- BERLIN-MARATHON +++

+ Sonnabend, 27. September:

15:50 Uhr real,- MINI-MARATHON
16:00 Uhr Inline-Skater

+ Sonntag, 28. September:

9:00 Uhr Läufer und Power-Walker

+ START: Straße des 17. Juni

(Potsdamer Straße, Startaufstellung Sigismundstraße beim real,- MINI-MARATHON)

+ ZIEL: Sowjetisches Ehrenmal am Brandenburger Tor

8:45 Uhr Handbiker

++ Der Sende-Marathon:

+ Samstag, 27.9. „Skater und Minis“ (Bambini Lauf)

Im Berliner Reginalsender RBB: „Sportplatz extra“ 8:30 – 13:15 Uhr

+ Sonntag, 28.9. „Marathon live“

Im RBB: „Sportplatz extra“ 8:30 – 13:15 Uhr
Bei der ARD in der „Sportschau live“ die Highlights 13:15 – 14:00 Uhr.

8:35 Uhr Rollstuhlfahrer

Weitere Infos zum Berliner 70er-Jahre Jubiläums-Marathon im Internet unter: http://www.real-berlin-marathon.com

Marathon-Star Haile Gebrselassie ist Fan des blinden Athleten Henry Wanjoike – beide Afrikaner sind leidenschaftliche Läufer

Verfasst von andrea ramsteck am 26. September 2008 – 18:12.

+ Die Ersten werden die Schnellsten sein – Handbiker und Rollifahrer sind vorneweg beim 35. Berlin-Marathon von insgesamt fast 60.000 Athleten mit und ohne Handicap.

Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist keineswegs so selbstverständlich beim Marathon: dass die Ersten auch die Schnellsten sind. Wer seine Lauftaktik und sportlichen Ressourcen nicht gut kalkuliert, schießt schnell über die persönliche Ziellinie hinaus – und kommt beim Marathon langsamer als gedacht oder gar nicht am Ziel an. Der geht die lange Strecke zu schnell an, findet seinen optimalen Rhythmus nicht – per Pedes oder mit dem Sportbike.

Das kennen alle Marathon-Athleten und trainieren nach ausgefeilten Plänen und individuellen Strategien. Der euphorische Lauf durch die Ziellinie ist indes nicht auf die Schnelle zu haben. Monatelanges Training geht dem ultimativen Adrenalin-Kick voraus. Doch der Lohn „es geschafft zu haben“ ist die Mühe und Überwindung äußerer und innerer Hemmnisse allemal wert.

+ So weit die Füße und Sportprothesen tragen, Rollis und Handbikes rasen: der Weg ist das Ziel

Da sind sich alle Marathon-Läufer einig: Laufen auf der langen Strecke ist einsam, aber keineswegs trübsinnig. Die Stars des 35. Berliner Marathons, Irina Mikitenko und Haile Gebrselassie, zeigen sich erstaunlich heiter und gelassen angesichts erwartungsvoller Fragen nach ihren Zielen und Prognosen für neue Bestzeiten und Weltrekorde.

„Ich fühle mich gut wie nie.“ sagt die 36-jährige Irina Mikitenko und erklärt zum mentalen Verkraften ihres wegen Rückenproblemen abgesagten Olympia-Starts: „Ich bin optimistisch. Man darf nicht so oft nach hinten schauen.“ Dabei kann die beste deutsche Läuferin auf großartige Erfolge zurückblicken: Bei ihrem zweiten Marathon in London stürmte sie als Siegerin in 2 Stunden 24 Minuten und 51 Sekunden in die Weltelite des Marathons. Sie ist so eine Schnellstarterin, die sich beim Marathon gerne von ihrem Ehemann „als Sicherheitsbremse“ begleiten läßt und ansonsten einfach „in sich selbst hineinhorcht“ – Gefühl und Erfahrung nutzt.

Ihre Konkurrentin in Berlin ist die 23 Jahre junge Askale Tafa Magarsa aus Äthiopien als Schnellste am Start – beim Paris-Marathon 2007 siegte sie. Seit zwei Jahren gehört sie zu den Favoritinnen jedes Marathons, bei dem sie antritt. Einen Tag vor ihrem Start in Berlin feiert sie ihren 24 Geburtstag. Wild Party machen will sie aber noch nicht – erst der Erfolg beim Marathon soll gefeiert werden.

Als schnellster Marathonläufer gilt Haile Gebrselassie mit seinen 35 Jahren schon jetzt als Sportler-Legende und läuft beim aktuell größten und spektakulärsten deutschen Marathon womöglich seinem dritten Sieg in Folge entgegen. Er hat sich als Zeitlimit nicht mehr als 2 Stunden und 4 Minuten gesetzt. Die Umstellung beim Training von der 10.000 Meter-Distanz, wo er bei Olympia auf den sechsten Rang lief, zum Marathon ist ihm in kurzer Zeit gut gelungen: „Man muss herunter kommen und das intensive Schnelligkeits-Training auf ein Ausdauerniveau bringen.“, erklärt der charismatische Athlet.

