Schneehasen lieben dieses Geräusch: „Klick“, die Ski-Bindung rastet ein – und es gibt kein Halten mehr. Ob Abfahrt oder Loipe: Der Berg ruft… Online tut es bis dahin auch das Klick der Maus. Auf dem Pitztal-Gletscher hat die Wintersport-Saison beim 12. Europacup Ski alpin mit einem glänzenden Start des deutschen Skiteams schon begonnen.
Sledgeeishockey auf dem Roten Platz in Moskau
Im Vorfeld der Winterspiele 2014 in Sochi, trat am 12. Dezember auf dem Roten Platz in Moskau die deutsche Sledgeeishockey-Nationalmannschaft gegen das Team Niederlande beim Ersten Internationalen Paralympischen Wintertag (IPD) an: http://www.ski-online.de/1900-e_33536,r_5678.htm – und gewann mit 10:1 vor winterlicher Traumkulisse.
Schade eigentlich, da schneite mir doch dieser Tage glatt eine Einladung zum „Medien-Workshop auf der Zugspitze“ ins Postfach. Eine einmalige Gelegenheit, sich professionell mit Journalisten auf die Berichterstattung über die zehnten Winterparalympics vorzubereiten: einen ganzen Tag lang – auf der Zugspitze.
„Eingebettet in die Auftaktveranstaltung der BG-Kliniktour http://www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/fitimsport/index.jsp, die… auf der Zugspitze beginnt, möchten wir Sie über alles Wissenswerte rund um die Paralympics in Vancouver und den aktuellen Stand der Vorbereitungen informieren.“
- so die sehr freundliche und vielversprechende Einladung.
Was für Aussichten! Und ich muss hier im Januar Schnee schippen – wahlweise auch ohne Schnee: Schrippen, jedenfalls Brötchen verdienen.
Wie gesagt, schade eigentlich.
Aber was hält Blogger davon ab, schon mal einen virtuellen Kurztrip nach Vancouver und Whistler zu wagen?
Aber was blogge ich? Briefe schreiben ist viel schöner – und dieser Tage angesagt. Die Post hat eigens zu den Winterspielen Vancouver 2010 Sonder-Briefmarken aufgelegt – in Österreich. „Ja, ist denn scho’ wieder Weihnachten?“ In wenigen Klicks...
…La Molina, Pitztal, Vancouver und Whistler.
Glänzender Auftakt in die Ski-Saison für das deutsche paralympische Alpinsport-Team – Vancouver2010 kann kommen
„Mit 2 ersten und 5 dritten Plätzen starteten die paralympischen Alpinsportler des Deutschen Behindertensportverbandes erfolgreich beim zwölften Europacup Ski alpin auf dem Pitztaler Gletscher zum Saisonauftakt.
Auf dem Weg nach Vancouver unterstrichen Martin Braxenthaler, Gerd Schönfelder und Andrea Rothfuß im internationalen Teilnehmerfeld von 22 Nationen ihre Spitzenstellung. Aufhorchen ließ auch der zweite Platz der erst 16 – jährigen Anna Schaffelhuber, die mit 2:27,30 Minuten im Riesenslalom bekannte Athleten wie die Schweizerin Anita Fuhrer und Delphine Le Sausse aus Frankreich auf die Plätze verwies.“
Nächste Station des Europacup Ski alpin 2009 ist Kühtai vom 17. bis 19. Dezember mit 150 Rennläufern aus 20 Nationen - und Spitzenathleten aus Japan, Canada, Österreich und Deutschland.
„Rutschen will gelernt sein“ – nicht nur beim Rodeln.
Der Winter ist da, jedenfalls auf dem Kalender. Doch bei vielerorts noch frühlingshaft-milden Temperaturen heisst es leider noch nicht „Ski und Rodel gut!“ – notfalls auf dem Hosenboden. Stylisches und schnelles Sport-Equipment steht auf vielen Wunschzetteln.
Bis wir Freizeit-Wintersportler Pisten, Loipen, Rodelbahnen und Eis stürmen können, haben die Athleten der Winter-Paralympics ihr Training und Wettkämpfe bereits ganzjährig absolviert – oder gehen gerade an den Start.
Eine der paralympischen Sportarten, die ganzjährig auf dem Hosenboden stattfindet, ist Sitzvolleyball. Eine Reportage macht diesen dynamischen Sport anschaulich
Die etwas andere Art, „Schneeball-Schlacht“ zu proben:
ein „Whistler Village Flash Mob Pillow Fight“…
Unterdessen startet die paralympische Ski-Rennsaison auf dem Pitztaler Gletscher mit dem 12. Europacup Ski alpin vom 8. bis 13. Dezember in Tirol. 130 Ski-Sportler aus insgesamt 26 Nationen gehen im Riesenslalom, dem Super G und der Super Kombi (Super G und ein Slalomdurchgang) auf die Piste.
Die Rennen laufen in den Startklassen „Sitting Skiers“ (Rollstuhlfahrer), „Standing Skiers“ (Amputierte) und „Blind Skiers“ (Blinde). Das DBS-Ski-Alpin-Team ist dabei, auch mit eigener Webseite: http://www.skiteam-alpin.org/content.php?folder=17
Zeit auch für andere Geschichten – die von Heiko Kunert, der blind bloggt, ist so eine.
Bloggen als Kommunikations-Medium auch zwischen Blinden und Sehenden – aber bitte barrierefrei. Ein Beitrag von Ulrike Gerards zum Thema mit einem Porträt von Heiko Kunert als Blogger:
Die Sportschau dürfte sicher auch die Winter-Paralympics auf dem Schirm haben – falls bis nach den Olympischen Spielen im Schnee nicht alle der 1.000 akkreditierten Journalisten gleichzeitig kalte Füße bekommen. Never ever!
Seit den paralympischen Sommerspielen 2004 in Athen schreiben Nachwuchs-Journalisten aus Deutschland in einem gemeinsamen Redaktionsteam mit Schülerinnen und Schülern des Gastgeberlandes vom Ort des olympischen Geschehens – so auch während der Paralympics Vancouver. Das Motto dieser Winter-Spiele mit etwa 600 Athleten aus 40 Nationen am Start in Kanada lautet: „With glowing hearts“.
Die „Paralympics Zeitung Vancouver 2010″ erscheint in fünf Ausgaben – zwei davon als Beilage der Holtzbrinck-Zeitungen „Der Tagesspiegel“, „Die Zeit“ und „Handelsblatt“.
Acht deutsche Schülerredakteure wurden kürzlich in einem bundesweiten Wettbewerb ermittelt, der große Resonanz fand.
Jetzt wurden offiziell auch die neun jungen Schüler-Redakteure aus Vancouver vorgestellt:
Cameron Farnden (17 Jahre) Kitsilano Secondary School
Zaga Gubash (16 Jahre), Kitsilano Secondary School
Stephanie Gustin (16 Jahre), Lord Byng Secondary School
Partner des bislang einmaligen Medien-Schüler-Projektes „Paralympics Zeitung“ sind das Kanadische Paralympische Komitee und der Deutsche Behindertensportverband (DBS).
„Unsere jungen Schüler in Vancouver haben hier die einmalige Gelegenheit, als Reporter und Schreiber zugleich Interviews mit kanadischen Athleten der paralympischen Familie und Besuchern zu führen. Ich bin stolz auf ihr Engagement und die Begeisterung, sich bei unseren Spielen zu engagieren.“, freut sich Mary McNeil, kanadische Staatsministerin, zuständig für Olympia und Paralympics Vancouver 2010 sowie das Programm ActNow British Columbia.
George Chow, stellvertretender Bürgermeister von Vancouver, ist nicht weniger stolz: „Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel des olympischen und paralympischen Geistes der Freundschaft und internationaler Zusammenarbeit. Es ist toll, dass begabte Schüler aus beiden Ländern dies in Teamarbeit verwirklichen.“
„Dank unseres Medien-Partners „Der Tagesspiegel“, werden Teile der Paralympics Zeitung mit einer Auflage von über einer Million Exemplaren als Beilage erscheinen – besonders in Deutschland ein optimaler Support – und eine gute Nachricht für die Sichtbarkeit der Paralympics.“, erklärt Gregor Doepke, Leiter Kommunikation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
Pressekonferenz im Rathaus von Vancouver zur Vorstellung der Blattmacher der Paralympics Zeitung Vancouver: (v.l.n.r.) Klaus Achenbach, Generalkonsul, Deutsches Konsulat Vancouver, Dena Coward, Direktorin Paralympic Games, VANOC, die neun kanadischen Schülerredakteure, George Chow, stellvertretender Bürgermeister von Vancouver, Mary McNeil, Staatsministerin der Olympics und ActNow BC, Carla Qualtrough, Präsidentin Kanadisches Paralympisches Komitee und Karin Preugschat, Chefredakteurin Paralympics Zeitung
Die DGUV initiierte und unterstützt das Projekt seit den Sommer-Paralympics Athen im Jahre 2004, bei dem Kanadisches und Deutsches Paralympisches Komitee mit diesem Zeitungs-Projekt kooperieren.
