:paralympic_News: Pressespiegel_03_09

Gerade wurden die paralympischen Sportler des Jahres 2009 in Berlin gekürt, da vermelden die Newsticker bereits Neuigkeiten für die Sommerspiele 2012 in London.

Erstmals seit den Sommer-Paralympics Sydney im Jahre 2000 werden auch wieder Athleten mit geistigen Einschränkungen in den Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen an den Start gehen: eine Entscheidung, die große Zustimmung findet – aber auch für Diskussionen wegen möglicher Auswirkungen auf  Wettkampfabläufe sorgt. Dabei geht es nicht um die Teilnehmer, sondern um Darstellung und Aussenwirkung in den Medien, bei Sportpresse und Öffentlichkeit.

Die Frage ist also nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ bei allgemeiner sowie Sport-Berichterstattung und Organisation. Um Wettkämpfe beim Publikum attraktiver zu machen, wurden einzelne Startklassen bereits zusammengelegt und sogar Disziplinen zusammengestrichen – nicht immer zur Freude für Athleten, die sich lange und intensiv vorbereiten. Die Kosten für Trainings, Reisen und Unterkunft bei den Wettkämpfen tragen sie zumeist selbst. Dieser Umstand, erschwert schon jetzt manchen Sportlern – auch denen der Gruppe mit kognitiven Einschränkungen – die Teilnahme bei den Paralympics.

Auch Fans, die sich im System der Startklassen auskennen, sind irritiert.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/881590

Wie schwierig das Thema „Paralympics“ in seiner Zuordnung bei der Presse ist, verdeutlicht sich, wenn interessierte Leser den Eklat um die Leichtathletin und WM-Siegerin Caster Semenya hier wiederfinden – quasi als „Akte X-Fall“:

http://www.focus.de/sport/mehrsport/leichtathletik-paralympics-suedafrikanischer-verband-suspendiert_aid_451854.html (Da ist sie wieder: unsere Rubrik „Mehrsport“. Was nicht passt, wird passend gemacht.)

Manchmal treibt die Berichterstattung schon seltsame Blüten. Mit seriöser Erwähnung paralympischer Athleten im Kontext von Olympia oder Sport allgemein tut man sich bedeutend schwerer. Es scheint Vorsicht geboten: die Paralympics nicht wieder in die Rubrik „Freakshow“ zu schieben. Das sollten wir längst hinter uns haben – und alle Athleten fair sowie fachkundig würdigen.

Immerhin gelingt es mancherorts, angemessen über brisante Sportthemen zu berichten: http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/leichtathletik/2009/11/19/news-141377859/detail.html – und neben der menschlichen auch die sportliche Leistung in den Fokus zu stellen. Das ist es, was Leistungssport ausmacht, nicht alleine „Schicksal“ oder „Skandal“. Diese Headlines finden sich leider allzu oft im boulevardesken Teil bunter Blätter. Sportberichte per Media-Mix, das wollen Sportler – und ihre Fans.

Was Paralympics-Fans lesen wollen, wissen die Schüler-Redakteure der „Paralympics-Zeitung“ seit den Sommerspielen Athen 2004. Jetzt ist ein neues Redaktions-Team am Start bei den Winter-Paralympics Vancouver im März 2010:

http://www.die-mark-online.de//freistilstart/00_20091120005900_Von_Hennigsdorf_nach_Vancouver.html

Da wird es ganz sicher keine Stilblüten geben, sondern professionelle Reportagen, Interviews und Sportler-Porträts – von motivierten, neugierigen, sportbegeisterten Schreibern. Wir dürfen gespannt sein auf die erste Ausgabe der coolen Paralympics-Zeitung aus Vancouver und Whistler. Zusammen mit ihren kanadischen Schüler-Kollegen von der Kitsilano Secondary School in Vancouver werden sie vier Ausgaben der deutsch-kanadischen Paralympics Zeitung erstellen. Zwei Ausgaben des deutschsprachigen Teils sollen im Zeitraum der Paralympics als Beilage in der „Zeit“, dem „Handelsblatt“ und dem „Tagesspiegel“ erscheinen. Als Autoren werden wir dann folgende Namen lesen:

Anne Balzer, Forst (Lausitz), Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium

Heiko Möckl, Uhldingen-Mühlhoffen, Droste-Hülshoff-Gymnasium, Meersburg

Raphael Menke, Trier, Auguste-Viktoria-Gymnasium

Elisa Kremerskothen, Berlin, Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Franziska Ehlert, Henningsdorf, Alexander-Puschkin-Gymnasium, Henningsdorf

Niko Langhammer, Holzkirchen, Max-Rill-Gymnasium, Reichersbeuern

Tassilo Hummel, Neckargemünd, Gymnasium Neckargemünd

Leonie Arzberger, Haag an der Amper, Dom-Gymnasium, Freising

In Workshops werden die Jungjournalisten mit redaktioneller Unterstützung des Tagesspiegel schon jetzt fit gemacht: http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2947493 „Dann weicht das Lampenfieber schnell der Leidenschaft und Begeisterung beim Schreiben.“ versicherte Schülerin Bettina Berndt kurz vor dem Abflug des Redaktions-Teams zu den Paralympics nach Peking am Flughafen Berlin-Tegel.