Ob da ein großer Druck sei, fragen ihn die Journalisten. Mit einem Lachen spielt der kleine große Mann des Marathon den Ball zurück: „Wenn mir hier einer Druck macht, dann sind Sie das…“ und ergänzt: „Nein, nicht wirklich. Wenn es nicht klappt, dann eben nicht. Dann im nächsten Jahr. Berlin ist ein sehr schneller Marathon, das Wetter soll gut werden. Warum also soll es nicht klappen? See you on Sunday!“

+ Der Äthiopier Haile Gebrselassie ist als Marathon-Star ein Fan anderer Athleten – auch des weltbesten blinden kenianischen Marathonläufers Henry Wanyoike

Den blinden Marathon-Läufer Henry Wanyoike aus Kenia schätzt er sehr – und das nicht erst seit dem Medien-Hype um den sympathischen Südafrikaner Oscar Pistorius. Der Äthiopier ist auch ein Fan von Henry Wanyoike aus Kenia, verriet er der Autorin im Gespräch: „Ich bewundere diesen Athleten und habe großen Respekt vor seinen Leistungen. Sportler mit Handicaps sind auch sonst sehr bemerkenswerte Menschen.“ Als der Marathon-Star das sagt, leuchten seine Augen – wie die eines echten Fans.

Als jüngste beim Marathon eingegliederte Sportart eröffnen die Handbiker am Sonntag mit ihrem kleinen 5. Jubiläum den Berliner Marathon-Start um 8:35 Uhr noch vor den Läufern. Doch auch im großen Läuferfeld sind Athleten mit Handicap dabei: Der unterschenkelamputierte Brite Richard Withehead läuft wie Oscar Pistorius mit zwei Carbon-Prothesen – allerdings die ganz lange Distanz.

Haile Gebrselassie teilt mit Handbikern und Rollifahrern diese Philosophie des Augenblicks. Sie trägt nicht nur beim Marathon, sondern durchs ganze Leben. Dass Athleten mit und ohne Handicap mittlerweile traditionell gemeinsam auch beim Berlin-Marathon am Start sind, findet Haile Gebreselassie erfreulich und angemessen.

+ Favoriten des 35. Berlin Marathons bei den Rollifahrern sind Heinz Frei, Masazumi Soejima, Marcel Hug, Alhassane Baldé sowie Simone Buess und Sandra Hager.

Top-Athleten der Handbiker sind Andrea Eskau, Edward Malouf, Vico Merklein, Max Weber, Elmar Sternath, Torsten Broer, Martin Braxenthaler, Monique van de Vorst, Wim Decleir und Dorothee Vieth – einige erst kürzlich von den Paralympics Beijing erfolgreich mit Medaillen zurück.

Der schnelle Berliner Marathon-Kurs vor abwechslungsreicher Kulisse läßt durchaus Handbike-Zeiten von wenig mehr als einer Stunde erwarten. Und eine Million Zuschauer und Fans, die anfeuern mit Musik plus Dauerapplaus.

Als schnellste blinde Marathonläuferin weltweit hat sich zudem die Deutsche Regina Vollbrecht mit ihrem sehenden Guide zum großen Berliner Lauf gemeldet. Auch sie würde mit einem offenen Lächeln sicher sagen: „See you on Sunday! Die Ersten werden die Schnellsten sein.“

++ Berlin Marathon erstmals in voller TV-Qualität live im Internet unter:
http://www.rbb-online.de/marathon

+ Zur Webseite von Henry Wanyoike:
http://www.henry4gold.com/deut/aktuell/aktu.htm

+ Zur Webseite von Irina Mikitenko:
http://www.irina-mikitenko.com/

http://www.real-berlin-marathon.com

News-Ticker: Rolli-Pilot Heinz Frei siegt beim 35. Berlin Marathon – und es gab ein Frauen-Solo

Verfasst von andrea ramsteck am 28. September 2008 – 16:33.

Zur Website des 35. Berlin Marathons:

Sie sind die Ersten am Start und die Schnellsten im Ziel: die Handbiker und Rollifahrer beim 35. Berlin Marathon. Haile Gebrselassie und Irina Mikitenko siegten ebenfalls sensationell – aber zu Fuß.

+ Heinz Frei setzte seinen paralympischen Erfolgkurs fort und siegte als Rolli-Pilot

Der zweimalige Gold-Gewinner der Paralympics Beijing, Heinz Frei, stieg heute vom Handbike in den Rolli um und fuhr in nur 1 Stunde 27 Minuten 55 Sekunden zum Marathonsieg in Berlin. Der Japaner Masazumi Soejima war ihm – als Vorjahressieger – zunächst dicht gefolgt, wurde dann aber abgehängt von Frei – und kam mit 1 Stunde 28 Minuten und 42 Sekunden als Zweiter ins Ziel. Dritter wurde der Schweizer Marcel Hug mit 1 Stunde 39 Minuten und 3 Sekunden.

Zwei Streckenrekorde bei strahlendem Sonnenschein und ein begeistertes Publikum entlang der gesamten Strecke sind die Bilanz des 35. Berlin Marathon der Rennrollstuhlfahrer und Handbiker.

Heinz Frei hat den 36. Berlin Marathon 2009 schon fest im Visier – dann vielleicht mit dem Handbike. „Das wäre noch einmal eine tolle Herausforderung für mich“, so der Seriensieger.

+ Solo für Sandra

Bei den Damen kam mit Sandra Hager die Siegerin ebenfalls aus der Schweiz. Sie musste ihr Rennen über die gesamte Strecke alleine bestreiten. „Ich hatte keine Ahnung, auf welchem Platz ich liege. Ich dachte immer, ich müsste zur vor mir liegenden Konkurrenz aufschließen. Im Ziel kam dann die große Überraschung für mich, dass ich Erste bin“, erklärte Sandra Hager.