„Paralympische Spiele auf heimischem Boden sind eine einmalige Chance für die Paralympische Bewegung in Kanada und junge Menschen im ganzen Land, mehr über das unglaubliche Talent unserer Paralympioniken zu erfahren. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Team der Paralympics Zeitung und darauf, den angehenden Journalisten zu helfen, Geschichten über das Team Kanada in Vancouver 2010 und die Paralympischen Winterspiele zu erzählen.“, sagt Carla Qualtrough, Präsidentin des kanadischen Paralympischen Komitees.
Paralympics auf der Piste: Mono-Ski-Rennfahrer Harald Eder und Sieger Martin Braxenthaler beim Slalom der Winter-Paralympics Turin 2006
Auch Friedhelm Julius Beucher unterstützt als Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes dieses internationale Medienprojekt und zeigt sich erfreut: „Es ist schön zu sehen, wie unsere talentierten jungen Menschen zusammenarbeiten, mit guter Laune und großer Begeisterung ihre Ideen entwickeln.“
Nun werden die neuen Jungredakteure professionell auf ihre spannende Aufgabe als Sport-Berichterstatter an beiden Standorten in Vancouver und Berlin vorbereitet und fiebern dem sportlichen Großereignis schon entgegen – mit glühenden Herzen.
Womöglich warten sie in der Ferne nicht bis März 2010, um schon mal Kontakt miteinander aufzunehmen. Ein erster Austausch startet oft auch über Social Networks wie Facebook oder StudiVZ – und die :PARALYMPIC_crew. Wir sind alle am Start!
Die erste Ausgabe der „Paralympics-Zeitung“ aus Turin 2006 ist als PDF hier abrufbar – auch nach den Sommer-Spielen Athen 2004 und Peking 2008 als Presse-Highlight der Winterspiele Vancouver 2010 sicher wieder lesenswert:
Sie gibt einen Vorgeschmack auf die Paralympics in Rio de Janeiro 2016 – die Kurzbahn-WM 2009 an der Copacabana.
Impressionen von der Kurzbahn WM Rio 2009 aus Sicht des Teams Kanada
„Obwohl das Team mit nur sieben Athleten angereist ist, kann Bundestrainerin Ute Schinkitz mit den bisher erzielten Ergebnissen sehr zufrieden sein. In den vergangenen drei Wettkampftagen sammelte das deutsche Team insgesamt sieben Medaillen.“ vermeldete der Deutsche Behindertensportverband (DBS) am 3. Dezember auf seiner Webseite.
„Zweimal Gold und zwei weitere Weltrekorde für die Rekordsammlung des Berliner Schwimmteams lautet die Bilanz am vierten von sechs Wettkamptagen bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften im Schwimmen der Behinderten in Rio de Janeiro.
Daniela Schulte setzte sich mit zwei Weltrekorden gegen die Konkurrenz über 100 Meter Lagen und 200 Meter Lagen durch. Durch einen Fehlstart blieb ihr der dritte Titel, trotz Weltrekordzeit, gestern leider verwehrt.
Der zweite Berliner im Deutschen Mini-Aufgebot, Lucas Ludwig, schwamm am heutigen Abend, nach zwei fünften Plätzen (100 Meter Schmetterling und 200 Meter Lagen), auf einen herovrragenden vierten Platz über 400m Freistil.
Allerdings lief die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften alles andere als optimal.
Denn lange bereiteten sich die Schwimmer auf eine ungewisse WM-Teilnahme vor, zu der letzendlich nur zwei Berliner reisen konnten. Leider konnten Nationalmannschaft und Deutscher Behinderten Sportverband die Reise nicht mehr finanzieren – und das Berliner Schwimmteam musste die Kosten von 3.200 Euro kurzfristig selbst tragen.“ schreibt Maik Zeh, Teammanager und Trainer am Berliner Paralympischen Trainingsstützpunkt Schwimmen, in seiner Pressemitteilung.
Am vierten Wettkampftag glänzte Maike Naomi Schnittger mit einer Bronzemedaille über 400 Meter Freistil. Ein weiteres Highlight setzte Daniel Simon, als er sich den Weltmeistertitel über 50 Meter Freistil in 24,24 Sekunden holte.
Kirsten Bruhn im Sportler-Porträt bei ParalympicSportTV
Die mehrfache Paralympics-Siegerin und Spitzen-Athletin Kirsten Bruhn vom PSV Neumünster preschte mit neuem Weltrekord über 100 Meter Rücken zu Gold – und über 50 Meter Freistil zu Bronze.
Christoph Burkard gewann in seiner Startklasse gleichfalls über 400 Meter Freistil mit 4:36,25 Minuten Bronze -und mailte der Neuen Rottweiler Zeitung: „Ich bin super zufrieden!“
Maike Naomi Schnittger (50 Meter Freistil) und Lucas Ludwig (400 Meter Freistil) erreichten am Mittwoch jeweils einen guten vierten Rang.
Ein Ausblick auf die Wettkampfstätten der Sommerspiele Rio 2016
Fans und Sportbegeisterte können die Kurzbahn-WM im Internet per Livestream auf ParalympicSportTVtäglich ab 20 Uhr hierzulande verfolgen:
Es war wohl der erfolgreichste WM-Tag in Rio bisher.
Insgesamt wurden fünf Medaillen gewonnen: drei Mal Gold, zwei Mal Bronze kann das deutsche Schwimmteam am 3. Dezember für sich verbuchen. Dazu gab es einen sechsten Platz.
Die Stimmung war hervorragend trotz eines zwischenzeitlichen Gewitters, das auch den Zuschauern bei ParalympicSportTv in aller Welt eine Auszeit am PC-Bildschirm bescherte. „Es schüttete nur so vom Himmel.“ berichtet Bernhard von Welck, Chef-Trainer des Deutschen National-Schwimmteams und freut sich über die Ergebnisse eines sehr erfolgreichen und – auch von oben – energiegeladenen Tages:
Kirsten Bruhn holte über 100 Meter Brust in 1:35,30 Minute Gold und stellte hier in ihrer Startklasse neuen Weltrekord auf. Später gelang ihr zudem der Griff nach Bronze auf 100 Meter Freistil mit 1:11,90 Minute – und zugleich ein Europarekord.
Christoph Burkard gelang über 100 Meter Brustschwimmen in 1:22,44 Minute Weltrekord sowie über 100 Meter Schmetterling in 1:12,44 Minute zugleich eine neue persönliche Bestzeit.
Lucas Ludwig schwamm Europarekord und gewann eine Bronzemedaille über 100 Meter Lagen in 1:00,82 Minute.
Annke Conradi schlug über 100 Meter Freistil in 2:20,08 Minuten als Erste im Ziel an – und gewann eine Goldmedaille.
Auch bei Fans, die sich in Social Networks wie Facebook untereinander und mit den Sportlern dort international über die IPC Swimming World Championships Rio 2009 sowie in Fan-Gruppen austauschen, schlagen die Erfolge der Schwimmer wie ein Blitz ein. Die Spannung ist elektrisierend – und sie steigt täglich online und in Echtzeit.
Vitamine – echte und einzige Energiespender in Rio
+++ #2 Update vom 6. Wettkampftag:
Auch die Ergebnisse vom 6. Tag der IPC WM Kurzbahn können sich sehen lassen. Dieses Spitzen-Sportevent war wieder sehr erfolgreich. Insgesamt wurden zwei Medaillen gewonnen: ein Mal Gold und ein Mal Silber. Dazu gab es je einen 5. und 7. Platz.
Wettergott Zeus steht der Sinn derzeit nach Wasser – auch von oben.
„Es schüttete wieder den ganzen Tag vom Himmel. Auch heute gibt es auf Grund der kritischen Wetterlage keine offiziellen Siegerehrungen. Wichtiger ist die Durchführung der Wettbewerbe.“ mailt Cheftrainer Bernhard von Welck aus dem fernen Rio nach Deutschland. Und das Schwimmteam hofft: „Jetzt noch ein Wettkampftag: mal sehen, ob das Wetter wieder besser wird.“ Fans in Deustchland und weltweit drücken die Daumen!
Die Ergebnisse des 6. Tages:
Daniela Schulte stellte auf 100 Meter Rücken in 1:19,96 Minute einen neuen Weltrekord auf und erreichte Platz eins.
Lucas Ludwig erreichte über 100 Meter Rücken mit 1:00.30 Minuten eine neue persönliche Bestzeit.
Christoph Burkard schwamm die 100 Meter Freistil in 1:04.85 Minute.
Daniel Simon holte über 100 Meter Rücken in 1:04.37 Minute Silber – und erreichte zugleich eine neue persönliche Bestzeit.
Im Ranking steht Deutschland damit weiter auf Platz sechs.
Auf der Erfolgswelle - das deutsche Schwimmteam bei der WM Rio
+++ #3 Update vom 7. Wettkampftag:
Auch am letzten Wettkampftag regnet es in Rio zunächst – doch beim Finale strahlen Fans und Athleten um die Wette.
