Ein STERN leuchtet – über Vancouver und Whistler Creekside

Was für ein Wettkampf dort oben im fernen grünen kanadischen Whistler Creekside: Winter ist anders. Schwere Regenwolken und dichte Nebelbänke liegen auf Start- und Zielstrecke der Piste beim Riesenslalom. Sogar der Kamera-Zoom macht am heimischen HDTV-Bildschirm weder dicke Suppe noch Sicht klarer. Wie sieht die Lage da erst auf der Piste aus? Reporter rufen schnell verunsichert nach Guides – während die mit ihren Athleten sicher und schnell die Piste talwärts wedeln.

Wieder fiebern wir Fans mit den Athleten mit – nach Verena Bentele, Andrea Rothfuss, Andrea Eskau, Gerd Schönfelder, Willi Brem, Frank Höfle sowie den Rollstuhlcurlern des deutschen Teams – heute Abend mit Anna Schaffelhuber und Martin Braxenthaler dort oben in Whistler Creekside: „Go Germany go!“

Bei diesem Start ist Geduld gefragt beim Zuschauer – und besonderes Geschick bei den Skifahrern. Mit Regen, Nebel und Wind braut sich gleich einer Hexenküche schier unberechenbares Wetterchaos zusammen, will sich der rasanten Abfahrt in den Weg stellen: „Wenn man schon kein Glück hat, dann kommt noch Pech dazu.“ kommentiert Guido Heuber live bei Eurosport auch das unerwünschte Wegflattern eines großen bunten Werbebanners an der Ziellinie („Haltet ihn!“ oder „Bleiben Sie dran!“ mag der Sponsor den Volunteers zugerufen haben.) – und begleitet die Rennen sachkundig-kurzweilig wie unprätentiös, ganz ohne falsche Petitesse . Die kommt uns auch nach über fünf Jahren seit Athen noch immer mal wieder hier und da als mitleidige Attitüde unter.

„Ich mag es nicht über anderen Leuten zu stehen und auch nicht darunter.  Am liebsten bin ich mittendrin und versuche dort mein Bestes zu geben.“
– Angus Young, Gitarrist AC/DC –

Dieses professionelle Motto eines Musikers scheint auch für Kommentatoren gut zu funktionieren – bei der Berichterstattung über die Paralympics.

Wer „Paralympics“ unter News googelt, dem flattern augenblicklich so um die 10.600 Suchergebnisse online auf den Flatscreen. Das ist der Hit im doppelten Wortsinne.

Ein Stern leuchet über Vancouver und Whistler – die Presse entdeckt Paralympics. Geht da womöglich ein Ruck durch die Medienlandschaft? Das wäre erfreulich, besonders als sport-journalistische Langstreckendisziplin auch zwischen Start in Vancouver 2010 und Ziel London 2012. Paralympioniken haben als Mensch einen langen Atem – als Sportler sind sie weniger geduldig.

Well done, liebe Medien. Weiter so! Google-Space-Spots à la STERN-Schnuppe? Naja… Guter Wille zählt auch – als kleiner Lichtblick. Die Stars der Piste – sie strahlen sowieso: heute wieder golden und glänzend. Martin Braxenthaler gewann sein zweites Gold und Anna Schaffelhuber machte eine glänzende Figur – trotz Wetterchaos.

(Fotos: flickr)

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