+ Zwei Streckenrekorde im Rennen der Handbiker

Beim Rennen der Handbiker setzten sich die deutschen Athleten Bernd Jeffré und Dorothée Vieth an die Spitze – und das jeweils mit einem neuen Streckenrekord. Bernd Jeffré benötigte lediglich 1 Stunde 5 Minuten und 46 Sekunden. Er unterbot damit den bisherigen Streckenrekord des Belgiers Wim Decleir (1:11:03 Stunde) um mehr als vier Minuten.

Schon nach acht Kilometern gelang es Bernd Jeffré, sich gemeinsam mit dem Österreicher Elmar Sternath vom Feld abzusetzen und den Vorsprung bis zum Ziel weiter ausbauen. „Ich bin überglücklich, dass ich in Berlin gewonnen habe. Es war ein sehr schönes Rennen“, so der Sieger nach dem Rennen, dass er im finalen Zielsprint gegen den Österreicher für sich entschied. Elmar Sternath freute sich über seinen zweiten Platz: „Ich bin sehr zufrieden, das Wetter war schön, alles hat gepasst.“

Auf Platz drei kam mit Thomas Lange ein weiterer Deutscher ins Ziel. Vorjahressieger Wim Decleir erreichte das Ziel im Massensprint der Verfolger auf Platz vier.

Dorothée Vieth heißt die Siegerin der Frauen im Handbike. Und auch sie konnte den bisherigen Streckenrekord (Andrea Eskau/GER 1:15:50 Stunde) um fast zwei Minuten unterbieten und somit auch in Abwesenheit der Favoritinnen Andrea Eskau und Monique van der Vorst (NEL) ihre Stärke zeigen. „Zuerst dachte ich, heute könnte es ein wenig zu kalt für mich sein. Die hohen Temperaturen in Peking waren ganz nach meinem Geschmack, aber dann lief das Rennen sehr gut für mich“, sagte die Bronzemedaillengewinnern der zurückliegenden Paralympics nach dem Rennen. Vom Start weg distanzierte Dorothée Vieth das Feld deutlich.

++ Ergebnisse Rennrollstuhl:

3. Marcel Hug, CH, 1:39:03 h

+ Damen:
1. Sandra Hager, CH, 2:04:21 h
2. Inga Orlowski, GER, 2:11:28 h

2. Masazumi Soejima, JPN, 1:28:42 h

++ Ergebnisse Handbiker:

+ Herren:
1. Bernd Jeffre, DEU, 1:05:46 h
2. Elmar Sternath, AUT, 1:05:46 h
3. Thomas Lange, DEU, 1:08:33 h

+ Damen:
1. Dorothée Vieth, GER, 1:13:55 h
2. Jessica Hedlund, SWE, 1:19:51 h
3. Monica Säker, SWE, 1:25:12 h

+ Herren:

1. Heinz Frei, CH, 1:27:55 h

Der Berlin-Marathon ist das viertgrößte 42,195-km-Rennen der Welt und zählt neben New York, London, Chicago und Boston zu den WMM, der Champions League der Marathonläufe. Pünktlich um 9.00 Uhr hatten Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die 40.000 gemeldeten Läufer auf die Strecke geschickt.

(mit SCC-Running/AFP)

Das Blog zu PARALYMPICS on screen von Kirsten Bruhn

Endlich Sommer heute

Verfasst von Kirsten Bruhn am 6. August 2007 – 23:07.

jetzt wird es aber auch Zeit hier einzutragen. Habe es leider nicht früher geschafft. Die Seite ist der Hammer. …..endlich kann man mal verschiedenes über Sport und Sportler auf einen Blick sich ansehen. Wenig Suchen und wenig Stress. Echt genial! Gratulation erstmal an die Macher dieser Seite. Wurde aber auch Zeit   :o)  !!!!!!!

Nach diesem schönen sonnigen Tag (und es ist immer noch so warm und lau in der Nacht), habe ich einen wellenbadartiges Training hinter mir. Das Freibad in Neumünster war rappel dicke voll. Endlich konnten die Kids die Ferien sommerlich geniessen. Wollen wir mal hoffen dass es ein paar Tage länger so bleibt.

Lieben Gruß,

Kirsten

Hallo ihr Lieben,

Termine außerhalb des Sportes
Verfasst von Kirsten Bruhn am 15. August 2007 – 18:53.

das Schwimmen ist bei mir im Moment zwar noch die wichtigste Beschäftigung, aber durch die vielen nicht sportlichen Termine, muss ich das Training regelrecht zwischenschieben und sehen dass ich es überhaupt schaffe zu Trainieren. Ab Montag bin ich in Berlin und werde als Botschafterin für das International Paralympic Committee den „International Paralympic Day“ präsentieren und begleiten.

Das wird direkt unter dem Brandenburger Tor stattfinden und wird sicher ein riesen Event.

Hallo Sportis,

Vom 01. bis 09. September bin ich bei der komplexen Leistungsdiagnostik (KLD) und da heißt es seine sportliche Form zu bestätigen und somit sich den Kaderstatus zu erhalten und die Sportförderungen ebenfall. Ohne die bin ich ja regelrecht aufgeschmissen, denn das Training, die Physio und alles was noch zu meinem Management im Sport gehört, kann ich sicher nicht ohne diese Förderung finanzieren.