Mit zwei Medaillen – ein Mal Gold und ein Mal Bronze – rundet das deutsche Schwimmteam die Medaillenbilanz der WM auf der Kurzbahn in Rio nochmals erfreulich auf. Dazu gab es einen fünften und neunten Platz.
Das Wetter war etwas wärmer, aber trotzdem begann es im Verlauf der Vorläufe wieder zu regnen.
Die Ergebnisse des 7. und letzten Tages:
Daniela Schulte schwimmt über 100 Meter Freistil erneut auf Platz eins in 1:08,94 Minute. Auch Maike Naomi Schnittger fischt über 100 Meter Freistil in 1:02,50 Minute mit Bronze noch einmal Edelmetall für Deutschland aus dem Wasser der Kurzbahn-WM in Rio.
Daniel Simon schwimmt über 100 Meter Freistil in 55,21 Sekunden auf einen guten fünften Platz. Lucas Ludwig erreicht über 100 Meter Freistil Rang neun in 54,94 Sekunden.
Insgesamt erreichten die Schwimmer elf Mal Gold, zwei Mal Silber und sechs Mal Bronze und belegten damit in der Gesamtwertung Rang 6 noch vor Japan, Spanien und Kanada.
„Wir können hoch zufrieden mit einer optimalen Medaillenausbeute, aber auch mit hervorragenden Bestzeiten nach Hause zurückkehren. Es war aus unserer Sicht ausgesprochen wichtig, an dieser Weltveranstaltung teilzunehmen, da die meisten führenden Nationen vor Ort waren und diese Veranstaltung sicher in den festen Kalender aufgenommen wird.“ so das Fazit von Bernhard von Welck zur WM Rio 2009.
+++ Sport-Fans sagen Danke! Auch die Band „Silbermond“ ist jetzt Follower und Freund der :Paralympic_crew on YouTube:
(Text mit v.Welck/DBS, D. Paschke; M. Zeh/BSB, Foto: DBS)
Die Erfolgsmeldungen von der Leichtathletik-WM im indischen Bangalore reißen nicht ab. Auch am vierten Wettkampftag vermeldet das deutsche Team sensationelle Ergebnisse: Mathias Mester wirft als erster kleinwüchsiger Athlet den Speer über die 40-Meter-Marke und holt sich den Titel mit einer Weite von 40,69 Metern.
In der 4x-400-Meter-Staffel kommen die deutschen amputierten Sprinter nach Disqualifikation der Thailänder mit einer Zeit von 47,96 Sekunden auf Platz eins und zum Weltmeister-Titel.
Über 100 Meter lief David Behre in neuer persönlicher Bestzeit von 24,56 Sekunden hinter dem Brasilianer Olivera zu Silber.
In der Startklasse der Oberschenkelamputierten holte sich Heinrich Popow im deutsch-deutschen Duell den WM-Titel über 200 Meter. Bis zur Kurve hatte sich Wojtek Czyz einen Vorsprung erarbeitet, berichtet TSV Bayer 04 auf der Vereinsseite. In der Kurve kam der Leichtathlet vom 1. FC Kaiserlautern dann aber aus dem Tritt und verlor seine Prothese.
An der Spitze des Feldes nutzte Heinrich Popow seine Chance und sicherte sich in 26,62 Sekunden überraschend den Titel und Gold vor dem Japaner Yamamoto.
Thomas Kipping mit Heinrich Popow und David Behre
Verliererin des Tages könnte nun Steffi Nerius sein, die ihre Wette mit Mathias Mester verlor. Doch sie nimmt es sportlich – und wurde vom deutschen Team freudig mit neuer Hymne bedacht: „Wir wollen dich putzen sehen,…“
Beachtliche Leistungen sind das angesichts eher weniger optimaler Startbedingungen an den Wettkampfstätten in Bangalore und organisatorischer Ablaufschwierigkeiten aufseiten der Gastgeber. Sogar indische Sport-Journalisten äussern sich dazu kritisch:
Da musste bei der Eröffnungszeremonie ein Redner im Rollstuhl auf die Tribüne gehoben werden, weil eine Rampe fehlte: ein echtes Handicap. Handbiker und Rennrollstuhlsportler bemängeln die Beschaffenheit der Tartanbahn, die zu langsam sei. „Am Anfang schien die Organisation etwas mit dem Ablauf überfordert zu sein – jedoch steigert man sich hier von Tag zu Tag. Gab es am ersten Tag noch nicht mal Weiten- oder Zeitenanzeigen, hat man das dann gleich am zweiten Tag im Griff gehabt. Mittlerweile wird bei den Siegerehrungen sogar die entsprechende Nationalhymne vom Band gespielt. Am ersten Tag haben wir mit dem Team unsere schöne Hymne noch live gesungen – wir wurden dafür sogar lobend in der indischen Presse erwähnt.“ so Thomas Kipping.
Er betreut das deutsche Team als Orthopädietechniker-Meister vor Ort. Was in anderen Nationen, wie etwa den USA schon seit Jahren professionelle Praxis ist, setzte nun der neue Bundestrainer, Willi Gernemann, um. „Nachdem ich bei einem Wettkampf in Münster gesehen habe, wie wichtig ein Orthopädiemechaniker sein kann, haben wir diese Neuerung eingeführt. Schließlich haben wir zahlreiche amputierte Athleten dabei, die auf ihre Prothesen angewiesen sind.“
Bei 16 Einsätzen stand Kipping den Leichtathleten mit Prothesen-Technik als Fachmann zur Seite, kümmerte sich um Reparatur und Feinjustierung der Sportausrüstung. Seine Werkstatt hat er mangels anderer Alternativen in seinem Hotel-Zimmer in unmittelbarer Nähe der Athleten eingerichtet. Gegen 13 Uhr ging es dann per Shuttle-Bus samt gepacktem Rucksack mit Notfallwerkzeug, Tapes, Klebstoff ausgerüstet ins Stadion.
Nachwuchsathlet Nick Weihs und Thomas Kipping
„Für die Prothesenträger ist es in erster Linie wichtig zu wissen, dass ein Orthopädietechniker mit entsprechendem Equipment im Hintergrund für den Notfall bereit steht. Das gibt ihnen eine gewisse Sicherheit im Kopf.“ erklärt der Mann für alle Fälle. Diese lassen sich indes trotz Fine-Tuning und Sicherheitsvorkehrungen nicht immer verhindern – und sind zum Glück selten.
Nach den ersten Trainingseindrücken optimierte Kipping die Prothese des Nachwuchsathleten Nick Weihs. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Drei persönliche Bestleistungen und eine Silbermedaille standen für den 17-jährigen Athleten auf der Habenseite.
Mit Orthopädie-Technikern läuft es gut
Seit dem Jahr 2001 betreut Thomas Kipping den vierfachen Medaillengewinner in Indien und Paralympics-Sieger Heinrich Popow.
Thomas Kipping freut sich, das deutsche Team unterstützen zu können: „David Behres Stümpfe haben hier etwas im Umfang verloren – daher ruschten seine Prothesen und ein Sturz im Training war die Folge. Ich habe ihm den Innenschaft angepasst und die Ventile, die das Vakuum halten müssen, verbessert.“ Auch verschiedene statische Anpassungen gehören zu den Aufgaben des Supports vor den Wettkämpfen. Um größere Reparaturen durchführen zu können, steht Kipping in Kontakt mit Kollegen der Werkstatt von Otto Bock Health Care in Bangalore.
Es sei wichtig, alles an Maschinen und Material da zu haben, um komplette Prothesen bauen zu können, ergänzt der Orthopädietechniker des deutschen Teams und lobt die Hilfsbereitschaft der Otto-Bock-Werkstatt, die man bislang noch nicht in Anspruch nehmen musste.
Zum Boxenstopp gehört auch das Reifenflicken – eine echte Herausforderung für Thomas Kipping, als ein platter Rollstuhlreifen von Marianne Buggenhagen sofortigen Support benötigt: „Da kein Ersatzschlauch aufzutreiben war – und eine Lieferung 10 Tage dauert -, improvisierte der erfahrene Team-Orthopädietechniker – und schnitt flugs einen Flicken aus einem Thera-Band, das Athleten zu Trainingszwecken dient.
Jörg Frischmann, selbst erfolgreicher Leichtathlet dieser WM mit Silber im Kugelstoßen und Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen, sagt: „Tom Kipping hat den Bereich Prothetik sehr gut begleitet. Ich würde mich freuen, wenn er fester Bestandteil des Teams wird.“
Siegerehrung Jörg Frischmann
Alles in allem läuft es sehr gut für das deutsche Leichtathletik-Team. Nächste Station ist vor den Paralympics 2012 die IPC Leichtathletik WM in Neuseeland 2011 – möglichst auch mit dem Orthopädie-Techniker Thomas Kipping im Nationalteam.