Die Jungjournalisten der Paralympics-Zeitung 2008

Das Redaktions-Team der Paralympics-Zeitung der Sommerspiele Peking

„Klar, die Paralympics Zeitung ist ein tolles Projekt, aber die Flut an Einsendungen hat uns dennoch überrascht“, sagt Gregor Doepke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Als Jury-Mitglied und Initiator des Projektes Paralympics Zeitung hatte auch er die Qual der Wahl, unter den hundert besten Einsendungen die acht herausragenden Bewerber auszuwählen.

Schüler-Reporter berichteten aus Peking 2008

Seit der ersten Zeitung in Athen 2004 hat das Projekt eine beeindruckende Entwicklung gemacht“, findet Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegel und Herausgeber der Paralympics Zeitung. Auch er hat als Jury-Mitglied die acht Sieger des Schreibwettbewerbs ausgewählt.

Presse und viel Prominenz am Start

„Wir freuen uns, dass diese hoch motivierten jungen Menschen die Paralympics erleben können und so vielen Menschen in Deutschland von ihren Erlebnissen und Eindrücken berichten werden. Durch die Arbeit der jungen Reporter bekommen die Winter-Paralympics noch mehr Öffentlichkeit in Deutschland, auch bei jüngeren Menschen. Das ist uns ein wichtiges Anliegen“, ergänzt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. (DBS) und Mitglied der Auswahljury. Der DBS ist offizieller Partner der Zeitung.

Ein Berliner Original: die Paralympics-Zeitung

Auch die Wintersport-Athleten machen sich professionell für Vancouver warm – und werden erstmals auch bei den Paralympics 2010 mit offizellen Olympia-Pässen ausgestattet:

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/840774

Wer bei den Paralympics in Vancouver um die besten Plätze bei Ranking, Rekorden und Medaillen kämpft, hat auch bereits die Bewerbung um die Winterspiele in München 2018 im Blick – sollte man meinen. Dass dem nicht immer so sei, schreibt die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/m5O38j/3135790/Unterschlagene-Paralympics.html

Während die Winter-Paralympioniken beim Training für Vancouver ins Schwitzen kommen, messen sich derzeit Athleten der Sommerspiele im fernen indischen Bangalore bei tropischer Hitze: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1257341735366&openMenu=1013016724285&calledPageId=1013016724285&listid=1018881578312

(Dieser Beitrag ist auch als Audio unter obigem Link abrufbar.)

In der 10 Millionen Einwohner zählenden Metropole – indisches Silicon Valley – finden jetzt die IWAS (International Wheelchair & Amputee Sports Federation) World Games 2009 mit Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Handicap-Sportler statt. Hier treten mit 18 Mitgliedern des deutschen Teams als Favoriten Martina Willing, Michaela Floeth, Astrid Höfte und Wojtek Czyz an. Marianne Buggenhagen will es nochmal wissen – und hat gute Aussichten auf Edelmetall.

Paralympics-Sieger und WM-Favorit Mathias Mester hat eine saubere Sport-Wette mit Trainerin Steffi Nerius am Laufen: Wenn er eine Medaille im Diskus-Wurf abräumt, räumt sie bei ihm auf.

http://www.ahlener-zeitung.de/lokalsport/kreis_coesfeld/coesfeld/1218120_Ein_Staubwedel_fuer_Steffi_Nerius.html

Top, die Wette gilt!

Doch zuvor tauschte die Siegerin der Leichtathletik-WM Berlin und Weltmeisterin im Speerwurf mit Top-Athletin und Paralympics-Siegerin Martina Willing die sportliche Rolle – und warf  den Speer aus der Sitzposition heraus. Zur Sicherung des Wurfes dient ein spezieller Sportsitz, an dem querschnittgelähmte Speerwerfer ihre Beine per Sicherheitsgurten fixieren. So erreichen sie eine stabile Position bei größtmöglicher Flexibilität des Oberkörpers beim Wurf. Orthopädie-Techniker sind vor Ort, um Sportgeräte und Rollstühle beim Boxen-Stopp startklar zu machen.

Ungewohnte Position für Steffi Nerius beim Speerwurf

Ungewohnte Position für Steffi Nerius beim Speerwurf (Foto:DBS)

Eine saubere Leistung legen schliesslich alle Athleten hin. Auch Ali Ghardooni.

Der gebürtige Iraner kam vor fünf Jahren als Flüchtling nach Deutschland, lebt in Magdeburg und gilt als ein „erfolgreiches Beispiel gelungener Integration“, so Norbert Block, Präsident des Behinderten- und Reha-Sportverbandes Sachsen-Anhalt.

Der 29-jährige Leichtathlet hat einen langen Behörden-Marathon absolviert und startet, obwohl offiziell noch nicht eingebürgert, inzwischen für die deutsche Nationalmannschaft. Die Ausländerbehörde in Magdeburg hat ihm – wie bereits zu den Paralympics vor einem Jahr in Peking – einen Reisepass ausgestellt.
Die Behörde fördert auch seine Ausbildung zum Informatik-Kaufmann. Ghardooni wolle sich nun mit einer Medaille im Diskusring von Bangalore revanchieren, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung.
Verfechter der Paralympics, Sir Philip Craven, wurde für weitere vier Jahre zum Präsidenten des IPC gewählt: http://ow.ly/EBcz
Wieder IPC-Präsident: Sir Philip Craven

Wieder IPC-Präsident: Sir Philip Craven

+++

(Text zur Paralympics-Zeitung mit Agentur panta rhei/Karin Preugschat und DBS/Marketa Marzoli, Fotos: Andrea Ramsteck)

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