Die KLD findet am Olympiastützpunkt in Berlin Hohenschönhausen statt und dort haben wir eine wahnsinns neue Schwimmhalle; mit allem an technischen Raffinessen die man sich so vorstellen kann.

Das ist auf jeden Fall ein guter Start für die Wintersaison in diesem Jahr. Im November ist dann die Sprintnacht in Bern und die Deutsche Kurzbahnmeisterschaft in Chemnitz und im Dezember folgt dann in England / Wales der Abschlusswettkampf für 2007.

……..aber viel wichtiger ist, dass ich im September nach der KLD noch Urlaub habe und wenn ich ehrlich bin; freue ich mich da noch viel mehr drauf. Endlich mal eine Woche Entspannung und nur Sonne, Strand und Meer. Nach 5 Jahren wird das auch mal Zeit!!!!!

Ich bin sehr gespannt dort zu Schwimmen und freue mich irre drauf.

Eure Kirsten :o)

Liebe Grüße und ein Wink mit der Flosse,

Stress Woche hinter mir und vor mir

Verfasst von Kirsten Bruhn am 28. August 2007 – 10:57.

……….ja, was soll ich sagen. Nach der vergangenen Woche in Berlin; mit vielen Terminen und Leuten und viel Wirbel am Brandenburger Tor und am Bundeskanzleramt, bin ich nun froh wieder ein wenig Ruhe hier in Neumünster zu haben. Das Training letzte Woche wurde natürlich nicht vernachlässigt und somit konnte ich im Sportforum Hohenschönhausen am OSP trainieren. Die Halle ist gerade mal 4 Monate alt und ich kann euch sagen, das Trainieren da bringt mega viel Spaß.

Die Sportler vor Ort haben ein wahres Schlaraffenland mit paradiesischen Trainingsbedingungen. Da kann man schon neidisch werden. Aber ich habe es hier in der „Bad am Stadtwaldhalle“ auch gut erwischt und wenn hier die Umbaumaßnahmen vom Freibad zur Traglufthalle am Ende der Woche beginnen, werde ich wiedermal in Berlin zur KLD (komplexen Leistungsdiagnostik) alle Leistungswerte hoffentlich bestätigen oder gar verbessern.

Hallihallo,

Also ihr Lieben da draußen; dann mal los und viel Spaß bei euerm Sport!

Kirsten

Liebe Grüße,

Urlaub gleich Urlaub?


Verfasst von Kirsten Bruhn am 23. September 2007 – 15:56.

tja, das war nun also mein Urlaub?…..eigentlich hatte ich Sonne, Strand und Meer geplant, aber irgendwie standen die Zeichen nicht gut. Der Urlaub auf Mallorca klappte nicht und Erholung folgte auch nicht wirklich. Eine spontane unvorhersehbare Krankenhausgeschichte und schon kommt alles anders als man es sich wünscht.

Ab Montag wieder die gutbürgerliche Berufstätigkeit und das Training kann hoffentlich ab Mittwoch, nach letztmaligem Arztcheck beginnen.
Auch wenn eine kurze Auszeit ganz gut tut, so ist der Alltag doch irgendwie mit Sport und dem gewohnten Ablauf die bessere Variante.
Also ihr Lieben da draußen………….es geht wieder los…..denn Peking 2008 steht direkt vor der Tür und die Qualifikationswettkämpfe im November (Bern/Schweiz und Chemnitz) und im Dezember 2007 (Wales/Großbritannien) sowieso.

Hi Hi,

Ich gebe wieder Gas und ihr auch!

eure Kirsten

Lieben Gruß und Knuddler,

Verfasst von Kirsten Bruhn am 2. Oktober 2007 – 13:16.

………….oh manno mann, nach drei Wochen mal wieder erstmalig im Wasser…..das ist schon echt hart. Ich kam mir wirklich vor wie ein Quietscheentchen. Am Sonntag hatte ich den Startschuss für das 4. Entenrennen, iniziiert vom Round Table Neumünster, gegeben. 4700 Gummienten sind den Teich in Neumünster in einem affenzahn durchquert. Der Erlös kam der „Kindertafel “ zugute.

Jeder Anfang ist schwer

Irgendwie fühlte ich mich auch gestern noch wie eine Gummiente beim Training. Ich habe es schon immer gehasst, längere Zeit mit dem Training auszusetzen und danach wieder von vorne anfangen zu müssen. Es ist und bleibt die unverdünnte Hölle. Aber man kann ja nicht permanent durch trainieren. Der Körper braucht ja mal ne Pause.

Nun ja, was solls……..als Sportler kennt man es ja und somit kämpfe ich mich weiter durch. Im November steht die Sprintnacht in Bern/Schweiz an. Bis dahin muss ich wieder kompletti fit sein.

Also Leute, gebt Gummi! :o)

Das Ziel fest im Blick

Verfasst von Kirsten Bruhn am 29. Oktober 2007 – 21:55.

wird sicher ein vielseitiges und spannendes Ereignis. Außer mir sind noch Daniel Clausner und Swen Michaelis von der Partie aus der deutschen DBS Nationalmannschaft Schwimmen.