Martina Willing holte ihre zweite Goldmedaille nach Diskus jetzt auch im Kugelstoßen. Mit einer Weite von 8,17 Metern blieb die 50-Jährige nur 34 Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung und 47 Zentimeter unter dem Weltrekord. Für die mehrfache Paralympics-Siegerin Willing ist dies der siebte WM-Titel ihrer Laufbahn, meldet die Märkische Oderzeitung: http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Sport/id/306069 Am Sonntag setzte die Athletin noch einen drauf und eroberte sich beim Speerwerfen mit 23,53 Metern Platz eins und erneut Gold. Alle guten Dinge sind drei.
Im Speerwurf sicherte sich Marianne Buggenhagen mit 16,32 Metern Bronze. Am Sonntag glückte ihr beim Kugelstossen, was Martina Willing in deren Startklasse zuvor gelang: mit einer Weite von 8,17 Metern die Eisen- in eine Goldkugel zu verwandeln.
Der 29-jährige Diskuswerfer Ali Ghardooni, der aufgrund einer Kinderlähmung das rechte Bein nicht benutzen kann, wirft die Scheibe aus der Sitzposition heraus – jetzt mit einer Weite von 44,71 Metern zu Gold. Damit hat der gebürtige Iraner sein Ziel hier bei der Leichtathletik-WM in Indien erreicht: den Weltmeistertitel.
Mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen endeten die Titelkämpfe für die deutsche Mannschaft bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Indien. Zum Auftakt des letzten WM-Tages gewann Marc Schuh in einem packenden Finale mit der Zeit von 49,62 Sekunden über 400 Meter Gold.
Weltmeister Mathias Mester
Mathias Mester stieß die Kugel zum guten Schluss mit 11,91 Metern noch einmal auf Europa-Rekordweite und gewann damit eine Silbermedaille. Seine Trainerin Steffi Nerius zeigt sich darüber mehr als erfeut – trotz oder gerade wegen verlorener Wette.
Sehr erfreulich, dass zumindest einige deutsche Lokal-Redaktionen auch aus der Ferne am Start sind bei den IWAS Games 2009.
(Text: Andrea Ramsteck, Fotos: Jörg Frischmann/TSV Bayer04 Leverkusen)
Kürzlich erst hatte Martina Willing mit Trainerin Steffi Nerius Position und Sportgerät getauscht – und war dabei von der jüngeren Speerwerferin überboten worden.
Jetzt überbieten Martina Willing (SC Stahl Brandenburg) und Marianne Buggenhagen (SC Berlin) – als zwei Grand Ladies der Leichtathletik – alle Erwartungen und langen schon am ersten Wettkampftag der WM richtig zu. Marianne Buggenhagen holte sich in ihrer Startklasse (F 55) den WM-Titel im Diskus mit einer Weite von 25,80 Metern. Martina Willing wollte da nicht zurückstehen – und warf den Diskus in ihrer Startklasse (F 56) gleichfalls zu neuer Weltrekordweite. Die Athletinnen betreiben ihren Sport im Rollstuhl (und wechseln bei Diskus und Speerwurf in spezielle Sportstühle). Martina Willing ist zudem blind.
Beide Top-Sportlerinnen und das gesamte Deutsche Team werden uns in den nächsten Tagen sicher mit weiteren Bestleistungen auch beim Speerwerfen und Kugelstoßen auf Trab halten. Michaela Floeth (TSV Bayer 04 Leverkusen) kam beim Diskus in ihrer Startklasse mit 37,69 Metern auf den ersten Platz. Ihre Vereins-Kollegin Katrin Green sprintete über 100 Meter als Erste in 13,62 Sekunden durchs Ziel zum neuen deutschen Rekord. Astrid Höfte, gleichfalls TSV Bayer Leverkusen, gewann Bronze und verbesserte mit 14,07 Sekunden zugleich ihre persönliche Bestzeit. Auch Jana Schmidt (LV Waren – Müritz) und Vanessa Low liefen über die gleiche Distanz in der Startklasse T 42 zu Gold und Silber. Bei den Herren war Reinhold Bötzel (NBS Nienburg) im Hochsprung Sieger des Tages. Kugelstoßer Frank Tinnemeier (Bayer 04 Leverkusen) gewann seine erste internationale Medaille.
Mit David Behre, Markus Rehm (beide Leverkusen) und Nick Weihs (Ludwigslust) sind gleich drei unterschenkelamputierte Nachwuchs-Sprinter im Finale am Donnerstag. Besonders erfreulich ist, dass David Behre (12,05sec) und Nick Weihs (12,23sec) neue persönliche Bestzeiten erzielten. Hinter dem Brasilianer Oliveira haben alle drei Medaillenchancen.
Im 100-Meter-Sprint in der Startklasse T54 hatte Rollstuhl-Schnellfahrer Marc Schuh mit der fünftschnellsten Vorlaufzeit ebenfalls das Finale erreicht.
Indes sind die Bedingungen in der Sportarena der indischen Millionen-Metropole Bangalore keineswegs so highttech-tauglich, wie es ein Technologie-Zentrum vermuten läßt: „Es wirkt vieles noch ziemlich unfertig. In der Weitsprunggrube war noch kein Sand, im Kugelstoß-Ring fehlt der Balken, für die Diskuswerfer ist noch kein Netz installiert“, sagte Delegationsleiter Jörg Frischmann (TSV Bayer 04 Leverkusen) gegenüber RP-Online.
Das tropische Klima stellt an Athleten, die mit Sportprothesen an den Start gehen, hohe Anforderungen: Beim Schwitzen kann es leicht geschehen, dass die Sportprothese am Beinansatz ins Rutschen kommt – bei Sprint oder Weitsprung den Halt verliert. Doch die Profisportler kennen die Risiken, prüfen den sicheren Sitz lieber mehrfach – und wischen sich das Wasser vorsichtshalber öfter von Stirn und Bein. Doch das Handtuch zu werfen, kommt nicht infrage. Seien die Bedingungen auch noch so schwierig. Man macht offensichtlich das Beste daraus – sprichwörtlich und sportlich gesehen.
Der Erfolg der Brandenburger Sportlerinnen Buggenhagen und Willing findet bislang in der sonstigen Berliner Regional- und Lokalberichterstattung – leider auch im Sportteil eines Paralympics-Medienpartners – keine Erwähnung. Und dabei reichte man mir neulich noch eine hellblaue Papiertüte mit der Aufschrift „Paralympics Zeitung“ – in der meine Tageszeitung steckte, die ich seit über 30 Jahren lese. Ich bleibe zuversichtlich.
Aber dies hier sind ja nicht die Paralympics – und die WM läuft noch. Womöglich kommt man in Berlin ja noch nach – mit aktuellen Sportnachrichten von der IWAS Leichtathletik-WM 2009 in Bangalore.
Gerade wurden die paralympischen Sportler des Jahres 2009 in Berlin gekürt, da vermelden die Newsticker bereits Neuigkeiten für die Sommerspiele 2012 in London.
Erstmals seit den Sommer-Paralympics Sydney im Jahre 2000 werden auch wieder Athleten mit geistigen Einschränkungen in den Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen an den Start gehen: eine Entscheidung, die große Zustimmung findet – aber auch für Diskussionen wegen möglicher Auswirkungen auf Wettkampfabläufe sorgt. Dabei geht es nicht um die Teilnehmer, sondern um Darstellung und Aussenwirkung in den Medien, bei Sportpresse und Öffentlichkeit.
Die Frage ist also nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ bei allgemeiner sowie Sport-Berichterstattung und Organisation. Um Wettkämpfe beim Publikum attraktiver zu machen, wurden einzelne Startklassen bereits zusammengelegt und sogar Disziplinen zusammengestrichen – nicht immer zur Freude für Athleten, die sich lange und intensiv vorbereiten. Die Kosten für Trainings, Reisen und Unterkunft bei den Wettkämpfen tragen sie zumeist selbst. Dieser Umstand, erschwert schon jetzt manchen Sportlern – auch denen der Gruppe mit kognitiven Einschränkungen – die Teilnahme bei den Paralympics.
Auch Fans, die sich im System der Startklassen auskennen, sind irritiert.
Wie schwierig das Thema „Paralympics“ in seiner Zuordnung bei der Presse ist, verdeutlicht sich, wenn interessierte Leser den Eklat um die Leichtathletin und WM-Siegerin Caster Semenya hier wiederfinden – quasi als „Akte X-Fall“:
Manchmal treibt die Berichterstattung schon seltsame Blüten. Mit seriöser Erwähnung paralympischer Athleten im Kontext von Olympia oder Sport allgemein tut man sich bedeutend schwerer. Es scheint Vorsicht geboten: die Paralympics nicht wieder in die Rubrik „Freakshow“ zu schieben. Das sollten wir längst hinter uns haben – und alle Athleten fair sowie fachkundig würdigen.