Das Event ist ein Kurzbahn-Wettkampf (25m Bahn) für nichtbehinderte Schwimmer. Wir sind für Einlagen eingeladen und können zusätzlich noch am laufenden Wettkampf teilnehmen. Diese Möglichkeit nehmen wir sehr gerne wahr, da hierdurch endlich mal die Chance besteht, die Integration zwischen behinderten und nichtbehinderten Schwimmern zu leben.

so langsam gehts gen Endspurt für dieses Sportjahr. Am kommenden Wochenende habe ich in der Schweiz/Bern die Sprintnacht. Es

Leider gibt es solche Wettkämpfe in Deutschland sehr sehr selten und wenn dann nicht im Norden. Na ja, jedenfalls freue ich mich drauf und das Training wird die nächsten drei Tage noch mal richtig heftig.
Viel Maxi-Sprints und viel im anaeroben Bereich. Also Keulen ohne Ende und am Samstag gilt es zu beweisen wie gut ich im Saft bin. :o)

Hallo Sporties,

Es folgen dann zwei Wochen später die Kurzbahnmeisterschaften in Chemnitz und am Nikolaus fliege ich nach Wales/GB zum Wettkampf. Danach ist das Sportjahr vorbei und Weihnachten kann kommen.

Kirsten :o)

Euch da draußen lieben Gruß und viel positiven Schweiß,

Verfasst von Kirsten Bruhn am 23. November 2007 – 21:29.

Hallo ihr hoffentlich gesunden Sporties,

Nach dem Hoch kam der Fall

nach den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften vom 17. bis 18. November hat es mich so richtig dahingerissen. Ich liege mit ner Bronchitis stramm im Bett. Es ging schon vor dem Wettkampf los, aber mit genügend Anspannung und Adrenalin kann man es dann doch noch aufschieben……bis dann der totale Zusammenbruch kommt.

Also achtet ihr auf eure Gesundheit und nehmt die Warnungen des Körpers ernst. Wenn Fröstelei und Mattigkeit kommen; schohnt euren Körper und gebt ihm Ruhe.

Lieben Gruß und eine gesunde Vorweihnachtszeit wünsche ich euch,
Kirsten

Tja, auch das zeigt einem immer wieder, dass man seinem Körper nicht alles und vor allem nicht zu viel zumuten darf. Es rächt sich alles.

Endspurt nach Peking / Beijing
Verfasst von Kirsten Bruhn am 12. März 2008 – 19:59.

Hallo Sportis,

das ist vielleicht ein Stress. Nicht nur das Training und das schlaucht schon genug, nein es hängen auch noch Presse und andere Terminen im Nacken. …..und alles will erledigt und nichts vergessen werden. Aber, ………es geht weiter und weiter und weiter. Irgendwie sagen viele; das sind die Geister die ich rief. …..Aber ganz sicher habe ich diese Geister nicht gerufen. Dennoch weiß ich es gehört alles dazu und ich will mich auch nicht beklagen. ……auch wenn es wirklich manchmal ein bissi viel ist.

Sehr cool und mal was anderes war die Ehrung zur Sportlerin des Jahres von Schleswig-Holstein am letzten Donnerstag in Kiel in der Sparkassen Arene vor dem Champion League Spiel THW Kiel gegen den französischen Meister Ivry.

Mal was ganz anderes und ich muss sagen, der Karabatic ist schon ein sehr leckeres Fredchen und der Mannschaftskapitain auch. Da muss ich wohl meine Meinung über Handballspieler mal ändern. ……(dabei hatte ich noch nie eine negative Meinung *Scherz*)

……ganz wichtig natürlich???????????????….RICHTIG….die Sonne und Wärme und Training im Outdoor-Pool. Yipppiiiiijjjjäääääääääääääääääää!!!!!!:o)

Lieben Gruß an euch alle und immer schön in Bewegung bleiben.

Dann am Wochenende die Danish Open in Esbjerg und hier aus dem Training ganz locker an den Wettkampf gegangen. Ein Weltrekord war da ganz sicher nicht zu erwarten und geplant. Dennoch hats geklappt und ich bin sehr glücklich und zufrieden. Wenn das gen Peking so weiter geht, kann ich doch ganz zufrieden und beruhigt sein. In vier Wochen gehts nach Fuerteventura ins Trainingslager und da freue ich mich sehr drauf. Da kann ich mich total auf den Sport konzentrieren und so richtig los keulen. Kein Haushalt, keine Arbeit, keine Termine, keine Wäsche waschen und sonst auch nichts was mich vom Trainingsprogramm abhält und ablenkt……..und vor allem keine Presse und keine Fotografen die immer noch mal diese Position und diese Sache wiederholt haben wollen.

+++

Blog zu PARALYMPICS on screen von Astrid Höfte

Auf dem Sprung nach Peking
Verfasst von Astrid78 am 16. April 2008 – 19:56.

Hallo zusammen,

seit den Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften Anfang März sind ja nun schon einige Wochen wieder verstrichen. Das erste Trainingslager in Portugal habe ich gut hinter mich gebracht. Insgesamt war es echt anstrengend, aber von nichts kommt nichts, gelle??

Das wird eine erste Standortbestimmung sein, da einige Mitstreiterinnen aus dem Ausland da sein werden, auf die ich auch in Peking treffen kann.

So, das war´s für´s Erste von mir.
Bis bald,
Eure Astrid

Nun steht ab der kommenden Woche das nächste Trainingslager auf Lanzarote auf dem Programm, also immer weiter… Voraussichtlich werde ich dann Anfang Mai den ersten Wettkampf in Manchester beim Paralympic World Cup bestreiten.