Immerhin gelingt es mancherorts, angemessen über brisante Sportthemen zu berichten: http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/leichtathletik/2009/11/19/news-141377859/detail.html – und neben der menschlichen auch die sportliche Leistung in den Fokus zu stellen. Das ist es, was Leistungssport ausmacht, nicht alleine „Schicksal“ oder „Skandal“. Diese Headlines finden sich leider allzu oft im boulevardesken Teil bunter Blätter. Sportberichte per Media-Mix, das wollen Sportler – und ihre Fans.
Was Paralympics-Fans lesen wollen, wissen die Schüler-Redakteure der „Paralympics-Zeitung“ seit den Sommerspielen Athen 2004. Jetzt ist ein neues Redaktions-Team am Start bei den Winter-Paralympics Vancouver im März 2010:
Da wird es ganz sicher keine Stilblüten geben, sondern professionelle Reportagen, Interviews und Sportler-Porträts – von motivierten, neugierigen, sportbegeisterten Schreibern. Wir dürfen gespannt sein auf die erste Ausgabe der coolen Paralympics-Zeitung aus Vancouver und Whistler. Zusammen mit ihren kanadischen Schüler-Kollegen von der Kitsilano Secondary School in Vancouver werden sie vier Ausgaben der deutsch-kanadischen Paralympics Zeitung erstellen. Zwei Ausgaben des deutschsprachigen Teils sollen im Zeitraum der Paralympics als Beilage in der „Zeit“, dem „Handelsblatt“ und dem „Tagesspiegel“ erscheinen. Als Autoren werden wir dann folgende Namen lesen:
Anne Balzer, Forst (Lausitz), Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium
Leonie Arzberger, Haag an der Amper, Dom-Gymnasium, Freising
In Workshops werden die Jungjournalisten mit redaktioneller Unterstützung des Tagesspiegel schon jetzt fit gemacht: http://www.tagesspiegel.de/sport/Paralympics;art17971,2947493 „Dann weicht das Lampenfieber schnell der Leidenschaft und Begeisterung beim Schreiben.“ versicherte Schülerin Bettina Berndt kurz vor dem Abflug des Redaktions-Teams zu den Paralympics nach Peking am Flughafen Berlin-Tegel.
Das Redaktions-Team der Paralympics-Zeitung der Sommerspiele Peking
„Klar, die Paralympics Zeitung ist ein tolles Projekt, aber die Flut an Einsendungen hat uns dennoch überrascht“, sagt Gregor Doepke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Als Jury-Mitglied und Initiator des Projektes Paralympics Zeitung hatte auch er die Qual der Wahl, unter den hundert besten Einsendungen die acht herausragenden Bewerber auszuwählen.
Schüler-Reporter berichteten aus Peking 2008
Seit der ersten Zeitung in Athen 2004 hat das Projekt eine beeindruckende Entwicklung gemacht“, findet Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegel und Herausgeber der Paralympics Zeitung. Auch er hat als Jury-Mitglied die acht Sieger des Schreibwettbewerbs ausgewählt.
Presse und viel Prominenz am Start
„Wir freuen uns, dass diese hoch motivierten jungen Menschen die Paralympics erleben können und so vielen Menschen in Deutschland von ihren Erlebnissen und Eindrücken berichten werden. Durch die Arbeit der jungen Reporter bekommen die Winter-Paralympics noch mehr Öffentlichkeit in Deutschland, auch bei jüngeren Menschen. Das ist uns ein wichtiges Anliegen“, ergänzt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. (DBS) und Mitglied der Auswahljury. Der DBS ist offizieller Partner der Zeitung.
Ein Berliner Original: die Paralympics-Zeitung
Auch die Wintersport-Athleten machen sich professionell für Vancouver warm – und werden erstmals auch bei den Paralympics 2010mit offizellen Olympia-Pässen ausgestattet:
Wer bei den Paralympics in Vancouver um die besten Plätze bei Ranking, Rekorden und Medaillen kämpft, hat auch bereits die Bewerbung um die Winterspiele in München 2018 im Blick – sollte man meinen. Dass dem nicht immer so sei, schreibt die Süddeutsche Zeitung:
(Dieser Beitrag ist auch als Audio unter obigem Link abrufbar.)
In der 10 Millionen Einwohner zählenden Metropole – indisches Silicon Valley – finden jetzt die IWAS (International Wheelchair & Amputee Sports Federation) World Games 2009 mit Leichtathletik-Weltmeisterschaftder Handicap-Sportler statt. Hier treten mit 18 Mitgliedern des deutschen Teams als Favoriten Martina Willing, Michaela Floeth, Astrid Höfte und Wojtek Czyz an. Marianne Buggenhagen will es nochmal wissen – und hat gute Aussichten auf Edelmetall.
Paralympics-Sieger und WM-Favorit Mathias Mester hat eine saubere Sport-Wette mit Trainerin Steffi Nerius am Laufen: Wenn er eine Medaille im Diskus-Wurf abräumt, räumt sie bei ihm auf.
Doch zuvor tauschte die Siegerin der Leichtathletik-WM Berlin und Weltmeisterin im Speerwurf mit Top-Athletin und Paralympics-Siegerin Martina Willing die sportliche Rolle – und warf den Speer aus der Sitzposition heraus. Zur Sicherung des Wurfes dient ein spezieller Sportsitz, an dem querschnittgelähmte Speerwerfer ihre Beine per Sicherheitsgurten fixieren. So erreichen sie eine stabile Position bei größtmöglicher Flexibilität des Oberkörpers beim Wurf. Orthopädie-Techniker sind vor Ort, um Sportgeräte und Rollstühle beim Boxen-Stopp startklar zu machen.
Ungewohnte Position für Steffi Nerius beim Speerwurf (Foto:DBS)
Eine saubere Leistung legen schliesslich alle Athleten hin. Auch Ali Ghardooni.
Der gebürtige Iraner kam vor fünf Jahren als Flüchtling nach Deutschland, lebt in Magdeburg und gilt als ein „erfolgreiches Beispiel gelungener Integration“, so Norbert Block, Präsident des Behinderten- und Reha-Sportverbandes Sachsen-Anhalt.
Der 29-jährige Leichtathlet hat einen langen Behörden-Marathon absolviert und startet, obwohl offiziell noch nicht eingebürgert, inzwischen für die deutsche Nationalmannschaft. Die Ausländerbehörde in Magdeburg hat ihm – wie bereits zu den Paralympics vor einem Jahr in Peking – einen Reisepass ausgestellt.
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Die Behörde fördert auch seine Ausbildung zum Informatik-Kaufmann. Ghardooni wolle sich nun mit einer Medaille im Diskusring von Bangalore revanchieren, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung.
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Verfechter der Paralympics, Sir Philip Craven, wurde für weitere vier Jahre zum Präsidenten des IPC gewählt: http://ow.ly/EBcz
Wieder IPC-Präsident: Sir Philip Craven
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(Text zur Paralympics-Zeitung mit Agentur panta rhei/Karin Preugschat und DBS/Marketa Marzoli, Fotos: Andrea Ramsteck)
Manchmal gibt es Tage, da stöbert man im Netz nach guten Sport-Reportagen oder Interviews zum paralympischen Sport – und entdeckt sie auch tatsächlich. Heute ist so ein Tag – und der Beitrag in der FAZ vom 18. November im Vorfeld der IWAS World Games und Leichtathletik WM 2009 der Sportler mit Handicap im indischen Bangalore http://www.paralympicindia.org.in/iwas/ - ein echter Lichtblick.
FAZ vom 18. November 2009
Im Gang zur Trainingshalle von Bayer Leverkusen hängt ein Poster, mit dem Nordrhein-Westfalen für sich wirbt. Die großen Köpfe des Landes sind versammelt, und Steffi Nerius lächelt zwischen Kardinal von Galen und Konrad Duden. Kein schlechter Platz. „Ja“, sagt Steffi Nerius und lacht laut. „Ich weiß auch nicht, wie ich dahin gekommen bin.“ An Ehrungen ist die 37-Jährige gewöhnt, seit sie im August in Berlin zum glanzvollen Ende ihrer Karriere Speerwurf-Weltmeisterin geworden ist. Die deutschen Spitzensportler haben sie daraufhin zu ihrem „Champion des Jahres“ gewählt.
Was, glauben Sie, haben die Kollegen damit gewürdigt? Den WM-Titel? Oder mehr?
„Wohl mehr, weil ich ja Paul Biedermann geschlagen habe, den zweifachen Weltmeister, der zweimal Weltrekord schwamm. Ich denke schon, dass die Kollegen meine ganze Karriere betrachtet haben, das ganze Paket. Vielleicht haben sie auch den Job gesehen.“
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„Wenn meine Athleten oben ankommen wollen, dann müssen sie schon ein bisschen ranknüppeln“: Steffi Nerius mit der beinamputierten Schülerin Vanessa Low
Den Job, vor dem die Kollegen Olympiasieger und Weltmeister Hochachtung haben, macht Steffi Nerius seit dem 1. Oktober. Sie ist bei Bayer Leverkusen hauptamtliche Trainerin für behinderte Sportler. Einer von ihnen ist Mathias Mester, und der biegt in der Leverkusener Halle gerade um die Ecke. Mester ist kleinwüchsig, 1,42 Meter groß und Weltmeister mit dem Speer, dem Diskus und der Kugel. „Er ist so etwas wie das Aushängeschild meiner Trainingsgruppe“, sagt Steffi Nerius.