Blog von Astrid Höfte

Peking ruft!!
Verfasst von Astrid78 am 29. Juni 2008 – 17:46.

Hier bin ich wieder…

Nachdem in den letzten Wochen viele Wettkämpfe auf dem Programm standen, und die Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin Mitte Juni den Abschluss des Nominierungszeitraumes bedeuteten, konnte ich diese Woche ein wenig pausieren.

Zunächst liefen die ersten Wettkämpfe nicht ganz nach meinen Vorstellungen und Wünschen. Habe ich in den Trainingslagern in Portugal und auf Lanzarote doch so gut trainiert, und unter anderem auch an Schnelligkeit gewonnen, so konnte ich diese in den Weitsprungwettkämpfen noch nicht umsetzen. Daher landete ich häufig schon früher im Sand als mir lieb war…

Dann aber kamen die Deutschen Meisterschaften. Und alles sollte anders / besser werden: die ganze Woche schon hatte ich das Gefühl, dass Freitag, der 13. diesmal KEIN Unglückstag für mich werden sollte: schon der 2. Sprung war 4,75m weit – Bestleistung für dieses Jahr und gleichzeitig die vom Verband vorgegebene B-Norm. Weiter ging es dann aber nicht mehr. Trotzdem war dies mein bisher bester Wettkampf in diesem Jahr, und ich weiß, dass es auch noch weiter gehen kann und wird.

Mit der im letzten Jahr übertroffenen A-Norm (4,94m) ist meine Nominierung seit letzter Woche offiziell, nun geht es ab morgen also weiter in die Vorbereitung Richtung Peking!!

Ende Juli steht dann ein weiteres Trainingslager auf dem Programm, gefolgt vom traditionellen Bayer-Meeting hier in Leverkusen am 30.07.

Wann es endgültig in den Flieger Richtung Fernost geht, steht noch nicht genau fest, es wird aber irgendwann Ende August sein.

Vorher melde ich mich auf jeden Fall noch einmal bei Euch, bis dahin wünsche ich allen einen schönen Sommer!!

Eure Astrid

+++

Blog zu PARALYMPICS on screen von Pierre Senska

Rundfahrt Bilbao!!!
Verfasst von pierre_senska am 2. Mai 2008 – 0:21.

Hallo alle zusammen,

am Donnerstag stand schon völlig unerwartet das erste Rennen an! Es wurde auf einem flachen 3,2 km Rundkurs gefahren. Da wieder alle LC-Klassen zusammen gefahren sind, wurde es von Anfang an ein schnelles Rennen.

Ich war gleich am Hinterrad von dem aus meiner Sicht gefährlichsten Fahrer Paolo Vigano (EZF Einzelfahrt-Weltmeister) aber irgendwie scheint er in der Form seines Lebens zu sein….Ich konnte das Hinterrad nicht halten und musste ihn ziehen lassen. (Er fuhr weitere 5 Runden mit der LC 1 rum).

Ich hab dann eine Gruppe gefunden und da probiert, das Tempo hoch zu halten in der Hoffnung, dass er vom Feld abfällt und wir ihn noch einholen. Doch irgendwie hat er dann auch eine starke Gruppe gefunden und es bestand keine Chance, noch mal hin zu kommen. So hab ich probiert, meinen Vorsprung gegenüber den anderen aus meiner Klasse zu halten. Das ist mir auch gelungen und ich wurde Zweiter dieses Rennens.

Am Freitag beginnt dann die eigentliche Rundfahrt mit einem 20 Kilometer langen Zeitfahren. =(

Euer Pierre

Blog von pierre_senska

Meine aktuellen Radrenn-Ergebnisse
Verfasst von pierre_senska am 26. Mai 2008 – 0:06.

Hallo alle zusammen,

Gesamtwertung: 2. Platz

VISA Paralympic World Cup (Bahn)
1000 Meter: 12. Platz
3000 Meter: 10. Platz
(keine getrennte Wertung der Schadensklassen)
Team Sprint: 4. Platz

5. Etappe 3. Platz

GP. Newport (Wales) Bahn:
200 Meter: 2. Platz
1000 Meter 1. Platz
3000 Meter 1. Platz

3.2.Etappe 1. Platz

Lg
Pierre Senska

3.1.Etappe 2. Platz

Blog von pierre_senska

1. Etappe 2. Platz

Hallo alle zusammen,
Verfasst von pierre_senska am 25. August 2008 – 14:28.

Bizkia Paralympiko (Rundfahrt in Spanien):

diesen Samstag geht um 15:10 Uhr die große Reise für mich aus Berlin-Tegel nach Peking los.

Team Sprint 1. Platz

Anbei schick ich euch meine Start- / TV-Zeiten für Peking:
06. September – Eröffnungsfeier – 13:45 bis 17:00 bei ZDF:
Ohne mich =(

07. September – 1000 m Finale – 13:15 bis 15:00 / 17:30 bis 18:00 bei ARD
09. September – 3000 m Quali/Finale?? – 13: bis 15:00 / 18:55 bis 19:20 bei ARD
10. September – Team Sprint – 12:00 bis 15:00 / 17:40 bis 18:00 bei ZDF:

Alles möglich ;)

12. September – Zeitfahren – 12:00 bis 15:00 / 17:40 bis 18:00 bei ZDF
14. September – Straßenrennen – 13:00 bis 14:00 / 16:00 bis 17:00 bei ARD:

Letztes Rennen, letzte Chance ;) …

17. September – Abschlussfeier – 13:00 bis 15:00 / 18:55 bis 19:20 bei ARD:

Ich bin voll dabei ;-)

Ich werd mich bei besonderen Ereignissen aus Peking dann mal melden;)

Mit freundlichen Grüßen,
Euer Pierre

Blog von pierre_senska

3000 Meter 3. Platz

Hey Sportsfreunde,
Verfasst von pierre_senska am 31. August 2008 – 15:36.

1000 Meter 2. Platz

hier die ersten Grüße aus Peking….. Mein erster Eindruck von Peking und der Organisation ist unglaublich – alle sind unvorstellbar nett und das Wetter macht bis heute auch keine großen Problme…also nix mit Smog oder extremer Hitze….aber ich bin ja noch ein paar Tage hier, mal gucken wie es weiter geht!

Deutsche Meisterschaft Bahn in Büttgen:

Ich habe mich am ersten Tag gleich aufs Rad geschwungen und bin gleich mal in Richtung Olympiastadion gefahren. Als ich dort um die Ecke kam, war es unglaublich!!!

hier meine letzten Ergebnisse:

Man kann es kaum in Worte fassen : deshalb schicke ich euch ein foto mit!

Ich meld mich wieder….

Da stand ein Stadion vor mir, das einfach unglaublich war!

euer pierre

Blog von pierre_senska

Super Empfang, Top-Sportarenen – doch Teamkollege Mario Hammer leider verletzt
Verfasst von pierre_senska am 2. September 2008 – 15:30.

Wir sind hier super empfangen worden…es gibt bis jetzt keine organisatorischen Problem und es sind Top-Sportarenen, die hier stehen!

Es gab heut nur die erst schlechte Nachricht aus der Radsport-Abteilung. Beim Training verletzte sich der Berliner Mario Hammer. Er brach sich das Schlüsselbein und seine Starts auf 1000m und im Team Sprint sind damit in Gefahr!…Das ist natürlich auch für mich eine schlechte Nachricht, weil ich damit eine Medaillenchance weniger habe!

lg pierre

Blog von pierre_senska

Sonst ist alles super!

Neues aus Peking
Verfasst von pierre_senska am 8. September 2008 – 11:23.

wie Ihr sicher schon gelesen oder bei der ARD verfolgt habt, liefen die 1000m nicht so gut bei mir!

Ich habe auch noch nicht rausgefunden, warum es nicht ging. Es war einfach nicht mein Tag. Ich fuehle mich sonst sehr gut und habe es halt nicht verstanden, dass so eine Leistung zustande kam.

Hallo alle zusammen,

Aber egal, morgen stehen die 3000m auf dem Programm und da werd ich nochmal probieren, richtig anzugreifen!

Mfg euer Pierre

Blog von pierre_senska

Ni hao alle zusammen,
Verfasst von senska am 10. September 2008 – 11:47.

ja, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Einerseits freu ich mich, anderseits ist schon ein bisschen Entäuschung dabei. Gestern bei der 3000m Verfolgung bin ich persönliche Bestzeit gefahren und knapp am kleinen Finale um Bronze vorbei damit war ich dann 5ter. Es war auf jeden Fall eine Überraschung, dass ich bei den 3000m so weit vorne mitmischen konnte. Aber es sollte dann am Ende einfach nicht sein. Natürlich hab ich mich dann am Ende über meine Bestzeit noch gefreut!!!

Heute am letzten Bahn-Tag stand für mich der Team Sprint auf dem Programm. Wir wussten von Anfang an, dass es nicht leicht werden würde, da sich Mario Hammer das Schlüsselbein gebrochen hatte und wir froh waren, das er überhaupt starten konnte! Ich habe wieder gezeigt, dass ich zur Zeit einfach in einer Top Form bin. Ich bin die erste Runde in persönlicher Bestzeit angefahren. Aber Mario Hammer konnte durch seinen Schlüsselbeinbruch halt nicht seine komplette Leistung abrufen – und das hat uns gefehlt, denn wir sind wieder gaaannnzzz knapp am kleinen Finale vorbeigefahren und wurden damit 5ter. Es war aber trotzdem die 2t. schnellste Zeit, die je ein Deutsches Team Sprint Trio gefahren ist. Die schnellste Zeit sind wir dieses Jahr in Manchester gefahren.

Für mich war es natürlich wieder eine kleine Enttäuschung, so knapp am Lauf um Bronze vorbei zufahren. Aber wir verlieren und gewinnen zusammen und diesmal haben wir halt nicht gewonnen. Ich sag mir aber, 2 Mal 5ter bei Olympia muss man auch erst mal werden!!!!!  Meine Erkenntnis und Erfahrung nach den Bahnwettbewerben ist:“Olympia ist halt keine WM“. Am Ende bin ich aber mit den Bahnwettbewerben trotzdem überwiegend zufrieden. Es war natürlich auch ein klasse Gefühl, jedes Mal vor einer vollkommen ausverkauften Halle zu fahren.