Neun Sportler und Sportlerinnen betreut sie in ihrem Kader, mit vier von ihnen flog sie am Mittwoch zur Weltmeisterschaft nach Bangalore in Indien. Mester ist ein lustiger Bursche. Während er durch die Trainingshalle geht, in der es von Sprintern, Stabhochspringern, Hammerwerfern und Hochspringern nur so wuselt, kommt er aus dem Grüßen nicht heraus: „Tag, Matse!“
Bevor sich der 23-Jährige für das Kugelstoßtraining warm macht, sitzt er neben einem riesigen Hammerwerfer auf der Bank und erzählt, dass er sich für Indien noch ein Netbook gekauft habe. Sei ja so praktisch und klein, viel besser als sein altes Laptop. „Na ja, Kleiner“, sagt der Hammerwerfer trocken, „für dich ist das Netbook ja ein Laptop.“ Großes Gelächter, und Mester lacht am lautesten. Das ist der Umgangston hier zwischen behinderten und nichtbehinderten Athleten: freundschaftlich, direkt, ohne falsche Scheu.
Wenig später steht Mester im Ring und stößt die vier Kilogramm schwere Kugel in Richtung der blauen Matten, die den Boden bedecken. Steffi Nerius sitzt auf einer Holzbank und schaut zu.
„Zu passiv, mehr Druck von den Beinen!“
„Mein letztes Jahr war der perfekte Abschluss“: Im August wurde Nerius Weltmeisterin
Mester holt die Kugel. Der nächste Versuch.
„Denk an die Konterbewegung. Du bist zu passiv mit den Beinen, du musst mehr Spannung auf die Schulter kriegen.“
Der dritte Versuch.
„Das war jetzt schön, aber nur schön, das reicht nicht, um weit zu stoßen.“
Mester schafft einen weiten Versuch, er markiert ihn auf der Matte mit einem Stück Klebeband, seine Aufgabe nun: diese Marke übertreffen. Das will nicht gelingen. Wieder und wieder scheitert er am selbstgesteckten Ziel. Er schreit die Enttäuschung heraus.
„Das war nix“, sagt Steffi Nerius. „Große Klappe reicht nicht. Einen noch, hopp oder topp!“
Mester arbeitet seit 2005 mit Steffi Nerius. Man könne mit ihr viel Spaß haben, sagt er, aber sie habe auch ihre Prinzipien. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Disziplin, solche Sachen. „Ich arbeite gern mit ihr“, sagt Mester.
Fleiß und Disziplin sind für Steffi Nerius der Treibstoff ihres Lebens. Sie hat neben die Sportkarriere immer etwas anderes gesetzt: erst in Köln Sport studiert, dann von 1998 an im Reha-Bereich gearbeitet. 2002 bekam sie einen Halbtagsjob als Behindertentrainerin bei Bayer, der seit Oktober zur vollen Stelle wurde.
Warum haben Sie sich immer diese Doppelbelastung zugemutet?
„Ich habe schon im Studium in den Semesterferien gemerkt, dass es nichts für mich ist, wenn ich neben dem Sport gar nichts zu tun habe. Man kann nicht nur über Sport nachdenken, ich brauche noch etwas anderes für den Kopf. Ich bin im Studium halt um sieben aufgestanden und habe erst mal zwei Stunden gelernt. Da scheitert es bei vielen Athleten, die ich so kenne. Aber man kriegt alles hin, wenn man organisiert ist.“
Wo haben Sie das gelernt?
„Zielstrebigkeit und Fleiß habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Ich bin auch durch die Kinder- und Jugendsportschule geformt worden. Ich bin ja mit 13 ins Internat in Rostock gekommen. Da gab es einen durchorganisierten Tagesablauf, wir sind um sechs aufgestanden, Frühstück, Schule, Training, Mittagessen, Schule, Training, Abendbrot, Schlafengehen. Das war ein Tagesablauf, bei dem man nicht sagen konnte, ich gehe jetzt mal drei Stunden in die Stadt zum Bummeln.“
In der Bayer-Halle macht Mathias Mester Pause. Steffi Nerius kümmert sich um eine andere Athletin, um die 18 Jahre alte Weitspringerin und Sprinterin Vanessa Low, die vor zwei Jahren von einem Zug überrollt wurde und beide Beine verlor. Auf der Bank am Rande hat sie ihre Alltagsprothesen gegen die Sportversion getauscht. Dann geht sie hinüber zur Sprunganlage, und gemeinsam mit Steffi Nerius wird am Absprung gefeilt. Nach und nach trudelt der Rest der Trainingsgruppe ein, in einer halben Stunde beginnt im Gymnastiksaal ein gemeinsames Stabilisationstraining, auf das Steffi Nerius besonderen Wert legt.
Wie sind Sie als Trainerin?
„Ich habe einen gewissen Anspruch. Wenn meine Athleten wirklich oben ankommen wollen, dann müssen sie schon ein bisschen ranknüppeln und Ehrgeiz zeigen. Wenn ich das Gefühl habe, sie sind nur am Jammern, dann kann ich auch schon einmal laut werden.“
Was unterscheidet die Trainingsarbeit mit behinderten von der mit nichtbehinderten Sportlern?
„Trainingsmethodik und der Umgang miteinander sind das Gleiche. Die Behinderten, die zu uns kommen, um Leistungssport zu treiben und mal zu den Paralympics wollen, sind nicht mehr in einem Stadium, wo sie depressiv sind wegen ihrer Behinderung, wo sie frustriert sind, wo sie bemitleidet werden wollen, die wollen alles austesten, die wollen an ihre Grenzen herangeführt werden, wollen gefordert werden, deswegen sind sie hier, und deswegen ist es für den Trainer vom Herangehen her genau das Gleiche wie bei Nichtbehinderten.“
Steffi Nerius ist mit dem Leistungssport großgeworden. Auch als Trainerin hat sie den Ehrgeiz, Sieger zu formen. Doch das ist nur ein Aspekt ihrer Arbeit. Sie ist auch Gründerin und Schirmherrin des Fördervereins „aclive“, der um Sponsoren für die Behindertenabteilung von Bayer Leverkusen wirbt. Ziel ist es, den Nachwuchs zu fördern, ein Fundament zu bauen, wie es im Nichtbehindertensport üblich ist. Trainingsgruppen schon für Acht- bis Zehnjährige, Fahrdienste, soziale Strukturen, Eltern entlasten – das sind die Stichworte.
Als Steffi Nerius 2002 als Trainerin zu Bayer kam, hatte die Behindertenabteilung, die heute 321 Mitglieder hat, 29 Kinder und Jugendliche, heute sind es 82. Der Breitensport ist wichtig und groß geworden, es geht Steffi Nerius nicht nur um Siege und Leistungen, es geht auch um das Meistern des täglichen Lebens, um Sicherheit und Selbstbewusstsein.
Sie sind jetzt oft nur noch Zuschauerin. Vermissen Sie für sich selbst schon die Wettkämpfe? Das Training?
„Das Training gar nicht. Ich muss mich geradezu zwingen, überhaupt etwas zu machen. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen deswegen. Ich spüre auch keine Wehmut, weil es vorbei ist mit dem aktiven Sport, keine Melancholie. Ich habe nicht geheult beim Abschied. Mein letztes Jahr war der perfekte Abschluss, ich bin innerlich total befriedigt mit allem, was ich gemacht habe in meiner Karriere. Ich habe nichts verpasst. Es ist schön, dieses Gefühl in sich zu haben.“
Steffi Nerius steht in der Gymnastikhalle am Rand, sie ruht in sich, schaut zu, korrigiert bisweilen. Sie mag es, wenn alle ihre Athleten zumindest einmal die Woche nicht einzeln trainieren, sondern beisammen sind. Es geht ihr bei diesem Stabilisationstraining um mehr als um körperliche Ertüchtigung und Leistungssport. Es geht ihr um das Gefühl von Gemeinschaft.
Und ein Leser kommentiert: „Respekt für eine bemerkenswerte Frau!“
Lebt ihren Traum: Kirsten Bruhn bei den IDM Schwimmen 2009 in Berlin
Eben noch als „Sportlerin des Jahres 2008″ und erneute Favoritin auf der Benefiz-Gala „Nacht der Stars 2009″ – und schon wieder auf Medaillenjagd: Paralympics-Siegerin und Schwimmstar Kirsten Bruhn holte kürzlich bei den Deutschen Kurzbahn Meisterschaften mit gleich sieben Weltrekorden und glänzenden Leistungen wieder Edelmetall aus dem schnellen Wasser.
Auch die Berliner Schwimmer können sich mit neuer Erfolgsserie sehen lassen.
Vier Weltrekorde, vier weitere Deutsche Rekorde sowie 15 Gold-, 12 Silber- und zwei Bronze-Medaillen – so lautet die positive Bilanz des Berliner Schwimmteams bei den Deutschen Kurzbahn Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Wuppertal.
Trotz fünf krankheitsbedingter Absagen konnte das Team deutlich trumpfen. Mit Lucas Ludwig, Daniela Schulte und Thomas Grimm zeigten gleich drei mehrfache Berliner Europameister, dass Sie nach wie vor in Höchstform sind. Gemeinsam stellten sie in der offenen Wertung vier Weltrekorde und drei Deutsche Rekorde auf und gewannen 17 Medaillen für das Berliner Schwimmteam.
Daniela Schulte (PSC Berlin) holt 5 Goldmedaillen auf der Kurzbahn
Vor allem im Hinblick auf die am 29. November in Rio de Janeiro beginnende Kurzbahn-WM lässt das auf Großes und eine Fortsetzung der Erfolgsserie hoffen.
Indes bereiten sich die Schwimmer derzeit ebenso intensiv wie besorgt auf eine ungewisse WM–Teilnahme vor. Derzeit kann weder die Nationalmannschaft noch der Deutsche Behinderten Sportverband (DBS) die Reise finanzieren – und das Berliner Schwimmteam muss wie andere Athleten nun kurzfristig die Kosten von 3.200 Euro alleine aufbringen.
Auch dadurch bedingt muss nun die hervorragende Nachwuchsarbeit, für die das Team gerade mit dem Innovationspreis des Landessportbundes Berlin ausgezeichnet wurde, stark eingeschränkt werden. So konnten nur drei Berliner Nachwuchstalente an den Deutschen Kurzbahn Meisterschaften teilnehmen, gewannen dabei aber immerhin 7 Mal Gold, 5 Mal Silber und stellten einen deutschen Rekord auf.
Das Berliner Schwimmteam freut sich über Unterstützung auch durch Spenden.
Wer spenden möchte, kann dies auf zwei Wegen:
• Spendenkonto
Behinderten-Sportverband Berlin, Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 3276 500, BLZ: 100 205 00, Kennwort: Schwimmteam
• Spendenplattform betterplace.org: http://de.betterplace.org/projects/1928-weltmeisterschaft-im-schwimmen-der-behinderten
Einfach gratis anmelden und direkt für das Berliner Schwimmteam spenden.
Hier wird immer aktuell über den Projekt- und Spendenstand informiert.
(mit BSB/Berliner Schwimmteam, Foto: Peter Lindoerfer)
Zugegeben, klingt fast ein wenig wie Waschmittelwerbung, die heutige Headline. Werbetextern fällt das schnell auf – und sie suchen dann mindestens genauso treffende Worte. Dabei wollen wir doch alles andere als „Weichspülschreiben“ – von Sportlern, Lesern und Fans gleichermaßen und zunehmend verpönt beim Thema Paralympics.
Mir ist auch keine bessere Überschrift mit mehr Strahlkraft eingefallen als Annette Kögel zu ihrem Bericht im Berliner Tagesspiegel – dem einzigen ausführlichen in der Berliner Presselandschaft zur „Nacht der Stars 2009″: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Paralympics;art125,2948287
So viele strahlende Gesichter in glanzvollem Ambiente sieht man selten – und Athleten mit charismatischer Ausstrahlung. An diesem Abend also: sportliche Strahlkraft pur. Und eine Ansage der besonderen Art: „Three, two, one – Lift-Off, we have a Lift-Off.“ Die wird Leichtathlet und Paralympics-Sieger Matthias Schröder vom PSC Berlin bei seiner gewonnenen Reise zum Shuttle-Start nach Cape Canaveral hören – und dort den Boden unter seinen Füßen beben spüren.
Paralympics in der SPORTSCHAU: Raus aus dem Abseits!
Auch die ARD berichtet über die „Ehrung der Behindertensportler des Jahres 2009″ auf Sportschau-online sowie im Morgenmagazin – und versucht so gleich zwei Zuschauer-Generationen zu erreichen. Bei den älteren Sportfans dürfte das geglückt sein:
Eines der wichtigsten Ereignisse der paralympischen Sportszene: die „Nacht der Stars“ hat ihre feste Adresse in Berlin gefunden. Hier werden die Sportler des Jahres geehrt, Medienpreise verliehen, ehrenamtliches soziales Engagement gewürdigt – und Kontakte aufgefrischt oder neu geknüpft. Der festliche Abend ist auch Anlass, sich über verschiedene Sportarten und berufliche Metiers hinaus auszutauschen – anregend und bisweilen auch kontrovers.
Die Sportler des Jahres 2009 porträtiert Lorenz Vossen im Tagesspiegel:
Wer als Vertreter der schreibenden Zunft als Gast dabei sein darf, freut sich über die herzliche Atmosphäre, bringt gute Eindrücke vom Festabend mit – und Fanfotos.
Tischtennis-Weltmeister Holger Nikelis mit seiner Schwester Rebecca
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Schnell vom lockeren Job-Outfit aus der Jugendarbeit in die Abendgarderobe geschlüpft – und zur Benefiz-Gala „Nacht der Stars“ geeilt. Es war ein beeindruckender Festabend mit interessanten Gästen, guten Gesprächen – und glücklichen Sportlern des Jahres 2009.
Als Gast dabei sein zu dürfen und Leistungssportler hier persönlich zu treffen, ist schon etwas Besonderes. Das macht Lust auf die nächsten Winter- und Sommerspiele in Vancouver 2010 und in London 2012 – und auf Sportevents auf dem Weg dort hin.
Ein Tagesspiegel-Interview mit Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport und Redner bei der „Nacht der Stars“, weckte Neugier und Nachdenklichkeit bereits im Vorfeld der Sport-Gala:
Mancher Gast des Abends, der immerhin 400 Euro je Karte – davon 200 Euro für den guten Zweck der Benefiz-Gala – investiert hatte, war irritiert über die Abwesenheit der bisherigen Schirmherrin der Veranstaltung, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zu Hintergründen und weiteren Überraschungen titelt die FAZ – nicht ganz ohne Ironie – mit dem Zitat: „Und nächstes Mal eine Fernsehshow“:
Bei allen kontroversen Diskussionen rund um den paralympischen Sport gilt:
Herzliche Glückwünsche allen gekürten Sportlern des Jahres 2009:
Andrea Rothfuss, Michael Teuber und das Rollstuhl-Curling-Team sowie
den Gewinnern der „Paralympic Media Awards“ und des „Le Mobile Award“!
„Es ist normal, verschieden zu sein.“, appellierte schon vor Jahren Richard von Weizsäcker für mehr Toleranz.
Dieses Credo begleitet auch Journalisten, die engagiert und aufmerksam-kritisch über paralympischen Sport im Kontext gesellschaftlicher und struktureller Realität berichten. Dies gelingt dem diesjährigen Preisträger des Paralympics Media Award im Bereich Print: NRZ-Redaktion Rheinberg
Wer über Vorbilder schreibt, ist derzeit selbst eines – dafür bedarf es keiner oft so gescholtenen „Gutmenschen“. Sportredakteure tun sich zuweilen mit den zwangsläufig vorhandenen sozialen Gegebenheiten und Belangen von Menschen in verschiedenen Lebenslagen eher noch schwer. Sie fragen sich:
Wie läßt sich das Handicap mit dem Unterhaltungswert des Sports verbinden, ohne Spannung, Dynamik und Professionalität dem Blick aufs Schicksal preiszugeben? Eine Gratwanderung, die entgegen jedem Zweifel immer öfter gelingt.
Die Medienpreis-Gewinner im Bereich Online, brandstage-tv, zeigen mit ihrem „Paralympic Sport TV“ seit mehreren Jahren international erfolgreich, wie das geht – und zudem auch bei jungen Sport-Fans „cool rüberkommt“: http://www.youtube.com/user/ParalympicSportTV
Ganz wichtig: Eine Sportberichterstattung, die auch ihre jungen Zielgruppen erreichen will – nicht erst aus Anlass der Paralympics alle Jahre wieder -, tut dies aktuell, zeit- und ortsnah. Wer regelmäßig im Sportteil seiner Zeitung oder auf seinem Sportkanal über lokale Highlights „seiner Lieblingssportart“ informiert wird, ist auch gerne immer wieder mal live dabei.