Am Freitag geht es dann auf der Straße los. Es erwartet mich dort wirklich einer der schwersten Kurse, auf denen ich je Radrennen gefahren bin. Ich werde dort natürlich wieder richtig an die Grenzen gehen müssen, denn es werden am Wochenende über 30 Grad erwartet – und das heißt hier ungefähr gefühlte 40 Grad. Das macht es auch nicht einfacher, Rennen zu fahren. Für das Straßenrennen am Samstag rechne ich mir ehrlich gesagt nicht viel aus. Denn wir fahren bei diesem Rennen in zusammengelegten Klassen. Das heißt, ich muss da gegen Leute fahren, die „fürs Radfahren eine weniger beeinträchtigende Behinderung haben, die fahren auf der Bahn schon eine halbe Minute schneller als meine Klasse. Ich werde sicher alles geben. Aber mir ist auch klar, dass ich das Rennen meines Lebens fahren müsste, um dort ne Rolle zuspielen. Aber ich fühle mich halt so gut in Form wie noch nie – und “ Ende ist erst wenn der man über die Ziellinie fährt“.

Wir haben nicht eine Gold-Medallie gewonnen: erwartet waren 3-4. Im Gegensatz haben die Briten  14 Gold-Medallien geholt (nur auf der Bahn). Wir haben dann am Ende noch  4 Silber- Medallien und 2 Bronze-Medallien geholt. Natürlich ist das nicht schlecht, aber im Gegensatz zu den WMs aus den letzten Jahren entwickeln wir uns immer weiter nach hinten, und das kann nicht nur an den Sportlern liegen, denn wir trainieren ja auch nicht weniger. Aber was solls, das ist jetzt hier einfach so und wir müssen da jetzt einfach durch, wer weiß, was die nächsten 4 Jahre alles so passiert.

Jetzt wartet aber erst mal die Straße auf uns und wir hoffen, da geht es besser!!!!!
Heute in der ZDF-Sendung kommt ein 20-minütiger Bericht über den heutigen Bahntag. Ich weiß allerdings nicht, ob sie das in der Mittagssendung zeigen oder in der Sendung am Abend.

Jetzt noch kurz zu den Radsport Ergebnissen die wir eingefahren haben!

euer Pierre

Blog von pierre_senska

Nach Peking ist vor London
Verfasst von pierre_senska am 14. September 2008 – 13:01.

Hallo alle zusammen,

ja, jetzt hab ich auch die Straßenwettbewerbe hinter mich gebracht und es hat leider nicht gereicht zu einer Medaille…

Im Zeitfahren über 25km hab ich mich schon richtig leer gefühlt, konnte mich dann aber noch auf Platz 6 retten. Aber es ging nicht nur mir sehr schlecht. Auch noch ein paar anderen – und darunter unsere Gold-Hoffnung bei den Frauen, Natalie Simanowski. Sie wurde am Ende 4te mit 2 Minuten Rückstand. Das war schon eine kleine Enttäuschung. Mann muss dazu noch sagen, sie ist auf der Bahn noch Weltrekord gefahren.

Abends sind dann ich und noch 4 weitere Fahrer aus unser Radsport-Mannschaft zur Blutabnahme gegangen. 3 Stunden später hatten wir dann das Ergebniss: Wir waren alle völlig leer…wir hatten zu wenig Zucker und Elektrolüte. Aufgrund dieser Ergebnisse haben wir bis nachts um 2 Uhr da gesessen und es mit geprüften Methoden wieder ein bisschen aufgefüllt! Den Grund für die Blutwerte haben wir bis jetzt noch nicht gefunden.

Am nächsten Tag stand schon das Straßenrennen auf dem Programm und da mussten wir ja wieder volle Leistung zeigen können. Im Straßenrennen sind wir – wie ich schon erzählt habe – in den zusammengelegten Klassen gefahren. Und daher wusste ich, dass es sehr schwer werden würde.

Ich musste die ersten 3 Runden am Berg schon voll ans Limit gehen. Und dann war ich in der 4ten Runde am Berg leicht unkonzentriert und bin zu weit hinten in den Berg reingefahren und genau in dieser Runde ging die Post ab und ich konnte nicht reagieren……

Ich bin dann auch noch auf den letzten 2km am Schluss-Berg aus dem Feld abgefallen und werde damit irgentwas um Platz 15. Es war einfach nicht mehr drin auf dem Kurs. Und die Zusammenlegung der Klassen hat dann auch zu wilden Protesten der Mannschaften geführt: Denn wenn 80% der Fahrer voll am Limit sind und die Fahrer aus einer Klasse mit einer geringern Behinderung am Berg noch neben einem ganz locker pfeifen, dann stimmt da was mit der Zusammenlegung nicht.

Aber man kann jetzt hinterher auch nichts mehr ändern. Es ist und war so und damit müssen wir jétzt klarkommen, unser Bahn-Trainer meinte nach dem Rennen bloß zu mir: „Respekt! Ich hätte nicht gedacht, dass du so lange da mitfährst.“ Also kann ich doch ein positives Fazit daraus ziehen!!!

Ich habe jede Menge positive und interessante Erfahrungen gemacht und die kann mir keiner mehr nehmen. Auch wenn es jetzt mit einer Medallie nicht geklappt hat, gehe ich trotztdem mit einem Lächeln die Heimreise in einen paar Tagen an! Außerdem kam ich heute zu der Erkenntnis:

„Nach Peking ist vor London.“

Ganz liebe Grüße,

euer Pierre

Rückblick: Das „PARALYMPICS-TAGEBUCH 2008“ von Eva und Alexandra

oneview - das merk ich mir!

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