„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Dieses Werbetexter-Credo verhilft mir des öfteren zu überraschenden Begegnungen und Gesprächen. So hatte ich das Glück, meine Platzkarte bei dieser Gala direkt neben der des Tagesspiegels zu haben – und tauschte mich mit Journalisten der Zeitung, die auch Medienpartner der Paralympics ist, angeregt aus. Gerne nutze ich die seltene Gelegenheit, Gerd Nowakowski, den Ressortleiter der Redaktion Berlin-Brandenburg, mit Leserwünschen zu belagern:
Warum schreibt der Tagesspiegel so selten über die Berliner Paralympioniken? Mit einem erfreulichen Beitrag über Ronny Ziesmer – Laudator dieser Sport-Gala – im Rahmen der Berichterstattung zum Berlin-Marathon gab es eine schöne Steilvorlage im Sportressort – bei der Vorberichterstattung zur „Nacht der Stars“ später aufgegriffen:
Erfolgreiche Paralympics-Teilnehmer und Medaillengewinner bei Leichtathletik und Schwimmen hat der PSC Berlin ja vorzuweisen. Eine der letzten ausführlichen Sportreportagen über Berliner Athleten des PSC stammt aus dem Jahre 2005 – nach den Paralympics Athen 2004: http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2025105
Die Paralympioniken aus Berlin haben sich einen Namen gemacht – nur leider noch nicht nachhaltig genug in Presseredaktionen und vielen Köpfen freier Journalisten.
Lorenz Vossen ist so einer. Er schrieb mehrmals über den Behindertensport – und würde sicher auch gerne Behinderungen des Sports näher beleuchten:
Vor allem aber hält er eine klare Positionierung der Berichterstattung im Sportressort für den richtigen Weg, um Athleten die ihnen und ihren Leistungen gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen - und eine Recherche, die Sachverhalte wahrheitsgemäß ermittelt. Es ist in Zeiten krisengeschüttelter Medien nicht leicht, investigativ zu schreiben – und Beiträge in der Redaktionskonferenz durchzubekommen. Diplomatisches Feingefühl ist gefragt.
Mit dem sehr geduldigen und aufgeschlossenen Ressortleiter der Lokalredaktion hatte ich natürlich nicht den Mann erwischt, der für den Sportteil seiner Zeitung verantwortlich ist. Das wäre Robert Ide gewesen, der an diesem Abend eilig von einem Gespräch zum nächsten unterwegs war – und nicht am Tisch saß. Der Redakteurin der „Paralympics Zeitung“ – dem Schüler-Reporter-Projekt des Tagesspiegels – erging es auch nicht wirklich anders, sie probierte das mehrgängige Fest-Menü in unzähligen Etappen: Presse-Marathon. Jetzt liegt immerhin die Visitenkarte von Gerd Nowakowski hier neben meinem Laptop, falls mal wieder Fragen auf der Sportfan-Seele brennen – die sich möglichst nicht in bösen Leserkommentaren auf Tagesspiegel-online niederschlagen sollen: Ist mir schon passiert, wurde moniert, revidiert – und gelöscht.
Worum es ging? Ich fand einen Beitrag etwas zu PR-lastig. Per E-Mail klärte sich die Frage. Heute müssen Journalisten wohl alle Register ziehen, um ein Thema zu pushen – und Leser zu erreichen.
Die Kommunikation über das Internet gewinnt generell zunehmend an Bedeutung: Soziale Netzwerke wie StudiVZ und Facebook sind für Sportler und Fans virtuelle Treffpunkte, wo Verabredungen und Organisation ihrer Events immer öfter stattfinden – nahezu barrierefrei und sogar über nationale Grenzen hinweg. Medien haben das erkannt – und gehen hier immer öfter mit ihren Online-Auftritten an den Start. Das hat Strahlkraft – bis in die reale Sportszene.
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Der Förderkreis Behindertensport würdigt als Gastgeber die Gewinner des Abends:
Auf der Benefiz-Gala „Die Nacht der Stars – ein Festabend des Behindertensports“ in Berlin wurden die „Behindertensportler des Jahres“ 2009 geehrt.
Im Rahmen der Benefiz-Gala „Die Nacht der Stars – ein Festabend des Behindertensports“ feierten am 12. November 2009 im festlich gestalteten Maritim Hotel Berlin rund 600 Gäste. Höhepunkt der Gala war die Auszeichnung der „Behindertensportler des Jahres“ 2009 in den Kategorien Sportlerin, Sportler und Mannschaft.
Paralympische Sportler des Jahres 2009
Bei den Damen konnte sich Andrea Rothfuss (VSG Mitteltal) durchsetzen und sich den Titel der „Behindertensportlerin des Jahres“ sichern. Im finalen Wahlgang waren Andrea Eskau (Radsport) und Kirsten Bruhn (Schwimmen) ihre Konkurrenten. Andrea Rothfuss gewann bei der Ski WM in Korea in der Kategorie Slalom als auch im Riesenslalom, der Superkombination und der Abfahrt die Bronzemedaille.
Gekrönt wurde ihre Leistung zudem mit der Goldmedaille im Teamwettbewerb. Bereits 2005 wurde sie von der Stiftung Deutsche Sporthilfe als Junior Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Ihre stetige Weiterentwicklung lässt auch bei den Paralympischen Winterspielen in Vancouver 2010 auf Medaillen hoffen.
Bei den Herren erhielt Michael Teuber (BSV München) die meisten Stimmen und konnte sich so vor seinen Konkurrenten Josef Giesen (Biathlon) und Gerd Schönfelder (Ski Alpin) die Auszeichnung als „Behindertensportler des Jahres“ sichern. Der erfolgreiche Radsportler gewann bei der Weltmeisterschaft in Italien zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille (2x Zeitfahren, 1x Straßenrennen). Auch außerhalb seiner Rennen setzt sich Teuber stets neue Ziele. So erklomm er 2008 mit seinem Rad non-stop den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide auf Teneriffa.
In der Kategorie Mannschaft kann sich die Rollstuhl-Curling Mannschaft über die Auszeichnung als „Behindertensportler des Jahres“ freuen. Sie setzte sich gegen die Rollstuhlbasketball-Mannschaft der Damen und die Sitzvolleyball-Mannschaft der Herren durch. Der Titel ist ein krönender Abschluss eines erfolgreichen Jahres, in dem sich die Mannschaft mit der Bronzemedaille bei der WM in Vancouver zum ersten Mal für die Paralympischen Winterspiele qualifizieren konnte. Außerdem gewann sie den IDENTA-Cup in Schwenningen und belegte bei den Danish Open in Kopenhagen den erfolgreichen zweiten Platz.
Die Verleihung des German Paralympic Media Award 2009 in den Kategorien Print/Foto, TV/Hörfunk und Online stellte einen weiteren Höhepunkt der Gala dar. Mit dem Medienpreis wurden bereits zum elften Mal herausragende journalistische Beiträge zum Thema Behindertensport ausgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Hans-Joachim Wolff, überreichte die durch die DGUV gestifteten Preise an:
1. Kategorie Print/Foto: Neue Rhein Zeitung / NRZ, Lokalredaktion Rheinberg für ihre herausragende mediale Begleitung des „LVR-Tag der Begegnung“. Für die Lokalredaktion Rheinberg nahm Redaktionsleiterin Carmen Friemond die Auszeichnung entgegen.
2. Kategorie TV/Hörfunk: Martin Zimmermann für sein einfühlsames und informatives Radiointerview für den Rundfunk Berlin-Brandenburg mit Ronny Ziesmer
3. Kategorie Online: brandstage.tv für die nachhaltige Berichterstattung mit dem internationalen, englischsprachigen Internet-TV-Sender „ParalympicSport.tv“
Die Initiative KiOly – Kinderolympiade, ein gemeinnütziges Veranstaltungskonzept für Städte und Kommunen erhielt den diesjährigen „Le Mobile“ Award, gestiftet durch den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).
Für KiOly nahm die Initiatorin Fürstin Elisabeth zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee die Auszeichnung entgegen. Der „Le Mobile“ Award zeichnet Personen oder Institutionen für ihr herausragendes Engagement zugunsten der Chancengleichheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus.
Überzeugt hatte die Initiative KiOly durch die Veranstaltung ihrer Sport- und Spielfeste für Kinder, bei denen besonderer Wert darauf gelegt wird, dass alle Spielstationen auch von Kindern mit körperlichen, geistigen oder mentalen Behinderungen absolviert werden können. Zudem zeichnet sich die Initiative dadurch aus, dass möglichst viele Beteiligte, wie Stadtverwaltung, Schulen oder Handwerker, aus dem jeweiligen Veranstaltungsort eingebunden werden. Nach zwei Veranstaltungen in Bad Waldsee ist für 2011 ein KiOly-Fest in Bonn geplant.
Neben der Auszeichnung der „Behindertensportler des Jahres“ überraschte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) alle anwesenden Spitzensportler und verloste unter ihnen einen Flug nach Cape Canaveral zu einem Shuttle Start.
Mit viel Charme und Humor moderierten die Paralympics-Moderatoren Jana Thiel (ZDF) und Andreas Käckell (NDR) die diesjährige Gala. Die Vorsitzende des Förderkreises Behindertensport, Gerda Pleitgen, zeigte sich erfreut über den Verlauf der Gala: „Die vielen engagierten Gäste, das hohe Interesse der Medien und vor allem die würdigen Preisträger haben diesen Abend zu einem besonderen Ereignis für den Behindertensport gemacht.“
(Pressetext und Foto: Förderkreis Behindertensport e.V.)